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geiten

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
4 in 3 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

geiten

Bd. 3, Sp. 113
Wossidia geiten geeten, flekt. geit, güttst, gütt, geiten; got, göt; gaten gießen Mi 26a; Wigg. Gr. 62 1. von Flüssigkeiten: einen achter de Binn' (up de Lamp, uppe Lücht) geiten einen kräftigen Trunk tun; spöttisch von Menschen, die nur wenig Alkohol vertragen können: wenn 'n einen mit 'n Kœm vör 'n Noors gütt, sünd drei dun MaMalchin@HungerstorfHung; von einem schlechten Getränk: dat kannst de Sœg' vör 'n Noors geiten, denn löppt se drei Dag' in 'n Draff GüGüstrow@WarnowWarn; die bei den Hochzeiten aufwartenden Schaffer machten sich mit dem Warnruf heit heit, ick geit, ick geit Platz Ratz. Mitt. 4, 3, 11; im Verwunderungslied: Sei göten dat (das Bier) in dei Tunn', Donn füng' dat an tau brummen, Sei göten dat in dat Bodderfatt, Donn bullert dat œwer dei ganze Stadt Wo. V. 2, 1559; einen Gœt geiten jem. ein Hexenwasser vor die Tür gießen, ihm einen Possen spielen Jeppe 66; mit Dodenwater (Wasser, in dem der Tote gewaschen wurde) kann 'n Gœt geiten, dat de anner krumm un lahm ward RoRostock@RibnitzRibn; häufig bei Hexenprozessen erwähnt: 'eynen göthe ... vor de dören gegaten' (Ro 1543) Bartsch 2, 5; von starkem Regen: dat rägent, as wenn 't mit Mollen gaten ward Zs. Vk. 3, 309; N. Monschr. 4, 147; dat gütt, as wenn 't up 'n Buern rägent HaHagenow@BoizenburgBoiz; nu gütt 't, säd' de Buer, ret sick 't Melkschapp up 'n Lif PaParchim@DobbertinDobb; auch im Anruf an den Regenbogen: Rägenbagen, lat geeten, Dat de Buddeln so fleeten Wo. V. 4, 672 c; absol.: de Fisch geiten spritzen Wasser hoch WiWismar@SternbergSternb. 2. schütten von festen Gegenständen, z. B. Korn auf die Mühle: Göten em (den Weizen) woll up dat Rad, Dausendje, wo bullert dat Wo. V. 3, 474; 'in der wassermullen uf den einen rump 3 schp. moltes geten laten' Slagg. 179; 'daß die Matten allemal richtig, nach denen empfangenen Steuerzetteln, von denen auswärtigen Mahlgästen in den Kasten gegossen werden' Steuered. von 1704; das Getreide auf den Speicher: 'das Korn, so daselbst auf die Boden gegossen' (WiWismar@SternbergSternb 1655) Spald. Land. 3, 285; Korn beim Sichten gegen den Wind von einem kleinen in große Gefäße schütten: in 'n Wind geiten mehrf.; Erde im Schadenzauber, wenn die Hexe ihrem Kunden rät, 'he scholde van ßynem acker 3 hantfull erde nemen und in ßynen rechteren scho gethen und dat sulvige ertrike in drier duvel namen up ßynes nabers acker geten' (Ro 1543) Bartsch 2, 7. 3. vom Metallguß: 'gheten ... clar fyn tyn' (Wi 1387) UB. 21, 127; 'kannen gheten' ebda; s. Grapen; Klocken geiten häufig in Glockensagen, in welchen berichtet wird, daß der Meister den Lehrling, der die Glocke gießt, im Zorn tötet und ihn dann heimlich verscharrt: de Klockengeiter ... hett de grot Klock ... geiten süllt Meckl. 13, 25; die Glocke ruft, als sie geläutet wird: dee mi got, is dot, liggt hinner 'n Swienskaben ebda; dee Lihrling, dee de Klock in Ollen Goorz (WiWismar@RerikRer) gaten hett, hett henricht't warden süllt 25; in den Freischützsagen spielt das Gießen der Kugeln eine besondere Rolle: Nijohrsnacht warden de Kugeln gaten von sülwern Knöp Wo. Sag. 1, 210; man möt ne Kugel geiten von eenen willen Daler (Mansfelder Gulden) ebda; dat Füer to 'n Geeten möt 'n anböten ut drög' Holt von 'n Kirchhof 211; übertr. von wohlgebildetem Vieh: dat süht all' ut, as wenn 't gaten is RoRostock@KühlungsbornKühl; von einem gleichmäßig gebauten Gespann: dee lett dat, as wenn se beid' up ein Form gaten wiren Lu. 4. begießen: Blaumen geiten. 5. Zss.: be-, nah-, œwer-, üm-, up-, utgeiten. Mnd: gêten. Br. Wb. 2, 501; Dä. 150b; Kü. 1, 560; Me. 2, 363.
3422 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    geiten

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    geiten , geizen, alem. gîten, mhd. einmal bezeugt ( Lexer 1, 1024 ): Keiî sprach: sehet den wîgant, wie rehte gerne er s…

  2. modern
    Dialekt
    geiten

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    geiten geeten, flekt. geit, güttst, gütt, geiten; got, göt; gaten gießen Mi 26 a ; Wigg. Gr. 62 1. von Flüssigkeiten: ei…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geiten

9 Bildungen · 0 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von geiten 2 Komponenten

gei+ten

geiten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geiten als Zweitglied (7 von 7)

gigeiten?

KöblerAhd

*gigeiten? , sw. V. (1a) Vw.: s. ana-

anagigeiten*?

KöblerAhd

anagigeiten*? , sw. V. (1a) nhd. einfügen, propfen, hineinfügen ne. put in, graft ÜG.: lat. inserere (V.) (1) Gl Q.: Gl (9. Jh.) I.: Lüt. la…

angeiten

MeckWBN

ang·eiten

Wossidia angeiten angießen: wer Blaumen plant't, möt sei ok angeiten, dat sei anwassen Wi Wismar@Poel Poel ; allgem.; wenn dei Pump aflopen …

vȫrgeiten

KöblerMnd

vȫrgeiten , st. V. Vw.: s. vȫrgēten L.: Lü 501a (vorgeiten)

Ableitungen von geiten (2 von 2)

begeiten

MeckWB

begeiten -geeten begießen; Gerste zum Mälzen: 'also schal auch niemand vor S. Michaelis seinen garsten begeten' (1597) Beitr. Rost. 4, 2, 54…

vergeiten

MeckWBN

Wossidia vergeiten vergießen Müll. Reut. 153 b .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „geiten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geiten/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „geiten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geiten/meckwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geiten". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geiten/meckwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_geiten_2026,
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