Eintrag · Mecklenburgisches Wb.
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Wossidia vergahn vergehen; Part. Prät. vergahn, doch bei Zeitangaben im adj. Gebrauch meist vergangen, s. 8. 1 a. dahinschwinden; von der Zeit: de Tit vergeiht so fix Ro; von Menschen hinsiechen: he vegeit 'a by, as de Daag' Brückn. Pirdj. 188; hei vergeiht as Gras in 'n Tun Wo. Sa.; Kartoffelkraut bei Trockenheit vergeiht verdorrt Wa; nachlassen bis zum vollständigen Schwinden: mi vergeiht dat Seihn (die Sehkraft) so dull WiWismar@WarinWar; em is dat Gehür 'n bäten vergahn RoRostock@KühlungsbornKühl; mi vergüngen Ogen un Föte (im Rätsel vom Schlaf) Wo. V. 1, 62 b. b. zugrunde gehen, ganz verschwinden, abkommen: nu is dat (Sagen etc.) vergahn WaWaren@PenzlinPenzl; dat Oornbier is dormit vergahn, dat in dei Städe soväl los wir RoRostock@DoberanDob; dei Mast wir vergahn verrottet Ribn; 'were over, dat de pal van oldere vorghinge' (1345) UB. 9, 674; sterben: 'were ok dat de herscop ... vorginghe edder vorstorve' (1377) 19, 228; ertrinken: 'Johannes ..., de up der zee vorgan es' (1367) 16, 162; untergehen: 'eyn grausam storm ..., also dat ... vele schepe vorgyngen' (1563) Jb. 8, 192; dat (bei schweren Wetterwolken) süht ut, as wenn de Welt vergahn will WiWismar@KirchdorfKirchd; Rda. bei schwerer Arbeit: hier vergeiht einen dat Frigen bi verschwinden einem die Heiratsgedanken WaWaren@VipperowVipp. 2. a. Spr. geschehen, erfüllt werden: 'wen desse beredinghe der hundert mark Lub. ghescheen unde vorghan is' (1394) UB. 22, 364. 3. entgehen: Kaffe krig' ick morgens, de annern Mahltiden vergahn mi oft WiWismar@PoelPoel. 4. im Gehen abgrasen: '(Kühe werden im April auf die kahlen Koppeln getrieben,) um, wie der Bauer sagt, eine Futterung zu vergehn' Eng. Landw. 1, 173; durch Fortlaufen überspringen: dei Hauptmann wohrschug'te uns, wi süllen kein Sloßwach vergahn GüGüstrow@TarnowTarn. 5. begehen, sich zuschulden kommen lassen: wat hett he vergahn? Sta; denn hett he mit Unwohrheiten vergahn Wa; refl. einen Fehltritt begehen: nu hebben se (das Brautpaar) sick doch vergahn Arch. Landesk. 17, 452. 6. refl. a. Spr. sich vertragen, einigen: 'dat ik my vruntliken sleten unde vorgan hebbe myt deme ... Heren' (1468) Ebel Urfehden 193; (1454) Jb. 11, 333. 7. refl. sich verirren: 'n Zägenbuck hett sick vergahn hatt RoRostock@RibnitzRibn; Wöpk. 8. refl. falsch treten, sich den Fuß vertreten: dei Äsel hett sick vergahn WiWismar@NeuklosterNKlost. 9. Zeitangaben im adj. Gebrauch: vergangen Johr das letzte vergangene, im letzten vergangenen Jahr allgem.; Reut. 3, 70; 210; in vergahnen Johren (in früheren Jahren) 4, 417; vergangen Nacht diese zuletzt vergangene Nacht D. WA. 16, S. 12a; vergangen Woch' Reut. 2, 203; alle vergahenen Tiden (alle früheren) 6, 343; in a. Spr. erweitert: 'in der vastene neghest vOerghan' (1394) UB. 22, 370; 'des anderen vridaghes na paschen negest vorgangen' (1448) Jb. 17, 341. Zs. vörvergangen. — Br. Wb. 2, 481; 6, 81; Dä. 520b; Da. 237b; Kü. 3, 592; Me. 5, 382.
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DialektvergahnPart., refl.
Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg
vergahn vergehen; Part. Prät. vergahn, doch bei Zeitangaben im adj. Gebrauch meist vergangen, s. 8. 1 a. dahinschwinden;…
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Cotta, M. (2026). „vergahn". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vergahn/meckwb?formid=V00657
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Cotta, Marcel. „vergahn". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vergahn/meckwb?formid=V00657. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „vergahn". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vergahn/meckwb?formid=V00657.
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