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Nachtigall

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
14 in 13 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Nachtigall

Bd. 14, Sp. 365
Nachtigall (Erithacus luscinia L., s. Tafel »Stubenvögel I«, Fig. 1), Sperlingsvogel aus der Gattung Rotschwanz (Erithacus Cuv.), 17 cm lang, 25 cm breit, ein schlank gebauter Vogel mit hochläufigen, kräftigen Beinen, mittellangen Flügeln, mittellangem, etwas abgerundetem Schwanz und fast geradem, ziemlich gestrecktem, spitzem, pfriemenförmigem Schnabel, auf der Oberseite rostrotgrau, auf der Unterseite hell gelblichgrau, an der Kehle und Brustmitte am lichtesten, mit dunkelbraunen Schwingen und rotbraunem Schwanz. Sie bewohnt West- und Mitteleuropa nordwärts bis Holland und Pommern, östlich bis ins Oder- und Donaugebiet und bis zum Schwarzen Meer, südlich bis Nordafrika, im Winter bis Mittelafrika. Der Sprosser (Bastard-, Aunachtigall, große, polnische N., E. philomela Bchst.), 19 cm lang, 28 cm breit, der vorigen sehr ähnlich, nur mit muschelfleckiger Oberbrust, bewohnt das nordöstliche Deutschland östlich der Oder, Posen, Preußen und Hinterpommern, längs der Ostseeküste bis Mecklenburg, dann Südschweden und vom Weichselgebiet und Ungarn durch Rußland bis Südfinnland, im Winter bis Mittelafrika. Sie lebt fast ausschließlich in den Niederungen, während die N. auch bergige Gelände nicht gänzlich meidet. Beide finden sich nur im Laubwald mit viel Unterholz, im Gebüsch, das Bäche, Gräben und Flußufer umsäumt, und häufig in der Nähe menschlicher Wohnungen. Die N. kommt in der zweiten Hälfte des April, der Sprosser Ende April oder Anfang Mai, beide gehen im August oder September. Die N. ist zutraulich, friedfertig, bedächtig, fliegt schnell und leicht, aber meist nur von Busch zu Busch, wo man sie meist niedrig über dem Boden auf Zweigen sitzen sieht, und nährt sich von Insekten und Beeren. Sie nistet im Mai und Juni auf oder dicht über dem Boden, in Erdhöhlungen, im Gestrüpp oder in einem Grasbusch und legt 4–6 grünlich braungraue, gelblichbraun gestrichelte Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 46), welche die Männchen und Weibchen gemeinsam ausbrüten. Die Jungen füttern sie, selbst wenn man sie in einen Bauer steckt und diesen in der Nähe des Nistorts aufhängt. Der Gesang der N. übertrifft den aller andern Vögel durch die Fülle der Töne, die Abwechselung und Harmonie; er unterscheidet sich deutlich von dem des Sprossers, doch ziehen manche den letztern noch vor. Man hört den Gesang besonders am frühen Morgen, am späten Abend und vor dem Legen der Eier zu allen Stunden der Nacht, während es später um diese Zeit stiller wird und um Johannis der Gesang völlig verstummt. Die N. ist leicht zu fangen; aber alte Vögel, die sich schon gepaart haben, sterben regelmäßig bald, und auch die jüngern erfordern die sorgsamste Pflege. Außer den genannten beiden Arten unterscheidet man noch den Zweischaller (E. hybrida), von der Größe des Sprossers, oberseits wie dieser, unterseits fast ganz wie die N. gefärbt, in Polen; die Steppennachtigall (E. Golzii), oberseits deutlich rotbraun, und die Hafisnachtigall (Bülbül der Perser, E. Hafizii), mit längerm Schwanz und von blasserer Färbung. Der indische Kuckuck ist für die indischen Dichter, was die N. für die andern indogermanischen Nationen, und so ist die N. zu einer phallischen Bedeutung gelangt. Als »Nachtsängerin« (das Wort N. hängt zusammen mit althochdeutsch gëllan, laut singen, tönen) ergötzt sie Verliebte, die sie in deutschen und französischen Volksliedern zu ihrem geheimnisvollen Boten machen. Vgl. Lazarus, Der Sprosser oder die Aunachtigall (Berl. 1876); Köppen, Anleitung zur Züchtung und Ansiedelung von Nachtigallen (2. Aufl., das. 1886); Böcker, Der Sprosser (Mind. 1889). – Virginische N., s. Kardinal.
3621 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nachtigall

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Nachtigall , plur. die -en, ein Sangvogel, welcher zu dem Geschlechte der Grasmücken, oder nach dem Linnee zu den Ba…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Nachtigall

    Goethe-Wörterbuch

    Nachtigall (mitteleuropäischer) Singvogel, bes im Hinblick auf seinen wohlklingenden nächtlichen Gesang (auch als ‘schla…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nachtigall

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Nachtigall (Sylvia Luscinia) , Zugvogel, gegen 7'' lang, oben rostgrau, unten weißlichgrau, der beste Sänger, findet sic…

  4. modern
    Dialekt
    Nachtigall

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Nachtigall , Nachzigall [Nâχtikàl fast allg.; Nàχtsikàl Su. Rapp. ; Nóχtsikàl Dachstn. ; Nôχtsikàl Ingenh. ] f. Nachtiga…

  5. Sprichwörter
    Nachtigall

    Wander (Sprichwörter)

    Nachtigall 1. Auch die Nachtigall wird nicht mit Worten gefüttert. Aehnlich russisch Kiesewetter, 71. Böhm. : Slavík se …

  6. Spezial
    Nachtigall

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Nach|ti|gall (Luscinia megarhynchos) f. (-,-en) ‹ornit› araldora (-res) f. , usignol (-oi) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nachtigall

41 Bildungen · 38 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

nachtigall‑ als Erstglied (30 von 38)

Nachtigallaffe

Campe

nachtigal·laffe

Der Nachtigallaffe , — n, Mz. — n , eine Art kleiner schöner Affen in Brasilien, welche höchstens einen halben Fuß lang werden (Uistiti ); a…

nachtigallbusch

DWB

nachtigall·busch

nachtigallbusch , m. gebüsch in welchem die nachtigall schlägt: und vom nachtigallbusch tönet mir seufzerlaut. Hölty 92 Halm.

nachtigalldurchschmettert

DWB

nachtigalldurchschmettert , part. : in dem nachtigalldurchschmetterten granatwald. H. v. Kleist 1, 160 Hempel.

nachtigallen

DWB

nachtigal·len

nachtigallen- , nachtigallgesang , m. : wollustathmender noch hallt .. nachtigallengesang uns in der baumlaube gewölbtes dach. Voss ged. 3, …

nachtigallenbrust

DWB

nachtigallen·brust

nachtigallenbrust , f. : ( die tochter des ministers, kaum zehn jahr alt ) singt wie die nachtigall, schon in unbelaubten ästen, und zwar op…

Nachtigallenkehle

GWB

nachtigallen·kehle

Nachtigallenkehle als Übs von frz: gosier de rossignol Sie [ Rameaus Frau ] ..setzte sich an's Clavier, sang und begleitete sich. Das war ei…

nachtigallenklage

DWB

nachtigallen·klage

nachtigallenklage , f. : komm! dich bei nachtigallenklagen härm, und dich ergötz am sommerlied der grille! Rückert ged. (1847) 292 .

nachtigallenlaut

DWB

nachtigallen·laut

nachtigallenlaut , m. : und wo .. wenn schäfer rosen pflücken, natur sich hören läszt im nachtigallenlaut. J. G. Jacobi 3, 229 ; nachtwächte…

nachtigallenmelodei

DWB

nachtigallenmelodei , f. : verstummt sind in den wäldern nachtigallenmelodein. W. Wackernagel ged. ausw. 155 .

nachtigallensang

DWB

nachtigallen·sang

nachtigallensang , m. : im sterbenden schon matten nachtigallensang. Herder 1, 308 Hempel; für nachtigallensang und taubengirren hört er .. …

nachtigallenschlag

DWB

nachtigallen·schlag

nachtigallenschlag , m. : unter weichen nachtigallenschlägen taumelten vom hohen rosenstock die verwehten blätter dir entgegen, bräutlich zu…

nachtigallenstaude

DWB

nachtigallen·staude

nachtigallenstaude , f. wie nachtigallenbusch: o wie that es ihm wehe, als er .. auf die verstummte nachtigallenstaude blickte. J. Paul Hesp…

nachtigallenthal

DWB

nachtigallen·thal

nachtigallenthal , n. : wann im nachtigallenthale Hesper mit verliebtem strahle heimlich meine quelle küszt. F. L. Stolberg 1, 233 .

nachtigallenwald

DWB

nachtigallen·wald

nachtigallenwald , -wäldchen , m. und n.: vernichtet sind die lieblichen gebüsche, der dunkle nachtigallenwald zerstört! Wieland Oberon 9, 4…

nachtigallenwelt

DWB

nachtigallen·welt

nachtigallenwelt , f. : schöne nachtigallenwelt! wo man, statt des wahren gottes, nur den falschen gott der liebe und der musen angebetet. H…

Nachtigallfütterer

GWB

nachtigall·fuetterer

Nachtigallfütterer für das beliebte (in einer Kleinplastik dargestellte) Bildmotiv: Amor füttert (mit Hilfe seines Pfeils) eine Nachtigall […

nachtigallgebüsche

DWB

nachtigall·gebuesche

nachtigallgebüsche , n. collectivum zu nachtigallbusch: am nachtigallgebüsche fern, im pappelschatten ruht er. Voss ged. 6, 96 ; und das ent…

nachtigallgekose

DWB

nachtigall·gekose

nachtigallgekose , n. : und nachtigallgekose und ostwinds schmeichelei, sie sagten, dasz die rose in dir erstanden sei. Rückert ges. ged. 1,…

nachtigall als Zweitglied (2 von 2)

Ableitungen von nachtigall (1 von 1)

Nachtigalle

WWB

Nachtigalle f. [ Min Stf Tek Hfd Kos Mün Hal Bie Rek Lhs Wie Sos Bür Wbg Isl Arn, sonst verstr.] 1. Nachtigall (Luscinia megarhynchos). De N…