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Ruhen

ahd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
17 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Ruhen v., ntr, intrs

Bd. 3, Sp. 893b
Ruhen, v. ntr. mit haben, sich im Zustande der Ruhe befinden, sich nicht bewegen, oder nicht bewegt werden, seine Lage, seinen Ort nicht verändern. Ein Körper ruhet, wenn er an demselben Orte beharret. Die Feder, der Hahn eines Gewehrschlosses ruhet, wenn sie nicht gespannt, er nicht aufgezogen ist. Eine Wage ruhet, wenn die Zunge derselben mitten inne stehet und beide Wagschalen einander das Gleichgewicht halten. I weiterer Bedeutung ist ruhen, von heftigen Bewegungen des Körpers, von ermüdenden Anstrengungen des Geistes nachlassen, sich davon zu erholen. Von einer Arbeit ruhen. Nach gethaner Arbeit ist gut ruhen. Die Arbeiter, die Pferde  ein wenig ruhen lassen. Ih muß erst ein wenig ruhen. Von einem Menschen, der in beständiger lebhafter Bewegung ist, durch die er Andern auch wol beschwerlich wird, sagt man, er könne nicht ruhen. Er kann nicht ruhen nicht rasten. Ih kann nicht eher ruhen, als bis ich meinen Zweck erreicht habe, ich kann nicht eher aufhören danach zu streben, kann mich nicht eher der Ruhe überlassen. »Sie ruhen nicht, sie haben denn Schaden gethan.« Sprichw. 4, 16. So auch von unbelebten Dingen. »O, Schwert des Herrn, ruhe!« höre auf zu würgen, zu richten. Dan. 12, 13. Ein Acker ruhet, wenn man ihn ein Jahr lang oder länger unbestellt liegen läßt, damit er gleichsam Kräfte sammle und dann desto mehr trage. Einen Teich läßt man ruhen, wenn man ihn nach einer Reihe von 6 Jahren austrocknen, pflügen und besäen läßt. Oft wird ruhen auch nur vom Aufhören, Unterlassen Zankes und Streites oder Geräusches und Lärmes gebraucht, wo es als intrs. zu betrachten ist. Ruhet! Wollt ihr wol ruhen! I engerer und uneigentlicher Bedeutung ist ruhen: 1) Schlafen, wobei der Körper ruhet. »Ach ihr wollt nun schlafen und ruhen?« Matth. 6, 45. Ih wünsche Inen wohl zu ruhen. Wie haben Sie geruhet? Zu Mittage ruhen. 2) Gestorben sein, im Grabe liegen, wo der Tod als ein Zustand der Ruhe betrachtet wird nach der Arbeit des Lebens. »Selig sind die Todten die in dem Herrn sterben. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit.« Offenb. Joh. 14, 13. »Ehrfurcht erfüllt uns für den Redlichen, dessen Asche hier ruhet.« Geßner. »Hier ruhet«  ist häufig der Anfang der Ischriften auf Leichensteinen. Mein Vater ruht schon längst im Grabe. 3) Von einem Dinge unterstützt, getragen werden. Ir Arm ruhte auf seiner Schulter. »Die Taube Noah fand nicht, da ihr Fuß ruhen konnte.« 1 Mos. 8, 9. Der Balken ruhet auf der Schwelle. Dann, auf eine dauerhafte bleibende Art gegenwärtig sein. »Die Weisheit ruhet in dem Herzen eines Verständigen.« Sprichw. 14, 33. Der Geist Gottes ruhet auf ihm. »Der Segen ruhet bei der Hütte des Redlichen und bei seiner Scheuer.« Geßner. Ruht auf ihnen annoch mein Herrschamt. — Voß. Auch sagt man von einem Blicke, der lange auf etwas geheftet ist, er ruhe darauf. »Sein Blick ruhet unverwandt auf dem Greise.« Geßner. Auf dem sanften Grün läßt man das Auge gern ruhen und sich erholen. Geziert gebraucht man ruhen noch in den Kanzeleien  wenn man mit Ehrerbietung sprechen will, für sein. Denenselben ruhet noch in hoher Erinnerung, daß  D. Ruhen.
3135 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    rûhensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    rûhen sw. v. , mhd. rûhen; mnd. rûien; ae. rý(a)n. ruwente: part. prs. nom. oder acc. pl. m. Gl 3,255,74 ( SH a2, Wien 2…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ruhen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    ruhen , rûhen s. rohen, s. rüegen, s. ruowen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ruhen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ruhen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, eigentlich der Bewegung entgegen gesetzet ist, und nich…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ruhen

    Goethe-Wörterbuch

    ruhen vielfach ‘ruhn’ sowie in flekt Form apokopiert bzw apostrophiert; öfter subst ‘das R.’ sowie ‘der/die/das R-de’ 1 …

  5. modern
    Dialekt
    ruhenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    ruhen schw. : 1. 'rasten, schlafen', ruhe [verbr., Christmann Kaulb 28 Mang 139 Müller Dietschw 57 Lambert Penns 127 Krä…

  6. Sprichwörter
    Ruhen

    Wander (Sprichwörter)

    Ruhen 1. Besser ruhn, als halb und halb thun. 2. Rueba get guet Bueba 1 . – Tobler, 372. 1 ) Rueb = Ruhe, rueba = ruhen.…

  7. Spezial
    ruhen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ru|hen vb.intr. 1 (sich erholen) palsé (-sa) 2 (von Toten) palsé (palsa) 3 (sich stützen) palsé (-sa), dé sura 4 ‹fig› (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruhen

34 Bildungen · 3 Erstglied · 26 Zweitglied · 5 Ableitungen

ruhen‑ als Erstglied (3 von 3)

Ruhen des Verfahrens

Meyers

Ruhen des Verfahrens heißt nach der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 251) der zufolge einer Vereinbarung der Parteien eintretende Stillstand,…

ruhenlassen

GWB

ruhen·lassen

ruhenlassen Getrenntschr etw (eine Zeitlang) nicht weiter verfolgen, auf sich beruhen lassen; wiederholt ‘eine Angelegenheit/Sache r.’ ließ …

ruhen als Zweitglied (26 von 26)

Únterruhen

Campe

Únterruhen , v. ntr . mit haben, ich ruhe unter, untergeruhet, unterzuruhen , unter etwas ruhen, als Grundlage unter etwas liegen. — — von d…

ABRUHEN

DWB2

DWB2 ABRUHEN vb. DWB2 ( sich ) ausruhen: DWB2 ⟨1592⟩ eine schlacht .., da sie ( die gegner ) so hefftig zusammen gewesen, das sie miteinande…

Aufruhen

Campe

auf·ruhen

Aufruhen , v. ntr. mit haben, so wie aufliegen, auf etwas ruhen. Das Aufruhen

ausruhen

DWB

aus·ruhen

ausruhen , quiescere und recreare, 1 1) intransitiv, ruhe haben, schöpfen, empfinden: von der arbeit ausruhen; von aller seiner mühe ruht er…

beruhen

DWB

beruhen , quiescere, acquiescere, mhd. beruowen ( aber wenig im gebrauch ), Luther schrieb, mindestens anfangs, berugen. 1 1) die sinnliche …

Bespruhen

Campe

Bespruhen , v. trs. an etwas sprühen machen. I Schmieden wird man von glühendem Hammerschlage besprühet. Das Besprühen. Die Besprühung.

durchruhen

DWB

durch·ruhen

durchruhen , die zeit in ruhe zubringen. dort ( auf dem lager ) die nacht durchruhend, umhüllt von der flocke des schafes Voss Odyssee 1, 44…

Einruhen

Campe

ein·ruhen

Einruhen , v. ntr. mit sein, so viel als einschlafen. Er ist sanft eingeruhet. Uneigentlich für sterben. Das Einruhen.

entgegenruhen

GWB

entgegen·ruhen

entgegenruhen a sich im Schlaf für einen Neubeginn ausruhen [ Ariel zu den Elfen: ] Gelenk sind bald die krampferstarrten Glieder, | Wenn er…

erruhen

DWB

erruhen , reficere, ausruhen: mittlerzeit erruen wir unsere müde glider widerumb. Aimon k 6 b ; ir glider waren von arbeit ermüdet und darum…

fortruhen

DWB

fort·ruhen

fortruhen , pergere quieti se dare: ruhe nur so fort auf dem lager dort. Göthe 1, 243 .

geruhen

DWB

geruhen , verstärktes ruhen, s. d., mhd. geruowen, geruon, geruen ( veterbuoch 47, 22 P. ), mnrhein. gerûn ( Karlmeinet 8, 45), mnd. gerauwe…

irruhen

KöblerAhd

irruhen , sw. V. (1b) nhd. schreien, brüllen ne. shout (V.), roar (V.) ÜG.: lat. irrugire NGl, rugire N Q.: N (1000), NGl I.: Lüt. lat. irru…

Nachruhen

Campe

nach·ruhen

Nachruhen , v. ntr . mit haben , hinten nach ruhen, noch mehr ruhen. D. Nachruhen .

nebeneinanderruhen

GWB

nebeneinander·ruhen

nebeneinanderruhen Seite an Seite bestattet sein So ruhen die Liebenden [ Eduard u Ottilie ] neben einander GWB 20,416,24 Wv II 18 Elke Drei…

straszenunruhen

DWB

straszen·unruhen

straszenunruhen , f. plur. tant., ähnlich wie straszenaufruhr: ... als der aristokratische konsul diese beschlüsse zu verhindern suchte, bra…

thruhen

FindeB

drücken swv. LAlex. PsM. Lucid. RAlex. RWchr. Erz.iii LvReg. Enik. TürlWh. DSp. GTroj. HBir Kreuzf. HvBurg. HvNst. WvÖst. Ot. Eckh.i-iii Par…

Umrúhen

Campe

◬ Umrúhen , v. ntr . mit haben und der Fügung eines trs ., ich umruhe, umruhet, zu umruhen , ruhend umgeben, ruhend um etwas herum liegen. R…

unruhen

DWB

unruhen , verb. zu unruhe, inquietare. mhd. unruowen, mnd. unrouwen. vgl. unruhigen. heute beunruhigen. an. úróa, dän. uroe, schwed. oroa. v…

unterruhen

DWB

unter·ruhen

unterruhen , v.; 1 unter III A 2 b ζ ; Staub Tobler 6, 1897 ; pausare Frisius 970 b . veraltet. sich erspacieren mit underruowen W. H. Ryff …

verruhen

DWB

ver·ruhen

verruhen , verb. ausruhen. sich verruhen: verruhe dich mein liebster, leg ab die sense. Herder 7, 122 .

verunruhen

DWB

ver·unruhen

verunruhen , v. , im älteren nhd. neben verunruhigen im gebrauch, aber bald durch dieses verdrängt. daneben verunrugen Luther 50, 422 W., ve…

vorruhen

DWB

vor·ruhen

vorruhen , verb. , vor der eigentlichen ruhezeit ruhen: auf der höhe an der Eger zurück. ermüdet und vorgeruht Göthe III 3, 217 W.

zuruhen

DWB

zuruhen , adv. , wie zufrieden, ebenso gebildet, s. th. 16, 205; 365: pacatus zufriden und zuruhen Calepinus XI ling. 1038 b .

Ableitungen von ruhen (5 von 5)

beruhen

DWB

beruhen , quiescere, acquiescere, mhd. beruowen ( aber wenig im gebrauch ), Luther schrieb, mindestens anfangs, berugen. 1 1) die sinnliche …

erruhen

DWB

erruhen , reficere, ausruhen: mittlerzeit erruen wir unsere müde glider widerumb. Aimon k 6 b ; ir glider waren von arbeit ermüdet und darum…

geruhen

DWB

geruhen , verstärktes ruhen, s. d., mhd. geruowen, geruon, geruen ( veterbuoch 47, 22 P. ), mnrhein. gerûn ( Karlmeinet 8, 45), mnd. gerauwe…

unruhen

DWB

unruhen , verb. zu unruhe, inquietare. mhd. unruowen, mnd. unrouwen. vgl. unruhigen. heute beunruhigen. an. úróa, dän. uroe, schwed. oroa. v…

verruhen

DWB

verruhen , verb. ausruhen. sich verruhen: verruhe dich mein liebster, leg ab die sense. Herder 7, 122 .