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triegen

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 9 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

triegen vb.

Bd. 22, Sp. 482
triegen, vb., nur in reflexivem gebrauch sich auf etwas triegen sich verlassen, trauen auf, seit dem spätmhd. (14. jh.); offenbar identisch mit trügen, aus dem sich die bedeutung über die häufig belegte verwendung im sinne von 'sich fälschlich verlassen, sich täuschen in' entwickelt haben dürfte. die zusammengehörigkeit mit trügen wird z. t. nicht mehr gefühlt, die wörterbücher scheiden sich triegen zumeist von triegen (trügen). Schiller-Lübben stellen sik dregen up für das mnd., in dem trügen und tragen zusammengefallen sind, zu tragen, s. mnd. wb. 1, 564; Adelung, der beziehung zu trauen annimmt, merkt an 'nur in einigen gegenden üblich, im hochdeutschen fremd' 4, 1060, Heynatz 'blosz landschaftlich' antibarb. 2 (1797) 478. der gebrauch ist mittel- und niederdeutsch, nd. mundarten haben ihn bis heute: ich wil uch daz nicht verdagen, daz sich uf daz capitil her trygen dij alchymisten ser (1338) Hiob-paraphrase 10612 Karsten; ab sich getrogen hat min lib uf eynes andern mannes wib (in plumper übersetzung der stelle: si deceptum est cor meum super muliere Hiob 31, 9) ebda 11667; gedenkit an den gotis wigant, der nicht mit strite ubirwant, sundir mit gebetis vle Amelech di roten e, di in vrevele wilde sich trogin uf ire schilde (zu Judith 4, 13: Amalec confidentem in virtute sua ... et in clypeis suis) Nicolaus von Jeroschin kronike v. Pruzinlant 2207 Strehlke; idoch kegn vespir quamin di her widir zusamin vor dem huse Birgelow und do sichir allir drow di herberge vingin und ir gezelt ufhingin sich triginde uf ire macht ebda, v. 14823; (Sinagoga zu Ecclesia) ich mein, du trugest dich uff din gewalt, dasz du vor dich host gestalt den propheten Jheremiam Alsfelder passionsspiel v. 4683; reichlich flieszen mnd. belege (in denen jedoch das verb auch als tragen gefaszt werden kann), s. Schiller - Lübben 1, 564: se dregen sik meist up ere starke Reineke de vos 4751 Lübben; drech dy nicht up dinen adel unde dinen staed speygel der dogede (1485) 172; se en droghen und verleiten sick nicht up dat grote gud Freckenhorster legende in Dorow denkmäler (1824) 1, 31; nhd. belege sind spärlich: etliche aber ziehen auch aus, nehmen ein groszes gut mit, worauff sie sich dann triegen und verlassen engl. comedien u. tragedien (1624) g 5b; als noch die zarte welt lag gleichsam in der wiegen, durft einer sich auf nichts als auf die unschuld triegen Canitz gedichte (1727) 139; man musz nicht meynen, dasz alsdenn unsere kinder wohl versorget sind, wenn wir ihnen grosze güter erblich hinterlassen. vielweniger musz man sie es wissen lassen, dasz wir einen vorrath haben, und ihnen verstatten, dasz sie sich darauf triegen solten Chr. Scriver seelenschatz (1737) 1, 840a; ich habe mich auf euer wort getrogen j'ai compter sur votre parole P. Rondeau neues teutsch-frz. wb. (1765) 2, N n n n nb; sich triegen zig op iets verlaaten, op iets staat maaken. ich habe mich auf euer wort getrogen Kramer-Moerbeck (1768) 346b; er triegt sich auf sein geld, auf seine verbindung mit der buhlerin des fürsten Heynatz antibarb. 2 (1797) 478; in nd. mundarten: sik draigen op 'sich verlassen auf, sich hoffnung machen auf' Woeste westfäl. 56; ba me sik op drüget, dat em entflüget ebda; he drugt sik up sien geld on good brem.-ns. wb. 1, 254; drüg die daar nig up ebda; he drüggt sik op sien frünn, op sien geldbüdel, op dien hölp Mensing 1, 853; de sik op di drüggt un gott verlett, de is ümmer un ewig verlorn ebda.
3460 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    triegenstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    triegen stm. wan daʒ siʒ umbe werfent an ein triegen Walth. 83,23. liegen triegen ist ein site, dem vil der werlde volge…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Triegen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. * Triegen , verb. reg. recipr. welches nur in einigen Gegenden üblich ist, sich auf etwas triegen, sich darauf verlas…

  3. modern
    Dialekt
    triegen

    Rheinisches Wb.

    triegen = trügen (s. d.).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit triegen

24 Bildungen · 1 Erstglied · 18 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von triegen 2 Komponenten

tri+egen

triegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

triegen‑ als Erstglied (1 von 1)

triegen als Zweitglied (18 von 18)

abe betriegen

MWB

abe betriegen stV. ‘jmdm. etw. durch Betrug abnehmen’ do kart er [Reinhart] allen sinen sin, / daz ern im [dem Raben einen Käse] ab betrvge …

abe ertriegen

MWB

abe ertriegen stV. ‘jmdm. etw. durch Betrug abgewinnen’ swenne du unreht guͦt nimest dc du ieman hast abertrogen PrSchw 1,101. 1,102; PrBert…

abe triegen

MWB

abe triegen stV. ‘jmdm. etw. durch Betrug abgewinnen’ daz sebynde gebot ist daz: daz du nymande sullist stelyn adir beroubyn adir abetrigen …

abebetriegen

KöblerMhd

abe·betriegen

abebetriegen , st. V. nhd. „abbetrügen“, durch Betrug abnehmen, ablisten Q.: ReinFu (Ende 13. Jh.) E.: s. abe, betriegen W.: nhd. (ält.) abb…

abetriegen

KöblerMhd

abe·triegen

abetriegen , st. V. nhd. „abtrügen“, betrügen Q.: EvB (FB abe triegen), Eilh (1170-1190) E.: s. abe, triegen W.: nhd. abtrügen, st. V., betr…

abtriegen

DWB

abt·riegen

abtriegen , fallaciter auferre: wann der weis dem narren das gut abtreugt. fastn. sp. 293, 11; weil dasselbig büchlein mir heimlich, keiner …

ane ertriegen

MWB

ane ertriegen stV. ‘jmdm. jmdn. (durch Betrug) wegnehmen’ die mich von kinde hânt erzogen, / den habet ir mich nu an ertrogen Tr 11588 MWB 1…

betriegen

DWB

bet·riegen

betriegen , betrügen , fallere, decipere, inducere, ahd. pitriokan, mhd. betriegen, alts. bidriogan, nnl. bedriegen, teuschen, hintergehen. …

e(n)ttriegen

Idiotikon

e(n)ttriegen Band 14, Spalte 620 e(n)ttriegen 14,620

entriegen

KöblerMhd

ent·riegen

entriegen , st. V. nhd. einen Betrug wieder gut machen Q.: DRW (1432) E.: s. ent, triegen (1) W.: nhd. DW- L.: DRW

getriegen

KöblerMhd

get·riegen

getriegen , st. V. nhd. „betrügen“ Q.: LvReg (1237-1252), Parad, MinnerI, Seuse (FB getriegen), Eckh, PrOberalt E.: s. ge, triegen W.: nhd. …

übertriegen

KöblerMhd

übertriegen , st. V. nhd. „betrügen“, überlisten Q.: LS, ReinFu (Ende 13. Jh.) E.: s. über, triegen W.: nhd. DW- L.: Lexer 240a (übertriegen…

Ableitungen von triegen (5 von 5)

betriegen

DWB

betriegen , betrügen , fallere, decipere, inducere, ahd. pitriokan, mhd. betriegen, alts. bidriogan, nnl. bedriegen, teuschen, hintergehen. …

betriegenlich

Idiotikon

betriegenlich Band 14, Spalte 625 betriegenlich 14,625

ertriegen

Lexer

er-triegen stv. III. BMZ betrügen Griesh. mit abe, an.

getriegen

KöblerMhd

getriegen , st. V. nhd. „betrügen“ Q.: LvReg (1237-1252), Parad, MinnerI, Seuse (FB getriegen), Eckh, PrOberalt E.: s. ge, triegen W.: nhd. …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „triegen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/triegen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „triegen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/triegen/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „triegen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/triegen/dwb.
BibTeX
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