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Weihen

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Weihen

Bd. 20, Sp. 475
Weihen (Milvinae), Unterfamilie der Falken (Falconidae), gestreckt gebaute Tiere mit kleinem oder mittelgroßem Kopf, kurzem Hals, schwachem, von Grund an gebogenem, langhakigem Schnabel, langen, spitzen Flügeln, meist langem, oft gegabeltem Schwanz, langen und schwachen oder kurzen und derben Läufen, stets kurzen Zehen und kurzen, spitzen Krallen. Sie fliegen vortrefflich, sind raubgierig, leben gesellig oder paarweise und nähren sich von kleinen Tieren. Beide Geschlechter scheinen zu brüten; die Weibchen sind größer als die Männchen. Der schwarze Milan (Schmarotzermilan, Waldgeier, Milvus Korschun Gm., M. migrans Rchw.). 58 cm lang, 145 cm breit (Weibchen), ist an Kopf, Kehle und Hals weißlich, dunkel graubraun gestrichelt, auf der Brust rötlichbraun mit dunklerer Längszeichnung, auf dem Bauch und an den Hosen rostbraun mit schwarzen Schaftstrichen, auf den Schultern, dem Rücken und den Flügeldeckfedern dunkelbraun mit schmalen, hellen Säumen an den Federn, am Schwanz braun mit schmalen, schwarzen Querbinden und hell fahlgrauem Saum. Er bewohnt Mittel- und Südeuropa und Mittelasien, erscheint im Westen seltener oder nur auf dem Zuge, weilt bei uns von März bis Oktober und geht im Winter bis Südafrika. Er lebt in der Ebene, besonders in Wäldern mit benachbarten Gewässern, fliegt außerordentlich schön, ist feig, aber höchst zudringlich und nötigt andre Raubvögel durch beständige Belästigungen, ihm die bereits erhobene Beute zuzuwerfen. Er frißt namentlich Mäuse, Ratten, Hamster, junge Hafen, Maulwürfe, Fische, Frösche und Aas, raubt aber auch Küchlein und andres Federvieh. Er nistet auf hohen Waldbäumen, am liebsten in Reiherhorsten, und legt Mitte April 3–4 gelbliche oder gräulichweiße, braun marmorierte oder dicht gefleckte Eier. Wegen seiner Räubereien gilt er als überwiegend schädlich. Im Käfig wird er sehr zahm. Der Gabelweih (Königsweih, Königsmilan, roter Milan, Rötel-, Rüttelweih, Hühner-, Gabelgeier, Gabelschwanz, M. milvus L., M. ictinus Sar., s. Tafel »Raubvögel«, Fig. 5), 72 cm lang, 150 cm breit, ist rostrot, mit schwarzbraunen Schaftstrichen und Schaftflecken, am Kopf und Hals weiß, braun gestreift, an den Schwingen schwarz, die Schwanzfedern rostrot, die äußern schwärzlich, an der Spitze schmal weiß gesäumt. Er findet sich von Spanien bis Südschweden und Sibirien, weilt bei uns von März bis Oktober, bleibt auch einzeln in gelinden Wintern in der Heimat und reist in Gesellschaften von 50–200 Stück bis Innerafrika. Er bevorzugt die Ebene, ist klug, aber träge, ziemlich schwerfällig, sehr feig, aber dreist. Seine Nahrung besteht aus kleinen Säugetieren, jungen Vögeln, Reptilien, Fischen, Insekten, Würmern; doch raubt er auch Küchlein, junge Hafen, Rebhühner und jagt den Edelfalken ihre Beute ab. Durch jenes wird er schädlich, nützlich aber durch Vertilgung zahlloser Mäuse und schädlicher Insekten. Er nistet Mitte April bis Mitte Juni auf hohen Bäumen und legt 2–3 blauweißliche, rötlich gefleckte Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 35). In der Gefangenschaft wird er sehr zahm, brütet Hühnereier aus und pflegt die Küchlein; frisch eingefangen, stellt er sich tot. Der Wespenbussard (Bienen-, Honigfalke, Sommermauser, schuppiger Mauser, Pernis apivorus L.). 62 cm lang, 140 cm breit, wechselt im Gefieder stark ab, ist oft einfarbig braun, am Kopf graublau, mit mehreren Binden auf dem Schwanz, oft an der Unterseite weiß gefleckt oder weiß mit braunen Querflecken. Er bewohnt Nord- und Mitteleuropa, Westsibirien, weilt bei uns von Ende April bis September und wandert einzeln oder in kleinen Gesellschaften bis Südafrika. Er geht ziemlich gut, fliegt langsam und schwerfällig, ist träge und feig, nährt sich von Insekten, namentlich Wespen, Bienen, Hummeln, von Fröschen, Eidechsen, Mäusen, plündert auch Vogelnester und scharrt Immennester aus, ist jedoch überwiegend nützlich. Er bevorzugt die Ebenen und Laubwälder, nistet Ende Mai und Juni auf den untern Ästen großer Bäume und legt 2–4 gelbweiße oder braunrote, marmorierte Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 40). In der Gefangenschaft ist der Wespenbussard höchst unterhaltend.
4110 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weihen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Weihen , verb. regul. act. 1. Mit gewissen feyerlichen Gebräuchen zum gottesdienstlichen Gebrauche widmen, und dadurch e…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    weihen

    Goethe-Wörterbuch

    weihen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weihen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Weihen ( Milvinae ), Unterfamilie der Falken ( Falconidae ), gestreckt gebaute Tiere mit kleinem oder mittelgroßem Kopf,…

  4. modern
    Dialekt
    weihentr. v.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    weihe n [wéïə Fo. ; wijə Ri. Ha. ; weïjən Falk. — Ptc. gəweït, gəwijd] tr. v. weihen. — els. 2, 805 wihe, weihe.

  5. Sprichwörter
    Weihen

    Wander (Sprichwörter)

    Weihen 1. Man soll keinen weyhen, er habe denn sein Glieder alle. – Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 385; Murner, Sch…

  6. Spezial
    weihen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wei|hen I vb.tr. 1 (konsekrieren) consacré (-rëia) 2 (segnen) benedí (-dësc) 3 (in Bezug auf Priester) ordiné (-nëia), c…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weihen

26 Bildungen · 14 Erstglied · 9 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von weihen 2 Komponenten

wei+hen

weihen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weihen‑ als Erstglied (14 von 14)

weihenart

DWB

weihen·art

weihenart , f. von circus cyaneus ( sp. 649): es bestätigte alles das was ich ... über den farbenwechsel dieser weihenart erfahren hatte Nau…

weihenfeder

DWB

weihen·feder

weihenfeder , f. pluma milvina Frisius dict. (1556) 821 b ; Maaler (1561) 491 b ; B. Faber thes. (1587) 504 b . —

Weihenfëttig

ElsWB

weihen·fettig

Wei h e n fëttig [Wèjəfatik Su. Osenb. ] m. Löwenzahn, Kuhblume; nur zur Zeit, wo man die Blätter als Salat benutzt, sonst Bettseicher Su. ;…

weihenfittich

DWB

weihen·fittich

weihenfittich , m. wie weihenflügel ( s. u. ): am ende fliegst du wol gar mit sperber- und mit weihes-fittigen um das brutherz der sitzerin …

weihenflügel

DWB

weihen·fluegel

weihenflügel , m. Luther bietet Sach. 5, 9 : es waren aber flügel wie storcks (1532: reygers) flügel, und bleibt damit dem hebr. vorbild nah…

weihenfusz

DWB

weihenfusz , m. nie im eig. sinn, sondern wegen der gestalt der blätter ( vgl. weihenfittich, hahnenfusz, krähenfusz), name von ranunculus r…

weihenkengel

DWB

weihen·kengel

weihenkengel , m. zu (feder-) kengel ' caulis pennae ' th. 3, 1402. 5, 530: das pflaster über dem pruch sol man einfassen in ain groszen wie…

weihennest

DWB

weihen·nest

weihennest , n. : der mastkorb, rauh und dunkel, gleicht einem weihenneste A. v. Droste-Hülshoff 3, 68 . — weihenpfinztag, m. ein bair.-östr…

Weihental

PfWB

weihen·tal

 Weihen-tal n. : FlN; a. 1777: in dem Weihenthal [Kurpf. A. 1072/3 (KL-Gimsb)].

weihen als Zweitglied (9 von 9)

einweihen

DWB

ein·weihen

einweihen , inaugurare, consecrare, schw. inviga, dän. indvige; das nnl. inwijden ist weiter abgeleitet, und gegründet auf ein subst. wijde,…

entweihen

DWB

entwei·hen

entweihen , profanare, nnl. ontwijden: fräfenlich heilige ding geschenden und verwüsten. Maaler 106 a ; und so du mir einen steinern altar w…

œwerweihen

MeckWBN

ow·er·weihen

Wossidia œwerweihen überhin wehen: mit Schittreihfeddern müßte dei Wäwer œwerweigen, wenn hei drögen ded' Ro Rostock@Bartelshagen Bart .

Taufweihen

DRW

tauf·weihen

Taufweihen, n. Weihen des Taufwassers durch einen Geistlichen bdv.: Taufsegnen, Taufweihe vgl. Taufe (II) solch papistisch taufweihen [soll]…

tausamenweihen

MeckWBN

tausamen·weihen

Wossidia tausamenweihen zusammenwehen; Sprw.: de Wind weiht wol Sandbarge thosamen, äwerst keenen dicken Buek Mantz. Ruh. 18, 16; s. Wind 1 …

tauweihen

MeckWBN

tau·weihen

Wossidia tauweihen zuwehen: 'dat kleine wegeken ... yss ydell met sande thogeweyget' (um 1650) Nd. Kbl. 43, 8.

ut'neinweihen

MeckWBN

Wossidia ut'neinweihen auseinanderwehen, s. Wind 1 I 1 c.

Ableitungen von weihen (3 von 3)

beweihen

MeckWB

beweihen -g- bewehen, darüber wehen, vom Winde: 'myn holt, hoch unde siide und alse dat de Wynd beweyd' (1420) Urk. Blüch. 1, 2, 313; 'mit a…

entweihen

DWB

entweihen , profanare, nnl. ontwijden: fräfenlich heilige ding geschenden und verwüsten. Maaler 106 a ; und so du mir einen steinern altar w…

verweihen

DWB

verweihen , v. , entweihen: es haben aber die Juden solchen tempel gottes und den gottesdienst in viel wege verfälschet und verweihet Fabric…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „weihen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weihen/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „weihen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weihen/meyers. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „weihen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weihen/meyers.
BibTeX
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