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geruhen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geruhen

Bd. 5, Sp. 3761
geruhen , verstärktes ruhen, s. d., mhd. geruowen, geruon, geruen (veterbuoch 47, 22 P.), mnrhein. gerûn (Karlmeinet 8, 45), mnd. gerauwen. 11) ruhen, ausruhen: mhd. (daʒ ir) geruot nâch iuwer arbeit. Erec 3527; der künec mit sînen friundenrûnende gie. Hagne von Tronijein nie geruowen lie (liesz ihm keine ruhe). Nib. 825, 2; do verdrosz sine rittere, das er also vil fuor und niemer geruowete. Königshofen in städtechron. 8, 353, 19; geruowen, conquiescere, acquiescere Maaler 171a, geruhen, quiescere dict. Genf 1695 138a; indessen geruhen meine geneigsten herren und frauen noch ein wenig und erwarten follents den auszgang dieses lustigen schauspiels. Schoch stud. leben 153 (5, 2); noch in Oberdeutschland üblich Adelung, z. b. schwäb. gruben, ausruhen Schmid 439. 22) ruhig sein, sich beruhigen: mnd. wenne ik betrachte mine leven man, de erslagen sint, so kan ik nicht gerauwen. magdeb. schöffenchr. 255, 7 bei Schiller-Lübben 2, 73b; geruhen, mit etwas zufrieden sein Aler 911a. 33) ruhen, beruhen, consistere in re aliqua Stieler 1633: wolle die herzogin meinem herrn die fräulein wider gott, recht, gebühr und billigkeit vorhalten, so geruhete es auf ihrer verantwortung. Schweinichen 1, 314. 44) das part. geruht, auch gerugt, gerügt entsprechend der form rugen für ruhen bei Luther u. s. w., mhd. geruowet, geruot, wird vielfach adjectivisch verwendet. 4@aa) ausgeruht, frisch, vgl. gramm. 4, 70: geruowet, requietus, geruoweter und im glentz gebracheter acker, vernactum Maaler 170a; dem boten dô bereitet wart geruote pfert und niuwe kleit. Mai u. Beafl. 104, 9; ainer der umb ain pfruond gen Rom eilt, der braucht vil ross, so bald ains müd wirt, nimpt er ain anders fürsich das geruoet ist. Keisersberg schiff der pen. 57c; ein geruwet ross, equus recens Henisch 1525; daʒ er die menige hate gerûweter ritter. Ludwigs kreuzf. 3307; zuohant kam der kunig von Behem mit 400 helmen zuo helfe die worent geruowet. Closener in städtechron. 8, 68, 24; ein geruoweter harst (schar). Königshofen ebenda 9, 688, 28; mit sein geruweten und geordneten leuten. Tacius bei Fronsperger kriegsb. 3, 236a; (ich) glaub, wann wir geruhet gewesen wären, wir wolten Nürnberg auf solchmal erobert haben. Götz v. Berl. 58; und waren sie auch geruhet und wir müd. 55; um auf den künfftigen sommer im feld desto geruheter zu erscheinen. Simpl. 3, 62, 21 Kurz; bist du geruht, kann ich dich wieder senden. Tieck 5, 573. 4@bb) ruhe habend, ruhig. 4@b@aα) beruhigt: hett (er) sein weib in rechter huot, so wär er in dem sinn geruot. Hätzlerin 2, 51, 66; dorumb daʒ sie gote mit geruhtem herzen deste baʒ gedienen mugen. Schöpflin Alsatia dipl. nr. 1066 (von 1355); wenn würde ich meiner absolution gewis und überkem ein geruhet gewissen? Luther 1, 511a. 4@b@bβ) in ruhe, unbeschäftigt, ohne arbeit: eʒ mohte ouch ir swester Martha niht erlîden, daʒ si geruowet saʒ zuo unsers hêrren füeʒen. Berth. v. Regensburg 111. 4@b@gγ) voll äuszerer und innerer ruhe, ungestört: Calypso (hat ihn nicht) dahin überreden künnen, das er .. bei jr ain geruowets sichers feirendes leben het wöllen annemmen. Schaidenreiszer vorr. 3a; hab mich also begeben in das stille gergte studiren der heiligen schrift. Luther br. 1, 510, vgl.gerüchte sp. 3758; ein fein gergtes, stilles lebn. Ringwaldt laut. warh. 301; so wird dir gott in diesem lebn ein fein gerugte nahrung geben. 20; wer aber keine empter hat .. der kan gerugt das seine pflegn. 155; in einem sichern ghruten leben. H. Sachs 2, 2, 67a; das die eiffersucht dich verliesz, .. denn hest erst ein geruete e. 14, 38 Keller; ich kan und mag haben gar kein gerute stundt. 14, 124, 13. 4@b@dδ) unangefochten, unversehrt: so ist doch die inner schüt (wall) höher dann die euszer und ist noch geruet. Dürer befestigung D 2. 4@b@eε) unbehelligt, in ungestörtem rechtlichen besitz: volvert der (kläger) niht in drîn vogtesdingen mit sîner clage, so sol iener (besitzer) mit sîme aigen danne geruoet sîn. Augsburger stadtr. von 1276 138 Meyer; da nam kaiser Karl gelt von dem von Mailant und liesz in gerut sitzen aller sach. städtechron. 10, 129, 15 (15. jahrh.); daʒ er (Friedrich) künig Ludewigen geruowet lies. Königshofen ebenda 8, 468, 16; sie begunden der sachen gerut sitzen. 2, 126, 28; welcher seine perkrecht ain jar und tag unersprochen bei einem, der inner landes wonhaft ist, in nutz und gewer gesessen ist, mag er daʒ bezeugen als recht ist, der ist hinfur darumb gen menigklich geruet. östr. weisth. 6, 411, 18 (Steier, 15. jahrh.); das wir alles in langer gerugter besitzunge und ruhiglichen gehabt haben. lehnsurk. Schlesiens 1, 438, 29 Grünh.-Markgraf (von 1453). 4@b@zζ) überhoben, befreit: leute, die von allen dienst und aller steuer, die si uns schuldig solten sein, gerawet und frei sulen sin. mon. boica 9, 143 (von 1319). 4@cc) anders gerûhete sîde neuer anz. 4, 176, es bedeutet gerauchte, rauh gemachte, s. geräucht 2.
4953 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geruhen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Geruhen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und eigentlich besorgen, die Sorge einer Sache über s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    geruhen

    Goethe-Wörterbuch

    geruhen gelegentl auch Prät ‘geruhet(-)’; üb 300 Belege, fast ausschließl im Kanzlei- u Kurialstil a etw (gnädig) zu tun…

  3. modern
    Dialekt
    geruhen

    Rheinisches Wb.

    ge-ruhen: sich g., ausr. Altk-Almersb .

  4. Spezial
    geruhen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|ru|hen vb.intr. 1 avëi la bunté 2 (sich herablassen) se degné, se lascé jö.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geruhen

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Ableitung von geruhen

ge- + ruhen

geruhen leitet sich vom Lemma ruhen ab mit Präfix ge-.

Keine Komposita gefunden — geruhen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „geruhen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geruhen/dwb?formid=G09426
MLA
Cotta, Marcel. „geruhen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geruhen/dwb?formid=G09426. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geruhen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geruhen/dwb?formid=G09426.
BibTeX
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