strabeln(strabbeln),
verb. 11)
zunächst von kindern '
mit händen und füszen zappeln'
wie unten strappeln
verb. ( Campe),
wohl als häufigkeitsbildung zu der gruppe streben
verb. vgl. auch unten strebeln (
als ein entsprechendes verhältnis traben
und trappeln
s. unten)
und strampeln
wb. der luxemb. ma. 428
a;
neben krabeln (
th. 5
sp. 1911): unsere getaufte kinderlin strabeln und krabeln in dem königlichen schutze und geleite Jesu Christi
V. Herberger
herzpostilla (1613) 1, 139;
und das bild vom kindlichen verlangen, ausgedrückt durch zappelndes greifen der händchen: nâch der mîn herze mit girde sô volleclîchen strabelt
minneburg bei Lexer 2, 1220;
ganz entsprechend die kinder strabeln nach den äpfeln, den nüssen, welche ihnen hingeworfen werden Höfer 3, 190. 22)
von der zappelnden, sich reckenden bewegung eines erwachenden: darnach, wann er erwacht, gumpet, plitzet, strabelt, geilet, rammelt und hammelt er ein weil im bett herumb, die leblichkeit der sinn und mütigkeit des geistes und fleisches etwas aufzumuntern und zu erfrischen Fischart
Gargantua 251
neudr. (
vgl. Regis
Rabelais 1, 65); und ist der diener des morgens etwan nicht um den weg, so mag sein armer herr wie eine schildkröte auf ihrem rücken ... so lange hülflos im bette strabeln J. Moore
abrisz des gesellschaftl. lebens (1779) 9;
hierher wohl noch die schweiz. redensart aufhören zu strabeln '
sterben' Stalder 2. 403. 33)
besonders in nächster anlehnung an 1) '
die glieder eifrig regen'
zum erwerb u. s. w., so luxemb. strabbelen '
sich aus einer schwierigen lage ohne fremde hilfe herauszuhelfen suchen'
wörterb. d. luxemb. ma. 428
a,
ähnlich lippisch strawölen,
rav. strawolen
sich beim wandern ohne gebahnten weg durch tiefen schnee, morast, dichtes gesträuch durcharbeiten dur dicke un dünne strawölen Frommann
zs. 6, 486;
als '
emsig arbeiten': haued ue (
aufwärts), haued abe, lönd de metzgermeister strable
bibl. älterer schriftw. d. Schweiz I 5, 238.
vgl. elsäss. es sind armi lit, sie müssen strabeln, dasz sie durchkummen Martin-Lienhart 2, 623
a. 44)
mit dem beisinn von '
erregt in der luft herumfuchteln': dann wann es sich begab, dasz er zornig ... ward, dasz er anfieng vor rachgiriger boszheit zu veitsdäntzelen, zu hupfelen, schupfelen, zabelen, strabelen, zitteren, witteren Fischart
Gargantua 169
neudr.; das strabelte alls blosz also sehr, das schrie alls blosz also laut H. Stehr
novellen 25; mitn händten mueszt strabeln und babeln mitn mäul Stelzhamer
dichtungen 1, 240;
dann auch '
schnelle unordentliche bewegungen machen; eilig etwas thun': die arbeiter (
welche zuvor müszig plauderten) fingen an zu strabelen, als der hausvater kam (
d. h. griffen schnell und unordentlich zu) Höfer
wb. 3, 190. 55)
auf 4
beruhend pfälz. strawele '
in reden alles durcheinander bringen' Autenrieth 138.