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Spekulation

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Spekulation

Bd. 18, Sp. 711
Spekulation (lat., »Ausspähung. Erforschung«), in philosophischer Bedeutung im allgemeinen die über den Bereich des Sinnlich-Anschaulichen sich erhebende, also nicht auf Erfahrung, sondern entweder auf ein rein geistiges Schauen des Gegenstandes (intellektuelle Anschauung) oder auf reines Denken (s. d.) sich gründende Erkenntnisweise. In dem erstern (mystischen) Sinne nahmen die S. zuerst die Neuplatoniker, in der Neuzeit Schelling und ein Teil seiner Anhänger; in dem letztern (rationalistischen) Sinne wurde sie hauptsächlich von Hegel und seiner Schule als die spezifische Methode der produktiven philosophischen Forschung bezeichnet und als dasjenige Denken definiert, das streng methodisch alle Gegensätze und Widersprüche in den Begriffen in höhere Einheiten aufzulösen sucht, und eben dadurch zu neuen Gedankenschöpfungen gelangt, im Gegensatz zu der im wesentlichen beim Gegebenen stehen bleibenden Reflexion. Je nach der Ansicht, die man über das Verhältnis von Erfahrung und Denken hat, wird man in der S. entweder (mit dem Panlogismus) die höchste Stufe der Erkenntnis oder (mit dem Empirismus und Positivismus) ein wertloses Spielen mit Begriffen sehen. Im weitern Sinne heißt auch das mathematische Denken spekulativ, sofern es sich seine Objekte selbst schafft und unabhängig von der Erfahrung untersucht. – Im gewöhnlichen Leben, insbesondere im Handel, nennt man S. jede auf die Durchführung solcher Unternehmungen gerichtete Erwägung, bei denen der erwartete Gewinn durch Eintritt oder Ausbleiben von Ereignissen bedingt ist, die von dem Willen des Unternehmers (Spekulanten) selber unabhängig sind. Eine jede Unternehmung beruht mehr oder weniger auf spekulativer Grundlage, und die S ist als eine Berücksichtigung zukünftiger Möglichkeiten an und für sich eine unerläßliche Bedingung geordneter Bedarfsdeckung und eines geregelten Wirtschaftslebens. Zu unterscheiden von der soliden S. ist das Spekulationsmanöver, das unter Benutzung monopolistischer Stellung durch Aufkauf und »Erwürgen« (Vorschreibung harter Bedingungen für bedrängte Schuldner) oder auch durch betrügerische Anpreisung, unzulässige Verteilung zu hoher Dividenden etc. die Preise oder Kurse künstlich zu verändern sucht. Spekulations- oder Spielpapiere sind solche Wertpapiere, die starken Kursschwankungen unterworfen und daher zur Gewinnerzielung aus Kauf und Verkauf sehr geeignet sind (vgl. Börse, S. 243).
2408 Zeichen · 19 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    spekulationf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    spekulation , f. , aus lat. speculatio. ursprünglich in der sprache der mystiker die bis zur verzückung sich steigernde …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Spekulation

    Goethe-Wörterbuch

    Spekulation [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spekulation

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Spekulation (lat., »Ausspähung. Erforschung«), in philosophischer Bedeutung im allgemeinen die über den Bereich des Sinn…

  4. modern
    Dialekt
    Spekulationf.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Spekulation f. : ' Kauf oder Verkauf unter Ausnutzung erwarteter Preisänderungen ', Spekulation (šbeguladsˈjōn) [ KB-Kri…

  5. Spezial
    Spekulation

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Spe|ku|la|ti|on f. (-,-en) spicolaziun (-s) f.

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Wortbildung

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spekulation‑ als Erstglied (7 von 7)

Spekulationsbrand

Meyers

spekulation·s·brand

Spekulationsbrand ( Gewinnbrand ) heißt ein Brand, der verursacht ist, um die den Wert des Brandobjekts übersteigende Versicherungssumme zu …