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striken

mnd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
9 in 7 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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80
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34

Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

striken intrans.

Bd. 6, Sp. 964
Wossidia MeckWBNstriken Präs. strik, strickst, strickt, Prät. strek, im W streik, Part. Prät. sträken streichen Mi 88a; sḍri·ŋ Jac. 1, 125; striek, streik, sträken Muss. Spr. 50 1. (sich) bewegen a. gehen: 'Szo wolde wy vor dath hecke stricken' Röb. Spiel 114; 'de ... darvan spatzeret unde heimlick dar van ys gestreken unde geschleken' Gry. Wed. L 3a; 'mit schanden thom Dore henuth stryken mOeten' Lb. 2, P 4a; 'Ick maack mick uth den Staaff' un strick dennah davan' (1676) Kohf. Hg. 2, 3; weg-, weitergehen: 'laß ihn (Freier) nur streichen' (im Tiermärchen) Wo. V. 2, 1841; umhergehen, -streichen: 'ick schul man mit een Stricken' (auf dem Jahrmarkt) Kohf. Hg. 6, 2; sei (eine Kuh) ward dat Feldstrikent an gewöhnt sich an das Umherstreifen WaWaren@LapitzLap; schnell gehen, laufen: 'de schalckhafftiger Holuncke ... stricket alse ein springende Herte snelle darvan' Gry. Lb. 2, X 1a; hei strickt, wat hei kann er läuft so schnell als möglich Mi 88a; he let de Pir striken flott traben Wi; donn let hei striken von dat hüürnige Deuwel ritt in voller Karriere MaMalchin@RemplinRempl; striken gahn davongehen: 'He geiht mit Eer gewißlick strycken' (heiratet sie gewiß; 1712) Kohf. Hg. 14, 2; fliegen: dor hett ne witt Duw sträken œwer 't Swadd WiWismar@KirchdorfKirchd. b. Rda. einen striken laten farzen allgem.; in Neckreimen: Fiken Lett eenen striken Wo. V. 4, 372; Mariken ... Wo. Sa. c. auf besondere Art einen Kahn mit dem Riemen fortbewegen: striken den Riemen kurz ümwricken und am Kahn entlangstreichen Pa Parchim@GoldbergGoldb; anders: mit dem Riemen durch Gegendruck die Fahrt hemmen RoRostock@WarnemündeWarn; Kluge Seem. 765. d. seem. niederlassen: 'se mOeten dat Segel striken' Gry. Both. Jon. N 7a; bildl.: Allehn he dehd sier klook, strehk he man ball de Seegel (wäre er still, gäbe er klein bei) Babst Pet. 12, Kluge Seem. 763; intrans. niedergleiten: wenn dat nich unner Fett hollen ward, denn strickt dat (die Rahen und Stengen) nich so fix RoRostock@RibnitzRibn. 2. streifend berühren a. mit den Händen: dei Hoor ut de Ogen striken Wa; scherzhafte Rda.: ick will mi man fix dat Gesicht 'n bäten ut dei Ogen striken Katzenwäsche machen WiWismar@PoelPoel; streicheln: striken un straken Wa Waren@Klein FlotowKFlot; L. Reinh. Gött. 17; Reim: Mariken, Lat di striken, Lat di straken Von 'n Soldaten Wo. V. 4, 298 a; massieren: bei der volkstümlichen Behandlung von Krankheiten wird bei Hartspann und Räwko das Striken angewendet, wobei oft magische Sprüche hinzutreten: Staak Krankh. 142; 137; Horn Selmsd. 1, 381; ick möt mi eens striken laten Ro; Wi; GüGüstrow@RothspalkRothsp; Schö Schönberg@KalkhorstKalkh; strik mi mal in 'n Nacken HaHagenow@BelschBelsch; Spruch: Räwko, ick strik di, Botter, ick verdriw di (RoRostock@RibnitzRibn) Staak Krankh. 138b. b. von den Beinen und Füßen eines Pferdes, wenn dieses einen Gangfehler hat: hei strickt sick HaHagenow@RedefinRed. c. a. Spr. mit Ruten schlagen: 'dat man se (Ehebrecherin) als den ahm kake strychen solle' (Wi 1566) Jb. 58, 57. d. auf einem Streichinstrument spielen: 'een lustig Stücksken striecken' (1711) Kohf. Hg. 9, 3. e. die Sense mit dem Sträk (s. Sträk, Strick n., f.) schärfen: wenn dei Meihers räwer wiern äwert Stück, denn möken sei den Puckel grad und streken dei Seißen Goss. Was mein 123; allgem.; die Handhabe von Seiß und Sträk beim Striken zeigt die Abb. in Monh. 13, 564a; Rdaa.: dat Striken höllt keinen Meiher up man verliert keine Zeit, weil nachher um so schneller gearbeitet werden kann LuLudwigslust@LaupinLaup; Hagen, strik, ick meih mi dot sagt man, wenn jemand zu auffällig prahlt Menk; Striken der Sense in der Sage vom Wettmähen mit dem Teufel Wo. Sag. 1, 169; Ausdrücke dafür in dessen Munde 170; Aberglaube: keen Meiher strickt an 'n Anfang von dat Swadd Wo. Ernt. 22; is de Seiß an 'n Abend hoort (gedengelt, s. horen2, Bd. 3, 809), dörft se nich so weghängt warden: se möt glik sträken warden, ... süs drifft de Düwel sin Spijök mit den Meiher ebda; abends möt man de Seiß striken, süs ward 't slicht Wäder Ha; anders: man sall nich striken abends, süs snitt man sick de Hos' intwei WaWaren@LexowLex; Striken der Sense als Erntebrauch: während eine Binderin den Gutsherrn oder einen vorüberkommenden Fremden mit Kornhalmen band (s. binnen 3, Bd. 1, 877), strich ein Mäher seine Sense; 'das Sensenstreichen, Binden, Schnüren zur Pfingstzeit (wird verboten)' (1824) Sa. Land.-Ges. 7, 276; Du möst em bin'n, ick will em striken Reut. 7, 49; de Vörbinner ded' dat Bäden un bünn, de Vörmeiher strek: dat Geld würd' deelt (Pa) Wo. Ernt. 24; de Austgäber würd' anbäd't: de Knecht strek em mit de Seiß, de Diern bünn em mit 'n Seil (HaHagenow@TrebsTrebs) 25; wenn alles Kuurn afmeiht wir, sünd de Meihers nah den Buern sinen Goren ringahn un hebben de Seißen sträken: denn hebben se 'n Sluck krägen (RoRostock@RethwischRethw) 26; aber: Buer würd' nich sträken (Pa@Wilsen) 25; vgl. Strikelleid. 3. abstreichen, glatt machen a. das mit Korn gefüllte Scheffelmaß glatt streichen: 'sostein gestrekene schepel' (vor 1592) Beitr. Rost. 4, 2, 54; '6 Scheffel gehäuft oder 8 gestrichne Scheffel Meßkorn' (1662) Arch. Landesk. 11, 279; 'beym Haber-Verkauf ein Scheffel gleich andern gestrichen und der andere, so viel darauf liegen kann, doch ohne vorhero einen Rand zu machen, gehäufet' (1757) Bär. Ges. 4, 1, 622; sträken Schäpel galt allgem. als Maß für das Winterkorn; s. Schäpel 1 c (Bd. 5, 1260); daneben sträken Mat Sta, Ma, Ro, Lu; sträken vull HaHagenow@PätowPät; Teu. Sprachreste 270; (ein früheres Reitpferd) Geiht nu bi sträken Mat Johr in Johr ut (bei kärglicher Nahrung) Bri. 1, 116. b. die Decksplanken der Schiffe hobeln Ro. c. in der Spr. der Lohgerber die Haare von einem Fell abschaben: de Fell warden sträken WaWaren@MalchowMalch; vgl. Strikisen 4. d. Ziegel oder Torfstücke formen, eig. diejenigen Teile der breiartigen Rohmasse, die den Rand der Form überragen, abstreichen: 'den stein zu streichen' (1587) C. Cordsh. Neust. 308; striken Ziegelsteine aus Ton formen Ha; jeder Striker müßt 3000 Kluten in 'n Dag striken GüGüstrow@NiendorfNiend; 'Kluthen (Ziegel) zu streichen à mille 1 Thlr. 8 ßl.' Land. Ann. 1856, 1, S. 240; 'Torf stechen und streichen' 1857, 2, S. 141. e. gleichmäßig ackern: de Plaug, dat strickt slecht SchöSchönberg@SchlagresdorfSchlagr; dat strickt nich HaHagenow@RedefinRed. 4. einen Strich ziehen; an Edelmetallen einen Probestrich machen: 'einem jeglichen Goldschmidt ... sein Silber, Gold und Arbeit besehen, streichen und mit dem Strich probiren' (1562) Bär. Ges. 4, 1, 86. — FN.: Strikkamp, -sandbarg. Zss.: af-, an-, be-, dörch-, nah-, œwer-, ut-, ver-, vörbi-, vörstriken. — Mnd. strîken. — Br. Wb. 4, 1064; Dä. 468a; Da. 214b; Kü. 3, 309; Me. 4, 889.
6421 Zeichen · 158 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    strikenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    striken , st. V. Vw.: s. strīken (1)

  2. modern
    Dialekt
    strikenintrans.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    striken Präs. strik, strickst, strickt, Prät. strek, im W streik, Part. Prät. sträken streichen Mi 88 a ; sḍri·ŋ Jac. 1…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit striken

22 Bildungen · 6 Erstglied · 14 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von striken 2 Komponenten

stri+ken

striken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

striken‑ als Erstglied (6 von 6)

strīkendful

WWB

strīkend-ful Adj. [verstr.] gestrichen voll; ganz voll ( Isl Is). ⟨ ›strīken‹- ( Isl Is ), ›strīket‹- ( Bek Vh) ⟩

strīkendigful

WWB

strīkendig-ful Adj. sträikenech - gestrichen voll, bis zum Rand voll ( Bri Ah).

strikenstrooms

MeckWB

strikenstrooms strickenstrom Adv. stark strömend: dat Water (Hochwasser) kem strickenstrom an Ha Red ; bildl. vom Redestrom: striken Stroms …

strikenvull

MeckWB

strikenvull strik- wie sträken vull ( s. striken 3 a ) Teu. Sprachreste 270. Mnd. strîken-, strîkvul. Br. Wb. 4, 1067; Me. 4, 891.

striken als Zweitglied (14 von 14)

afstrîken

MNWB

afstrîken , stv. , 1. einen gefüllten Sack, ein Getreidemaß [af(ge)strēken schēpel] mit dem Streichholz abstreichen. 2. Lederbereitung (Weiß…

anstrîken

MNWB

anst·riken

anstrîken , stv. , anstreichen, anmalen, ausmalen , färben, farbig abbilden; bestreichen, de ȫlinge, den krēsem a. mit Öl, Chrisam salben. S…

bestrîken

MNWB

best·riken

bestrîken , stv. , 1. bestreichen, mit etw. überstreichen (Farbe; Salbe usw.); streichend erreichen, streifen, (vom Strom:) bespülen; eine G…

ȫverstrîken

MNWB

overst·riken

ȫverstrîken , ōver- (aver-) , stv. : 1. (mit Farbe) bestreichen, (Farbe) auftragen, wan men gülden ēder sülvern kopperschrift ȫ. wil (Stamml…

plûmstrîken

MNWB

plum·striken

° plûmstrîken , swv. : (bildl.:) schmeicheln (Geffcken Bilderkat. Beilagen 156); — vgl. 2 plûme 1.1.

ümmestrîken

MNWB

uemme·striken

° ümmestrîken , stv. ( Prät. : Ind. 3. Sg. -strê [ i ] k ): sich umwenden, „ en esel, de nicht wolde dem ever rumen ... aldus de ever eme we…

upstrîken

MNWB

upstrîken , stv. ( Präs. : Ind. 3. Sg. -strîket, -strikt ; Prät. : Ind. 3. Sg. -strê[i]k, strê[i]k up, Pl. -strēken ; Part. Prät. -gestrēken…

veltstrîken

MNWB

velt·striken

veltstrîken , swv. , frei im Felde umherlaufen , veltstrîkende vê ausgebrochenes, frei herumlaufendes Vieh.

vorstrîken

MNWB

vorst·riken

vorstrîken (-stricken) , stv. , 1. zum Streichen verbrauchen, in die Ziegelform streichen . °2. umherstreichen, abirren, sich verirren (auch…

ūtstriken

KöblerMnd

ūtstriken , st. V. Vw.: s. ūtstrīken*

Ableitungen von striken (2 von 2)

bestrîken

MNWB

bestrîken , stv. , 1. bestreichen, mit etw. überstreichen (Farbe; Salbe usw.); streichend erreichen, streifen, (vom Strom:) bespülen; eine G…

verstriken

MeckWB

verstriken 1. streichen, als Erntebrauch: ick heff den Herrn versträken Wa Penzl ; Ma Lupl ; vgl. striken 2 e. 2. zustreichen, zuschmieren: …