Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
geruhen
geruhen
geruhen Vb. ‘sich (gnädig) herbeilassen, belieben, etw. zu tun’, mhd. geruochen ‘seinen Sinn auf etw. richten, Rücksicht nehmen auf, belieben, gewähren, wünschen, begehren’, mnd. gerōken sind durch Präfix verstärkte Bildungen zu dem in ahd. ruohhen ‘Rücksicht nehmen, besorgt, bedacht sein’ (um 800), mhd. ruochen, asächs. rōkian, mnd. rōken, mnl. roeken, aengl. rēcan, engl. to reck ‘sich kümmern um, beachten’, anord. rœkja belegten Simplex, das zu Substantivbildungen wie ahd. ruohha f. ‘Fürsorge, Bemühung’ (8. Jh.), ruoh ‘Bedenken, Beachtung’ (9. Jh.), mhd. ruoche f., ruoch m. ‘Acht, Bedacht, Sorge’, mnd. rōke gehört. Sie folgen mit verwandtem griech. arōgḗ (ἀρωγή) ‘Hilfe, Schutz’ der ō-Stufe der unter recht (s. d.) angeführten Wurzel ie. *reg̑- ‘gerade, geraderichten, lenken, recken, strecken, aufrichten’ bei einer Bedeutungsentwicklung von ‘aufrichten’ zu ‘helfen’. Zur gleichen Wurzel gehören auch recken, reich, richten (s. d.). Im Frühnhd. gerät mhd. (ge)ruochen unter den lautlichen Einfluß von ruhen, woraus sich die heutige Form erklärt. Der alte Lautstand ist erhalten in ruchlos und verrucht (s. d.).