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gripen

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

gripen Part., trans.

Bd. 3, Sp. 287
Wossidia gripen greifen, fassen, fangen; Präs. grip, grippst, grippt, gripen, griept, Prät. grep, Part. Prät. gräpen; lautlich gri·bm Jac. 1, 126. 1. ohne Obj.: dat Isen grippt tau dull die Pflugschar geht zu tief WiWismar@PoelPoel; dei hett gaut gräpen hat eine reiche Braut gefunden Wa; dor is nicks to gripen da geht es armselig her Wa; dor (bei der Kuh) is all 'n bäten to gripen eine Fettbildung zu spüren RoRostock@RibnitzRibn. 2. mit präpositionalen Bestimmungen: 'ock gebutt ein rath, dat keiner den andern mit schadtschriften ... in sine ehre grypen ... schole' (1575) Tech. Bürg. 346; 'und he (der Papst) mach updon und darin grypen und nemen und geven darvan alse vele he wil' Gry. Paw. Pp 2a; 'wo ... gantz gefehrlick ydt ys thor anderen Ehe tho grypende' Wed. P 3a; griept juch hüt in de Bost arbeitet tüchtig RoRostock@GresenhorstGres; dee hett in 'n Glücks pott gräpen hat einen guten Griff getan Klock; dat grep em an de Niren (ging ihm nahe) Derb. 1, 180. 3. mit Akk.-Obj.: Müggen gripen Grillen fangen RoRostock@RibnitzRibn; Reut. 5, 40; auf einen Einwand mit wenn heißt es: wenn de Himmel inföllt, sitten wi unner un gripen Sparlings Ro; dee hett den Maand gräpen ist vom Gerüst gefallen StaStargard@StrelitzStrel; dee hett 'n Hääkt gräpen ist ins Wasser gefallen Schö Schönberg@WarnowWarn; de Häwamm grippt 'n Kind hilft bei seiner Geburt Wa; ebenso: 'n Kalf, Farken gripen GüGüstrow@PassinPass; SchöSchönberg@SchlagresdorfSchlagr; he denkt dorbi wat to gripen einen Vorteil zu machen Wa Waren@RöbelRöb; betreffen: 'we darup gegrepen wert, de dat slot eder veste weren heft hulpen, den schal man vorvolgen' (1371) UB. 18, 43; 'LOegen uth dem Wynde grypen' Gry. Lb. 2, Z 2b; dat hett he ut 'n Wind gräpen erlogen, ausgedacht SchöSchönberg@DemernDem; ... wur sonn' Kind sick dat all' ut 'n Kopp gripen kann Wa. 4. rezipr.: ick heff mi woll 'n viertel Dag mit em gräpen auf den Hund Jagd gemacht RoRostock@KörkwitzKörkw; üm den Fohrroggen hebben se sick ümmer gräpen (darum um die Wette gemäht) Wo. Ernt. 15; de Arwten warden gaut, dee gripen sick so stehen so dicht, daß die Ranken sich berühren WiWismar@PoelPoel; iron. von wenigen Klößen in der Suppe: dee gripen sick so Ha Hagenow@RedefinRed; auch von den Flügeln der Windmühle im Rätsel: vier Jungens stahn up 'n Barg, dee gripen sick un krigen sick in 'n Läben nich Wo. V. 1, 156 a. 5. häufig im Imp. a. absol.: bei scharfer Kälte ruft der Schnee: grip, grip! Wa; wenn die Schwalbe so dicht am Erdboden dahinstreicht, ruft sie: Katt grip, Katt grip! Wo. V. 2, 672. b. trans. im Ruf des Rohrsperlings: Johann Johann, grip mi de Diern, de lüttje, de lüttje, de Marik, de Marik! 801; im Gesang des Rohrsperlings 878a; der Schäfer, der seinen Hund abrichtet, sagt: Dilljahn, denn' grip, denn' knip, denn' lat gahn! WaWaren@JabelJab. 6. subst. Gebrauch: tau 'n Gripen düüster stockfinster PaParchim@DobbertinDobb; dem Habgierigen stahn de Finger to 'n Gripen Wa; dat Gripen das Greifspiel: Brückn. Pirdj. 186; Tarn. Burrk. 1, 105; meist imper. Grip spälen Greifen spielen allgem.; 'See wiln all griepe spehlen' (1711) Kohf. Hg. 9, 3; öft. von heftigem Schneefall: nu spälen de Möllers Grip WaWaren@SpeckSpeck; ... de Möllerburschen ... HaHagenow@Kirch JesarKJes; in einem unsauberen Haushalt spälen de Lüs' Grip RoRostock@RibnitzRibn; in einer gemischten Gesellschaft, wo es urgemütlich hergeht, spälen Voß un Has' Grip ebda; dem zu später Zeit Ackernden ruft man zu: wist woll mit de Ul Grip spälen ebda; Arten dieses Spiels: Iser-, Landgrip; Satzformen: Grip in de Schit Tölpel SchwSchwerin@GadebuschGad; ebenso: Hans Grip in 'n Noors RoRostock@KlockenhagenKlock; abweisend auf die Frage wat gifft 't tau äten? Hack un Plück un Grip in 'n Pott Wi. — Zss.: af-, an-, be-, in-, nah-, œwer-, rin-, rüm-, tausam-, üm-, up-, ut-, vergripen. — Mnd. grîpen. — Br. Wb. 2, 543; Dä. 161b; Kü. 1, 611; Me. 2, 478; Schu. 83; Teu. 1, 84.
3629 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gripen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +2 Parallelbelege

    gripen, st. v. 1. greifen, angreifen. 2. ergreifen, gefangen nehmen. 3. beginnen.

  2. modern
    Dialekt
    gripenPart., trans.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gripen greifen, fassen, fangen; Präs. grip, grippst, grippt, gripen, griept, Prät. grep, Part. Prät. gräpen; lautlich gr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gripen

27 Bildungen · 7 Erstglied · 16 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von gripen 2 Komponenten

gri+pen

gripen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gripen‑ als Erstglied (7 von 7)

Gripenkierl

MeckWB

Gripenkierl m. Neckname für den Mann der Hebamme Ha Witt .

Gripensee

MeckWBN

gripen·see

Wossidia Gripensee m. See, in dem die ungeborenen Kinder liegen, aus dem sie gegriffen werden: donn leg'st du noch in 'n Gripensee warst noc…

Gripenstedt

Meyers

Gripenstedt , Johan August, Freiherr , schwed. Staatsmann, geb. 11. Aug. 1813 bei Lübeck, gest. 13. Juli 1874 in Stockholm, war 1831–46 Arti…

grîpenwulf

MNWB

gripen·wulf

grîpenwulf , grîpwulf , m. , s. grîpen, reißender , raubender Wolf, übertragen: Räuber, in weiterer Übertragung: der Feind, der Teufel.

gripen als Zweitglied (16 von 16)

bigripen

KöblerAfries

*bigripen , Adj. Vw.: s. un- E.: s. bi-, *gripen

afgrîpen

MNWB

afgrîpen , stv. , c. D. von jem. weggreifen, wegnehmen, entwenden, gefangen nehmen.

angrîpen

MNWB

ang·ripen

angrîpen , stv. , 1. angreifen, berühren, ênem de ôren a. jem. bei den Ohren nehmen. — 2. greifen, angreifen; an sich nehmen, in Besitz nehm…

begrîpen

MNWB

beg·ripen

begrîpen , stv. , 1. ergreifen, in eigentlicher und übertragener Bedeutung: etw. mit den Händen greifen, erfassen; anfassen , einen Missetät…

ingrîpen

MNWB

ing·ripen

ingrîpen , stv. , (Geldmittel) angreifen, Ausgaben machen; unberechtigt in Besitz nehmen, ergreifen.

tôgrîpen

MNWB

tog·ripen

tôgrîpen , stv. (Imp. Sg. grîp tô ; Prät. : Ind. 3. Sg. -grê[i]p, 3. Pl. grēpen tô ): 1. zugreifen , „Attingere to gripen roren ” (Dief. 22)…

ümmebegrîpen

MNWB

uemme·begripen

ümmebegrîpen , stv. ( Part. Prät. -begrēpen ) : sich ringsum erstrecken, Platz beanspruchen , „ Behaluen vmmebegripen intercipere circumdare…

ümmegrîpen

MNWB

uemme·gripen

ümmegrîpen , üm- , omme- , stv. ( Präs. : Ind. 3. Sg. -grîpet ; Prät. : Ind. 3. Sg. -grê(i)p ; Part. Prät. -gegrēpen ): 1. umarmen, „Amplect…

undergrîpen

MNWB

under·gripen

° undergrîpen , stv. : unterbrechen, „ vndergripen : intercipio is de medio tollere” (Liljebäck Gl. 49).

upgrîpen

MNWB

upgrîpen , uppe- , stv. ( Prät. : Ind. 3. Sg. upgrê[i]p, Pl. grēpen up ; Part. Prät. up-, uppegegrēpen ): c. Akk. aufgreifen. — 1. (Lebewese…

¹vȫrgrîpen

MNWB

voer·gripen

1 vȫrgrîpen , stv. , vorwegnehmen, im voraus benutzen, „preoccupare”, „preripere”.

²vorgrîpen

MNWB

vor·gripen

2 vorgrîpen , stv. (3. Sing. präs. vorgript; Prät. plur. vorgrēpen -greppen; Part. prät. vorgrēpen ), fehlgreifen, danebengreifen, bes. refl…

Ableitungen von gripen (4 von 4)

begrîpen

MNWB

begrîpen , stv. , 1. ergreifen, in eigentlicher und übertragener Bedeutung: etw. mit den Händen greifen, erfassen; anfassen , einen Missetät…

ergrīpen

WWB

er-grīpen V. [verstr.] ergreifen, wählen; nur idW.: En Hantwïerk ergreīpen ( Wal Bh || mehrf.).

mißgripen

MeckWB

mißgripen fehlgreifen (1885) Ro Körkw .

vergripen

MeckWB

vergripen refl. sich vergreifen Mi 101 b 1. fehlgreifen, danebengreifen: (der Schmied) hett naug tau daun, dat hei sick nich vergrippt un de…