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rûhen

ahd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
Anchors
17 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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66
Verweise raus
93

Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

rûhen

girûhenAWB sw.v. I, Gl. 2,180,59 (in 4 Hss.,
10. Jh. bis 3. Viertel des 11. Jh.s, alle bair.). 60
(wohl Anfang des 9. Jh.s, bair.) und Federgl.
in München, Clm. 21525 (wahrscheinlich 10.
Jh., bair.; vgl. Ernst-Nievergelt-Schiegg 2019:
567): ‚rau machen; exasperare‘. Faktitivum
zum Adj. rûh (s.d.). – rûhîAWB f. īn-St., seit der 2.
Hälfte des 9. Jh.s in Gl.: ‚das Borstige, stachlige
Ähre, Mantel aus grobem Stoff, Fell; caracalla,
focale, horror spiceus, lanugo‘ (mhd. rûhe,
riuhe st.f. ‚Rauheit, Behaartheit, Pelzwerk, raue
Gegend‘, nhd. Raue f. ‚Mauser des Federwil-
des, das auf dem Wasser oder in Sümpfen lebt‘;
vgl. as. rūhia f. jō(n)-St. ,Decke, grobes Tuch;
villa, villosa‘ in Gl. 4,245,37. 38 = WaD 111,
36. 37 [10. Jh.]). Deadj. Abstraktum. S. rûh. –
rûhilaAWB f. ō(n)-St., Gl. 3,148,20 (in 2 Hss.,
beide Gl. 12. oder 13. Jh.). 21, alle im SH:
‚Kopftuch; ricinium‘. Diminutivbildung. S.
rûhî, -il. – rhilîhAWB adj., nur Npw: ‚brüllend‘.
Deverbale Bildung (vgl. Schmid 1998: 347).
S. rhen, -lîh. – rûhilînAWB n. a-St., wohl seit Ende
des 12. Jh.s in Gl. (SH): ‚Kopftuch, Kopfbinde;
infula, ricinium‘ (in anderer Bed. mhd. riuhelîn
st.n. ‚Schamhaar der Frau‘). Diminutivbildung.
S. rûhî, -ilîn. – rûhilingAWB m. a-St., Gl. 3,148,48
(12. Jh.): ‚Kopftuch; ricinium‘. Diminutivbil-
dung mit dem Fortsetzer des kombinierten Suff.
urgerm. *-ilinǥa-. S. rûhî, -iling. – rhilôdAWB m. a-
St., Gl. 1,500,54 (12. Jh.) und Npw: ‚Gebrüll;
rugitus‘. Verbalabstraktum, das mit dem Fort-
setzer des Suff. urgerm. *-ōþu- abgeleitet und
in die m. a-St. überführt wurde. S. rhilôn,
-ôd/-ôt. – rhilônAWB sw.v. II, nur Npw: ‚brüllen,
schreien; rugire‘ (mhd. rühelen, rücheln sw.v.
‚brüllen, röcheln, wiehern‘, nhd. röcheln sw.v.
‚schwer atmen und dabei ein rasselndes Geräusch
hervorbringen‘; mndd. ruchelen sw.v. ‚rasselnd
atmen, röcheln, Unzufriedenheit äußern, mur-
ren‘; mndl. rochelen, ruchelen sw.v. ‚rasselnd
atmen‘). Intensiv-Iterativbildung mit dem Suff.
-ilôn (s.d.). S. rhen. – irrhilônAWB nur Npw:
‚brüllen, schreien; rugire‘. – rhînAWB f. īn-St., nur
Gl. 4,18,26 (2. Viertel des 9. Jh.s): ‚Gebrüll;
rugitus [sonitus]‘. Abstraktum zum sw.v. I
rhen (s.d.) (vgl. auch Krahe-Meid 1969: 3,
§ 93). – rhitAWB m. a-St., Nps und Npg: ‚Gebrüll,
Geschrei; rugiens rugitus‘, sih ûzziohan mit
rhite ‚mit Gebrüll auf Beute ausziehen;
rugire‘. Verbalabstraktum mit dem Fortsetzer
des Suff. urgerm. *-iđa-. S. ruhen, -id/-it. – ruc¹AWB
m. a- oder i-St., in NMC und Nps: ‚Rauch;
fumus‘ (mhd. ruch st.m. ‚Geruch, Dampf,
Dunst, Rauch‘, nhd. Ruch m. ‚Geruch, zwei-
felhafter Ruf‘; mndd. rȫke m. ‚Geruch‘, übertr.
‚Eindruck, Ruf‘; frühmndl. roke m./f. ‚Geruch,
Duft‘ [a. 1240], mndl. roke m./f. ‚dss.‘). Ab-
straktum, das vom st.v. II riochan (s.d.) abge-
leitet ist. – ruc²AWB m. a- oder i-St., Gl. 2,709,41
(10./11. Jh., mfrk.) und in NMC: ‚Bewegung,
Ruck; motus, pes‘ (mhd. ruc st.m., gen.sg. ru-
ckes ‚schnelle Ortsveränderung, Ruck‘, nhd.
Ruck m. ‚kurze Bewegung, die abrupt einsetzt
oder aufhört‘, in der Fügung mit einem Ruck
‚plötzlich, auf einmal‘, in der Wendung sich
(innerlich) einen Ruck geben ‚sich zusammen-
reißen, sich überwinden, etw. zu tun, worauf
man keine Lust hat‘; mndd. ruk m. ‚kleine Weg-
strecke‘; mndl. ruc, rock m. ‚Ruck‘; aisl. rykkr
m. ‚Ruck‘). Nomen postverbale zum sw.v. I ru-
cken (s.d.); vgl. Wissmann 1975: 81. – Ahd.
Wb. 7, 1206 ff.
1241 (Ansatz ruod für rhit);
Splett, Ahd. Wb. 1, 754. 769. 770; eKöbler, Ahd.
Wb. s. vv. girūhen, rokkila, rokkilīn, rokkiling,
ruh, rūhī, ruhilōd, ruhit, ruk; Schützeichel⁷ 263.
266; Starck-Wells 490 (Ansatz rockila, ro-
ckilīn, rockiling für rûhila, rûhilîn, rûhiling).
829. 853; Schützeichel, Glossenwortschatz 7,
459 (rockila, rockilīn, rockiling); 8, 17.
3869 Zeichen · 216 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    rûhensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    rûhen sw. v. , mhd. rûhen; mnd. rûien; ae. rý(a)n. ruwente: part. prs. nom. oder acc. pl. m. Gl 3,255,74 ( SH a2, Wien 2…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ruhen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    ruhen , rûhen s. rohen, s. rüegen, s. ruowen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ruhen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ruhen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, eigentlich der Bewegung entgegen gesetzet ist, und nich…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ruhen

    Goethe-Wörterbuch

    ruhen vielfach ‘ruhn’ sowie in flekt Form apokopiert bzw apostrophiert; öfter subst ‘das R.’ sowie ‘der/die/das R-de’ 1 …

  5. modern
    Dialekt
    ruhenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    ruhen schw. : 1. 'rasten, schlafen', ruhe [verbr., Christmann Kaulb 28 Mang 139 Müller Dietschw 57 Lambert Penns 127 Krä…

  6. Sprichwörter
    Ruhen

    Wander (Sprichwörter)

    Ruhen 1. Besser ruhn, als halb und halb thun. 2. Rueba get guet Bueba 1 . – Tobler, 372. 1 ) Rueb = Ruhe, rueba = ruhen.…

  7. Spezial
    ruhen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ru|hen vb.intr. 1 (sich erholen) palsé (-sa) 2 (von Toten) palsé (palsa) 3 (sich stützen) palsé (-sa), dé sura 4 ‹fig› (…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruhen

13 Bildungen · 3 Erstglied · 5 Zweitglied · 5 Ableitungen

ruhen‑ als Erstglied (3 von 3)

Ruhen des Verfahrens

Meyers

Ruhen des Verfahrens heißt nach der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 251) der zufolge einer Vereinbarung der Parteien eintretende Stillstand,…

ruhenlassen

GWB

ruhen·lassen

ruhenlassen Getrenntschr etw (eine Zeitlang) nicht weiter verfolgen, auf sich beruhen lassen; wiederholt ‘eine Angelegenheit/Sache r.’ ließ …

ruhen als Zweitglied (5 von 5)

ausruhen

DWB

aus·ruhen

ausruhen , quiescere und recreare, 1 1) intransitiv, ruhe haben, schöpfen, empfinden: von der arbeit ausruhen; von aller seiner mühe ruht er…

beruhen

DWB

beruhen , quiescere, acquiescere, mhd. beruowen ( aber wenig im gebrauch ), Luther schrieb, mindestens anfangs, berugen. 1 1) die sinnliche …

geruhen

DWB

geruhen , älter nhd. gerûchen, geruechen, ahd. mhd. geruochen, md. gerûchen, mnd. gerôken, geruoken, gerûken Schiller-Lübben 2, 73 a , durch…

irruhen

KöblerAhd

irruhen , sw. V. (1b) nhd. schreien, brüllen ne. shout (V.), roar (V.) ÜG.: lat. irrugire NGl, rugire N Q.: N (1000), NGl I.: Lüt. lat. irru…

thruhen

KöblerMhd

thruhen , sw. V. Vw.: s. drücken (1)

Ableitungen von ruhen (5 von 5)

beruhen

DWB

beruhen , quiescere, acquiescere, mhd. beruowen ( aber wenig im gebrauch ), Luther schrieb, mindestens anfangs, berugen. 1 1) die sinnliche …

erruhen

DWB

erruhen , reficere, ausruhen: mittlerzeit erruen wir unsere müde glider widerumb. Aimon k 6 b ; ir glider waren von arbeit ermüdet und darum…

geruhen

DWB

geruhen , älter nhd. gerûchen, geruechen, ahd. mhd. geruochen, md. gerûchen, mnd. gerôken, geruoken, gerûken Schiller-Lübben 2, 73 a , durch…

unruhen

DWB

unruhen , verb. zu unruhe, inquietare. mhd. unruowen, mnd. unrouwen. vgl. unruhigen. heute beunruhigen. an. úróa, dän. uroe, schwed. oroa. v…

verruhen

DWB

verruhen , verb. ausruhen. sich verruhen: verruhe dich mein liebster, leg ab die sense. Herder 7, 122 .