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finnen

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

finnen Part., refl.

Bd. 2, Sp. 913
Wossidia finnen Prät. a. Spr. fann Günth. Hs., funt Babst 1, 27; fund fünn Muss. Spr. 53; fünn Ritt. Gr. 91; Wigg. Gr. 65; Part. funnen; die mouillierte Aussprache des -nd- bezeugt Babst 3, 94 mit der Schreibung uptofinjen. 1. auffinden, nach Suchen finden: ick kann keinen Slap finnen kann nicht einschlafen; dei kann dat Enn' nich finnen kommt mit seiner Rede (Predigt, Vortrag) nicht zu Ende HaHagenow@Kirch JesarKJes; iron. von einem, der in ein anderes Land zieht: dei ward ok woll finnen, wat hei söcht d. h. im fremden Lande ist 's auch nicht besser (1885) GüGüstrow@GülzowGülz; Ick kann min Fru in 'n Bedd' nich finnen, Bald is se vör, bald is se hinnen, Ick möt ehr rein de Klock ümbinnen, Dat ick min Fru in 'n Bedd' kann finnen (1887) HaHagenow@RedefinRed; Buhkoh von binnen, Wo sall ick di denn finnen? In de Peterzilgenstrat, Dor wardst du mi woll finnen Wo. V. 3, 87; die Mücke summt: will di woll finnen Wo. V. 2, 1057 a; Kiwitt, wo blif ick? In 'n Brummelbeerbusch, Dor sök ick, dor finn ick, Dor heff ick min Lust 1800; bildl. für sehr erschwertes Suchen und Finden: dor (in einem zerrissenen Kleid) kœnen teihn Katten nich ne Mus in finnen StaStargard@WulkenzinWulk; in einem tiefen Versteck kann de Düwel sin Jung' nich finnen Wa; dor (in einer krummen Furche) kœnen nägen Düwels nich einen Sparling in finnen (1885) RoRostock@LichtenhagenLicht; zu einem leckermäuligen Kinde: frät du man weg, dat will de Noors woll wedderfinnen (1887) HaHagenow@RedefinRed; im Schäfergruß: kann huxen, fuxen, riten, fiten, finnen, schinnen, Schit afpöllen Wi; im geistigen Bereich: 'ym uth- unde ingande weth men den bedrOeveden Wedewen ock ein lack tho finden' Gry. Wed. B 4b; ick kann dor keinen Globen tau finnen kann daran nicht glauben MaMalchin@GielowGiel; Ahn dat man veel söcht, Funt (entdeckte) man, datt de Ihrste Prinz hht am besten schaten Babst Kön. 11; erleben: ick heff nie so wat funnen MaMalchin@DargunDarg; ä. Spr. zu seiner Forderung, seinem Gelde kommen, es erhalten, kriegen: 'wy schölen denne de pacht in deme ghůde vinden' (1364) UB. 15, 442. 2. bei Gelegenheit oder durch Zufall finden: ne blinn' Duw finn't ok ne Arwt Ha Hagenow@Kirch JesarKJes; wenn jem., namentlich ein Kind hinfällt, ruft man ihm zu: Wat hest funnen? oder bestimmter: Hest 'n Bil funnen? (1885) Gü Güstrow@GülzowGülz; Hest 'n Daler funnen? Wo. V. 3, 521; sonst ist die Bemerkung üblich: dor föllt 'n manchmal un finn't nicks Wa; Raabe Proph. 2, 20; zu jem., der etwas fallen läßt: nimm mit, is so gaut as funnen allgem.; Volksreim: De Mann dei güng' tau Holt, Dor fünn hei 'n Klugen Gold Wo. V. 2, 1605; rührt an den Begriff stehlen: 'he (der Brief) werde vunden edder vorloren' (1400) UB. 24, 37; funnen Gaut, stahlen Gaut Bri. 5, 58; he hadd' 't (Geld) nahmen, wur he 't funnen hadd', un hadd' 't funnen, wur 't nich verluren wir 4, 57; dorför (für 20 Schilling) wir he (der Spaß) funnen, dat wir he ünner Bröder wiert 2, 132; dat is 'n funnen Fräten för em ein glückbringender, unerwarteter Fund; mit erweiterndem Zusatz: dor fünn sei 'n poor Strümp to hängen WaWaren@PenzlinPenzl. 3. erachten, halten für, ansehen für: ick finn dat bäter mit sonn' Kron (d. i. Brautkrone) as mit 'n Kranz SchwSchwerin@CrivitzCriv; ick finn dat för 'n grot Unrecht StaStargard@HolldorfHolld; he fünn dat läufiger fand es bequemer WiWismar@GoldebeeGold; sich erinnern an: dat kann ick nich farig finnen Wa; a. Spr. für Recht befinden: 'des vunden uns unse ... ratgheven und manne to rechte' (Ro 1387) UB. 21, 170; das Recht weisen, mitteilen: 'dat recht schal unse voghet ... laten vynden unde afsegghen' (Schö 1398) UB. 23, 492. 4. objektslos: nich ut dat Bedd' finnen Langschläfer sein; der Wirt aber hat es ungern, wenn de Gast nich ut de Bücks finnen kann, d. i. nicht ins Bett mag Wa. 5. refl.: Dat ward sick finnen, säd' de Snider, as he de Taschen in 'n Rock nich finnen kunn, hadd' se int Armlock sett't Wa; dat finn't sick as de Krümm bi 'n Pannkauken Raabe Proph. 2, 31; he lett sick nich ful finnen arbeitet immer fleißig WaWaren@JabelJab; Aufforderung an die Musikanten: so, nu lat't juch nich ful finnen WaWaren@Klein LuckowKLuck; se laten sick ful finnen sind säumige Zahler (1887) HaHagenow@RedefinRed; he kan sick gor nich werrer finn'n (sich erholen) Hey. Punsch. 183; fließen: wat (daß) de Tran dörch de Dackrönn sick rute funnen (hett) Bri. 2, 156; rezipr.: glik söcht sick, glik fann sick Günth. Hs.; se künnen sick nich wedder finnen sich wieder vertragen GüGüstrow@Klein RogeKRoge; wat sick finnen sall, dat finn't sick un süll 't de Düwel up de Schuwkor tosamenkoren HaHagenow@RedefinRed; 'Findenwirunshier' Name einer Erbwassermühle in Lu. 6. Aberglaube: Sachen, die man findet, soll man erst dreimal mit dem Fuß anstoßen, ehe man sie aufhebt, sonst würde man sich das Übel, welches jem. auf sie übertragen haben könnte, zuziehen; auf einen gefundenen Gegenstand muß man dreimal spucken, ehe man ihn aufnimmt Bartsch 2, 37; wenn man eine Krähenpose findet, dreimal damit seine Warzen bestreicht, dreimal die Pose bespuckt und sie über den Kopf rückwärts wirft, schwinden die Warzen 2, 120; ebenso hilft die zufällig gefundene Öse eines schon benutzten Zugstranges ebda; ein gefundenes Hufeisen bringt Glück, es wird gewöhnlich dicht an der Schwelle oder an einem Ständer angenagelt 2, 313; 145; dieselben Dienste leistet ein an der Hausschwelle angenageltes durchlochtes Geldstück, welches gefunden war 312; findet man eine Stecknadel, das bringt Verdruß; gefundene Bienen (d. h. Schwärme außerhalb des Bienengartens) haben gute Art N. Monschr. 2, 85. Zss.: af-, be-, dörch-, er-, nah-, ruter-, tosamen-, up-, utfinnen. — Mnd. vinden. — Br. Wb. 1, 389; Dä. 119b; Kü. 1, 458; Me. 2, 93.
5434 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Finnen

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Finnen , verb. regul. act. mit der Finne des Hammers bearbeiten, S. Adelung Abfinnen .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Finnen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Finnen , in weitester Bedeutung eine große Völkerfamilie, welche noch jetzt den größten Theil Nordeuropas u. des nordwes…

  3. modern
    Dialekt
    finnentr. v.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    finne n [finə n Fo. Falk. u. s.; fènə n Bo. Rein. Lix. Sgd. ; fiən Ri. Fi. Mtsh. Hom. ; fanən D. Si. — Flexion: fìnə (f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit finnen

18 Bildungen · 13 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von finnen 2 Komponenten

fin+nen

finnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

finnen‑ als Erstglied (13 von 13)

Finnenblasenbandwurm

Campe

finnen·blasenbandwurm

Der Finnenblasenbandwurm , des — es, Mz. die — würmer , eine mit bloßen Augen nicht sichtbare Art des Blasenbandwurmes mit kegelförmigem Kör…

Finnenkeiker

RhWB

Finnen-keiker -i- Sieg , Berg, Düss , Eup m.: 1. ursprüngl. Trichinenbeschauer (heute nicht mehr). — 2. übertr. hinterlistiger, heimtückisch…

finnenkeikig

RhWB

finnen-keikig -ī- Elbf Adj.: hinterlistig.

Finnenkīker

WWB

finnen·kiker

Finnen-kīker m. [Mark, sonst verstr.] 1. Trichinenschauer. — 2. Person, die alles sehr genau nimmt ( Rek La ). — 3. mißgünstige, schadenfroh…

finnenschmer

DWB

finnen·schmer

finnenschmer , n. das dich einer zwackt mit stichelworten und gerne mit dem finnenschmer .... an dich wer. Ringwald laut. warh. 118 .

Finnensluck

MeckWB

finnen·s·luck

Finnensluck m. wenn das geschlachtete Schwein an der Leiter hängt, werden die Vorderbeine zuerst lose getrennt, dann nimmt der Besitzer eine…

Finnensp¹len

WWB

finnen·spolen

Finnen-spo¹len n. [verstr. nördl.] Finnenspölen ( Bor Rd ) 1. Brauch, anläßlich der Schlachtung eines Schweins Alkohol mit den Nachbarn zu t…

Finnensteªker

WWB

Finnen-steªker m. Finnenstiäker gehässige Person ( Alt Lü).

finnen als Zweitglied (3 von 3)

abfinnen

DWB

abfinnen , zuweilen abpinnen, bei schmieden und klempnern mit der finne das eisen dünn schlagen, in das blech ecken treiben. s. finne .

infinnen

MeckWBN

infin·nen

Wossidia infinnen refl. sich einfinden S. Neum. Volksm. 136.

Ableitungen von finnen (2 von 2)

befinnen

RhWB

befinnen: einen b., quälen. S. fänzeln bei Fanz.

erfinnen

LothWB

er-finne n [ərfinə fast allg. ; ərfiə Ri. ; ərfànən D. Si. ] tr. v. erfinden : der hat's Pulver nit erfung Ri.