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Schmalte

nhd. bis Lex. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schmalte

Bd. 17, Sp. 882
Schmalte (Smalte, Kobaltglas, blaue Farbe, Blaufarbenglas, Kobaltblau), ein intensiv blaues, wesentlich aus kieselsaurem Kali und kieselsaurem Kobaltoxydul bestehendes Glas, das gemahlen als blaue Farbe benutzt wird. Man bereitet S. in den Blaufarbenwerken, indem man Kobalterze (Speiskobalt, Glanzkobalt) röstet, um das Kobalt möglichst in Oxydul überzuführen, ohne die Schwefel- und Arsenverbindungen der übrigen in den Erzen enthaltenen Metalle (Nickel, Eisen, Kupfer, Wismut, Silber etc.) zu zersetzen. Die gerösteten Erze schmelzt man mit Pottasche und Quarzpulver, wobei jene Schwefelverbindungen sich als Speise abscheiden und ein blaues Glas entsteht, das in kaltes Wasser ausgeschöpft, gemahlen und geschlämmt wird. Streublau (Streusand, Blau, B) ist gröberes, eckiges, Couleur (C) mittelfeines und Eschel (E) das feinste Pulver. Die Intensität der Farbe wächst mit dem Kobaltgehalt, und von der Reinheit der Erze hängt die Reinheit der Nuance ab. Die kobaltreichste S. heißt Königsblau (Kaiserblau), die dunkelste Azurblau. S. ist sehr beständig, wird aber durch Säuren zersetzt und gibt beim Schlämmen kohlensaures und kieselsaures (auch arsensaures) Kali an das Wasser ab. Infolge des Gehalts an diesen Salzen ist sie etwas hygroskopisch und ballt sich; auch erhält sie dadurch eine sattere Farbe und die Fähigkeit, länger in Wasser suspendiert zu bleiben. S. eignet sich besonders zur Wassermalerei auf Mauerwerk; sie wird auch in der Porzellanmanufaktur und Töpferei benutzt, ist sonst aber durch das Ultramarin fast vollständig verdrängt worden. Durch Kobalt blau gefärbte Gläser wurden schon von den alten Ägyptern dargestellt. Eine bewußte Verwendung der Kobalterze zum Blaufärben von Glas soll indes erst im 16. Jahrh. von Schürer ausgeführt worden sein. 1571 gründete Preußler das erste Blaufarbenwerk zwischen Platten und Eibenstock. Auch soviel wie Schmelz und Email.
1897 Zeichen · 20 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmalte

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schmalte , plur. die -n, in dem Hüttenbaue, das aus dem Kobalt durch die Verglasung erhaltene metallische Glas, beso…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schmalte

    Goethe-Wörterbuch

    Schmalte einmal Sm- term techn: durch Verschmelzung von blau färbendem Kobaltpulver mit Sand u Pottasche gewonnene (u pu…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmalte

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schmalte , s. Smalte .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmalte

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schmalte

schmalten + -e

schmalte leitet sich vom Lemma schmalten ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schmalte 2 Komponenten

sch+malte

schmalte setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmalte‑ als Erstglied (2 von 2)

Schmalte, grüne

Meyers

schmalte·gruene

Schmalte, grüne , durch Chromoxyd intensiv gefärbtes, nach Art der Schmalte bereitetes Glas, das gepulvert als Farbe benutzt wird.

Schmalteprobe

GWB

schmalte·probe

Schmalteprobe term techn: kleine, zur Prüfung ihrer physikal Eigenschaften dienende Menge eines zur Blaufärbung genutzten Kobaltpigments auf…