Hauptquelle · Grimm (DWB, 1854–1961)
seichen verb.
seichen , verb. mingere; ein hochdeutsch geprägter, fein verhüllender ausdruck für das natürliche geschäft, der, lange zeit unbefangen gebraucht, nach und nach unflätig und gemieden wird, wiewol die heutigen ober- und mitteldeutschen mundarten, in denen das wort ziemlich allgemein lebendig geblieben ist, noch immer reichliche spuren der alten verwendung zeigen. seichen ist causalbildung zu dem starken verbum sîhan leise, tröpfelnd flieszen ( vgl. dazu unten seigen und seihen), in der ursprünglichen bedeutung flieszen machen, tröpfeln lassen, von früh ab in dem angegebenen sinn eingeengt: ahd. …