hinab,
adv. abwärts und hin. 11)
mhd. hin abe
und hin ab
in getrennter stellung (
mhd. wb. 1, 689
b),
wie noch bei Luther
gewöhnlich; doch bezeugt die schon früh erfolgte innige verbindung beider theile bei der betonung hináb
der umstand, dasz die gekürzte und in volksmäsziger rede übliche form nab
bereits im 16.
jahrh. bezeugt ist: zwei stückh (
kanonen) füert man ins lager nab. Adrian
mittheil. 131.
Umgekehrte anordnung der theile zeigt die form abhin
th. 1, 57,
die im gegensatze zu dem nur örtlich geltenden hinab
auch zeitlich steht, z. b. im schweizerischen curialstil: am 25. jenner abhin.
Während herab (
vgl. sp. 1005)
seine scharfe richtungsbestimmung manchmal so weit verloren hat, dasz verwechselung mit hinab
eingetreten ist, findet bei dem letzteren worte der umgekehrte fall nicht statt; nur in fällen wo die genauere richtung der bewegung zurück, das reine abwärts mehr vortritt, kann hinab
mit herab
wechseln: das haar flosz die schultern hinab
oder herab,
vgl. auch unten unter hinabkommen,
vorausgesetzt dasz das verbum in sinnlicher, und nicht abstracter bedeutung steht. 22) hinab
steht mit verben der bewegung im weitesten sinne, welche in dringlicher rede auch unterdrückt werden; die richtung der bewegung wird bestimmt durch praepositionen oder adverbien: die grenze gegen morgen .. am Jordan hinab.
Hes. 47, 18; weh denen, so am meer hinab wonen.
Zephanja 2, 5; Elia nam das kind und brachts hin ab vom saal ins haus.
1 kön. 17, 23; es war ein mensch der gieng von Jerusalem hin ab gen Jericho.
Luc. 10, 30; die strasze führt links hinab; ich aber höre, auf des Brockens spitze, von meinem fusz hinab ins land die donner rollen. Gökingk 3, 73;
oder durch einen accusativ: es begab sich aber on gefehr, das ein priester dieselbige strasze hin ab zoch.
Luc. 10, 31; der strom heult den felsen hinab. Göthe 16, 167; wir kamen über ein breites trocknes bett von kieseln und steinen, das die wasserfluthen die länge des berges hinab zerreiszen und wieder füllen. 244; ein gutes weib, welche nicht ferne das thal hinab wohnte und frau Elisabeth genannt wurde. 21, 24; die stirn von sorgen umglühet, die schattet er (
der kranz) sanft euch hinab. Overbeck
ged. 124.
in einer zusammenrückung: doch ach, des fremdlings wanderstab geht landhinauf und landhinab. Schmidt v. Lübeck
lieder (1847) 76.
kühn ist eine hierherfallende fügung Herders: (
dem schüler beim lesen des Horaz suche ich) den pfad von gedanken und bildern von weitem zu zeigen, wo wir den dichter finden werden. ich fange an: und ohne bemerkung einzelner schönheiten, schöner ausdrücke, gewählter phrases, jage ich seine ode hinab; ich fliege mit ihm, oder schwimme den strom seines gesanges hinunter.
z. litt. 11, 129. — hinab
im gegensatze zu hinan: nun pflügt er als ein feuermann auf seines nachbars flur, und miszt das feld, hinab hinan, mit einer glühnden schnur. Hölty 187
Halm; bald (
wollen wir) rudern auf bekränztem kahn, den see hinab, den see hinan. Bürger 48
a. 33) hinab
bezeichnet auch nur erstreckung bis an ein (
tiefer liegendes)
ende, so zwar, dasz der begriff der bewegung nur in dem ermessen der strecke liegt, welches nach dem willen des erzählenden ein hörer oder leser vornehmen soll: so sollte er geschwind vor das thor sich verfügen, wo man nach Städtlieb zugienge, da er denn auf denen dort den grund hinab seienden wiesen Reginen sprechen könnte.
Salinde 42; eine ganze gasse lag stumm hinab wie ein gottesacker. J. Paul
paling. 1, 29.
übertragen: alle, hoch und niedrig, bis zum bettler hinab, umstanden das grab dieses mannes;
vgl. unten hinabgehen
am ende, auch hinabänderung. hinab
zur kennzeichnung einer richtung: hier zur seit hinab quillt der brunnen, den ich trinke. Göthe 2, 178. 44)
verben der bewegung, mit hinab
verbunden: begleiten, deducere in partem inferiorem. Stieler 1145.
bringen: Potiphar ... kauft in (
Joseph) von den Ismaeliten, die in hinab (
nach Egypten) brachten.
1 Mos. 39, 1; bringet dem manne geschenke hinab. 43, 11; meine knechte sollen sie (
cedern) von Libanon hin ab bringen ans meer. 1
kön. 5, 8.
fahren: span an, und fahre hin ab, das dich der regen nicht ergreife.
1 kön. 18, 44; wer wil hin ab in die tiefe fahren?
Röm. 10, 7; uber das alles, ist zwisschen uns und euch eine grosze kluft befestiget, das die da wolten von hinnen hin ab faren zu euch, könden nicht.
Luc. 16, 26; du must mit den lustigen bewmen unter die erden hinab faren (
begraben werden).
Hes. 21, 18.
fallen: da viel ie einer nach dem andern die steg hinab.
Ulensp. s. 130
Lappenb.; aber die drei menner ... fielen hin ab in den glüenden ofen.
Dan. 3, 23; wenn dise zwei, gloub und lieb, halten die gedult (
unter dem bilde eines pilgerhutes) das sie nit gar hinab falt (
zu boden). Keisersberg
bilg. 70
a.
übertragen: Leonore (in wehmuth hinabgefallen). Fiesko — weinet um mich — liebt seine schwester. Schiller
Fiesko 1, 1.
fliegen, devolare. Hederich 1286: als durch die tiefe marmorkluft hinab die ersten donnerwogen wild schäumend in den abgrund flogen. Seume
spaziergang 1, 107.
fliehen: dann flöhn die ungeheuer erschreckt zur höll hinab. Göthe 2, 154.
flieszen: und liesz beche aus den felsen flieszen, das sie hin ab flossen wie wasserströme.
ps. 78, 16; links in abend flosz die welt eben hinab, gleichsam den abendröthen nach. J. Paul
flegelj. 1, 53; es war nur wasser — doch, dem halb erstorbnen sinn scheint lebensgeist den gaum hinab zu flieszen. Wieland 23, 40 (
Oberon 7, 60).
folgen: komm, folge mir ins dunkle reich hinab! Göthe 9, 56.
führen: sollen sie hin ab füren in einen kiesichten grund. 5
Mos. 21, 4; und füret den könig hinab vom hause des herrn.
2 chron. 23, 20; David sprach zu im, wiltu mich hin ab füren zu diesen kriegsleuten?
1 Sam. 30, 15; Hermes führe mich später, Cestius mahl vorbei, leise zum Orkus hinab. Göthe 1, 270; hat, von ihrem reiz gerührt zu des Orkus schwarzen flüssen Pluto sie hinabgeführt? Schiller
klage der Ceres; lebensmittel auf dem wasser hinab führen,
in aqua devehere commeatum. Steinbach 1, 389; die strasze führt hinab in das ebene land.
gehen, von personen: sihe, da kompt Rebeca eraus mit einem krug auf irer achseln, und gehet hinab zum brun und schepfet.
1 Mos. 24, 45; stehe auf und gehe hinab zum lager.
richt. 7, 9; da sie hin ab giengen von der höhe zur stad.
1 Sam. 9, 25; gehe hinab in dein haus.
2 Sam. 11, 8; da sie früe morgen den berg hinab gieng.
Judith 10, 12.
von personificationen: auch ein klaglied zu sein im mund der geliebten, ist herrlich, denn das gemeine geht klanglos zum orkus hinab. Schiller
Nenie. von dingen: der weg geht da hinab; wir waren wohl drei stunden gestiegen, als er (
der weg) hinterwärts sachte wieder hinabzugehen anfing. Göthe 16, 227; du ... findest dich vor einem gewölbe, da wohl zwanzig stufen hinab gehen. 16, 9; bis die sonne hinabgegangen ist. J. Paul
Hesp. 2, 246.
von einer erstreckung: thaten uns übrigens alle nichts, die geister, nur die hellseherinnen litten von ihnen, denn sie sollten ihnen helfen. das ging bis zu dem kinde hinab, welches sein hienieden fallen gelassenes butterbrod jämmerlich schreiend verlangte. Immermann
Münchh. 2, 133.
glänzen: müszten die sommergäste .. in die künftigen länder schauen — und in die ganze hinabglänzende abdachung der landschaft nach dem noch erleuchteten dörfchen hin. J. Paul
leb. Fibels 70.
glühen: vor der hinabglühenden sonne. J. Paul
biogr. bel. 1, 27.
greifen: zu dunkel, zu dunkel alles drunten! musz mir was aus der oberwelt hinabgreifen. Fr. Müller 2, 164.
hallen: gott mit dir, geliebter! tief zu herzen halle dir mein segensruf hinab! Bürger 63
b.
hangen: auf der schulter hinabhangen,
dependere ex humero. Hederich 1286.
vgl. unten unter hinaben.
jagen: er jagte das bettelvolk die treppe hinab; der kutscher jagte mit dem wagen den berg hinab.
knirschen, knirschend verschlingen: (
ich hab) den grund gelockert der mich trug, und dieser knirscht nun rächend mich hinab. Hebbel
Gyges (1856) 110.
kommen: da er nu hin ab kam.
richt. 14, 7; da der könig zu im hin ab kam.
2 kön. 7, 17; ehe sie auf den boden (
der löwengrube) hinab kamen, ergriffen sie die löwen.
Dan. 6, 24;
vom kommen in das todtenreich: wie sich vom schwefelpfuhl erzeugte drachen bekämpfend die verwandte brut verschlingen, zerstört sich selbst das wüthende geschlecht; kommt kinderlos und schuldlos mit hinab! Göthe 9, 56.
vom laufe einer grenze: gehet zur seiten hin neben dem gefilde, das gegen mitternacht ligt, und kompt hinab aufs gefilde.
Jos. 18, 18 (
vorher v. 17: kompt erab zum stein Bohen).
krachen, krachend nieder gehen: dumpf tönt durch das graun der nacht daher der wagen des todes! vor ihm geht Varus! der wagen rasselt Walhalla vorbei, kracht hinab zu dem strom Cocytus! Klopstock 8, 112.
kriechen: in ein loch hinab kriechen,
in foramen deserpere. Steinbach 1, 939.
lagern: der klare strom der zeit geht über einen hinabgelagerten blumenboden schöner stunden. J. Paul
Hesp. 3, 119.
langen: hinablangen,
ad inferiorem partem pertingere, deorsum praebere. Stieler 1068.
lassen: lieszen in an seilen hinab in die gruben.
Jer. 38, 6; stellet in auf die zinnen des tempels, und sprach zu im, bistu gottes son, so las dich hinab.
Matth. 4, 6; da namen in die jünger bei der nacht, und theten in durch die mauren, und lieszen in in einem korbe hin ab.
apostelgesch. 9, 25; einen ins gefängnis hinab lassen,
aliquem in carcerem demittere. Steinbach 1, 980.
laufen: man läuft die treppe hinab; das wasser läuft den berg hinab; aus dem brunnen hinab laufen,
ex fonte decurrere. Steinbach 1, 995.
legen: hinablegen,
inferius ponere, deponere, demittere, in inferiorem partem collocare. Stieler 1116.
leiten: und belehr ich mich nicht, indem ich des lieblichen busens formen spähe, die hand leite die hüften hinab? Göthe 1, 265.
lenken: den wagen die strasze hinab lenken.
leuchten: hinableuchten,
praeferre facem ad inferiorem partem. Stieler 1155; das selige behagen, mit allen stolzen thorheiten der zeit zu tändeln, zu scherzen, zu spielen und des witzes urkräftige blitze in alle spelunken hinableuchten zu lassen. Immermann
Münchh. 3, 143.
machen, reflexiv: da nu Saul hin zoch mit seinen mennern zu suchen, wards David angesagt, und er macht sich hinab in den fels.
1 Sam. 23, 25; wollte gott, ich könnte mich nur aus der verdammten schieszscharte ... hinab machen. J. Paul
anh. z. Tit. 2, 29.
plumpen: zitternd plumpt er hinab vom schmalen balken zur erde. Göthe 40, 53; und hinab dann wieder zu plumpen in kühlende flut. Voss
Ov. 1, 339.
quellen: im garten .. flieszt der bach der liebe, dort flossen thränen der liebe und quollen hinab. Klinger
theater 3, 345; es quillet heller nicht vom Parnasz die ewge quelle sprudelnd von fels zu fels ins goldne thal hinab, wie freude mir vom herzen wallend flieszt. Göthe 9, 54.
reichen: ich kann in diese tiefe nicht hinabreichen.
reisen: darnach reiset er hin ab ins land Damasken.
Judith 2, 17; reiseten sie hinab in Egyptenland. 5, 8.
rennen: die pferde rennen den berg hinab.
rinnen: vom berge hinabrinnen,
defluere monte. Hederich 1286; in dhosen brunz zu weiln darzu das es hinab rinn in die schuoh.
grobianus b. 1,
cap. 5.
rollen: der wagen rollt hinab
rücken: hinabrücken,
partem inferiorem occupare, degredi, demittere se. Stieler 1570; die sonne war hinabgerückt, das thal legte wie eine verwittibte fürstin einen schleier von weiszen düften
an. J. Paul
uns. loge 3, 67.
rufen: da kam ein knabe gelaufen an mein väterlich haus, rief mich zum strande hinab. Göthe 1, 298.
rumpeln, mit groszem geräusch hinab fallen: lisen den groszen frisischen hengst .. hinab rumpeln.
Garg. 135
b; Mäczli die was also lam das sey chaum zur stegen cham, secht, do rumpelt sey hin ab, sam ein ander mülrad.
ring 10
d, 28.
rutschen, rütschen: sihestu, wenn du das an einem menschen sihest, so soltu wissen, das im der huot der gedult nit ganz entpfallen ist, aber allein uff den sack und mantel hinden an, das ist uff den christenlichen glouben und lieb hin ab gerütscht. Keisersberg
bilg. 70
a.
schauen: das freie grosze auge, ruhig hinabschauend in die freie, grosze welt. H. Heine 1, 77; in hohem grade wunderbar erscheint uns alles beim ersten hinabschauen vom Brocken. 78; aber wonn ist es auch, hinab zu schauen die reihen jener zeiten. Klopstock 6, 192.
schicken: nem ein disz pillulen: schicks hinab.
Garg. 102
b.
schieben: er schiebt einen karren den weg hinab; er schob sich die treppe hinab (
entfernte sich leise).
schieszen, intransitiv, eilen: er schosz den pfad hinab zu dem ihn erwartenden; wohl manches fahrzeug, vom strudel gefaszt, schosz jäh in die tiefe hinab. Schiller
taucher. transitiv: hinabschieszen,
ex supernis in infima jaculari. Stieler 1771.
schleichen, deorsum prorepere. Stieler 1835.
schleifen: nichts als das wehen meines athems, der sich die mauer hinabschleifte. Tieck 8, 68; Gunzelin schliff mit ihr einen so raschen schleifer längs dem saal hinab, dasz der erdboden rauchte. Musäus
volksm. 107.
schlingen: nehmt blut der sau, die ihre jungen in eignen schlund hinab geschlungen. Bürger 304
a.
schmeiszen: unsre friedensrichter die treppen hinab zu schmeiszen! Schiller
Fiesko 2, 8.
schmettern: ja lieber hoffmann, der einen heiszt die steg hinauf tretten, der kan einen wider heiszen hinab schmettern.
Garg. 213
b.
schrecken: er kömmt, mit staub und ruhm bedeckt, und hat die zwietracht, die der völker mark verzehrte, zur höll hinabgeschreckt. Ramler 1, 65.
schwimmen, denatare. Stieler 1979.
schwingen: auf einmal schien die sonne durchzudringen, im nebel liesz sich eine klarheit sehn. hier sank er leise sich hinabzuschwingen; hier theilt er steigend sich um wald und höhn. Göthe 1, 4.
sehen: von den hügeln in die stadt hinab sehen,
a tumulis urbem despicere. Steinbach 2, 563; sehen hinab in das wilde meer. Schiller
taucher. sehnen: und zu den todten sehn ich mich hinab. Göthe 9, 358.
sinken: ein mensch, tiefgebeugte zuhörer, kann in die zweite welt hinabsinken, ohne dasz ein trauerpferd nachspringt. J. Paul
Hesp. 3, 58; wie unter dir der trügerische firn einbricht, und du hinabsinkst, ein lebendig begrabner, in die schauerliche gruft. Schiller
Tell 3, 1.
springen: vom berge hinab springen,
de monte desilire. Steinbach 2, 647.
spülen: schwelle herauf, taumelnder zephyr, und spüle mich in deine blütenkelche hinab. J. Paul
Hesp. 1, 151; die speisen mit einem frischen trunk hinabspülen.
steigen: gehe hin, steige hinab.
2 Mos. 19, 24; stiegen hin ab in das wasser.
apostelgesch. 8, 38; da steig Petrus hin ab zu den mennern. 10, 21; hier beschwört es (
das orakel) der forscher, der reines herzens hinabsteigt. Schiller
der genius; er sei hinabgestiegen zu den todten.
Phädra 2, 1; die ewge liebe steigt von gott zu uns hinab für schimpf und spott. Arndt
ged. (1840) 546.
stellen: hinabstellen,
detrudere, demittere, deorsum locare. Stieler 2147.
sterben: stärke dann aus der hangenden nacht mich, in die dein leben hinabstirbt. Klopstock 4, 104; wie er hinabstirbt seinen groszen tod. Schubart
ged. 1, 21.
stoszen: ich wil dich unter die erden hin ab stoszen.
Hes. 26, 20; beweine das volk in Egypten, und stosze es mit den töchtern der starken heiden hinab unter die erden. 32, 18.
streifen: Ilse sah auch, dasz das auge der prinzessin flüchtig bis zu ihr hinabstreifte und dasz sein ausdruck ernster wurde. Freytag
handschr. 2, 404.
stürzen, intransitiv: ist es da nicht die stimme der ganz in sich gedrängten, sich selbst ermangelnden, und unaufhaltsam hinabstürzenden creatur, in den innern tiefen ihrer vergebens aufarbeitenden kräfte zu knirschen: mein gott! mein gott! warum hast du mich verlassen? Göthe 16, 132;
transitiv: füreten in auf einen hügel des berges, .. das sie in hin ab stürzeten.
Luc. 4, 29; entlief er auf die mauren, und stürzt sich manlich hin ab unter die leute. 2
Macc. 14, 43; kommt der traurige scheidetag, stürmt die freunde hinweg, stürzet den seelendolch in mein blutendes herz hinab. Hölty 92
Halm; (
dasz sie) Hellas bestes geschlecht stürzten zum Orkus hinab. Schiller
das glück. thun: brauchte aus kraft des steins, den ich bei mir hatte, im athmen das wasser an statt der luft; ich konte auch gleich so wol als die wassermännlein mit geringer mühe in der see herum webern, maszen ich mich mit denselben in abgrund hinab thät.
Simpl. 2, 56
Kurz. tragen: denn da Abiathar .. floh zu David gen Kegila, trug er den leibrock mit sich hinab.
1 Sam. 23, 6; liebliche winde zerflossen von ihm, und trugen die stimme, die sonst keine geschöpfe nicht hörten, hinab zu dem mittler. Klopstock 3, 53; sollte Molly mir nur werden, trüg ich aller welt beschwerden noch den längsten pfad hinab. Bürger 62
b.
träumen: er träumte sich endlich in einen langen schlaf hinab. J. Paul
Tit. 4, 134.
treiben: der kahn treibt den flusz hinab; sie trieben die herde den pfad hinab.
treten: hinabtreten,
ima petere. Stieler 2337.
trinken: wo bei entfleischtem gebein der getödteten schädel liegen, und wo das blut der empörer der hügel hinabtrank, dasz er dampfte! Klopstock 4, 20; genug hinabgetrunken hat die erde des edeln blutes, das aus ihr entsprang. Schiller
Phädra 2, 2.
walgern, wälgern: wisset ihr nicht, das ein stein in einem augenblick sich selber einen hohen berg hinab welgert, da man ihn in einem ganzen tag nicht wider hinauf walzen kan. Zinkgref
apophth. 1, 216.
wälzen: sie wälzten grosze steine die felsen hinab.
wandeln: Rhea Sylvia wandelt, die fürstliche jungfrau, der Tiber wasser zu schöpfen, hinab, und sie ergreifet der gott. Göthe 1, 262.
wanken: irren, traurigen tritts wanken wir unsern weg durch das leben hinab, bis sich die liebe naht. Hölty 96
Halm. weisen: hinabweisen,
praemonstrare viam deorsum. Stieler 2485.
werfen: fürete sie (
frauen) herumb durch die ganze stad, und wurfen sie zuletzt uber die maur hinab. 2
Macc. 6, 10; ach, ist disz nicht ein ehrlichs erbieten, werft mich nicht zum fenster ausz, sondern die steg hinab.
Garg. 213
b; wer wagt es, rittersmann oder knapp, zu tauchen in diesen schlund? einen goldnen becher werf ich hinab. Schiller
taucher. winden: die strasze windet sich hinab.
winken: vom fenster einen grusz hinabwinken.
wirbeln: da wirbelte die grobe verworfne faust zwei stiegen mich hinab. Thümmel 6, 280.
ziehen, intransitiv: sahen einen haufen Ismaeliter komen ... die zogen hin ab in Egypten.
1 Mos. 37, 25; zoch hin ab, und wonet in der steinkluft zu Etam.
richt. 15, 8; waren die menner Juda gen Gilgal komen, hin ab zu ziehen dem könige entgegen.
2 Sam. 19, 8; es begab sich aber on gefehr, das ein priester dieselbige strasze hin ab zoch.
Luc. 10, 31.
transitiv: wird er uns alle, die wir an sein glück befestigt sind, in seinen fall hinabziehn. Schiller
Piccol. 5, 3; auch mich wird meines vaters schuld mit ins verderben hinabziehn.
Wallenst. tod 3, 21; und reiszend sieht man die brandenden wogen hinab in den strudelnden trichter gezogen.
taucher. zwingen: hinabzwingen,
detrudere, depellere. Stieler 2670.