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köte

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

köte f.

Bd. 11, Sp. 1885
köte, kote, f. gelenkknochen, besonders am pferdefusze, ahd. mhd. nicht vorhanden, es scheint nicht eigentlich hd., nur mitteld.; daher entsprechend nd. kote, nl. kote Kil., nnl. koot, schott. cute, altfries. kate f., knöchel. böhm. kot, kotnjk, kutek, knöchel scheint entlehnt. für ermittelung des stammes wiese eine schott. nebenform queet ancle den weg, wenn sie echt wäre und nicht blosz landschaftliche ausartung von cuit als aussprache von cute, wie Jamieson meint. dann wäre quëta, quëtia als urspr. form zu vermuten. die nebenform kutte 3, a stünde nicht im wege. 11) in allgemeiner bedeutung im voc. opt. Lpz. 1501 C 4b: articulus, ein glid ader koete ader knochl. köte knöchel M. Kramer 1719. auch nl. bei Kilian z. b. leden (glieder) die uit de kote zijn, aus dem gelenke, ausgerenkte. 1@aa) vom menschlichen fuszknöchel einmal im fastnachtspiel vom Neidhart, als dem Engelmar sein linker fusz abgehauen ist: wie grosz wunden der slahen kan! er kan die leut wol schroten, die füesze mit den koeten. fastn. sp. 459, 16, den fusz samt dem knöchel. noch nl. z. b. vast op zijne kooten staan, fest auf den füszen stehn, he is nog wakker op zijne kooten, gut zu fusze, demin. kootjes, an fingern und zehen. 1@bb) von den fingerknöcheln im folg.: ein klein haus und etwas drinnen ist viel besser denn wenn einer in einem groszen hause als in einer ledegen scheune sitzet und seuget die kothen, hat weder zu brocken noch zu beiszen. Colerus hausb. (1640) 5, wie die finger sugen (vor hunger) 3, 1657. 1@cc) in der Cölner gemma 1507 auch spondilia, koten Dief. 548b, d. i. rückgratknochen, vgl. knorre II, 4, knoten II, 1, a. 22) an thieren: wir haben in disen landen .. unsere holzkütten (kitt) oder leime ausz den köthen, füszen und viehohren sieden .. müssen. Mathesius Sar. 57b; die köten oder knochen vom schweinfusz gebrannt und gepulvert dienen für das darmgicht. Hohberg 2, 314b. daher noch osterländ. kîde (î für œ) das horn, der hornschuh am fusze des schweines oder rindes, den der fleischer ausschûcht (Bech). nl. tali, koten in bubus, bickelen in ovibus. Junius nom. 213a (Dief. 572b), schon mit rücksichtnahme aufs folg. 33) knöchel als würfel, man machte nämlich würfel aus thierknöcheln (s. darüber unter knöcheln). 3@aa) so nd. und md., nd. z. b. tali koten, jactus talorum kotenspil Chytraeus nom. sax. c. 53 (daneben besonders tessera wörpel, ludus tesserarius wörpelspil, in seiner oberd. vorlage, bei Golius, für beides nur würfel, würfelspiel). md., im 15. jh. in den Görlitzer stat. kotte (das tt zeugnis des kurzen vocals): ouch vorbeut man allerlei spil .. mit worfeln, karten, kotten. scr. rer. lus. 1, 385, also gleichfalls würfel und koten unterschieden. in Diefenbachs wb. von 1470 kutte in pickelkutte, os articuli quo ludunt puelle sp. 252, in andern md. vocc. pickelkote sordissa Dief. 543b (s. bickelspiel). köten tesserae Faber thes. (Dief. 581a). auch in mrh. quellen, z. b.: spiel mit den knoden oder kotten, vorher koten. Schaidenraiszer (s. sp. 1500 unten). und nrh., denn die Cölner gemma von 1507 hat davon ein zeitwort koten articulare, articulis ludere Dief. 51b: noch in Aachen kötche n., würfel aus schafsknöcheln, nl. kootje. Aachener mundart 123. 3@bb) aber auch oberd.: kotten, sorpes, os cum quo ludunt puelle. voc. inc. teut. n 5a, bickelkoten c 7b, pickelkot oder dechtel, sordisa, sorpes. voc. th. 1482 z 1a. es wird aus md., mrh. landen eingeführt sein mit dem spiele. am Oberrhein muszte es unbekannt sein, denn wo es bei Jac. Eysenberg von der papisten heiligthumb Pforzheim 1558 vorkommt: von den köten, mit welchen die landsknecht geloset haben ... das sie neben dem rock (Christi) auch haben die köten wollen haben, mit welchen die kriegsknecht das losz geworfen haben, von welchen eine köte zu Trier .. sein sol. 35b, als wenn man der köten spilet. 36ada ändert es die ausg. bei Jobin (der heilig brotkorb) in würfel. 3@cc) es wird übrigens besonders als kinderspiel erwähnt, wie unter b als ein spiel der mädchen: (die nicht des gewinns halber spielen) gehören nur zu kleinen kindern, die umb koten und nuszschalen spilen. (Eust. Schildo) spielteufel Frkf. 1564 B 3a; das sie nu solten diesen Jhesum, mit dem sie der köten, wie man spricht, gespielet hatten (kinderspiele gespielt) .. für den rechten messia halten. Luther 8, 129a. also wie knöchel auch, als klicker, schusser, knippkügelchen. 3@dd) eigen mit hd. tz in der md. gemmula 'articulare mit den ketzen spilen' Dief. 51b; gab es also ein md. kötze gleich köte? das tz wäre wie in md. bitzer für bitter (sp. 1017 unten). im Osterlande besteht nach Bech in der 2. bed. kôtsche neben köte. 44) in den sprachgebrauch übergegangen ist nur die köthe des pferdes, das unterste fuszgelenk, über dem fessel; das md. wort ist in diesem sinne allgemein geworden (oberd. heiszt es eigentlich knoten), entlehnt selbstn. kode, ehstn. kood, böhm. kutek. 4@aa) urspr. galten auch hier beide formen, köte und kote: wenn ein pferd hinden am fusze die kothe vertreten hat und hinkend wird. Colerus hausb. (1640) 267. noch bei Frisch 1, 540b (der es zuerst aufführt) kote, auch bei M. Kramer 1768. 1787, wo es als m. steht. nach diesem kôte osnabr. kaute Strodtm. 100, ein pferd ist das. överkautsch, 'hängt hinten zu sehr über'. 4@bb) aber köte, köthe trug hier den sieg davon: wann ein gaul ein fusz oder köte verrenkt hat oder aber ime die füsz oder köte geschwollen weren. Tabernaem. (1588) 445; wann ein pferd einen fusz oder die köten verrenkt hat. Hohberg 2, 212a; verstauchung der köten. Flemming teutsch. jäger 205b; das gelenk in der köten. 203b; es (das pferd) pflegte weder gras noch schnee nicht zu zertreten, und auf dem wasser lief es hin mit trocknen köten. Werder Ariost 15, 20, 6. Hohberg 2, 119b schreibt kötte, Pinter 393 geschwollene köhde, über köhde geschossen (eine verstauchung der köthe heiszt überkot schieszen). vgl. überköten, ausköten. 4@cc) auch der fessel selbst wird so genannt (Nemnich u. a.), so wol bei Hohberg 2, 119b wärzen inwendig an den kötten. und das starke haar an der köte (vgl.kötenzopf): zwischen den langen dicken und hart in einander gewachsenen haarn, so man die keete zu nennen pflegt. Uffenbach 2, 276.
6269 Zeichen · 184 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kœtef.

    Nachträge (Lexer)

    kœte f. knöchel, würfel. die kint die spiln der kœten (: nœten) Germ. 23. 294,156. vgl. Dwb. 5,1885.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    koeteM., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    koete , M., F. Vw.: s. kōte

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kötef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    köte , kote , f. gelenkknochen, besonders am pferdefusze, ahd. mhd. nicht vorhanden, es scheint nicht eigentlich hd., nu…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Köte

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Köte , die hintere (Beuge-) Seite der Zehe bei Pferden und Rindern. Das Fesselgelenk (oberstes Zehengelenk) heißt daher …

  5. modern
    Dialekt
    Kötef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Köte f. : ' Beuge an der Hinterseite des Tierhinterfußes ' (1927 als alt gemeldet), Keet (kēd) [ LA-Birkw ]; Syn. s. Häc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit koete

69 Bildungen · 68 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

koete‑ als Erstglied (30 von 68)

Kœtelbeer

MeckWB

koetel·beer

Kœtelbeer f. Sorte kleiner, kugeliger Birnen Ha Bes ; Hoort; Schö Klütz ; wilde Birne Blume 83. Br. Wb. 2, 859.

kȫtelbētesch

MNWB

° kȫtelbētesch , adj. , streitsüchtig, k.e vrouwe (Fastnachtssp. 2 24).

Kœteldräger

MeckWB

Kœteldräger m. wie -fäger Schö GPravtsh .

kȫtelêr

MNWB

koete·ler

° kȫtelêr , m. , figulus, lutifigulus = Töpfer, Topfmacher, Ton-, Lehmarbeiter (scherzhaft zu kȫtel ?) (Aken).

Kœtelfäger

MeckWB

Kœtelfäger m. die Person, die beim Schafscheren den Kot der Tiere zusammenfegt allgem.; ist es eine weibliche, auch -fägersch f. Lu; Pa; Sta…

Kœtelfägerdrœhn

MeckWB

Kœtelfägerdrœhn m. Klatsch, wie ihn sich die Straßenkehrer erzählen Sta NStrel .

Kœtelmäten

MeckWB

koetel·maeten

Kœtelmäten n. Mädchen, das beim Schafscheren den Kot der Tiere zusammenfegt Gü Schwigg ; Pa GPos .

Kœtelmann

MeckWB

koetel·mann

Kœtelmann m. PN. im Sprw. horckt na 'm End, segt Kötelman (Ro 1742) Schmidt Fast. 21.

Kœtelmaschin

MeckWBN

koetel·maschin

Wossidia Kœtelmaschin f. scherzh. für Noors: kik, wo hei de Hand up ehr Kœtelmaschin leggt (beim Tanzen) Wa Waren@Hohen Wangelin HWang .

kœteln1

MeckWB

kœteln 1 Kotstücke fallen lassen; im Tanzreim: Un wenn dat Schap dat Kœteln kriggt Sta Wes ; übertr. von einer Zigarre, die viel Asche gibt:…

kœteln2

MeckWB

kœteln 2 reden, schwatzen Ro Bentw ; Klock; dei Ollsch kœtelt œwert Heck Tess; wi hebben beid' 'n bäten kœtelt HohenfD. Syn.: kören, köddern…

Kœtelpeik

MeckWB

koetel·peik

Kœtelpeik f. in dem Spottwort dei Diern mit dei Kœtelpeik dem schlechten Kamm im Haar Lu Döm .

Kœtelpeiter

MeckWB

koetel·peiter

Kœtelpeiter m. PN. in der Rda. von dem mit nichts Zufriedenzustellenden: hei is eigen as Kœtelpeiter, dei hett nich in 'n Himmel täuben wull…

Kœtelpuurt

MeckWB

Kœtelpuurt f. After: dei Kœtelpuurt apen laten für regelmäßigen Stuhlgang sorgen Ro Gres ; hei (der Farzer) hett dei Kœtelpuurt ümmer apen H…

Kœtelschiter

MeckWB

koetel·schiter

Kœtelschiter m. derbe Bezeichnung des meist Hamelbuff ( s. d. ) genannten Spiels Wa Schloen ; Wustr.

Kœtelstöter

MeckWB

koetel·stoeter

Kœtelstöter m. Scherzbezeichnung für die zwei Burschen, die dem Hochzeitszug voraufgehen, um die Straße zu reinigen Lu Tech ; auch von einem…

kötenbein

DWB

koten·bein

kötenbein , n. knochen, der die köte bildet, unten mit dem kronenbein verbunden. Adelung.

koete als Zweitglied (1 von 1)

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APA
Cotta, M. (2026). „koete". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/koete/dwb
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Cotta, Marcel. „koete". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/koete/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „koete". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/koete/dwb.
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