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Spekulation

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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10 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Spekulation

Spekulation

spekulieren Vb. ‘nachdenken, gewagte, riskante Geschäfte machen, auf etw. rechnen’, mhd. speculieren ‘sich in religiöse Betrachtung versenken, (Gott) zu erforschen suchen, sinnen’ wird durch die Mystiker entlehnt aus lat. speculārī ‘(umher)spähen, sich umsehen, auskundschaften, beobachten’; zu lat. specere ‘sehen’. Bei den Reformatoren (Luther) erhält spekulieren den abschätzigen Nebensinn ‘forschen, nachdenken auf phantastischer (d. h. nicht auf biblischer Überlieferung beruhender) Grundlage’, verallgemeinert ‘ohne Bezug zur Wirklichkeit nachsinnen, forschen’, auch ‘dichten’ (16. Jh.). Doch bleibt daneben wertneutraler Gebrauch im Sinne von ‘nachdenken, überlegen, mutmaßen’ erhalten, in der Philosophie weiterentwickelt zu ‘durch bloßes Denken (ohne Empirie) Erkenntnisse zu gewinnen suchen’ (18. Jh.). Eine eigene Verwendungsweise zeigt die Kaufmannssprache, wo ‘Berechnungen, Überlegungen anstellen, die einen Erfolg möglich erscheinen lassen, solche Absichten und Geschäfte ausführen’ (16. Jh., geläufig 18. Jh.) in ‘riskante Geschäfte machen’ übergeht. Davon herzuleiten ist der allgemeinsprachliche Gebrauch spekulieren (‘rechnen’) auf etw. (Ende 18. Jh.). – Spekulant m. philosophisch ‘wer über metaphysische Dinge nachdenkt, Grübler’ (17. Jh.), kaufmannssprachlich ‘wer mit Risiko nach Gewinn strebt, auf Gewinn rechnender Unternehmer’ (18. Jh.); vgl. lat. speculāns (Genitiv speculantis), Part. Präs. zu lat. speculārī (s. oben). Spekulation f., mhd. speculācie (Anfang 14. Jh.), frühnhd. Speculacz (15. Jh.), Speculation (16. Jh.), aus spätlat. speculātio (Genitiv speculātiōnis) ‘das Ausschauhalten, Ausspähen, Betrachtung, das Beschauen’; entsprechend dem Gebrauch des Verbs zuerst bei den Mystikern ‘Betrachtung Gottes und seiner Schöpfung, geistliche Verzückung’, dann ‘tiefsinniges Nachdenken, Betrachten, Forschen’ (16. Jh.), philosophisch ‘kontemplatives, von der Wirklichkeit losgelöstes Erkenntnisstreben’ (18. Jh.), bald auch abschätzig windige, müßige Speculation ‘Spintisiererei’ (18. Jh.). Kaufmannssprachlich ‘kaufmännische Berechnung, riskante, auf Gewinn zielende Unternehmung’ (18. Jh.). spekulativ Adj. philosophisch (als Gegensatz zu empirisch) ‘in reinen Begriffen denkend, wirklichkeitsfremd, übersinnlich’, verallgemeinert ‘grübelnd, forschend, zur Spekulation neigend’ (17. Jh.), kaufmannssprachlich ‘berechnend, auf Gewinn, Handelsvorteil bedacht’ (19. Jh.), aus mlat. speculativus ‘in forschendes Denken sich versenkend, betrachtend’.
2478 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    spekulationf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    spekulation , f. , aus lat. speculatio. ursprünglich in der sprache der mystiker die bis zur verzückung sich steigernde …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Spekulation

    Goethe-Wörterbuch

    Spekulation [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spekulation

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Spekulation (lat., »Ausspähung. Erforschung«), in philosophischer Bedeutung im allgemeinen die über den Bereich des Sinn…

  4. modern
    Dialekt
    Spekulationf.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Spekulation f. : ' Kauf oder Verkauf unter Ausnutzung erwarteter Preisänderungen ', Spekulation (šbeguladsˈjōn) [ KB-Kri…

  5. Spezial
    Spekulation

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Spe|ku|la|ti|on f. (-,-en) spicolaziun (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spekulation

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spekulation‑ als Erstglied (7 von 7)

Spekulationsbrand

Meyers

spekulation·s·brand

Spekulationsbrand ( Gewinnbrand ) heißt ein Brand, der verursacht ist, um die den Wert des Brandobjekts übersteigende Versicherungssumme zu …