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seife

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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23 in 17 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

seife f.

Bd. 16, Sp. 188
seife, f. sapo. 11) das wort erscheint ahd. in den formen seifa, seiffa, seipha (Graff 6, 172), denen im mhd. nur seife, seiffe entspricht, ags. als sâpe, von dem wieder das altnord. sâpa entlehnt ist; engl. soap; mnd. sepe, mnl. seepe. die romanischen sprachen haben ihre bezeichnungen, franz. savon, ital. sapone, savone, aus dem deutschen entlehnt. zuerst wird das wort in der form sapo erwähnt von Plinius in der bekannten stelle der hist. nat. 28, 12, 51: prodest et sapo. Galliarum hoc inventum rutilandis capillis. fit ex sebo et cinere, optimus fagino et caprino, spissus ac liquidus, uterque apud Germanos majore in usu viris quam feminis. danach wäre die seife, in der wesentlichen zusammensetzung wie auch heute noch, als erzeugnis von fett und aus asche gewonnener lauge, eine gallische erfindung, aber in Germanien verwendet; da aber der von Plinius überlieferte name nicht ein gallischer ist, sondern als altgermanischer aufgewiesen werden kann, so wird auch die sache zunächst deutsch, nicht gallisch, und nur über Gallien den Römern bekannt geworden sein; wie denn auch Martial 8, 33, 20 die seife als spuma batava bezeichnet. für die frühere deutschheit des wortes spricht das finnische gleichbedeutende saipio, saippio, saipua, saippua und das lappische saipo (Thomsen einflusz der germ. sprachen auf die finnisch-lappischen, übersetzt von Sievers, s. 57. 168), von welchen formen, die ja sicher germanischen lauteinflusz zeigen, die erst angegebene auf ein altgermanisches saipjô neben saipo zurückgeht und damit das ahd. seipfa neben seifa erklären hilft. herangezogen zur erklärung des ursprünglichen sinnes wird das germanische verbum ags. sîpan, mnl. mnd. sîpen, mhd. sîfen, tröpfeln, abtropfen, sickern (vgl. J. Grimm in Haupts zeitschrift 7, 460 f.), und sowol auf ahd. seifar spuma (Graff 6, 172), mhd. seifer, speichel, geifer, schaum als auch darauf aufmerksam gemacht, dasz ahd. seifa sowie ags. sâp auch das harz bezeichnet, so dasz von der vorstellung einer zähen, fetten, tropfenden masse ausgegangen sei. indessen ist die möglichkeit, dasz seife gar kein deutsches, sondern nur ein sehr früh aufgenommenes und umgedeutschtes lehnwort sei, nicht von der hand zu weisen, wenn man die bei Thomsen a. a. o. aufgeführten formen der finnischen und tatarischen sprachen (mordwin. sapyn, sapoń, tscheremiss. šovun, šâvań, tatar., türk. sabun, ungar. szappan u. s. w.) erwägt. danach würde eher in der sache die vorgeschichtliche einführung eines beizmittels aus dem osten mit dem entsprechenden namen anzunehmen sein, das sich nach Germanien und Gallien verbreitet hat und von da aus den Römern bekannt geworden ist; und die angenommene urverwandtschaft mit lat. sêbum talg wäre hinfällig. 22) seife, als massenbegriff ohne plural, reinigungs-, ätz- und heilmittel: nitrum seyfe, saif, seuff Dief. 381b; sapo, sapona, sapena, seipha, seiffa, seiffe, seif, saiffe, saiff, seuff, nd. sêpe 511c; smigma saifa, seifen, seiffe, seyff, seipha, sayff, saiffen, zeiff, seuff, seuffe 539b; die seipffen, sapo Maaler 369c; wolriechende seife, sapo odoratus, moschatus, venedische seife, smegma Venetum, schwarze seife, smegma impurum, atrum, pinguius Stieler 1999; seife so flüssig, liquor saponarius, sapo liquidus Frisch 2, 259b; seyff wirt gemacht von unschlit, saltz und laugen. Lonicerus kräuterb. 356 D; mit seyffe geschmiert die grindige haut, dorret fast, und benimpt den grindt. ebenda; seyff reiniget wunden, zeucht eyter ausz, weychet harte geschwer. ebenda; seyffen, heiszet griechisch und lateinisch smegma, sapo, und bey dem Martiali Mattiaca pila .. zu der artzney aber wird fürnemlich die schwartze seyffen gelobt, wie die im Niderland bereytet wirdt. zu der wolriechenden küglein aber braucht man die venedische seyffen. Wirsung arzneib. 1597 register; wohlriechende seiffe zu den händen zu machen. öcon. lex. 2274; schöne venedische oder andere wohlriechende seiffe. ebenda; dafür geruchseife, vgl. theil 4, 1, 3751; weisze, gelbe, grüne seife; die seiffe der wesscher. Maleachi 3, 2; ein bischen saife, in wasser aufgelöszt, hübsch durch ein strohhälmchen drein geblasen, treibt bläsgen auf. Schiller 2, 377; die sêle ne phlegent ce bade seiffen noh louge. himelriche 285, Haupts zeitschr. 8, 153; bringt mit euch die salbn und öl, seif und was ich haben söl (zum bade). Rebhun Susanna 3, 1; die nach grüner seife riechen. H. Heine 17, 34 (Atta Troll 8); in zusammensetzungen, die die art der bereitung oder verwendung bezeichnen: bartseife, globuli smegmitici Stieler 1999; kopfseife, sapo viridis. ebenda; barbierseife, bartseife, sapo tonsoris Frisch 2, 259a; schöne gemeine hausseiffe. öconom. lex. 2273; zur mandelseiffe nimmt man schöne pulverisierte venedische seiffe. ebenda; waschseife, putzseife, fleckseife u. s. w.; es heiszt seife sieden, kochen, formen, gieszen, schneiden, mit seife waschen; seife sieden, coquere saponem Stieler 1999; seife machen oder kochen, saponem coquere, mit seife waschen, sapone purgare, viel seifen verschmieren, propter sordes multum saporis in unguendo consumere Frisch 2, 259a; und wenn du dich gleich mit laugen wüschest, und nemest viel seiffen dazu. Jer. 2, 22; nimmt man die seiffe aus dem trog, und schneidet sie mit einem gespannten messingenen draht zu tafeln, und folgends in selbst beliebige grosze oder kleine stücke. öconom. lex. 2272; der draht hatte zwei querhölzchen an den enden zum bequemen anfassen und durchschneiden der weichen seife. Keller 4, 230; etwas mit seife bestreichen, schmieren, zur erreichung gröszerer glätte, daher im bilde: uber diesen hatte des baumes stamm einen absatz oder unterscheid, welches ein glattes stück war, mit wunderbarlichen materialien und seltzamer saiffen des miszgunsts geschmieret, also dasz kein kerl, er sey dann vom adel, weder durch mannheit, geschickligkeit noch wissenschaft hinauff steigen konte. Simplic. 1, 56 Kurz; die seife schäumt, gischtet, vergl. seifenschaum, seifengischt. der plur. erst in neuerer sprache zur bezeichnung verschiedener seifenarten: kalte seifen, die nicht gesotten werden; gefüllte seifen, die überschüssiges salzwasser enthalten; weiche, harte, durchsichtige, undurchsichtige seifen; natron-, kaliseifen u. s. w. 33) seife, uneigentlich in der älteren chemie, jedes mit einem fette vermischte salz, und in noch weiterem verstande, jede substanz, welche das öl mit dem wasser mischbar macht: der zucker ist eine sauere seife. Adelung; von einer fettigen thonart, vgl. bergseife oben theil 1, 1518.
6507 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SEIFEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SEIFE swf. seife. ahd. seifa Graff 6, 172. sapo voc. o. 44,33. sumerl. 17,3. 49,60. sabana das. 15,79. nitrum Diefenb. g…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Seife

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Die Seife , plur. doch nur von mehrern Arten die -n, ein mit einem unmineralischen Alkali verbundenes Fett, welches s…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1Seife

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Seife 1 aus Fett od Öl durch Sieden unter Zusatz von Lauge hergestellte, als wasserlösliches Wasch- bzw Reinigungsmitt…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Seife

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Seife , Zusammensetzung aus Fett u. Oel mit Kali und Natron, in Wasser und Weingeist auflösbar, mit der Eigenschaft fett…

  5. modern
    Dialekt
    Seife

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Seif e [Saif Felleri. Su. Co. Str. Lohr ; Sæìf K. Z. ; Sǽf Barr W.; Sáf Bühl Ndrröd. Tieffenb. ] f. Seife. Von einem uns…

  6. Sprichwörter
    Seife

    Wander (Sprichwörter)

    Seife 1. Es wird überall mit Seife gewaschen. ( Stettin. ) In dem Sinne: Wer gut schmiert, der fährt gut. Pfennigsalbe w…

  7. Spezial
    Seife

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sei|fe f. (-,-n) 1 (zur Körperpflege) jafa f. 2 (Seifenstück) jafa (jafes) f. , toch de jafa m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seife

225 Bildungen · 215 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

seife‑ als Erstglied (30 von 215)

Seife I

SHW

Seife I Band 5, Spalte 965-966

Seife II

SHW

Seife II Band 5, Spalte 965-966

seifeballen

DWB

seife·ballen

seifeballen , m. seifenkugel: von den tyriackskrämern, seiffeballen- oder läuszsalbe-verkäuffern. Simpl. 4, 271 Kurz.

Seifehaus

DRW

seife·haus

Seifehaus, n. Gebäude, in dem man seift (II) auch andern verleyhen mochten huttenstet waschheuser molwergk seyffeheuser, die sich zum ertze …

Seifekochen

PfWB

seife·kochen

 Seife-kochen n. : ' das Herstellen von Seife '. Volksgl.: Wammer am Seefkoche is un en Weibsmensch kummt, is die Seef verhext [ Fogel Beli…

Seifelstein

PfWB

seifel·stein

 Seifel-stein m. : ehem. FlN; a. 1564: im Seiffel Stein, Stoßt ander Seith wider die Heck [StArch. KL-Landstl Gerichtsbuch 58].

Seifelte

ElsWB

seif·elte

Seifelte f. Menschenkot Rapp. Dazu gehört wohl auch Schleifes s. d.

Seifenmaul

SHW

Seifen-maul Band 5, Spalte 967-968

Seifenrock

SHW

Seifen-rock Band 5, Spalte 967-968

Seifensand

SHW

Seifen-sand Band 5, Spalte 967-968

seife als Zweitglied (9 von 9)

Eierseife

Wander

eier·seife

Eierseife Auch mit Eierseife wäscht sich keiner von Sünden rein.

goldseife

DWB

gold·seife

goldseife , f. , neben ( älterem ) goldseifen, goldseufen, m., vgl. seife sp. 190. 1) zu seife 2: ' goldsandablagerung goldführender gewässe…

mandelseife

DWB

mandel·seife

mandelseife , f. seife, mit zerstoszenen mandeln und wolriechenden wassern vermischt. Jacobsson 3, 14 a .

Tagseife

DRW

tag·seife

Tagseife, m. auch Tages-; bergm. oberirdischer Seife (II) do aber ein finder oder lehentraͤger einen tagseufen aufnehmen wurde, so solle daß…

wachsseife

DWB

wachs·seife

wachsseife , f. eine seife, die aus wachs, das mit natronlauge gekocht worden ist, bereitet wird und zum polieren, sowie zur wachsmalerei di…

zinnseife

DWB

zinn·seife

-seife , f. , zinnwäsche, lagerstätte von zinnerz im gesteinsgeröll vornehmlich des Erzgebirges, wo das erz. geseift, d. i. mit dem wasser d…

Ableitungen von seife (1 von 1)

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APA
Cotta, M. (2026). „seife". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/seife/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „seife". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/seife/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „seife". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/seife/dwb.
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