Wossidia
gahn gehn; Prä
s.: gah, geihst, geiht, gahn; Prät. Ind.:
mnd. gink noch bei Babst 1, 2, Muss. Spr. 43 und Nerg. 157; danach galt, anscheinend nur im O, gung (lautl. gk), die Form Reut.s, die Bri. in 'Höger up', 'Uns' Herrgott'
u. a. Werke übernimmt, bei Nerg. 161; eine
Konj.-Form güng bei Muss. Spr. 43; diese (lautl. g) herrscht zur Zeit: güng' (1832) Ritt. Gr. 90; güng (1857) Wigg. Gr. 68; Nerg. 161;
gŋ Kolz 125;
Part. Prä
s. und Prät. gahn; Imper. gah, gaht; ein kinderspr.
Dim. gœhking PaParchim@WerderWerd; ein seltener liter.
Konj. Prä
s.:
dat ga ook aß dat geit Babst Fest 7; der Inf. nimmt östlich Ha die Endung -en an: gahnen (lautl.
g Jac. 2, 149), auch das
Part. Prät. in SchöSchönberg@CampowCamp; das Perf. wird gewöhnlich mit hebben gebildet: min Swester hett neigen gahn ist auf Nähen gegangen, hat berufsmäßig Näharbeit außer dem Hause verrichtet RoRostock@RibnitzRibn; Lowiesch hadd' sœben Johr mit Jochen gahn als Braut Ro; sei hebben tausamen up Schaulen gahn WiWismar@RobertsdorfRob; min Unkel hett twei Johr blind gahn ist zwei Jahre blind gewesen RoRostock@BartelshagenBart; wu hett di 't gahn? allgem.; em hett dat so rik gahn Wa; geläufig auch in der Verbindung hei hett dor up gahn hat danach gestrebt; sin dagegen wird gesetzt, um einen Abschluß zu bezeichnen: De Sünn is gahn, de Nacht bedeckt All äwerall de wide Welt Reut. 7, 26; dat is fähl gahn HaHagenow@RedefinRed; so auch in der weniger geläufigen Wendung hei wir dot gahn gestorben für sonstiges hei wir dot bläben. 1. von Menschen und Tieren sich zu Fuß fortbewegen a. im
eig. Wortsinne: 'de dar sachte geith, kumpt ock thor stede' Gry. Both. Jon. L 6
a; he is so ful, dat em dat leed deit, wat he gahn lihrt hett Bri. Volkssp. 26; wer weet, wurhen he gahn sall un wurhen he gahn möt, is all half dor 23; in Gruppe mit stahn: so stur as hei nu gung un stunn Bri. 3, 46; Reut. 4, 454; 2, 106; as ick noch gahn un stahn ded' noch rüstig war Wa; so as de lütten Gössel gahn un stahn kœnen StaStargard@StrelitzStrel; as hei stünn' un güng', müßt hei ut 'n Hus' im gewöhnlichen Anzuge, von seiner Beschäftigung weg Schw; sei hebben nicks hatt as Gahn un Stahn (nur den nötigsten Lebensbedarf), dat anner hebben de Franzosen (vor 1813) nahmen Wa; ein Tun, welches im Gehen verrichtet wird, zerlegt die volkstümliche Rede in die beiden Verben gahn un daun: wenn sei gahn un dan hett SchöSchönberg@CarlowCarl; bes. bei lästigem Tun, das hier und da geübt wird: 'Unde habbe nicht wüst wat gy sint vor pack, Dat so geit und zuschen (zwischen) zauwert, Unde so kuderwalschen geit unde lauret' Schlue 40; 'Do hafft em dyt also gedrömet, Dar he so van geit unde dönet' 72; Se geiht immer un drähnt Mantz. Ruh. 9,36; gahn tritt mit einem Inf. zusammen, einen Ruhezustand vorbereitend, so das Stahn selbst: gah wedder up din Fäut stahn Ap. 26, 15; Wo. Seem. 2, 225; als schriftspr. Ausdruck entspricht 'sich stellen'; sitten gahn ist so gleich 'sich setzen': 'up de Erde sitten ghan' Gry. Paw. X x 1
a; R 3
b; Reut. 1, 43; gah sitten setz dich allgem.; liggen gahn sich legen: 'darumb he ... nicht an den gewonliken slapordt im schepe liggen geidt' Gry. Both. Jon. J 1
a; jetzt weichen diese Verbindungen vor der schriftmäßigen Ausdrucksweise bereits zurück; es schließen sich an slapen gahn schlafen gehn, schulen gahn die Schule schwänzen, sich um etwas wegschleichen Mi 77
b; auch mit einem Inf., der ein Tun ausdrückt: nahwern gahn nachbarschaftlichen Plauderbesuch machen,
vgl. Reut. 5, 34; losen gahn sich zur Aushebung für den Soldatendienst stellen. b. die Beziehung auf die Füße tritt zurück, bedeutsam ist die Bewegung an sich: dor uns' Peter noch 'n Johr äwer gahn sall (die Schule besuchen) Quitz. 2, 118; sei geiht mit em all lang' geht um, verkehrt mit ihm als seine künftige Verlobte; auf eine gewohnheitsmäßige oder berufliche Tätigkeit abzielend: min Vadder hett nah 'n Aal gahn hat Aale gestochen WiWismar@PoelPoel; de ... Daglöhners, de up
den Hof up Döschen güngen Stillfr. Köst. 2, 210; dei up Waschen güng' als Waschfrau Wa; sei säd', sei güng' nich bi dei Kinner vermiete sich nicht als Kindermädchen Wa; uppe Oorn gahn als Erntearbeiter tätig sein SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; dei geiht väl up 'n Acker der Ackerbau liegt ihm sehr am Herzen RoRostock@RibnitzRibn; hei hett as Grenzjäger gahn ist Grenzjäger gewesen Wa; sei wull as Kinnermäten gahn sich als Kindermädchen vermieten Wa; gahn deit hei hier, dei Seehund er hält sich hier in der See auf RoRostock@MüritzMür; bet Martini gahn dei Käuh buten sind auf der Weide Ro; wenn dei Katten up 'n Hoff gahn sich vorwiegend auf dem Hofe aufhalten RoRostock@RibnitzRibn; hei kann noch 'n poor Dag' gahn am Leben bleiben (1887) HaHagenow@RedefinRed; vör em (dem Knecht) gahn sei nich sind die Pferde nicht ordentlich im Zuge (1889) RoRostock@RibnitzRibn; dei jung' Welt geiht jo nu anners empfindet und handelt anders (1895) ebda; as Jörnsch ... mit de beiden Twäschens noch gung (schwanger ging) Bri. 5, 140; sprw.: Is keen Fru so rik, Se geiht mit de Koh glik Latend. Agr. 225; wolang' geiht 'n dragen Schap? Wo.
V. 1, 714, mit der unerwarteten Scherzantwort: bet 't still steiht; dei Sœg' geiht sößteihn Wochen nach der Begattung RoRostock@RibnitzRibn; danach uneig.: du güng'st noch in Vaders Bücksen in derber Deutlichkeit SchöSchönberg@HerrnburgHerrnb; fortgehn: worüm dei Buer em gahn heiten (den Dienst aufzugeben) H. Schrö
d. Buerh. 2, 9; denn' (Drak) heff ick gahn seihn fliegen StaStargard@Groß NemerowGNem; ick hür Sei all gahn, wo Sei ruter willn ich merke, worauf Sie hinauswollen (1887) PaParchim@DobbertinDobb; häufig in Verbindung mit Präp.,
z. B.: œwern Knüppel gahn sich beim Verrichten der Notdurft auf eine Stange setzen (1889) PaParchim@GoldbergGoldb; dei geiht dörch Rusch un Busch Ro; dee geiht dörch Kuurn un Flaß (1889) StaStargard@WulkenzinWulk, beides auf ein wildes Frauenzimmer gemünzt; dee möt ewig vör de Mast gahn ein alter Matrose RoRostock@WustrowWustr; a. Spr. mit Gen.: 'des rechtes ga ick ... tu weten' (1358) UB. 14, 283; wofür Akk. erscheint: 'wi hebben al unse sake ... gheghan ... uppe den edelen iuncheren Johanne van Werle' (1339) 9, 197. 2. in Bewegung sein im Bereich der Technik und der Natur: dei Klock geiht die Uhr geht; Hir geiht 'e hen, dor geiht 'e hen (das Perpendikel) Reut. 1, 59; dei Klocken gahn schwingen und tönen; dei Trummeln gahn werden geschlagen, dei Kanonen gahn werden abgefeuert Schmidt Gad. 3, 217; dei Klavier geiht all wedder (1885) WiWismar@PoelPoel;
hört he Musik gahn Wilke 119; knarren Wagens gahn am längsten sprw. von kränkelnden Menschen (1887) MaMalchin@RemplinRempl; dei Togg geiht (fährt ab) Klock teiden; kik, wo ehr (den Pferden) dat Lif geiht bei heftiger Atmung (1887) HaHagenow@RedefinRed; Dor set wi dal un klœnt' un sprök', Grad' as üns' Hart üns güng' Bri. 1, 164; 'He weth nicht wat em geit uth der flabben' (was er redet) Schlue 72; de Simmen gahn œwer Stagg (1885) Ro; dei Luft geiht sonn bäten weht (1889) MaMalchin@RemplinRempl; Wind güng' gor nich mal Stillfr. Sl. 178; wat gahn dei Bülgen! (1885) WiWismar@PoelPoel; De (die Pferde) gahn tau Höcht (bäumen sich) Reut. 7, 91; in de Höcht gahn wachsen: Stillfr. Köst. 2, 36; dei Sünn geiht tau Sump geht unter (1887) RoRostock@BrudersdorfBrud; gewöhnlich: ... geiht tau Rüst; auch: ... geiht tau Bedd'; 'n groten Vurtel, dat he (der Haken) äwer beid Händ geht (nach beiden Seiten die Scholle wirft) Loep. 40; Syn. für häufigeres raschen vom Teig: dei Deig geiht Schö; geläufig vom Gären des Biers: dat Bier würd' stellt, dat dat gahn ded' (1929) WaWaren@LapitzLap; Röb; erzählen, berichten: dor gahn jo ok dei Läs'bäuker von Wa; dor hett 'n Leid (Lied)
von gahn MaMalchin@Behren-LübchinBLübch; geiht dat ok tau Papier? wird das aufgeschrieben? (1887) HaHagenow@RedefinRed; wenn hei (das Spiel) nich geiht (gut abläuft), geihst du (verlierst du) LuLudwigslust@LaupinLaup; œwer 'n Pris gah ick ehr ok nich überbiete ihren Wert nicht (1887) SchöSchönberg@CarlowCarl; dat (Vieh) geiht nich ut 'n Geld behält seinen Geldwert (1887) HaHagenow@RedefinRed; vergehn: dat (Dörp) is all verweiht un gahn (1889) LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; sich erstrecken: so wit hett früher dei See gahn Bartsch 1, 307; 'V roden, de ghan van den werdere ... unde ghan uppe den wech to Schorrentyn' (Ma Malchin@NeukalenNKal 1399) UB. 23, 675; tau hinnern gahn verloren gehn, sterben usw. (1887) HaHagenow@RedefinRed; dor was wedder en Johr int Land gahn Stillfr. Köst. 2, 186; gefahren, gebracht werden: 'von jeglichem Hacken, sie giengen aus den Dörfern oder vom Hofe, 2 Rthlr.' (1628) Spald. Land. 2, 193; umlaufen: 'nene munte scholde gan wen ere eigene munte, de se in eren steden slan' UB. 18, 321; mit prä
d. Adj. oder Subst.: ...
dat wi unsen Goren verlustig gungen Reut. 6, 88; hei is konkurs gahn (1885) RoRostock@KühlungsbornKühl; dat Gaut is konkurs gahn MaMalchin@GielowGiel; dei geiht ball bankrott (1889) SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; ungewöhnlich: dat geiht dull weh tut weh (1905) Quest; auf Verhalten und Entschließungen weist die Wendung so geiht hei gaut, so lat em man gahn Wa; ferner: So geihst du gaud, Paul, so bliw man bi Reut. 6, 360. 3. im Gang, im gebrauchsfähigen Zustande, in einer gewissen Lage, einem Zustande sein, als unpersönliche Konstruktion oder, seltener, mit sachlichem Subj. a. 't geiht es geht, die Sache ist, kommt in Gang, läuft; nu geiht 't! jetzt läßt sich die Aufgabe lösen, der Stillstand ist vorbei; nu geiht 't, nu geiht 't deutet man die stöhnenden Auspuffe der anziehenden Lokomotive; möglich, ausführbar, im Wortspiel mit 1: Dat will nich gahn. — Wenn 't nich gahn will, mööst du 't 'n Enn' lang drägen RoRostock@TessinTess; dat geiht nich anners, hett dei Jung' seggt un hett up 'n Stock fidelt anders ist 's nicht zu machen SchwSchwerin@PampowPamp; dat geiht gaut, geiht man slicht; dat geiht jo noch ist noch erträglich HaHagenow@BelschBelsch; dei Pris geiht ist annehmbar Wa; dei Fläut geiht nich hat keinen Ton Schmidt Gad. 3, 217; dei Slœtel geiht nich paßt nicht ebda. b. mit Zusätzen, von welchen örtliche und zeitliche Angaben die Vorstellung der Bewegung wachrufen: Nu geiht 't bettau kündigt der Bettauführer das Weiterrücken des Austwagens beim Aufladen der Garben auf dem Felde an Ro; dat geiht ümmer bäter bi besser vorwärts (1887) HaHagenow@RedefinRed; dat geiht up 'n Abend Ro; auch Angaben über Schnelligkeit und Art und Weise halten noch den Bewegungsbegriff fest: dat geiht as 'n Wetter, as 'n geölten Blitz SchwSchwerin@PampowPamp; Nu geiht 't in vullen G'lopp Reut. 5, 182; dor geiht dat in de wille Gär Wa. c. dat geiht gaut od. ähnl. mit einem Dativ der Person bezeichnet das Befinden und die wirtschaftliche Lage eines Menschen: wo geiht di dat? gaut; aus einer Tiersage: Wo geiht 't? Wo geiht di 't? Geiht di 't all 'n bäten bäder, säd' dei Kreih taun Küken, dor hackt sei em dat anner Og' ok ut Pa; uns geiht 't man leg' Ro; dei güng' 't man arm Mark. 12, 42. 4. besondere Fälle a. verbunden mit einem Akk. wie Gang
u. a.: 'dat he so balde den ganck aller weldt gan (sterben) scholde' Gry. Slüt. Q 1
a; 'Vortmehr bede wi, dat keimant mith unwantliken klederen oder vordeckedem angesichte schal vastelavent gan' Beitr. Rost. 4, 2, 57; Schlue 67; Worp gahn, auch Spor gahn beim Säen feiner Saat wie Lein, Hirse
u. a. schreitet eine Person links hinter dem Säer die durch den Wurf erreichte Linie ab Eng. Landw. 2, 254; eine Grenzscheide begehn: 'de lantschede tůschen Stove unde Karlowe ... to gande' (Schö 1393) UB. 22, 319; Wache gehn:
de Nachtwächter hett Wach gahn RoRostock@AlthagenAHag; sei hebben Ruhklas gahn Wa Waren@ZiddorfZidd; half Part gahn Halbscheid machen: Bri. 3, 81. b. mit Präpositionen; achter: gahn achter und gahn vör viertes und fünftes Kommando beim Überstaggehen nach dem Halsen RoRostock@DierhagenDierh; dei geiht ümmer knasch achter em an folgt ihm auf dem Fuße Tess; an: dat geiht de Diern an Kranz un Kron Bri. 1, 109; för: gahn för gelten für: (Bauer zu seiner Frau:) Mudder, wierst du noch Jungfer, as ick di nähmen ded'? (Antwort:) Ja, Vader, ick güng' dor jo noch för WiWismar@WendorfWend; mit: gahn mit ein Kind schwanger sein mit einem Kinde: ick güng' dunn mit minen Fritz GüGüstrow@KobrowKobr; würd sei ... mit 'n Kind gahn Matth. 1, 18; ein Kleidungsstück tragen: dor mit dat Hemd gahn sei ümmer mitto tragen es dauernd, wechseln es nicht (1887) Ma; mit jem. prozessieren: ick gah mit em nah Güstrow an das Landgericht WaWaren@SpeckSpeck; in: in de Krimp gahn einschrumpfen, verloren gehn Mi 46
b; darin irrtümlich
Krümp Reut. 7, 225; dasselbe besagt
in de Kratz gahn Mi 46
b; auch in de Rappus' gahn Reut. 6, 415; nah: nah See to gahn als Seemann eine Fahrt antreten Wo. Seem. 2, 30; nah wat gahn etwas suchen: nah Zucker gahn se (die Mäuse) ok Wa; œwer: Gallen geiht dei Dreck œwer allen,
s. 1, 256; dat ward mi œwern Lif gahn wird mir übel ergehn Wa; tau: tau Klag' gahn zum Prozeß kommen LuLudwigslust@WarlowWarl; tau Spill gahn verloren gehn (1887) RoRostock@RibnitzRibn; tau Unstruff, Unstrunk gahn dass. (1887) HaHagenow@RedefinRed; De Knecht ... geit ... tau Water an L. Reinh. Gött. 35; wenn 't taun Verrotten geiht zu verrotten anfängt (1889) RoRostock@RibnitzRibn; einen tau Hand gahn: Bri. 2, 208; allgem.; üm: dor güng' dat üm Gotts Wurd Stillfr. Köst. 2, 238; up: up wat gahn auf etwas aus sein, erpicht sein auf etwas, nach etwas hinstreben: dor hebben se all lang' up gahn Wa; dor müßten se (die Behörden) mihr up gahn, dat dat (die Anheuerei)
ganz weggahn ded' RoRostock@AlthagenAHag; de Klock geiht up een (1887) HaHagenow@RedefinRed; dee geiht dull up de
Fidel von einem mannstollen Frauenzimmer (1885) RoRostock@RibnitzRibn
s. Fidel; bit Drinken geiht 'n up ein Knei der Feldarbeiter läßt sich beim Trinken aus dem Lechel oder der Buddel auf ein Knie nieder Gü; ut: ut dat Hüschen gahn aus der Fassung geraten: Bri. 3, 92; de Schandor wull ganz utenannergahn (die Fassung verlieren) Reut. 4, 461; von: Gah von mi, gah von mi, ick mag di nich seihn. Kumm tau mi, kumm tau mi, du büst jo so schön Tanzreim; von ein gahn sich trennen; vör: dit geiht vör allen muß allem vorgehn Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd. c. reich ausgebildet ist die Verbindung mit laten: Krink üm 'n Man, lat ick noch gahn ist noch erträglich RoRostock@DierhagenDierh; die Rda. besagt, daß man eine Sache gehn, treiben, gelten läßt,
vgl.:
he lett
fif grad' gahn; der Volkswitz läßt die
eig. Bedeutung hineinspielen,
vgl.:
dat lat ick gahn (gelten, es hat seinen Wert), säd' de Slachter, dunn süll hei 'n johrsch Kalf drägen SchwSchwerin@PampowPamp; dieses Sprw. wird auch beim Kartenspiel gebraucht, wenn man eine Karte nicht sticht Wi; RoRostock@KörkwitzKörkw; anderseits in der Aufforderung zum Ausspielen: lat einen gahn mit dem derben Zusatz
œwer nich sonn' luden StaStargard@AhrensbergAhr; einen gahn laten einen Furz streichen lassen; seem. auswerfen:
de Anker würd' gahn laten WiWismar@KirchdorfKirchd; de Ieswad' ... WiWismar@Bad KleinenKlein; ähnl.: de Jung' hett de Buddel üm 'n Kopp gahn laten geschwungen (1887) HaHagenow@RedefinRed; de König hett rund gahn laten bekannt gegeben Wa; (he) let sin Ogen gahn œwer de ganze Runn'n Stillfr. Köst. 1, 249; sick wat to Kopp gahn laten sich Sorgen machen: Bri. 2, 266; ungewöhnlich gahn bliben: dei sünd in 'n sœbenjœhrigen Krieg hier gahn bläben ansässig geworden Schö.
d. mit Inf. mit tau, der passiv verstanden wird: dei Win geiht tau drinken ist recht trinkbar, läßt sich gut trinken; dei weck (Gänse) gahn bäter tau proppen RoRostock@RibnitzRibn; der Inf. hat dagegen aktiven Sinn in der Wendung dei geiht gaut tau vertellen sie ist eine rechte Schwätzerin (1887) HaHagenow@RedefinRed; Stillfr. Köst. 1, 81. e.
Part. Prä
s.: gahn Boors eine Barschart, welche besonders schnell gegen den Strom angeht Schill. Nachl.;
'n rechtgahn Kumpaß RoRostock@RibnitzRibn; dat is 'n gahn Brotkorf ein Mensch, der fortwährend ißt GüGüstrow@BützowBütz; das
Part. eines anderen Verbs tritt zu gahn: dor geiht 'n Pierd grasen Wa; dat (die Erscheinung) is weg winseln gahn winselnd fortgegangen MaMalchin@TeterowTet.
f. subst. Inf.: ick heff dor min Gahn nich hatt habe die Stätte nicht besucht PaParchim@ZachowZach; ick heff dor ok min Gahnt hatt (1885) RoRostock@KlockenhagenKlock;
s. 1 a; wo Ji un Grotvader jug Gahn hatt hebben H. Schrö
d. Buerh. 3, 52; hei had knapp dat Goahn (konnte kaum gehn) Lehm. Ith. 42; dat sinnig Gahn kümmt von sülben Gü. g. imperativische Namensbildungen: Gahmantau Heit min Kauh im Hausstandsreim WaWaren@MalchowMalch; dei Flinkgahtau; Grellergahtau Durchfall Wa. h. refl.: hei hett sick dot gahn ist vom vielen Gehn gestorben RoRostock@RibnitzRibn. Zss.: af-,
an-,
be-, bi-, dal-,
dörch-, fuurt-, hen-, her-,
in-,
los-,
mit-, nah-, œwer-,
rüm-, rund-,
rut-, tau-, tausamen-, trügg'-,
unner-,
up-,
ut-, utenanner-,
ver-, vör-, vörbi-,
weggahn; Bedd'-, Breiwen-,
Haw-, Kirchen-, Stratengahn;
Afgahneltit; Gegen-,
Mitgahner; Kirchgahnsch;
vergänglich.