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seichen

ahd. bis sprichw. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
18 in 17 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
48
Verweise raus
49

Eintrag · Rheinisches Wb.

seichen

Bd. 8, Sp. 32
seichen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -Eχ-, in vielen grossen Enklaven -aiχ-, –ęi-; Mosfrk -Eχ-, –ā-, –ē-, –ai-; diese Formen mit -χ- reichen lrhn. mit Malm um Ameln, SSchleid, NDaun, Aden, rrhn. bis Neuw-kurköln., Altk (Sieg), Waldbr, Sieg-Hänschd, Gummb-Homburgisch, Siegld; n. davon mit -k-, u. zwar Rip, OBerg, Sol, Mettm -ek- (zu dieser Kürze vergl. rekə »reichen«); NBerg (sonst) -ēk-, zekt; Eup -eik-, zekt; SNfrk -ēk- [Kref-Stdt -īə-], zekt; Klevld -aik-, –E-, –E-, –ē-, he zękt schw.: 1.a. harnen, von Tieren; grob, vom Menschen (nicht grob et Wasser abschlagen, brunzen, migen, pischen, pissen; grob schiffen; scherzh. sickeln (Siegld), bacheln, e Bächelche, Pippi machen von Kindern; s. d. W.); der muss sich's Blut im Leib verkalt hon, on jedem Ecke steht er se s. Saarbr, Allg.; schamsde dich nit, dich midde uf de Gass ze stelle; wemmer s. muss, geht mer uf et Heis-che (Abort) ore in e Eckelche, dat mer nit gesiehn werd Simm, Allg.; will einer s. u. knöpft die Hose auf: loss steiche, et ös bezahlt! Rheinb-Meckenh; en em Boge s.; an (widder) de Wand, en de Kammerpott, et Bett, en de Botz (Hose) s.; sech de Botz (Hose) voll s.; enem de Pös (Pfosten) ful s. Rip, Allg.; Seches nidig hon das Bedürfnis zum Harnen haben WMosfrk. Scherzh. mit Umstellung der Anfangslaute zur Verhüllung Fremden gegenüber: ich han et Necke südich ich muss mal s. Bo-Dransd. RA.: Eso richt (grade, scherzh. krumm), wie en Sau sächt Mosfrk; su kromm, we en Oss (Ochse) seck Dür-Pier. Su secher, as de Säu s. Aden, Schleid, Eusk, Rheinb, Gummb. So domm, wie en Sau sächt Birkf-Idar. He löpp stöatewis (stossweise) es en Ferkesber (Eber) sick MülhRuhr; de freit met Stück, we de Ferke s. er rückt mit einer Sache oder im Gespräch stossweise heraus Eup. Er denk net ferner, wie en Hohn (Huhn) seck denkt gar nicht Sieg-Thomasbg. E laustert (passt of, stäht do) wie en Sau (e Borg), die en de Bach (en't Strih) sächt Mosfrk, Rhfrk, — en Laus, die en't Strih seicht Zell-Senh; he mäckt e Geseit wie en Katz, die en de Brei hät geseck so verwundert Erk. He lügt so flott, we der Hongk (Hund) seckt Wermelsk. Et ös so wohr, as de Mops an de Bom seckt! Dinsl. An den seicht kein Hond mih; do s. k. H. dewirre so verachtenswert ist er Zell, Allg. Wat hej met Lope verdinnt, verliest hej met S. Klev-Warbeyen. De wellt mot de grussen Honne s. gohn on kregt den Ben net opgehowwen (on brengt dat B. net en de Heh) er will den Grossen spielen u. kann es nicht Prüm, Allg. De Hihner dranken (trinken), äwer se s. nöt jeder kann schliesslich etwas, was niemand ihm nachmachen kann Trier-Schleidw. Wan den Uəss (Ochs) sächt, forzt en och beides ist auch beim Menschen das Gewöhnliche Bitb-Mettend. Sech de Mähr, da futz de Hengs Verspottung der Nachäfferei Dür-Geich. De Möcke s. es regnet fein Köln-Ld, Aach. Dem lo seicht kän Katz en't Kor (Roggen) er besitzt nichts Saarl. Dat Kalf hät schef geseckt die Sache ist missglückt uWupp. — Höck (heute) könnt ech s., dat et en Kul (Grube) en de Erd göf Dür-Abenden. E kann net mih warm s. ist in grosse Armut geraten Trier-Mehring. Se (die Freier) s. eim de Pöste ful sie kommen viel, aber die Freierei ist ihnen nicht ernst gemeint Elbf. En as su domm, dat en net wäss, aus wat fer em Loch eraus en s. soll Bitb-Mettend. Seckste do erus, ech ment, du wiərsch ne Barg (verschnittenes männl. Schwein)? hast du solche Sachen im Sinn Rheinb-Meckenh; nu, secks de dorut? gesagt, wenn ein Kartenspieler tastend eine Farbe nach den andern aufspielt, um die starken Farben des andern zu erkennen Gummb. Du kas mi doch nit an de Karr s.! kannst mir nichts wollen Duisb. Do hür ech dech em Emmer (Eimer) s. ich habe deine Eigenart erkannt Jül. Die s. en ene Pott (Bar, Pohl »Pfuhl«, Külchen »Grube«) handeln einträchtig Allg.; de Mädercher, de sich um (am) Out (Abend) sching (schön) machen, s. nots (nachts) an't Bet wenn es abends schönes Wetter ist, regnet es nachts WMosfrk; e propper Mädchen, awer die Sau sächt an't Strih Bitb-Gindrf. Dat Mädche es esu hoffärdig, dat seck bloss en e gebitt (gebähtes) Milchbüttche Bergh-Hüchelhv. Der Unanständige lacht, darr e in die Bucks seicht Simm, Allg.; mer ment, mer möt (müsste vor Ärger) en de Botz s.! Rip, Allg. Do häste ävver ens fies en der Lapp geseck! sehr daneben gehandelt Erk, MGladb. De hot en de Bach geseicht falsch spekuliert Westerw. Et as, as wie wann am (einem) en Öngel (Engel) an de Mond sächt! sagt der Branntweintrinker nach einem guten Schluck Bitb. Der Deiwel secht der an't Nähkestchen! Fluch Daun. Eich s. der in de Ohre, dass der's Gehern roscht! Meis. Zent Margret hät en de Nüət (Nüsse) geseckt gesagt, wenn es am Margaretentage regnet; dann sollen die N. faul werden Kref, Allg. Der hät nevve et Döppe (de Bar) geseck hat unvorteilhaft geheiratet Bergh-Hüchelhv; hat als Verheirateter ausserehelichen Geschlechtsverkehr ausgeübt Sieg-Eitorf. Gritt, scheiss ean de Bitt (Bütte), sach ean de Bor, da kriste greis Hor! May-Trimbs. — He es am s. in grösster Wut Bo-Bornh. — Auch de Hucke (Kröte) s. pil in de Lucht (Luft), do kammer blingd (blind) van weren, wammer de Secke en de Ogen kriet Gummb, Allg. — Mit Obj. Sovell seckt och en Möck das ist gar nichts MGladb. Seck der jet! abschl. Antw. Rip. He seckt alles langes de Pöste ein Trinker, der Hab u. Gut versäuft Wermelsk. Ech well dem haue, dat e för sine eige Schweiss Löker en de Erd seckt! Düss. Mach, sos hauen ich dich, datsde Bomualig (Baumöl) sechs! Bitb, Daun, — Brommele (Brombeeren) secks! Dür-Abenden. Freck on seich Bottermelch! May-OMendig. Et es für Bessemsteckele ze s.! eine sehr schmerzliche Sache MüEif. Ich haən dich, dat de Bretzeln sächscht! Merz-Mettlach; böss stell, ek sek dek ok en Bretzel em Schnia (Schnee)! scherzh. Trostworte Barm. Dat (Mädchen) seckt Fürsteng (Feuersteine) so feurig ist es Eup-Raeren. Ech seck dech der Nam en en Uəhr (Ohr)! ich verachte dich Heinsb-Kempen. — Se enem s.; der krit se geseck er bekommt Prügel Eusk-Lechenich, Rheinb, Bo, Dür; der es geseck wore wir haben ihm alle Klicker im Spiel abgewonnen Ahrw-Remag; der es geseicht; den han mer g. ihm alles im Spiel abgewonnen May-Ochtendung. — b. absol. u. ein Feld, eine Wiese s., mit Jauche begiessen Geld-Kevelaer, Klev-Pfalzd. — 2. intrans. a. in seinem Strahl herausspritzen; aus einer verletzten Ader secht et Blut (eraus); et Bl. as eweggesächt Saar, Trier, WEif. Et seck (van ovve) eraf es regnet stark; de Äppel s. eraf prasseln herab Rip. Et stöpp (staubt), et seck Koərn (Roggen) es gibt viel K. Eusk-Dirmerzh. Et rent (regnet), dat et seck bei strömendem Regen Rip, Nfrk. Kreiht (kräht) den Hahn op de Deck (auf dem Hühnerhause), gof et Regen, dat et seck Mörs, — om Reck (Sitzstange), rent et, dat et seck MülhRh-Holweide. — b. eilend laufen Simm-Argenth. — Abl.: die Seicherei, dat Geseich(s).
6879 Zeichen · 135 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    seichen

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    seihenAWB sw.v. I, im Abr (Kb, Ra): ‚schmelzen; mulcēre‘ 〈Var.: -ehh-, -hh-〉. o-stu- fige Ableitung von sîhan (s. d.); w…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    seichenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    seichen swv. BMZ harnen, mingere, urinare Dfg. 362 a . 630 b . er seicht, daʒ under im wart ein strûm Ls. 3. 405,346. ze…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    seichensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    seichen , sw. V. nhd. seichen, harnen, urinieren Vw.: s. be- Hw.: vgl. mhd. seichen. mnl. seiken Q.: SL E.: s. ahd. seih…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Seichen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    † Seichen , verb. regul. neutr. & act. welches im ersten Falle das Hülfswort haben erfordert, aber nur in den niedrigen …

  5. modern
    Dialekt
    seichen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    seiche n [sæiə Olti. ; saiə Roppenzw. Heidw. Liebsd. Ensish. Ruf. ; saiaa Su. ; saiχa Dü. Katzent. Horbg. ; saiχə Co.…

  6. Sprichwörter
    Seichen

    Wander (Sprichwörter)

    Seichen Er seicht vor Angst in die Hosen. ( Rottenburg. )

Verweisungsnetz

70 Knoten, 79 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seichen

7 Bildungen · 0 Erstglied · 5 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von seichen

sei + -chen

seichen leitet sich vom Lemma sei ab mit Suffix -chen.

seichen als Zweitglied (5 von 5)

abseichen

DRW

abs·eichen

abseichen rinnen lassen [dem unehrlichen Wirt] den wein im vaß abseichen [andere Lesart abtheyen] 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 920 [vergleiche …

anseichen

DWB

ans·eichen

anseichen , commingere, anpissen: so werden wir nicht so gut sein, dasz uns die hunde anseichen. Weise comöd. 255 ; so dasz die hund schier …

beseichen

DWB

bese·ichen

beseichen , commingere, bepissen. 1 1) mhd. der knabe gund beseichen ouch frumer liute gewant, und lief dannen wider ze hant. Ls. 2, 591 . n…

Ableitungen von seichen (2 von 2)

beseichen

DWB

beseichen , commingere, bepissen. 1 1) mhd. der knabe gund beseichen ouch frumer liute gewant, und lief dannen wider ze hant. Ls. 2, 591 . n…

verseichen

DWB

verseichen , verb. mit urin beflecken, verderben; zur bezeichnung einer häszlich grünen farbe dient in Leipzig verseecht. Albrecht Leipz. mu…