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studel

mhd. bis nhd. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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20
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14

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

studel f.

Bd. 20, Sp. 257
studel, f. , auch m., seltener n. ahd. stovdel pidonius ahd. gl. 3, 627, 13 (12. jh.); häufiger in compositis, bes. duristuodal ahd. gl. 1, 696, 3 (8. jh.), turistodal 4, 222, 40 (9. jh.) turistuodil 2, 516, 3 (11. jh.) u. ö.; mhd. stuodel. gebildet mit concretsuffix -l zu germ. stōþ, erweiterung von idg. st(h)ā 'stehen'. unmittelbarer zusammenhang mit dem gleichbedeutenden stud besteht nicht. seit dem 12. jh. erscheinen nicht selten formen mit -u- statt uo-: turstudile postes ahd. gl. 3, 128, 24; 3, 411, 28 (gloss. Herrad.) u. ö.; türstudel Lexer 2, 1588. ob diese aus den compositis stammen, wo im druckschwächeren zweiten element kürzungen eintreten konnten, oder ob sie durch einwirkung von stud zu erklären sind, oder ob auch für das oberdeutsche mit einer an. stuðell 'stütze' bis auf den mittelvocal entsprechenden bildung von der tiefstufe der wurzelvariante stāu, steu zu rechnen ist (vgl. and. tandstuthli pecten dentium Wadstein 96, 28), musz offen bleiben. die heutigen mundarten weisen überwiegend auf mhd. stuodel, doch scheint im schwäbischen auch studel gesichert zu sein, s. Fischer 5, 1903. — das suffix ist für spätahd. turstuidil gl. 4, 88, 33 (vgl. steir. stüdel Unger-Khull 586b) als -ila- anzusetzen, für die umlautslosen formen ist über den mittelvocal keine sicherheit zu gewinnen. eine nebenform strodel pedonius bei Graff 6, 751, jedoch nicht nachweisbar, vgl. aber strudel Martin-Lienhart elsäss. 2, 626 u. oben 4strudel sp. 100. mundartl. verbreitung etwa dieselbe wie bei stud: Stalder 2, 413; Bühler Davos 150; Schöpf tirol. 724; Hintner Defregg. 229; Unger-Khull steirisch. 586b; Lexer kärnt. wb. 244; Schmeller-Fr. 2, 733; Fischer schwäb. wb. 5, 1903. grundbedeutung wie bei stud etwas aufrecht stehendes, das als stütze dient. 11) säule, pfeiler, pfosten, so besonders der türpfosten, vgl. comp. ahd. pa(s)toforia duristuodal ahd. gloss. 1, 696, 3 (8. jh.); postes et antes turstodili 3, 128, 24 u. oft ebda; mhd. türstudel Lexer 2, 1588; Schmeller-Fr. 2, 733; teil 11, 1, 478: und in dem eingang des bethaus macht er ij turlein von olpaumholcze und túrstúdel der winckeln funffe erste dtsche bib. 3.n. 6, 31 (vulg. postes angulorum; Luther viereckete pfosten, in der Zerbster hs. (1523) aber stüdel werke 1, 155 Weim.); den zimmerleuten für bei den h. capuzinern an der stuedel verrichte arbait urk. von 1613 bei Schmeller-Fr. 2, 733; speciell als bergmännischer fachausdruck für einen senkrecht gesetzten hölzernen pfahl auch polzen oder turstock genannt bergmänn. wb. (1778) 540; Veith bergwb. 477: wer veng fahen will ... und ..., soll man unter jede studl ein bessern setzen, es sollen auch die studlen ob der enden 6 stadtschuh lang seyn a. d. j. 1465 bei Lori bergrecht 351, s. auch studeln, vb.; vgl. Schmeller-Fr. 2, 733. die hölzernen leisten zwischen den fenstern, substellia vensterstudel Diefenbach 559a; fensterstüedel subtellia Schmeller-Fr. a. a. o., vgl. noch die stuedal unterdachboden Schöpf tirol. 724; stützpfosten bei obst- und weinpressen Unger-Khull steirisch. 586b (auch stüdel); dasselbe in der form strudel (s. d.) Martin-Lienhart elsäss. 2, 626b; 22) die unterlage eines geschützrohres: poller oder mörszner, der auf ainer stuedel steet feuerbuch a. d. j. 1591 bei Schmeller-Fr. 2, 733; 33) in freierer anwendung sonstige gegenstände, die aufrecht stehen, vgl. gestudel; so nicht nur vom gestell des webstuhles, sondern auch von dem weberzettel: pidonius stǒdel ahd. gl. 3, 627, 13; auch als strodel s. o. sp. 100; telatium, instr. textoris, cui tela annectitur studel Diefenbach nov. gl. 360a (voc. rer. 1468); wan die weber kunnen wol ze tal under die stüele (lies mit der hs. H stüedel) lassen hangen einen grossen strangen garnes, das niht zuo dem tuoche kunt Konrad v. Ammenhausen schachbuch v. 11487 Vetter; mundartl. stuedl, f., webstuhl Schöpf tirol. 724; vgl. Fischer 5, 1903; Schmeller-Fr. 2, 734. ferner ein kopfgestell des pferdes, mhd. houbetstudel, -stiudel; haptstuodel cerevella Graff 6, 654 (vocab. 1429); capulum hoptstuodel (ornamentum equorum) Diefenbach nov. gl. 74b: also das ein trumb zu binden an das eisen nuszbandt und nicht an das lederin (welches am zaum oder hauptstudel) und das ander trumb an den ubergurt Fayser hippokomike (1623) 155. 44) technischer fachausdruck für das gehäuse oder starke blech, das die nusz des flintenschlosses bedeckt Jacobsson 4, 341a; Winckell handb. für jäger (1865) 613: wenn du regelrecht das schlosz dieser flinte ... auseinanderlegen kannst ... jetzt die stangenfeder, dann die stangenschraube, die stange; jetzo die studelschraube und hier die studel G. Keller 6, 261; desgleichen für die krampe eines schlosses, in der sich der riegel bewegt Jacobsson a. a. o.; Lueger 7, 574; Fischer schwäb. 5, 1903: (beschreibung eines schlosses) ... die viereckige studel, welche inwendig vernietet ist und einen theil des riegels bildet ...., eine studel oder schraube, inwendig befestigt Avé-Lallemant 2, 177; für das schmale stückchen messing, das einen kronenzapfen in den französischen uhren hält Jacobsson technol. wb. 7, 490b; endlich für das achsenlager zur feststellung des rades bei radschlössern Unger-Khull steirisch. 586b. —
5245 Zeichen · 160 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    studelstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    studel , stuodel stn. pfosten, säule. ahd. studal, stuodal Graff 6,653. 654. pidonius stuodel sumerl. 33,33.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Studel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Studel , plur. die -n, ein Wort, welches eigentlich eine Säule bedeutet, aber im Hochdeutschen nur noch bey einigen …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit studel

19 Bildungen · 7 Erstglied · 10 Zweitglied · 2 Ableitungen

studel‑ als Erstglied (7 von 7)

studelbau

DWB

studel·bau

studelbau , ein aus studeln zusammengesetztes packwerk zur befestigung der ufer von besonders reiszenden flüssen Jacobsson 4, 341 b ; Mothes…

Studelbohn

ElsWB

studel·bohn

Studelbo h n f. Busch- oder Zwergbohne, Phaseolus nanus Bf. Kirschl. 1, 202.

studelen

Lexer

stud·elen

studelen , stuodelen swv. tr. festhalten, nehmen bestudeln, dincstudeln ; intr. sich stellen: zu niuwem jâmer stûdeln (: rûdeln) die fraw al…

studelfeile

DWB

studel·feile

-feile , name einer gattung von eisenfeilen Schrader d.-frz. wb. (1784) 2, 1332 ; Beil technol. wb. 587 ; Unger-Khull steir. 586 b . —

studelschraube

DWB

studel·schraube

-schraube am flinten- wie auch am türschlosz Prechtl 6, 528 : jetzo die studelschraube und hier die studel G. Keller 6, 261 . —

studelstock

DWB

studel·stock

-stock , bedeutung unklar: stuedl- und brechelstock 30 kr. Ausseer müllerinventar v. j. 1789 bei Unger-Khull 586 b .

studel als Zweitglied (10 von 10)

houbetstudel

BMZ

houbet·studel

houbetstudel stn. kopfgestell des pferdes. dâ was im ( dem rosse ) durch daʒ tehtier deʒ houbetstudel abe geslagen W. Wh. 412,25. houbetstiu…

Mannstudel

DRW

mann·studel

Mannstudel, m.? auch mit Umlaut, zum Grundwort vgl. DWB. X 4 Sp. 257f.; vorwiegend in bairisch-österreichischen Quellen Holzmaß (gewöhnlich …

torstudel

Lexer

torst·udel

tor-studel = türstudel. torstodil, supereminere Voc. Schr. 2817.

türstudel

KöblerMhd

tür·studel

türstudel , st. N., F. nhd. Türpfosten Q.: Lucid, HTrist (st. N.), JvFrst (st. F. bzw. st. N.) (FB türstudel), Gl (2. Hälfte 12. Jh.), HB, K…

vorderstudel

DWB

vorder·studel

-studel , m. , theil des schlosses Jacobsson 4, 553 a , so auch des flintenschlosses, s. studel 4 th. 10, 4, sp. 258. —

Ableitungen von studel (2 von 2)

bestudelen

Lexer

be-studelen swv. anhalten, ertappen. einen diep oder morder b. Gr.w. 3,325 ( im Wb. BMZ ungenau bestüden).

gestudel

DWB

gestudel , gestüdel , n. , coll. zum mhd. neutr. und fem. studel, pfosten, säule, ahd. turstudil, turistuodil, -stodal, das vom fem. stud, s…