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Wiedehopf

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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30

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Wiedehopf

Bd. 20, Sp. 593
Wiedehopf (Upupa L.), Gattung der Klettervögel aus der Familie Hopfe (Upupidae), gestreckt gebaute Vögel mit sehr langem, dünnem, schwach gebogenem, spitzem Schnabel, kurzen Füßen und kurzen Zehen, großen, breiten, stark abgerundeten Flügeln, mittellangem, gerade abgestutztem Schwanz und eine Federhaube auf dem Kopf. Der gemeine W. (Kotvogel, Kuckucksknecht, Kuckucksküster, Gänsehirt, Bubbelhahn, Upupa epops L., s. Tafel »Klettervögel I«, Fig. 5) ist 29 cm lang, 45 cm breit, auf der Oberseite lehmfarbig, auf den Flügeln schwarz und gelblichweiß quergestreift, an der Unterseite lehmgelb, an den Bauchseiten schwarz gefleckt; die Federhaube ist dunkel rostgelb, jede einzelne Feder an der Spitze schwarz; der Schwanz ist schwarz mit weißem Bande. Der W. (das bedeutet soviel wie »Holzhüpfer«) bewohnt ganz Europa, Nord- und Mittelasien bis Japan, weilt bei uns von April bis August und findet sich im Winter in ganz Afrika und Indien. Er bevorzugt baumreiche Ebenen und Viehweiden, lebt einsam oder in Familien, nährt sich von Insekten und deren Maden, die er namentlich aus Kothaufen hervorzieht, auch durch Hämmern und Meißeln nach Art der Spechte zu erlangen sucht. In Afrika siedelt er sich in Dörfern, selbst in Städten an, bei uns aber ist er scheu und sehr vorsichtig. Er schreitet auf dem Boden gewandt einher, fliegt ruckweise und trägt den Schopf spitz nach hinten gelegt. Weil sein Schnabel lang, die Zunge aber sehr kurz ist, muß er die Nahrung emporwerfen und auffangen. Sein Nest steht gewöhnlich in Baumhöhlen, besonders in Weiden, auch in Mauerlöchern, Felsritzen oder auf dem Boden, er legt Mitte Mai 4–7 schmutzig grünlichweiße oder gräuliche, in der Regel weiß punktierte Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 12), die das Weibchen in 16 Tagen ausbrütet. Da die Alten den Kot der Jungen nicht fortzuschaffen vermögen, so verbreitet das Nest bald einen abscheulichen Gestank, und die Vögel tragen diesen auch nach der Brutzeit noch eine Zeitlang an sich. In der Gefangenschaft wird der W. sehr zahm und schreitet auch zur Fortpflanzung. Seit dem Altertum wurde er in Dichtung und Sage gerühmt und gebrandmarkt. Nach Älian erinnert er sich sehr wohl der Zeit, da er ein Mensch gewesen, im Koran heißt er Hudhud (sein Paarungsruf) als Bote und Genoß des Salomo. Sein Fleisch ist wohlschmeckend, wird aber von Juden und Mohammedanern nicht gegessen.
2370 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wiedehopf

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Wiedehopf , des -es, plur. die -e, der Nahme eines bekannten, den Farben nach schönen Vogels, mit einem bunten Feder…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wiedehopf

    Goethe-Wörterbuch

    Wiedehopf [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wiedehopf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Wiedehopf , lat. upupa epops , ein Zugvogel aus der Ordnung der Klettervögel mit unpaarigen Zehen, 1' lang, mit sehr lan…

  4. modern
    Dialekt
    Wiedehopfm.

    Pfälzisches Wb.

    Wiede-hopf m. : ' der Vogel Wiedehopf (Upupa epops) ', ehemals in der ges. Pf verbr., inzwischen selten und nur dem Name…

  5. Sprichwörter
    Wiedehopf

    Wander (Sprichwörter)

    Wiedehopf 1. Auch der Wiedehopf putzt (reinigt) sein Nest. Ueber Wiedehopf = Weidenhüpfer vgl. Schiller, II, 12 b ; Masi…

  6. Spezial
    Wiedehopf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wie|de|hopf (Upupa epops) m. (-[e]s,-e) ‹ornit› ial de ma m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wiedehopf

9 Bildungen · 9 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von wiedehopf 2 Komponenten

wiede+hopf

wiedehopf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wiedehopf‑ als Erstglied (9 von 9)

wiedehopfauge

DWB

wiedehopf·auge

wiedehopfauge , n. ( beim falschschwören verwendet ) H. Grosz strafbare handlungen (1909) 69 . —

wiedehopfenkraut

DWB

wiedehopf·en·kraut

wiedehopfenkraut , n. , onobrychis viciaefolia Scop. Tabernämontanus (1588) bei Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 251 ; Nemnich dt. wb. d. …

wiedehopf(en)nest

DWB

wiedehopf·en·nest

wiedehopf(en)nest , n. : dann stinckt er wie ein widhopff-nest Hans Sachs 4, 241 lit. ver. spöttisch für einen modischen hut: wiedehoppen-ne…

wiedehopfenstein

DWB

wiedehopf·en·stein

wiedehopfenstein , m. : quirin haizt withopfenstain. den vindet man in der withopfen nest. der ist ain meldær haimleicher ding in dem slâf u…

wiedehopfsherz

DWB

wiedehopf·s·herz

wiedehopfsherz , n. Prätorius glückstopf (1669) 294 ; widhopffenhertz Hohberg georg. cur. 1 (1682) 425 . —