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krupen

mnd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
6 in 6 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

krupen

Bd. 4, Sp. 708
Wossidia krupen kriechen: krup, krüppst, krüppt; kröp, -o-; krapen Mi 47a; Un datt gries un witte Haar krohp eer in den Nacken Babst Kön. 13. 1. vom Tier: animal reptile 'krupende Deerte' Chytr. 355; wenn dei Arwt bläuht, krüppt dei Kräwt MaMalchin@NeukalenNKal; mit Subjektswechsel im Volksreim: Dee hadd' so 'n ollen grisen Boort, Dee kröp em ganz vull Lüs', Un as he up den Füerhierd satt, Dunn pipen se all' as Müs' RoRostock@RetschowRetsch. 2. vom Menschen im eig. Sinne: Tüffel warden in 't Krupen sammelt; denn' hüürt jo ... so väl Schacht, dat hei nich krupen kunn Bri. 3, 82; wer nu (bei starkem Regen) in 'n Drögen krupen kann, dei will 't woll daun SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; vom Bezechten: dei kann knapptau krupen Carl; Tanzreim: Züh, wo de Buer för 'n Schilling springt, Züh, wo he hüppt, züh, wo he krüppt, Züh, wo de Buer sin Geld versüppt RoRostock@DierhagenDierh; sich nur langsam fortbewegen: hei kümmt antaubösten, dat alle Lüd' seggen: wat krüppt dor? iron. von langsamen Menschen vielfach; hei löppt, as wenn de Fleig' in de Bottermelk krüppt Wa; sich bewegen, sich regen: hüt möt alles rut (zur Ernte), wat krupen kann öft. 3. übertr. von Sachen: de Sünn (Wintersonne) krüppt so steigt nicht hoch Wa; dat krüppt man so äben das Essen kocht nur wenig SchöSchönberg@DemernDem; dei Lack krüppt in der Malersprache zieht sich zusammen, läßt sich nicht glatt verstreichen PaParchim@GoldbergGoldb; von Essen und Futter: so dat bi keenen dat Abendbrod recht krupen wull H. Reinh. Schg. 71; bi den dat leiw Eten gor nich krupen wull H. Schröd. Buerh. 2, 84; denn will dat dröge Fore allein nich mihr krupen Loep. 115. 4. bildl. in Vergleichen: sei (das schlecht gekleidete Mädchen) süht ut, as wenn s' ut de Ierd' krapen is SchwSchwerin@PinnowPinn; ein Mensch mit zerrissener Kleidung süht ut, as wenn he dörch 'n Duurnbusch krapen is Ro; der mit schmutziger Kleidung is 'n Farwer dörch 'n Pott krapen Wa; vom Manne, der die Haare zurückgekämmt trägt: dei is dörch 't Gatlock krapen WaWaren@EldenburgEld; vom Harmlosen: hei süht ut, as wir hei äben ut 'n Dopp krapen Latend. Agr. 228; vom Dünnen: dee kann dörch 'n Mus'lock krupen RoRostock@RibnitzRibn; zum mageren Kinde: du kannst jo dörch de Buddel krupen GüGüstrow@GöllinGöll; große Ähnlichkeit wird ausgedrückt: dat Kind is sinen Vadder ut de Ogen krapen allgem.; ... ut de Hosentasch krapen Wa; derb: du büst din Mudder ut 'n Noors krapen HaHagenow@LoosenLoos; verzogene und ängstliche Kinder werden verspottet: krup din Mudder unner de Röck! Süst din Mudder man inne Tasch krupen HaHagenow@RedefinRed; derb vom lästigen Kinde: am leiwsten kröp hei Mudder in 'n Noors Lehs; verächtlich: einen (vor Vernarrtheit oder Ergebenheit) am leiwsten in 'n Noors krupen vielfach; einen dörch 'n Liw krupen jem. gründlich ausforschen PaParchim@DobbertinDobb; Drohung: lat di nich up 'n Puckel krupen ebda; der Verstorbene is unner de Wrausen krapen Schö Schönberg@KlützKlütz; ick krup em nich œwer 'n Süll betrete sein Haus nicht GüGüstrow@LaageLaage; wenn die Sonne hinter die Wolken tritt: de Ollsch krüppt achter de Gardinen SchwSchwerin@BotelsdorfBot. Seelische Erregungen bewirken ein Zusammenziehen der Hautmuskeln, daher die Wendungen: mi krüppt dat Fell vor Grauen Ro; mi kröp de Hut, wenn 'k dor man an denken ded' Bri. 2, 150; ähnlich: Denk ick an dißen Morgen, De Haar de krupen mie Babst 1, 10; s. auch Hoor (Bd. 3, 791) und Hut (Bd. 3, 915); von dem in Bewegung geratenen Blut: Nu funk recht so warm dat Bloht in uns an to krupen Babst Kön. 3; Rike ... keek em ... so glücklich an, dat em dat Blaut krupen würr H. Schröd. Buerh. 2, 151; dat Blaut kann einen in de Fingern krupen warden vor ohnmächtigem Zorn GüGüstrow@GutowGut; ... in de Tehn ... vor Mitleid RoRostock@KlockenhagenKlock; unpersönlich: dat ward em so krupen up 'n Liw vor Angst StaStargard@NeustrelitzNStrel; ... in de Bost Quitz. 2, 177; mi krüppt dat, wenn ick doran denk Reut. 4, 460; der Zornige droht: nu ward mi dat bilütten krupen Tarn. Mart. 55. 5. Rdaa.: 'Dar (vor dem Teufel) krOepen wol fif vor in ein holl' Schlue 46; Verwunderung wird ausgedrückt: so wat läwt nich, krüppt nich up den bœwelsten Bœhn Wo. Sa.; Reut. 6, 108; ... in unsen Keller StaStargard@NeustrelitzNStrel; ein schlechter Mensch is 'n Düwel ut 't Ei krapen Nd. Kbl. 15, 46a; ... dörch de Düwelsluk krapen Wo. Sa.; dor (auf dem schlechten Boden) kann de Lus nich œwern Tun krupen RoRostock@RibnitzRibn; ümmer hoch rut, dei Lus krüppt up 'n Haut! Klock; Lebensregel: gaut äten, gaut drinken, gaut bi de Sit krupen, dat 'n nich stött ward PaParchim@PlauPlau; man möt ierst krupen, ihr man löppt HaHagenow@VellahnVell; der Hochmütige süht, wat dor flüggt, un nich, wat dor krüppt SchwSchwerin@PinnowPinn; auch vom unachtsamen, unvorsichtigen Kinde Pamp; daher die Mahnung: wohr dat, wat dor krüppt, un nich, wat dor flüggt HaHagenow@BelschBelsch; Abfertigung: lat di de Flöh uppe Hacken krupen! Wa; spöttisch zu einem, den das Ungeziefer plagt: di krupen de Gedanken GüGüstrow@Groß LantowGLant; scherzhaft zum Kinde beim Schweineschlachten: sast dei ierst Wust hebben, dei ut 'n Kätel krüppt Wa; (dat) lat man krupen! laß nur gut sein! häufig; so en'n Dörpjung lat man ener krupen (der macht 's schon richtig) Hack. Papp. 35; scherzhaft erweitert: dei lat man krupen, dei kann noch nich gahn, hadd' dei Jung' seggt, hadd' ne Rup krupen seihn RoRostock@AltheideAHeide. Sprw.: dat Blot krüpt, wenn et nich gahn kann (scherzhaft, wenn im Falle der Liebe keine offene Zärtlichkeit möglich ist) Mantz. Sel. 5, 32; entstellt: ... dar et nich kamen kann ebda; Nützl. Beitr. 1815, S. 39 mit der Erklärung: Blutsfreunde verlassen sich nicht; bäter en riken Vadder verlieren as en krupen Mudder Wo. Sa.; Krankheiten fleigen, wenn sei kamen, un krupen, wenn sei gahn Heim. 1, 88b. 6. in zahlreichen imper. Bildungen; so in Tiernamen: Krupdörch-'n-Tun Igel Wo. V. 2, 87; Ringelnatter 1, 525; Maulwurf 2, 83; dass. ... achter-'nTun 72; Krup-int-Lock 2, 1, S. 5; Mistkäfer 58; Fuchs 32 und Zaunkönig 2, 1, S. 6; der Maikäfer heißt Krup-ut-de-Schit 22, der Mistkäfer ... in-de-Schit 7; ... in-'n-Dreck 23 und der Maulwurf ... dörch-de-Schit 2, 1, S. 5, auch ... in-'n-Hollen ebda oder ... up-'n-Buk 86; so auch die Kröte 40; der Wurm: Krup-in-de-Ierd' Nd. Kbl. 21, 21 und der Hund im Hausstandsreim Krup-in-deTunn'; der Schornsteinfeger im Volkslied: Krup-in-'n-Aben WaWaren@SchorssowSchorss; Krup-dörch-'nTun wildes, umhertobendes Kind Wa; Krup-uppe-Ierd' kleiner Mensch Wi; Entgegnung auf die Frage, was gibt es zu essen: Hack un Plück un Krup-in-'n-Pott Wo. Sa.; Krup-tau-Winkel s. Huschekatt; Krup-ünner scherzhaft das Bett HaHagenow@BelschBelsch. Zss.: af-, be-, dal-, dörch-, hen-, in-, nah-, œwer-, ran-, rin-, rüm-, rund-, rundüm-, rupper-, rut-, tauhop-, tausamen-, unner-, ver-, wegkrupen; Schitkrup. — Mnd. krûpen. — Br. Wb. 2, 887; Dä. 259a; Da. 119a; Kü. 2, 210; Me. 3, 342; Schu. 80; Teu. 1, 137.
6530 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krupen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    krupen, st. v. kriechen.

  2. modern
    Dialekt
    krupen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    krupen kriechen: krup, krüppst, krüppt; kröp, -o-; krapen Mi 47 a ; Un datt gries un witte Haar krohp eer in den Nacken …

  3. Sprichwörter
    Krupen

    Wander (Sprichwörter)

    Krupen 1. Ei krup, wat kröppst? Wärscht nich gekrape, wärscht nich versape. – Frischbier 2 , 2191. 2. Man môt erst krûpe…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krupen

9 Bildungen · 0 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von krupen 2 Komponenten

kru+pen

krupen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

krupen als Zweitglied (7 von 7)

bekrûpen

MNWB

bek·rupen

bekrûpen , stv. , bekriechen, beschleichen, zu jem. schleichen, jem. beschlafen. (êne sāke is dunker unde bekrōpen dunkel und verworren, sch…

ümmekrûpen

MNWB

uemme·krupen

° ümmekrûpen , stv. : beschleichen, „obrepere vmme krupen ” (Nd. Jb. 1, 34).

ümmerhērkrûpen

MNWB

uemmerher·krupen

° ümmerhērkrûpen , stv. : herumschleichen, „ wenn se ( de Fruwe ) also by Huselanck vmmerher krupende vnde snuͤckerende loͤgelecklick geith …

vorkrûpen

MNWB

vor·krupen

vorkrûpen , stv. , refl. sik v. sich verkriechen , verstecken, verbergen.

Ableitungen von krupen (2 von 2)

bekrûpen

MNWB

bekrûpen , stv. , bekriechen, beschleichen, zu jem. schleichen, jem. beschlafen. (êne sāke is dunker unde bekrōpen dunkel und verworren, sch…

verkrupen

MeckWB

verkrupen refl. sich verkriechen Mi 101 b ; de oll Voß ... hett sick unner Dörchläuchten Mudder ehren Rock verkrapen Bri. 3, 94; Dümling ...…