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Seife

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
23 in 17 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Seife f.

Seife f.

Seife f. Die Bezeichnung für das Wasch- bzw. Reinigungsmittel lautet ahd. seifa (8. Jh.), mhd. seife, mnd. mnl. sēpe, nl. zeep, aengl. sāpe, engl. soap und (möglicherweise aus dem Aengl. entlehnt) anord. sāpa, schwed. såpa. Zieht man aengl. sāp ‘Harz, Bernstein’ heran, so kann von der Vorstellung einer zähen, tropfenden Masse ausgegangen und eine Verbindung zu ablautendem mhd. sīfen ‘tropfen, triefen, gleiten, rutschen’, mnd. mnl. sīpen, nl. sijpelen ‘tröpfeln, sickern’, aengl. sīpian ‘fallen, sich senken’ hergestellt werden. Vergleicht man ferner lat. sēbum ‘Talg’, toch. A sep-, sip- ‘salben’ und die unter Sieb (s. d.) genannten Formen, so ist ein Anschluß an ie. *sē(i)b-, *seib-, *seip- ‘ausgießen, seihen, rinnen, tröpfeln’, Erweiterung der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’, möglich. Seife (lat. sāpo m., aus dem Germ. entlehnt) besteht nach Plinius aus Talg, Asche und Pflanzensäften und dient zunächst, offenbar aus kultischen Gründen, zum Rotfärben der Haare vor dem Kampf. – seifen Vb. ‘mit Seife säubern’ (16. Jh.); abseifen Vb. ‘mit Seife und Wasser reinigen’ (in der Färbetechnik 18. Jh., allgemein 19. Jh.); einseifen Vb. ‘mit Seife einschmieren’ (19. Jh.); auch ‘übervorteilen, betrügen’ als volksetymologische Umbildung von rotw. beseibeln, besefeln, zu jidd. sewel ‘Mist, Kot, Dreck’. Seifenblase f. ‘Blase aus Seifenschaum’ (17. Jh.), übertragen für ‘Vergängliches, Trügerisches, ungenügend Durchdachtes’ (18. Jh.). Seifensieder m. ‘wer Seife herstellt’ (15. Jh.), eigentlich ‘kocht’ (s. sieden); zu den Obliegenheiten der Seifensieder gehört auch das Kerzenziehen, daher redensartlich aus der Studentensprache mir geht ein Seifensieder (‘ein Licht’) auf (Anfang 19. Jh.).
1716 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SEIFEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SEIFE swf. seife. ahd. seifa Graff 6, 172. sapo voc. o. 44,33. sumerl. 17,3. 49,60. sabana das. 15,79. nitrum Diefenb. g…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Seife

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Die Seife , plur. doch nur von mehrern Arten die -n, ein mit einem unmineralischen Alkali verbundenes Fett, welches s…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1Seife

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Seife 1 aus Fett od Öl durch Sieden unter Zusatz von Lauge hergestellte, als wasserlösliches Wasch- bzw Reinigungsmitt…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Seife

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Seife , Zusammensetzung aus Fett u. Oel mit Kali und Natron, in Wasser und Weingeist auflösbar, mit der Eigenschaft fett…

  5. modern
    Dialekt
    Seife

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Seif e [Saif Felleri. Su. Co. Str. Lohr ; Sæìf K. Z. ; Sǽf Barr W.; Sáf Bühl Ndrröd. Tieffenb. ] f. Seife. Von einem uns…

  6. Sprichwörter
    Seife

    Wander (Sprichwörter)

    Seife 1. Es wird überall mit Seife gewaschen. ( Stettin. ) In dem Sinne: Wer gut schmiert, der fährt gut. Pfennigsalbe w…

  7. Spezial
    Seife

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sei|fe f. (-,-n) 1 (zur Körperpflege) jafa f. 2 (Seifenstück) jafa (jafes) f. , toch de jafa m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seife

225 Bildungen · 215 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

seife‑ als Erstglied (30 von 215)

Seife I

SHW

Seife I Band 5, Spalte 965-966

Seife II

SHW

Seife II Band 5, Spalte 965-966

seifeballen

DWB

seife·ballen

seifeballen , m. seifenkugel: von den tyriackskrämern, seiffeballen- oder läuszsalbe-verkäuffern. Simpl. 4, 271 Kurz.

Seifehaus

DRW

seife·haus

Seifehaus, n. Gebäude, in dem man seift (II) auch andern verleyhen mochten huttenstet waschheuser molwergk seyffeheuser, die sich zum ertze …

Seifekochen

PfWB

seife·kochen

 Seife-kochen n. : ' das Herstellen von Seife '. Volksgl.: Wammer am Seefkoche is un en Weibsmensch kummt, is die Seef verhext [ Fogel Beli…

Seifelstein

PfWB

seifel·stein

 Seifel-stein m. : ehem. FlN; a. 1564: im Seiffel Stein, Stoßt ander Seith wider die Heck [StArch. KL-Landstl Gerichtsbuch 58].

Seifelte

ElsWB

seif·elte

Seifelte f. Menschenkot Rapp. Dazu gehört wohl auch Schleifes s. d.

Seifenmaul

SHW

Seifen-maul Band 5, Spalte 967-968

Seifenrock

SHW

Seifen-rock Band 5, Spalte 967-968

Seifensand

SHW

Seifen-sand Band 5, Spalte 967-968

seife als Zweitglied (9 von 9)

Eierseife

Wander

eier·seife

Eierseife Auch mit Eierseife wäscht sich keiner von Sünden rein.

goldseife

DWB

gold·seife

goldseife , f. , neben ( älterem ) goldseifen, goldseufen, m., vgl. seife sp. 190. 1) zu seife 2: ' goldsandablagerung goldführender gewässe…

mandelseife

DWB

mandel·seife

mandelseife , f. seife, mit zerstoszenen mandeln und wolriechenden wassern vermischt. Jacobsson 3, 14 a .

Tagseife

DRW

tag·seife

Tagseife, m. auch Tages-; bergm. oberirdischer Seife (II) do aber ein finder oder lehentraͤger einen tagseufen aufnehmen wurde, so solle daß…

wachsseife

DWB

wachs·seife

wachsseife , f. eine seife, die aus wachs, das mit natronlauge gekocht worden ist, bereitet wird und zum polieren, sowie zur wachsmalerei di…

zinnseife

DWB

zinn·seife

-seife , f. , zinnwäsche, lagerstätte von zinnerz im gesteinsgeröll vornehmlich des Erzgebirges, wo das erz. geseift, d. i. mit dem wasser d…

Ableitungen von seife (1 von 1)