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schlafen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
14 in 13 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

schlafen st., schw.

Bd. 5, Sp. 998
schlafen st., schw.: 1.a. 'im Zustand des Schlafs sein', schlofe (šlōfə) [verbr., Christmann Kaulb 7 Henn Mda.-Int. 99 Mang 115 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 18, 41 Lambert Penns 135 Krämer Gal 185], (šlfə) [mancherorts westl. WPf vereinzelt mittl. VPf, Altenhofer 16 Bertram § 42], schloufe (šlǫufə) [vereinzelt SOPf SWPf], (šlōufə) [KL-Queidb, Höh 48, 80]; Part. Perf. geschlof [WPf], g(e)schlofe [VPf], geschloft [mancherorts westl. WPf SWPf]; Konjug. s. F.; Zs.: aus-, durch-, ein-, ent-, ver-, vorschlafen; Syn.: bafeln, bäfeln, bätzeln, pennen, bremsen1 1, brummen II 2, dachsen I 1, dauseln, dausen, dofen, dosen, dösen, dosern, drieschen, turmeln 2, turmen, duseln, eulen, flanschen, gumpeln, gumpen, heiamachen, kollern2 2, legen 2aβ, lunchen, lunzeln, lunzen, neipeln, nicken 2, nucken, nuckeln, nullesen, nunchen, nunzeln, ranzen1 2, ratzen 1cβ, rollen, rosten2 2 a, ruhen 1, schlafeln, schläfeln, schlummen, schlummern, schnappen 8 b, untern, daneben Wend. wie: sich auf das Ohr legen, einen herunter- reißen, in die Klappe 2 b, Falle 4 gehen u. a.; dief, fescht, leicht, uⁿruhich, schlecht sch. [KL-Ottb, verbr.]; sch. gehn [KU-A'glan, verbr.]; sich gesund sch. [LU-Altr]; e Rand sch. 'ein kleines Schläfchen machen' [LU-Opp]; e Käppel sch., dass. [LA-Venn]; es Klää sch. singe 'das Kind in den Schlaf singen' [KU-Bedb LA-Gommh]. Gun Naacht, schlof gut! [KU-Bedb]. Ich kann net sch. [RO-Als]. Mer määnt, der hot schun sechs Woche nimmi geschlofe [LU-Alsh]. Hoschde uf deine Sunndaachskläärer geschlof, weil se so verkrumbelt sein? [KU-Schmittw/O]. Der Bien geht schlofe 'Das Bienenvolk begibt sich zum Winterschlaf' [KU-Krottb]. Psst, de Babbe schlooft! [Kraus Arwed 21]. RA und Vergleiche: Wer fest, lang schläft, schläft wie e Dachs [LU-Altr, verbr.], wie e Ratz [LU-Opp, mancherorts], wie e Murmeldier [KU-Bedb BZ-Dierb], wie e Ochs [LU-Oggh], wie e Sau [NW-Kallstdt], wie e Sack [Pirmas], wie e Doder [Kaislt], wie dotgeschlaa [PS-Saalstdt, Gal]; von Langschläfern sagt man: er schloft e Loch in de Dag enin [NW-Frankeck, mancherorts, Beam Penns 94]; er schläft bis die Katz kräht [KB-Mauchh], bis die Katz em Perer (Peter) rieft [RO-Odh], bis em die Sunn uf de Arsch scheint [GH-Nd'lustdt]; wer früh schlafen geht, geht mit de Hinkel (Hihner) sch. [KU-Trahw, verbr.]. Weitere RA.: mol driwwer sch. 'noch einmal über eine Entscheidung nachdenken' [KU-Dennw/Frohnb, verbr.]. Das geht met mer sch. un steht met mer uf 'Das geht mir Tag und Nacht nicht aus dem Sinn' [KU-Kaulb, vereinzelt]. Er hot sich sch. geleet, hat Bankrott gemacht [Hebel 24]. Der kann uf em Wäschsääl sch., von einem sehr Dünnen, Schmächtigen [Lu'haf]. Des isch der brävscht Mensch wann er schloft [Rußl-Worms, mancherorts]. Wann er schloft, braucht er nix se esse, von einem, der viel ißt [PS-Saalstdt, mancherorts Don Gal Buch Rußl]. Kindern droht man scherzh.: Du muscht barfießich sch. gehⁿ un kalt Wasser trinke [KL-Hirschhn, mancherorts Don Gal Rußl]. Mer wern sch. gehe, die Leit wollen haamgehe, scherzh., bei lange bleibendem Besuch [KB-Bischh, mancherorts]. Im Brot hat Heint Nacht werrer de Bäcker geschlof, von groblöcherigem Brot [Westricher Kalender 1957 102]. SprW.: Wie mer sich bett (sich 's Bett macht), so schloft mer [KU-Trahw, mancherorts, auch Auslandspfälzer]. Mer dut sich nit aus (ziecht sich nit aus), eb (ehe) mer sch. geht, d. h. man soll sein Vermögen nicht vorzeitig abgeben [LA-Herxh, verbr., auch Auslandspfälzer]. Wem soll gerore (geraten) Bien un Schof, der leg sich hin un schlof [KU-Friedhs, in Var. ZW-L'wied BZ-Schweighf GH-Schaidt Zeisk]. Mer soll iwwer alles e Nacht sch. [LU-Opp]. Wer lang schloft, halt 's Bett warm, wer frih ufsteit, der freßt sich arm [Buch-Onufry]. Wammer net se esse un se sch. braicht, kennt mer's noch zu was bringe [PS-Rodalb (Bernhard 212)]. De Dot geht net hungrich sch. [KU-Diedk]. Der Deiwel schloft net, d. h., 'man ist nie vor bösen Überraschungen sicher' [Gal-Dornf]. Se viert fahre, se dritt dresche, se zwett sch. un elään erwe, do kammer net verderwe [BZ-Dierb, KU-Schmittw/O]. BR.: Lichtmeß, 's Spinne vergeß, beim Daa se Nacht geß, beim Daa ufgestann, beim Daa sch. gang [KL-Mackb, mancherorts]. Volksgl.: Wenn der Vollmond einem schlafenden Kind ins Gesicht scheint, zieht sich der Mund schief [KU-Hundh]. Wannd ruhich sch. witt (willst), stell 's Bett gege Närde (Norden) [Fogel Beliefs Penns Nr. 1945]. VR.: Morje frih is die Heint (s. Heint) rum / un wer net geschlof hot, der is drum [KU-Adb]. Schlof, Kindche, schlof! / Dei Vadder hiet die Schof, / dei Mudder hiet die Lämmelcher / mit de rode Bännelcher, / die schwarze un die weiße, / die wollen mei Kindche beiße, / schlof, Kindche, schlof! [Gal-Dornf Bagbg, Mang 227 Schmidt 132 Horne Penns 118]; Var. u. weitere VR. s. Bändel 1 c, Baum 1, Pfingstenlümmel 2, Blume 1 a, popeia, bumbei(j)a, totschlagen, heia, Hollerland, Kind 1aα, lulu, Nanane, Schaf 1 a, Sommer 1. — b. von Pflanzenknospen. 'sich im Zustand der Winterruhe befinden' [KU-Schmittw/O ZW-Gr'bundb LU-Neuhf]. Die Aue am Bääm schlofe noch [KU-Schmittw/O]; vgl. Schlafauge 2. — c. von der untergehenden Sonne [vereinzelt]. Die Sunn geht schlofe [ZW-Bechhf Gr'bundb]. — 2. 'nicht aufpassen, nicht bei der Sache sein' [verbr.]. Schlof net! 'Paß auf!' [Kaislt]. De Schieler schloft [PS-Erfw]. Er schloft mit uffene Ääche [LA-Edh]. Er schloft am helle Dag [LU-Alsh]. Er schloft wie en Has (mit uffne Aage) [NW-Kallstdt, mancherorts]. — 3. bei (mit) jemandem sch. 'geschlechtlich verkehren' [vereinzelt]; bei enner sch. [BZ-Dernb]. Volksgl.: Schlof bei der Fraa mit de Stiwwel aⁿ, wann de Buwe hawwe witt (willst) [Fogel Beliefs Penns Nr. 1897]. — F.: Konjug.: Ind. Präs. Sg. 1. Pers. schlof (šlōf) [verbr. (außer westl. WPf NWPf)], schlofe (šlōfə, --) [mancherorts westl. WPf NWPf]; 2. Pers. schlefsch(t) (šlēfšd, šlēfš) [mancherorts NPf, Henn Mda.-Int. 122], schlofsch(t) (šlōfšd, šlōfš; --) [übrige Pf]; 3. Pers. schleft (šlēfd) [mancherorts NPf, Henn Mda.-Int. 122], schloft (šlōfd, --) [übrige Pf, Bertram § 53 Eichhoff WA 123]; Pl. 1.-3. Pers. schlofe(n) (šlofə, šlōfən; --) [verbr. (zur Endung vgl. DSA 7)], 2. Pl. auch (neuer) schloft (šlōfd) [mancherorts]; Imp. Sg. schlof (šlōf, --) [verbr.], Pl. schlofen (šlōfən, --) [verbr.]. — Südhess. V 331 ff.; Rhein. VII 1178 ff.; Lothr. 445/46; Els. II 451/52.
6443 Zeichen · 159 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlafen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schlafen , verb. irreg. neutr. mit dem Hülfsworte haben; ich schlafe, du schläfst, er schläft; Imperf. ich schlief; Mitt…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schlafen

    Goethe-Wörterbuch

    schlafen auch -ff-, selten Großschr, PartPrät abgekürzt ‘gesch.’ T1,60,12 ; häufig (subst mask u fem) PartPräs, auch sub…

  3. modern
    Dialekt
    schlafen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schlafe n [lâfə Dehli. ; lófə Fisl. Su. Geberschw. Co. Hf. ; lûfə Dü. K. Z. Betschd. Bühl ; lyofə M. ; lôfə Gebw. M…

  4. Sprichwörter
    Schlafen

    Wander (Sprichwörter)

    Schlafen 1. Beter is dôt geslapen, denn dôt gelopen. Lat. : Stertendo praestat quam cursu fata subire. ( Tunn., 192. ) 2…

  5. Spezial
    Schlafen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Schla|fen n. (-s) dormí m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlafen

28 Bildungen · 13 Erstglied · 10 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schlafen 2 Komponenten

sch+lafen

schlafen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlafen‑ als Erstglied (13 von 13)

Schlafende

DRW

schlaf·ende

Schlafende, m., f. Person, die schläft; übtr.: Person, die ihre Rechte nicht rechtzeitig geltend macht vgl. schlafen (I) were es aber ... ni…

Schlafender

Wander

schlaf·ender

Schlafender 1. Allen schlaffenden ist nicht zu trawen; etliche beissen auch. – Petri, II, 6. 2. Den Schlafenden hungert nicht. 3. Des Schlaf…

schlafendig

DWB

schlaf·endig

schlafendig , adj. , weiterbildung des part. schlafend, gleicher bedeutung, vgl. schlafnig : der kauffman fiel zum fenster ab, und fiel den …

schlafen II

RhWB

schlafen II -ā:- = gehörig arbeiten s. schlaven.

schlafen III

RhWB

schlafen III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -f-, er -Eft u. --, –ō-, Part. gəšlf, u. hier u. da -šlft, –ō-, z. B. Ostertal; Mosfrk -…

schlafensstunde

DWB

schlafens·stunde

schlafensstunde , f. stunde des schlafens, schlafengehens: und am hause seine runde tritt der wächter gähnend an, rufet aus die schlafensstu…

schlafenszeit

DWB

schlafens·zeit

schlafenszeit , f. zeit des schlafens, zu schlafen. Alberus dict. d 4 a : ich wollte, es wäre schlafenszeit. Shakesp. Heinr. IV. 1, 5, 1; Sa…

Schlaf=entamtet

Campe

♁ Schlaf=entamtet , adj . u. adv . durch den Schlaf entamtet, von der Ausübung des Amtes befreit. Der schlafentamtete Richter — Baggesen.

schlafentziehung

DWB

schlaf·entziehung

schlafentziehung , f. entziehung des schlafs: durch lange schlafentziehung erkrankt zunächst das gehirn. Hamburger liter. u. krit. blätter (…

schlafenzeln

RhWB

schlafen·zeln

schlafenzeln -afęntsələ  vereinzelt LRip Aden-Nohn schw.: wiederholt klopfen, schlagen; das Blut des geschlachteten Schweines wird gesch…

schlafen als Zweitglied (10 von 10)

ausschlafen

DWB

aus·schlafen

ausschlafen , edormire, nnl. uitslapen. 1 1) intransitiv, ich habe recht ausgeschlafen; kam ich in ein lustigs wäldlein, worinnen ich mich n…

beischlafen

DWB

bei·schlafen

beischlafen , concumbere, nnl. bijslapen: ich bin auch ein sterblicher mensch, gleich wie die andern, und bin ein fleisch gebildet zehen mon…

beschlafen

DWB

beschlafen , somno occupare, capere, durch den schlaf, im schlaf bewältigen, gebildet wie ausschlafen, verschlafen, ein unsrer sprache eigen…

durchschlafen

DWB

durch·schlafen

durchschlafen , eine bestimmte zeit hindurch schlafen, niederl. doorslaapen. 1 1. untrennbar. er hat sein halbes leben durchschlafen. die ga…

einschlafen

DWB

ein·schlafen

einschlafen , obdormiscere, nnl. inslapen, vgl. entschlafen . 1 1) somnum capere: und er schlief wieder ein und im treumet abermal. 1 Mos. 4…

entschlafen

DWB

ent·schlafen

entschlafen , obdormiscere, ahd. intslâfan, mhd. entslâfen, nnl. ontslapen. 1 1) im eigentlichen sinn einschlafen. mhd. sie entsliefen beidi…

Torschlafen

DRW

torsch·lafen

Torschlafen, n. nächtliche Torwache (I) vgl. Torlegen, Torsitzen van dorslapende: weme de rad bevelet, vp den doren to slapende, de schal da…

überschlafen

DWB

ueber·schlafen

überschlafen , v. untrennb. verbindung. 1 1) eine nacht, eine zeit, ein ereignis ü., darüber hinschlafen, verschlafen: gar wenig nächt er üb…

verschlafen

DWB

versch·lafen

verschlafen , n. subst. infinitiv des vorigen: er winkte der alten dienerin, der ein solches verschlafen ihrer stets vor tag schon sich rühr…

Wohlschlafen

Wander

wohl·schlafen

Wohlschlafen 1. Schlaf wohl und lig übel, bîsst's di, so schitt's Grigel. ( Wallis. ) – Sutermeister, 11. 2. Schlaf wohl zu deiner Muetter, …

Ableitungen von schlafen (5 von 5)

beschlafen

DWB

beschlafen , somno occupare, capere, durch den schlaf, im schlaf bewältigen, gebildet wie ausschlafen, verschlafen, ein unsrer sprache eigen…

entschlafen

DWB

entschlafen , obdormiscere, ahd. intslâfan, mhd. entslâfen, nnl. ontslapen. 1 1) im eigentlichen sinn einschlafen. mhd. sie entsliefen beidi…

erschlafen

DWB

erschlafen , 1 1) intr. obdormiscere, entschlafen: und hub sein hend auf in den himel und sprach, nim mich aus dem kerker meines leibs, dein…

geschlafen

DWB

geschlafen , wie einfaches schlafen, mhd. geslâfen; er ( der kranke ) mag nicht geschlafen. Ortolf von Bayrland 16 b ; auf dem rucken eines …

verschlafen

DWB

verschlafen , n. subst. infinitiv des vorigen: er winkte der alten dienerin, der ein solches verschlafen ihrer stets vor tag schon sich rühr…