schupfen,
schuppen,
verb. schnell und heftig stoszen, durch stosz in schaukelnde bewegung versetzen, in solcher bewegung sein. altes intensiv zu schieben,
vgl. dieses (
theil 8, 2666),
erwachsen aus einer andern präsensbildung, die in sanskr. kṣubhnâti (
neben kṣobhate),
schwanken, zittern, zu tage tritt. da diese indes intransitive bedeutung hat, bei schupfen
dagegen die transitive bedeutung überwiegt und auch umgelautete formen begegnen (
s. u.),
so hat wol angleichung an den typus der ersten schwachen conjugation stattgefunden, die ja gewöhnlich causativen sinn hat (
vergl. z. b. schlupfen, schlüpfen
sp. 842),
s. Fick3 3, 338. Grimm
gramm. 2, 18.
Germ. 16, 25.
weniger wahrscheinlichkeit hat es, neben dem intransitiven schupfen
ein wirkliches causativ schüpfen
anzunehmen, wie dies Lexer
mhd. handwb. 2, 826
zu thun scheint. auszerhalb des engeren deutschen sprachgebietes ist die bildung nicht nachzuweisen. ahd. scuphan,
praecipitare, verscupfen Graff 6, 458;
mhd. schupfen, schüpfen,
selten schuffen,
md. schuppen Lexer
handwb. 2, 826
f.; mnd. schuppen (
selten) Schiller-Lübben 4, 152;
nl. schoppen
vel schuppen,
excutere, foras ejicere; et vibrare, motitare Kilian
und: schuppen
protrudere, propellere, repente expellere, repellere, eiicere. ebenda, jetzt holl. schoppen
schaukeln, fusztritte geben. die formen der älteren sprache in glossen: precipitare schuppen,
hd. schuppffen, schopfen, schoppen, stuppen (
lies scuppen?) Dief. 452
a,
precipitari schupphen, vervallen.
ebenda; schepphen, schupphen .. schuppen.
nov. gl. 300
b;
reicere ... schupffen.
gl. 490
c; schuppen, vorsman.
nov. gl. 315
b;
secludere .. schupffen, schuppen.
gl. 523
a; Weigand 2, 650
giebt an schupphen 1429,
clevisch schuppen 1475. —
in der nhd. schriftsprache herrscht in der ältern zeit durchaus die form mit pf;
sie steht in folgenden wörterbüchern u. s. w.: schupfen oder abtringen,
rejicere, secludere. voc. v. 1482
bei Frisch 2, 233
c; schupffen, wenden, fürrucken,
promovere Maaler 364
c; schüpffen Clajus 99, 19
Wendling (
ohne erklärung); schupffen Schönsleder (1618) Bb 7
c bei Weigand
a. a. o.; schupfen
bei Stieler
nachsch. 26
a (
s. u.); schupfen,
mittere, librando jacere Dentzler 2, 257
a.
wenn daneben bereits Alberus
anführt '
ejicio, ich schüpp hinaus',
so ist hier vielleicht vermischung mit schüppen '
schaufeln'
anzunehmen. dasz diese wörter sich sehr nahe stehen und leicht mit einander wechseln, zeigen besonders die bei Drechsler
W. Scherffer s. 238
angeführten stellen, die auch die sonderbare perfectform schuff' (
nicht eher zu schaffen?)
und schüppe
bieten: welches ich nicht thun wollte, schüppe solchen ring von mir, dasz er in den koth fiel. Schweinichen 2, 261.
sonst als schippen.
in der neuern zeit überwiegt schuppen,
doch ist das wort überhaupt seltener geworden. Frisch 2, 233
c kennt es nur aus der älteren sprache, Wachter 1475
nur als schwäbisch (schupfen,
trudere, protrudere, dial. Suevica. frequentativum a schieben
ejusd. signif.).
die litteraturbelege haben überwiegend schupfen,
daneben schüpfen (Tschudi, H. Sachs,
Galmy, S. Franck,
Becher, Opitz),
wie es seheint, unterschiedslos, zuweilen beides bei demselben autor. schuppen
hat der avanturier (1756)
und Göthe.
heute ist schupfen
besonders in den oberd. mundarten erhalten: schweiz. schupfe(n), schüpfe(n) Stalder 2, 354. Hunziker 233. Seiler 265
a;
schwäb. schupfen Schmid 481. Birlinger 403
b;
bair. s. Schm. 2, 440;
österr. Höfer 3, 118. Castelli 252. Schöpf 651
f. Lexer 227; schüpfen Zingerle 50
b;
schles. schuppen, schüppen Weinhold 88
a;
ebenso koburgisch schuppen Schm. 2, 438,
thüring. schuppen (schobe) Hertel
sprachsch. 222. Jecht 100
b. Liesenberg 210;
in Leipzig schubben, schuppen Albrecht 207
a;
nd. nur noch vereinzelt als schuppen Dähnert 418
b. Schütze 4, 82; schuppen, schüppen Stürenburg 236
b. ten Doornkaat Koolman 3, 161
b.
üblicher ist hier die weiterbildung schuppsen,
s. daselbst. bedeutung. 11)
die zunächst zu erwartende intransitive verwendung ist sowol mhd. wie nhd. verhältnismäszig selten. 1@aa)
meist von einer tanzenden, hüpfenden bewegung: mit dem fuoʒe er schupfet unde rîbet. Neidhart
s. xxii, 13
Haupt; als die uff und nider hüpfent ... mit dem wunderlichen tantz ... also schupfentz ab und uff. Laszberg
lieders. 3, 295, 35; (
sie) dantzten, schupfften, hupfften, lupfften, sprungen, sungen.
Garg. 82
b; (
er) liff, und sprang ... nicht des bockspringens, seit und rucksprungs, noch des böhmischen sprungs, noch auff eim fusz schupffen. 178
b; laszt uns ... newe däntz und trachten erdencken ... oder, wie Sardanapal, gold spinnen und tapffer schupffen. 226
b. 1@bb)
mhd. auch vom pferde, galloppieren: er schupfte starke und drabte, daʒ er vil lützel ûf gehabte.
krone 11096;
ähnlich: schuffunde oder drabende.
jüng. Tit. 229.
doch liegt hier wol ein anderes wort vor, zu dem schûft
und schûften, schiuften
gehören. 1@cc)
von einer hin und her wogenden bewegung flüssiger oder luftförmiger massen: dann es begibt sich, dasz die massa (
des blitzes), ehe dasz sie sich gar bereitt, selbst schupfft hin und wider, gleich als ein eingeschlossen büchsenpulver, das angezündt wirdt, hin unnd her gumpt. Paracelsus
opp. (1616) 2, 90 C. 1@dd) aufschupfen,
emergere e profundo: als der in das wasser gestürzte, aus der tiefe wider aufgeschupft, unterstunde er sich weg zuschwimmen. Stumpf
Schweizer chron. 661
bei Frisch 2, 233
c. 22)
meistens transitiv, zunächst im eigentlichen sinne. 2@aa)
einem einen stosz geben, ihn durch einen stosz von der stelle bewegen: einen aus dem sattel schupfen im streit. Frisch 2, 233
c; jemanden aus dem wege, in das wasser schuppen. Adelung; der falsch marschalck dem hencker mit seinem stab ein wortzeychen geben thet, zuo handt er den buoben schüpffet (
von der leiter hinabstiesz).
Galmy 96
a; als sie darneben (
neben die platte) kamend, erwüschet Wilhelm Tell seinen schieszzeüg .. und sprang damit ausz dem schiff auff die platten, schupffet das schiff von dannen. Stumpf 347
b; er schufft dâ manegen über bort. Wolfr. v. Eschenbach
Willeh. 415, 7; der gebûre in daʒ viure gienc und schupft mit sines slegels stil der meide über einander vil ze houfen in daʒ viure.
krone 14315; sus schupte er in in die vlut.
pass. 281, 29
Köpke; si begunden lupfendie getouften über al und ûʒ den setelen schupfen,daʒ manic cristen viel ze tal.
Wolfd. D iii, 25 (
heldenb. 4,
s. 19); Rigô von Wiene starch ward auch hin nâch geschupffet. Oswald v. Wolkenstein 14, 3, 16;
bildlich: schupfe, gupfe leit hin dan.
minnes. 1, 146
a Hagen. als schippen (
vgl. sp. 207): wie er, was eitel war, verächtlich ausgelachet, den tand des irdischen geschippt mit füszen weg. Lohenstein
hyacinthen 32.
auch ohne object, stoszen: mit einer hilzenen und eisenbeschlagenen mistgabel vorgewartet und endlich auf mich geschupft, doch nit troffen.
quelle von 1664
bei Birlinger 403
b. 2@bb) in die höhe schupfen,
werfen u. ähnl.: haben im wasser das knäblein an den füssen ergriffen und über sich geschupfft und bey den haaren herausgezogen.
quelle bei Schm. 2, 441; (vögel) in die höhe schüpfen
bei der falknerei (
vgl. Becher
geh. jägercab. 66),
auch schupfen
allein in diesem sinne: sie lôste ab daʒ veʒʒel pant und schupfte den valken von der hant. Heinr. v. Neustadt
Apollon. 20389; jeglichem vogel schrieb er da ein briefflein klein, ... er schupfft sie hin, wol von des thurmes zinne.
Ambras. liederb. 226, 159.
bildlich: er hat dessen (
des esels) umbstende so trefflichen abgemahlet, und dergestalt dargethan, dass man wahrhafftig kan sagen, er habe jhn gleichsam mit macht genommen, und biss an die sternen hinauff geschupfft (
am rande: nota. entbor gehoben).
des esels adel (1619)
bei Dornav 564
a. —
auch reflexiv: Achilles hub sich starck empor, das jhm der todt nit käme vor, auch uber sich im wasser hupffet, sich mit den füssen hoch auffschupffet. Spreng
Il. 295
a (21.
ges.).
freier, hüpfen, tanzen (
vgl. 1): Liban uont Sirjon sich schupfen, wi ain juongs ainhorn tuot hupfen. Melissus
psalm. L 6
b (
ps. 29, 3).
so noch heute im schwäbischen, in die höhe heben Schmid 481.
in Österreich schupfet
die amme ihr kind, wenn sie es auf den armen auf und nieder wiegt Höfer 3, 118. 2@cc)
einen verbrecher in einem korbe in die höhe ziehen und dann ins wasser schleudern, als strafe, besonders für betrügerische bäcker, aber auch für matrosen, meineidige, zänkische weiber u. a., vgl. schupfe 1
und die daselbst angezogenen stellen, ferner Grimm
rechtsalterth. 726.
mhd. wb. 2, 2, 170
b. Lexer
handwb. 2, 827. Scherz-Oberlin 1452. Schm. 2, 441. Birlinger 403
b f. Höfer 3, 118: ist eʒ ein mietknecht, der daʒ gebot brichet, den sol man schupfen.
quelle bei Lexer
a. a. o.; swer oech unrechte misset den win, den soll man schupfen.
Straszb. statuten bei Scherz-Oberlin
a. a. o.; swelher beck daʒ vaychen bacht, daʒ ist swelherlay brot, daʒ anders ist dan davor geschriben stat, .. das sol der burggraf hinz im rihten mit schupfen und diuselb schupf sol stan an der hauptstat.
ebenda (
Augsb. recht); derselb messer ist dem vogt schuldig einen schilling pfenning, als dick er es tut, und auch das man in als dick schupfe in der schupfen.
Augsb. stadtb. bei Schmeller
a. a. o.; Albrecht Wachtershofer .. ist erkennet zu schupfen von args brots wegen.
Augsb. ratsdecret von 1443
bei Birlinger 403
b. 2@dd)
schaukeln: schupfen,
etiam id. est quod schumpeln (
vgl. daselbst 2) Stieler
nachsch. 26
b,
vgl. Schm. 2, 441. sich zur lust auf einem seile schupfen. Höfer 3, 118.
so auch holländ. schoppen. 2@ee)
abwerfen, in dem sprichwort: ein pferd das zu viel futter hat schupft seinen herrn. Lehmann 142. Simrock
sprichw. 7839. 33)
vielfach in übertragenem gebrauche. 3@aa)
mhd. antreiben, (
hunde)
hetzen: zuo den hunden er dô sprach 'zazâ' und gund sie schupfen.
Reinhart 789; unmære hunde sol man schüpfen zuo dem bern.
minnes. frühl. 20, 9; als gein einem æhtære schupfterʒ volc hin ûʒ an in.
Parz. 284, 9.
so auch im bilde vom teufel, der die menschen zur sünde antreibt: sie schüpfent gar in manige wîse, wie sie zuobringen daʒ ir schuldec werdet. Berth. v. Regensburg 1, 31, 19,
vgl. Schm. 2, 441. 3@bb)
einen von etwas fortstoszen, vertreiben; schuppen iemanden wt sijnen stoel,
deturbare aliquem e sede Kilian; jemanden von einem amte schuppen, schupfen,
entfernen, ihn entsetzen Adelung;
einen durch list und kabalen aus seiner stellung entfernen Castelli 252; einen von seinem lehen schupfen (
s.schupflehen), einen beamten, dienstboten schupfen,
entlassen, abdanken Schm. 2, 441
u. a. m. (
vgl. auch abschüpfen
theil 1, 110): it duchte etliken, dat se de vrouwen .. wolden schuppen uth deme lande.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 152
b; ich kan nicht mehr thun, ich bin nu von dem plan geschupfft, sie haben nu zeit, zu wandeln, was man von jnen nicht leiden kan. Luther 1, 501
b; ich bin aus des vaters haus geschüpfft, habe kein erbteil. 4, 210
a; daraus dann diese untreue list erfolgett, das jhr viel ehrlicher ansehelicher leuth rethe .. hinweg zu schupffen unternehmet.
Weimarer urkunde von 1559
bei Dief.-Wülcker 847; da ein weltkind das ander wider verleumgrubet, und angeust oder schupffen hilfft. Mathesius
fastenpred. 34
a; schüpfet keinen von seiner zechen.
Syr. 2, 40
b; wann sie mit reden gar zu frey sind, so stehet gefahr drauff, dasz sie nicht die gnade jhrer herrn verliehren, dasz das gegentheil oberhand gewinne, und sie mit verachtung vom hoffe geschüpffet werden. Opitz
Arg. 2, 274; das lehn heiszt schupf-lehn deszwegen, weil man ihn, wenn er seine pflichten nicht erfüllt, aus dem lehn herausschieben oder schuppen kann. Göthe 43, 155; der könig erschrack ob der stimm ... und bedachte in seinem sinn den bischoff zu schupffen von hinn. H. Sachs 4, 1, 112
a.
einen bei einer wahl übergehen, zurückweisen: (
herzog Albrecht) vermeint, es wäre vor nie gebrucht, dasz man eins keisers oder künigs sun in der wal geschüpfft hette. Tschudi 1, 207.
einen liebhaber abweisen, mit ihm brechen, ihm aufsagen: vâhe si mich iemer an deheiner lüge, sâ sô schüpfe mich zehant.
minnes. frühl. 173, 16; dieweil ich bin geschupft, mein herz vor jamer schnupft.
Zimm. chron.2 4, 229, 31
Barack. eine frau schupfen,
verstoszen: dasz die mechtigen die ersten frauwen schupfen und ander weiber nement. Schade
sat. u. pasqu. 3, 53, 33.
auch sonst, einen verstoszen: deinn knecht im zorn nit schupfe noch verstos. Melissus
psalm. L 1
a (
ps. 27, 9). 3@cc)
etwas auf einen schieben, abwälzen: der provincial und prior von Basel übten sich auch hart, das sy dise bawfellige sach abtriben, und allen ungümpff (
lies unglimpf?) auff den bruoder schupfften. Franck
chron. 223
a;
bei Kirchhof
wendunm. dafür schepfften (
druckfehler?),
s. daselbst II,
A, 3,
c, sp. 1539. 3@dd)
einen zum besten haben, übertölpeln, necken, narren Campe (
Schwaben, Dithmarschen). Schmid 481 (
Ulm). Schmeller 2, 441 (
Schwaben, Nürnberg); i lass mi net schupfe,
aufziehen Wander 4, 390.
in stärkerem sinne, verlocken, anführen: merkt von den schonen weiben ... sy greiffent weislich an, schupffen machen (
l. manchen) kunen degen, und wen er ist erlegen, sein daschn musz vor dran.
fastn. sp. nachl. 286, 9.
nach Campe
im Dithmarsischen auch geradezu für betrügen, doch sagt man dafür gewöhnlicher beschuppen Adelung. Schütze 4, 82,
was eher zu schuppen,
desquamare zu stellen ist, s. theil 1, 1598
und schuppen II, 4,
d. 3@ee)
etwas heimlich wegnehmen, stehlen: eine bouteille wein für mein schäfgen schuppen.
avant. 1, 149. 44)
mundartliches. 4@aa)
oberd. die achsel schupfen,
zucken Schm. 2, 441. Birlinger 403
b. Höfer 3, 118. Schöpf 652: die eheleut müssen gute achseln haben, denn sie müssen dieselben oft über ein sach schupfen.
quelle bei Schm.
a. a. o.; d' achseln hat er g'schupft, weggekehrt hat er sich und gangen iser. Anzengruber
3 3, 319. 4@bb) der nebel schupft sich,
steigt in die höhe Schm. 2, 441. 4@cc)
schwäb.-alem. geschupft,
närrisch, verrückt, albern Seiler 265
a. Schmid 481. Schm. 2, 442. Wander 4, 390.
dafür auch verschupft: du bist ein wenig verschupfft,
non tibi sanum est sinciput. voc. von 1618
bei Schm. 2, 442.
die bedeutungsentwicklung ist hier wol dieselbe wie bei verrückt,
vgl. auch oben 3,
d. 4@dd)
im schlesischen sich schuppen,
sich niedersetzen; schupp dich!
sagt man besonders zu kindern Weinhold 88
a. 4@ee)
niederd. zurückhalten, wehren; he schuppt mit händen un föten. Dähnert 418
b. 4@ff)
in der studentensprache einen von der seite anrennen, rempeln Kluge
stud.-spr. 124
a. 55)
noch weiter ab liegen folgende gebrauchsweisen, die wol nur zum kleinsten theile zu diesem verb. gehören. 5@aa)
ein getränk langsam einschlürfen (?): so ligt auch nit die gantz total hAel gesundheit unserer menschheit an dem, dasz man wie die canes lapp, schlapp unnd läpper, und tropffen für tropffen schupff, sonder viel mehr an dem, dasz man fein fr trinck.
Garg. 160
b.
es liegt nahe, an druckfehler für schöpf
zu denken, doch lesen alle ausgaben schupff,
s. den neudruck s. 253. 5@bb) frische würste schüpfen,
brühen Schm. 2, 441;
ähnlich schon bei H. Sachs: nach dem der koch die handschuch sein, die er gar wol besudelt hett, inn heissen wasser schüpffen thet. 2, 4, 127
d. 5@cc) nudeln schupfen,
den teig durch wälzen mit der hand zu länglichen nudeln (schupfnudeln,
vgl. daselbst)
formen Schöpf 652. Schm. 2, 442. 5@dd)
schweiz. 's tach schüpfe '
ein sehr schief liegendes dach so heben, dasz es sich mehr der horizontalen lage nähert' Hunziker 233,
walmen Stalder 2, 354;
daher auch das heu schüpft sich,
wenn es unter der schiefen richtung des daches aufgeschichtet ist. ebenda, vgl. schupfdach. Hunziker
scheint diese verwendung von der bedeutung 2,
b herzuleiten, doch möchte darin eher ein denominativ stecken (
mit einem schopf, schupf
versehen?).
dagegen scheint das subst. schüpfi,
f. walm Stalder
a. a. o., der winkel, den die obere und untere hälfte eines schupfdaches
miteinander bilden Hunziker
a. a. o., erst aus dem verbum gebildet zu sein. 5@ee)
ebendort auch schüpfen, schüpfelen
schindeln, ein dach oder ein gebrochenes bein mit schindeln belegen, dazu das schüpfi, schüpfeli,
schindel, schindelchen Stalder 2, 354. 5@ff)
im schwäbischen auch den faden an die spindel drehen Birlinger 403
b. 5@gg)
ferner wasenböden aufreiszen und urbar machen. ebenda.