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Schwalbe

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schwalbe

Bd. 18, Sp. 101
Schwalbe (Hirundo L.), Gattung der Sperlingsvögel aus der Familie der Schwalben (Hirundinidae), kleine, breitbrüstige, kurzhälsige, plattköpfige Vögel mit kurzem, plattem, an der Spitze etwas gekrümmtem Schnabel, sehr weiter Rachenöffnung, kurzen, schwachen Füßen und Zehen, langen, schmalen, zugespitzten Flügeln und mehr oder weniger gegabeltem Schwanz. Die Schwalben sind über alle Erdteile verbreitet, in kältern Ländern Zugvögel, in wärmern Strichvögel. Die deutschen Arten ziehen bis in die südlichsten Länder Afrikas; daß einzelne in Schlamm eingebettet den Winter im Norden verbringen, ist Fabel. Die Schwalben fliegen reißend schnell, gehen auf dem Boden sehr ungeschickt, sind gesellig, singen zwitschernd, nähren sich von Insekten, die sie im Flug erjagen, und trinken und baden auch im Fluge. Sie fertigen ein kunstvolles Nest, das Gelege besteht aus 4-u Eiern, die vom Weibchen allein bebrütet werden. Die meisten brüten wohl mehr als einmal. Die Schwalben weilen gern in der Nähe des Menschen, und in den meisten Ländern bleiben sie unbehelligt und werden mit Wohlwollen, ja mit einer Art Verehrung betrachtet. In Spanien und Italien werden aber auch Tausende für die Küche gefangen. Die Rauchschwalbe (H. [Cecropis] rustica L., s. Tafel »Sperlingsvögel III«, Fig. 1), 18 cm lang, 31 cm breit, mit tief gegabeltem Schwanz, oberseits blauschwarz, an Stirn und Kehle braun, mit breitem, schwarzem Gürtel auf dem Kropf, unterseits rostgelb und mit weißen Flecken auf den fünf äußersten Steuerfedern, bewohnt Europa, Nord- und Mittelasien und Nordafrika, weilt bei uns von April bis Oktober und geht im Winter bis Südafrika und zu den Sundainseln. Sie erbaut ihr Nest am liebsten an Häusern, aus schlammiger oder fetter Erde, die klümpchenweise aufgeklaubt und mit Speichel überzogen angeklebt wird. Auch seine Halme und Haare werden eingelegt und das Innere mit solchen ausgepolstert. Dasselbe Nest wird viele Jahre benutzt und nur alljährlich ausgebessert und neu ausgekleidet. Das Weibchen legt im Mai 4–6 weiße, grau oder braun punktierte Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 26), beim zweiten Gelege im Juli weniger und brütet sie in 12, bei schlechter Witterung oft erst in 17 Tagen aus. Sie lebt hauptsächlich von Zwei- und Netzflüglern, Schmetterlingen und Käfern, erjagt diese je nach Witterung und Tageszeit in höhern oder tiefern Schichten der Luft, bedarf sehr viel und speit die unverdaulichen Teile, zu Gewöllen geballt, wieder aus. Die Mehlschwalbe (Haus-, Fenster-, Giebel-, Dachschwalbe, Delichon [H. Chelidonaria, Chelidon] urbica L., s. Tafel »Sperlingsvögel III«, Fig. 2), mit seicht gegabeltem Schwanz, kräftigem, auf der Firste scharf gebogenem Schnabel und verhältnismäßig starken, wie die Füße befiederten Läufen, 14 cm lang, 27 cm breit, oberseits schwarz, unterseits und auf dem Bürzel weiß, bewohnt Europa, Nordafrika und Kleinasien, geht aber weiter nordwärts und weilt bei uns von Ende April oder Anfang Mai bis August und September; sie kommt einzeln an, sammelt sich aber vor dem Herbstzug zu großen Schwärmen und geht bis Innerafrika und Südasien. Sie nistet von Mai bis Anfang Juli gesellig in Städten und Dörfern, baut ihr Nest ähnlich wie die vorige unter einem schützenden Vorsprung, mauert es aber bis auf ein kleines Flugloch zu. Sie legt 4–6 weiße Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 27) und brütet zweimal. Das Weibchen zeitigt die Eier in 12–13 Tagen. Sie erreicht im Flug, besonders bei Regenwetter, oft große Höhen und jagt dort, wie die Seglerarten, nach Nahrung. Die Uferschwalbe (Erd-, Sand-, Wasserschwalbe, Riparia [H. riparia L.]), mit seicht gegabeltem Schwanz, verhältnismäßig langem, flachem Schnabel, über das Schwanzende reichenden Flügeln und zarten Füßen mit schwächlichen Zehen, 13 cm lang, 29 cm breit, oberseits aschgraubraun, unterseits weiß mit graubraunem Band in der Brustgegend, findet sich weitverbreitet in Europa, Nordafrika, Asien und Nordamerika, geht im Winter bis Indien, Südafrika und Brasilien, weilt bei uns von Anfang Mai bis Ende August, nistet von Ende Mai bis Juli gesellig, besonders an steilen Uferwänden, höhlt in 2–3 Tagen 4–6 cm weite, bis 2 m lange, etwas aufsteigende Löcher in dem festen Erdreich aus, erweitert dieselben am hintern Ende, füttert sie hier mit Halmen, Federn etc. aus und legt 5–6 weiße Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 28); meist brütet sie nur einmal. Die Uferschwalbe fliegt sehr niedrig über dem Wasser und ist ungemein gesellig. – Die S. hat dieselbe mythische Bedeutung wie der Kuckuck. Als Bote des Frühlings bringt sie Segen, im Winter dagegen Unglück. In Deutschland heißen die Schwalben Vögel der Madonna und sind von bester Vorbedeutung. Eine S. warnte Alexander d. Gr. vor Verrat. Als Schwätzerin ist sie dagegen verrufen, ein griechisches Sprichwort warnt vor Schwalben unter dem Dache. Schwalben im Traum bedeuten Unglück, nach Xenophon zeigten Schwalben den unglücklichen Ausgang der Expedition des Kyros gegen die Skythen an. Auch Antiochos erhielt dies Vorzeichen. Im Gegensatz zum Sperling als phallischem Symbol war die S. als schamhaftes Weib der Venus heilig (vgl. Philomela).
5115 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwalbe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schwalbe , plur. die -n, eine Art Zugvogel von schwarzer Farbe, Anm. Bey dem Notker Sualeuu, im Oberd. ehedem der Sc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwalbe

    Goethe-Wörterbuch

    Schwalbe 1 kleiner, schlanker, gewandt fliegender Singvogel mit langen, schmalen Flügeln u gegabeltem Schwanz; auch im V…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwalbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schwalbe , lat. Hirundo , Vogelgattung aus der Ordnung der S.nartigen, mit kurzem, dreieckigem Schnabel, weitem Rachen, …

  4. modern
    Dialekt
    Schwalbef. (m.)

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schwalbe f. (m.) : 1. a. 'der Zugvogel Rauchschwalbe (Hirundo rustica) sowie (seltener) Mehlschwalbe (Delichon urbica)',…

  5. Sprichwörter
    Schwalbe

    Wander (Sprichwörter)

    Schwalbe 1. An den Schwalben merkt man, dass es Sommer ist. Die Schwalbe gilt sehr allgemein als Verkünderin des Frühlin…

  6. Spezial
    Schwalbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schwal|be (Hirundinidae) f. (-,-n) 1 ‹ornit› vidundera (-res) f. 2 ‹sport› fal savaié tl’area di önescmetri m. ✒ eine Sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwalbe

133 Bildungen · 101 Erstglied · 32 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schwalbe 2 Komponenten

sch+walbe

schwalbe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwalbe‑ als Erstglied (30 von 101)

Schwalbe, Gustav

Meyers

schwalbe·gustav

Schwalbe, Gustav , Mediziner, geb. 1. Aug. 1844 in Quedlinburg, habilitierte sich 1870 als Privatdozent in Halle, wurde 1871 Prosektor in Fr…

schwalbeln

RhWB

schwalb·eln

schwalbeln -alb- vereinzelt Rhfrk in Simm-Leideneck , LRip in Monsch-Vossenack schw.: schwabbeln (s. d.). — Abl.: die Schwalbel(er)ei, dat G…

schwalbenäugchen

DWB

schwalbenäugchen , n. , niederd. schwalmôgken, stiefmütterchen, viola tricolor Frischbier 2, 327 a ; s. schwalbenblume .

schwalbenart

DWB

schwalben·art

schwalbenart , f. : nach schwalbenart fliegen, nisten u. ähnl.; einheimische schwalbenarten.

schwalbenasche

DWB

schwalbe·nasche

schwalbenasche , f. die asche von verbrannten schwalben wurde in der älteren heilkunst verwandt: alte gschwär mit schwalmen äschen überlegt,…

schwalbenbaum

DWB

schwalben·baum

schwalbenbaum , schwalbenbeerbaum , m. viburnum opulus, wasserholunder, dessen beeren die schwalben lieben sollen. der name ist weit verbrei…

Schwalbenbeerbaum

Campe

≠ Der Schwalbenbeerbaum , — es, Mz. — bäume , der Wasserholunder.

Schwalbenbeere

Campe

schwalben·beere

≠ Die Schwalbenbeere , Mz. — n , die Beere des Wasserholunders s. d. (Viburnum opulus L .); noch verderbter Schwalbisbeere .

schwalbenblume

DWB

schwalben·blume

schwalbenblume , f. , nd. swalftenblaume, veilchen ( viola odorata ); swälukblaum, stiefmütterchen ( viola tricolor ) Pritzel-Jessen, vgl. S…

schwalbenblut

DWB

schwalben·blut

schwalbenblut , n. galt als heilkräftig: wer der swalben pluot nimt under dem rehten flügel, daʒ ist zuo den kranken augen guot. Megenberg 2…

schwalbenbruder

DWB

schwalben·bruder

schwalbenbruder , m. spöttisch von einem predigermönch: dann predigermönch dschwalbenbrüder seind barfüszern, den spatzen, zuowider. Fischar…

schwalbendreck

DWB

schwalben·dreck

schwalbendreck , m. sterco, cacarelli di rondini Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 695 a ( vgl. schwalbenkot , -mist); als spottname für …

Schwalbeneck

PfWB

schwalbe·neck

Schwalben-eck n. : FlN, amtl. Schwalbeneck [ KL-Ramst NW-Haardt ]; Bezeichnung nach der schwalbenschwanzähnlichen Flurform? —

schwalbenei

DWB

schwalbe·nei

schwalbenei , n. : schwalmeneyer schwertzend das haar, und weyszen fläcken im aug. Gesner - Heuszlin vogelb. 216 a .

schwalbeneisen

DWB

schwalbe·neisen

schwalbeneisen , n. ' eine art eisens, welches von dem eisenhammer bey Ziegenrück kommt und mit einem schwalbenschwanze gezeichnet ist ' Ade…

Schwalbenfalk

Adelung

schwalben·falk

Der Schwalbenfalk , des -en, plur. die -en, eine den Schwalben ähnliche Art Falken, welche in Peru einheimisch ist, und von andern zu den Fa…

schwalbenfalke

DWB

schwalben·falke

schwalbenfalke , m. 1) falco milvus, die weihe ( s. auch schwalbenschwanz). 2) falco nisus, der sperber, vogelfalk Nemnich. 3 ) falco peruvi…

Schwalbenfangen

GWB

schwalben·fangen

Schwalbenfangen für das in Italien betriebene Fangen von Singvögeln, speziell von Schwalben, durch Einklemmen zwischen zwei durch Federmecha…

schwalbe als Zweitglied (30 von 32)

Straßenschwalbe

RDWB1

Straßenschwalbe f уличная проститутка, ночная бабочка эвфем.

Ambra-Schwalbe

Adelung

ambrasch·walbe

Die Ambra-Schwalbe , plur. die -n, eine Holländische Seeschwalbe, welche stark nach Ambra riechet.

Bauerschwalbe

Adelung

bauersch·walbe

Die Bauerschwalbe , plur. die -n, ein Nahme, welchen man im gemeinen Leben auch den Rauch- oder Küchenschwalben gibt, weil sie sich gern in …

gerschwalbe

DWB

gersch·walbe

gerschwalbe , f. die mauerschwalbe, auch masc. der gerschwalm, spyr, apus ( die fuszlose, wegen ihrer kleinen füsze ) Maaler 170 d , gerschw…

gesangschwalbe

DWB

gesang·schwalbe

gesangschwalbe , f. oder sangschwalbe, eine art schwalben auf Martinique, deren gesang dem der lerche gleicht Adelung, hirundo dominicensis …

giebelschwalbe

DWB

giebel·schwalbe

giebelschwalbe , f. , nach den nistplätzen an den dachgiebeln benannt; für die hausoder mehlschwalbe: hirundo urbica Nemnich wb. d. natg. 19…

gierschwalbe

DWB

giersch·walbe

gierschwalbe , f. , mauersegler, cypselus apus. nach ihrem schrillen schrei von 3 gieren ' schrill schreien ' gebildet. mnl. ghierswaluwe ap…

hausschwalbe

DWB

haus·schwalbe

hausschwalbe , f. hirundo urbica. Nemnich 3, 164 . so nennt Fischart auch die ehefrau: führe mein Grandgauchiher ein hausschwalm heim, die i…

Kǘchenschwalbe

Adelung

kachen·schwalbe

Die Kǘchenschwalbe , plur. die -n, ein Nahme der gemeinen Rauch- oder Bauernschwalbe, weil sie gern in den Küchen der Landleute hauet; Hirun…

mauerschwalbe

DWB

mauer·schwalbe

mauerschwalbe , f. hirundo apus: maurschwalbe, apus minor, eine art schwalben so in die mauren heckt Frisch 1, 650 c ; und dieser sommergast…

meerschwalbe

DWB

meer·schwalbe

meerschwalbe , f. 1 1) vogelname: der gattung sterna in verschiedenen arten; des pelecanus aquilus, fregattvogels; des eisvogels, alcedo isp…

nachtschwalbe

DWB

nacht·schwalbe

nachtschwalbe , f. caprimulgus europaeus. Nemnich 1, 854 : die nachtschwalben oder nachtschatten bilden eine sehr zahlreiche .. familie. Bre…

rauchschwalbe

DWB

rauch·schwalbe

rauchschwalbe , f. hirundo rustica, eine schwalbe die in der bauern groszen kaminen nistet. Frisch 2, 91 b ; caminaria, rauchschwalbe Dief. …

rheinschwalbe

DWB

rhein·schwalbe

rheinschwalbe , f. hirundo riparia Nemnich 3, 162 . 1 1) eine art schwalben, welche an bächen und flüssen sich aufhält und in löchern an den…

seeschwalbe

DWB

see·schwalbe

seeschwalbe , f. 1 1) bezeichnung verschiedener vogelarten. 1@a a) eine art langschwingiger wasservögel, auch meerschwalbe ( s. theil 6, 185…

spierschwalbe

DWB

spier·schwalbe

spierschwalbe , f. , dasselbe wie spiere, f. als name von schwalbenarten, spirswalbe, hirundo apos, cipselus. Trochus H 4 b , spierschwalb, …

stechschwalbe

DWB

stech·schwalbe

stechschwalbe , f. , seltnere bezeichnung von hirundo rustica, unserer rauchschwalbe, mit rücksicht auf ihren schnellen, dahinstechenden flu…

Steinschwalbe

Adelung

steinsch·walbe

Die Steinschwalbe , plur. die -n, ein Nahme der Mauer- oder Kirchschwalbe, weil sie sich in Felsen und Gemäuern aufhält; S. Adelung Kirchsch…

thurmschwalbe

DWB

thurm·schwalbe

thurmschwalbe , f. hirundo apus Nemnich 2, 160 . Brehm thierl. 3, 655 . Rückert brahm. 15, 15 . Vgl. thurmsegler.