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Grutzen

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Grutzen

Bd. 2, Sp. 1472
Grutz, Grutzen je nach Geb. mit verschiedener Bed. u. Form: 1. Rhfrk uNahe, ö. u. südl. Kreuzn-Monzing Langenth, Soonw, Simm-Ellern Rheinböllen Erb -ǫtsə Sg. u. Pl.; sonst Kreuzn, Meis, Birkf -u-, –o-; sonst Rhfrk, Mosfrk (s. die Begrenzung bei den einzelnen Bed.) -uts, Pl. -tsə ode -its; Sg. -o-, Pl. -tsə(n) u. -ets [an der Saar von Merz an -ǫts, Pl. selten -ę-, meist -ǫtsən; Sg. -ǫts(ə) begegnet auch in Goar, Koch, Kobl]; -a- Saarbg Portz-Sinz Tetting Wochern; --, –:- Merz-Saarhölzb Haustdt, Saarbg-Greimerath Tavern, Trier-Filzen Orenhf, Bitb-Speicher; -ō- Goar-Preischd Dillhf, Zell-Enkirch, May-SJohann; -ǫu- Wittl-Bengel, Bernk-Lückenbg Malborn, Neuw-Heddesd; vielfach begegnet hier u. da auch der Sg. -ets, –i-, Pl. -tsən, z. B. Bernk-Neumag m., die Formen auf -ts auch f. a. der innere Teil des Kernobstes, der herausgeschnitten wird, Kerngehäuse, Appe-, Birengr. Rhfrk, Mosfrk bis n. einschl. Saarbg-Eft Burg Tetting Kirf Kastel OZerf, Trier-Lampaden OEmmel Krettnach Pluwig Raschd Beuren nach N. zur Mosel bei Leiwen, die Moseldörfer bis Wittl-Cröv, u. dann n. der uMosel (Bernk, Zell, Koch, Kobl einschliessend) bis Wittl-Hetzerath Honth, Koch-Bertrich Urschmitt Gillenbeuren Auderath Ulmen Müllenb Laub Masbg Hauroth Urmersb, May-Monreal Kürrenbg Bell Wassenach Namedy, Neuw-Irlich Rengsd NHonnef, Altk-Horhsn Peterslahr Seelb Altenk Michelb Sörth Friedewald Daaden Biersd, im Siegld in NDrosselnd Holzhsn Lützeln Würgend; n. dieser L. vereinzelt Bitb-Speicher Preist (u. bats), Daun-Stdt, Aden-Virnebg, Ahrw-Brohl Rheineck [innerhalb des Grutz-Geb. steht hier u. da Gr. nur für 1 b, u. das Kerngehäuse heisst hier Ker(ə), Geker, Kerenheis-chen, –geheis, –kämmerchen, Heis-chen, Geheis, Meddel, Herz(chen), Schnitz, Schnotz, Beiz (s. d. W.); im Kr. Bernk in Berglicht Bischofsdhron Braunshsn Gräfendhron Gonzerath Gutenth Haag Heinzerath Hundh Hunolst Monzelf Morb Morschd Merschd Wederath bruts, –o-, –e-, Pl. -tsən (eine Mischform zwischen dem n. beginnenden Bitz (s. d.) u. Gr.; Bernk-Andel rots; n. der Grutz-L. lrhn. Bitz (-a-, –ǫ-) u. dann Rip ketš (Schleid, Malm betš); das rrhn. Westerw-Geb. ist sehr zerrissen; in Neuw südl. OHonnef Himmerich Dernb Dierd (usf.) grints, –e-, –ę-, –o- (s. Grinz), in NWNeuw Bitz (am Rhein), Kitsch, Pick, in OAltk Keren, Meissel, Sprie, Scheben, WAltk Pick, Bäks, Bäkster; im Siegld Mass(el), –E-, Marzel, Mängsel, Nösel, –øy-, Heewe]. RA.: Wann der nor e Gr. im Hals stecke blieb! Verwünschung; e Gr. soll dein Dot sen! Birkf. — b. der innere Überrest des Kernobstes, der nach dem Verspeisen übrig bleibt Allg. in den Geb. von 1 a; doch reicht Gr. 1 b über die bei Gr. 1 a angegebene Linie hinaus, so in NWSaarbg, wo bats gilt; grāts Portz; -a-, Pl. -tsən Sinz; -ots, Pl. -e- Trier-Ld fast allg.; -- Bitb-Speicher Preist; -ots, –e-, Pl. -ets(ən) Bitb-Bickend Fliessem Nattenh Rittersd (sonst Bitb bats), Wittl-Bausend Dierschd Hetzhf Kinderbeuren (sonst bats, -ǫ-), Koch-Lutzerath Driesch Calenborn (1 a bǫăts), May-Glees (u. bets) Galenbg (u. bets), Volkesf (u. bots), NLützing Burgbrohl, Aden-Virnebg Wanderath Arb (u. bets); kr- Ahrw-NBreisig Neuenahr, Neuw-Rheinbrohl Hönning Ariend Linz, in Altk über Fluterschen Almersb Altenk Hüttenhf Breitschd zur Sieg zwischen Birken u. Betzd NFischb Freusbg [Mischformen bots (aus bits + gr.) Bernk-Zelting; glots, –u- Birkf-Sötern, Ottw-Bub Dirming Kalmesw Hüttig Rassw Steinb Stennw Wustw, Saarl-Hülzw Roden]. — c. Überrest der Blüte eines Apfels Saarbg-Tawern. — d. das Herz, der harte Strunk im Innern des Kohlkopfes Saarbr, Kreuzn-Hüffelsh Seibersb, Bernk-Horbr, Wittl-Reil, Koch-Müllenb, Daun, May; das Herzchen beim Salat Saarbr; das Innere der Möhre, des Holunders Malm-Weywertz (jrots); der beim Ernten der Rüben u. Runkelrüben abgeschnittene Blätterschopf Kreuzn, Zell-Burg. RA.: De is se dumm, vor Riwe (Rüben) se roppe, wann mer em de Gr.ə in die Hand gibt Kreuzn. — e. Gretz Rappen der Traube Saarbg-NLeuken, Bernk-Wehlen, Koch-Ediger. — 2. Rest. a. grots Rest Tabak in der Pfeife Saarl-Itzb: e Gritzche Saarbr-Camphsn, Simm; e Gretzchen Koch-Leienkaul. — b. -u- verkohltes Ende des Dochtes Saarl. — c. et letzte Grötzche (jrø-) der letzte Rest etwa von Klickern Ahrw. — d. -ǫts (u. -ǫ:-, s. Kraz). α. Nasenpopel Saarbg-Schoden Eft Ockfen. — β. übertr. Schreckgespenst. — e. Pl. α. der Abfall beim Schälen von Kartoffeln, Möhren. Rüben, Obst udgl., also nicht nur die Schalen, z. B. Grumbere-, Rummelegretzen, und zwar -otsə, –ets(ə) Zell bis Kobl, May, Westerw; -ets, –ę-, –i- Saar, Birkf, Goar; -etsən Trier, Bitb, SPrüm [-y- Prüm-Burb], in Bitb auch ein seltener Sg. f. -ets; jrøts Aden-Rieden. RA.: Ber de Notze hät, kann och de Grotze krege Neuw-Datzeroth. — β. -ǫtsə, –o-, –u- Überreste von Speisen Kreuzn, Simm, Kobl; -ets Trier-Mettnich. — γ. -ets altes, unbrauchbares Gerümpel Saarl-Pachten; -otsə Neuw-Datzeroth. — δ. -utsə Holzabfälle, Späne Simm-Argenth. — 3. etwas Kleines, Verkrüppeltes. a. kleines Obst, verkümmerte Früchte Verbr. wie 1 a. — b. verkrüppelter Baum Siegld, Wittg. — c. m. Scheltw. für kleinen, im Wachstum zurückgebliebenen, hässlichen, widerwärtigen Menschen; kleines Kind, kleiner Junge; kleines Mädchen Verbr. wie 1 a. u. Bitb-Dudeld Ehlenz; domm Gr. dummes Mädchen Neuw-Datzeroth. — d. käne Gr. rein gar nichts; noch net e Gr. devon kreiste Saar, Mos; kene Gr. Bergh-Frohnhf, MGladb-Odenk (jrots); kenen Grutz Gummb-Marienheide; e Grotz u. Gretzchen ein biss-chen Bitb Speicher Badem; e Gritzche u. Gritzelche Siegld. En Glas en Gretz un Gremmele schlahn in kleinste Stücke Birkf-Idar; keng Gretz a keng Grimmel gar nichts Bitb-Geichl NWeis; Grotz, Gr., Grimmelegrotz, ber neist get, der es neist notz! gesungen beim Einsammeln der Gaben zu Fastnacht May-Mertloch. — 4. -ets, –i- Pl. zerkleinerte Kohlrabi, Runkelrüben (mit Häcksel gemischt als Viehfutter) Saarbr, Kreuzn, Simm, Birkf, Goar, Kobl, May, Koch, Zell, Bernk-Sensw, Trier-Beuren, Westerw, Siegld. — 5. übertr. a. sachl. α. Kehlkopfknorpel Laut u. Verbr. wie 1 a; ich stoss der e paar vor de Gr.; ich greif dich am Gr. Kreuzn; einen am Grotze holen beim Wickel packen Kreuzn-Norh; an der Grutz Zell-Raversbeuren; an der Gretz Merz-Steinbg. — β. -ǫts mit Teig umhüllter, gebackener Apfel Merz-Saarhölzb. — δ. -ǫts stumpfes Messer Kreuzn. — ε. dat kos Gretz kostet Mühe Prüm-Mürlenb 1860. — b. persönl. -o-, –u- grober Kerl Saarbr; -o- heimtückischer Mensch Prüm-Mürlenb; domm Gr. Mädchen, das sich unnütz macht Neuw-Datzeroth. — S. auch Krotzen.
6591 Zeichen · 173 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    Grutzen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Grutze n [Krùtsə Dehli. ] m. Kernhaus des Obstes; vgl. Butze n . — Schweiz. 2, 837.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grutzen

12 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von grutzen 2 Komponenten

grut+zen

grutzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grutzen‑ als Erstglied (10 von 10)

Grutzenzeug

SHW

Grutzen-zeug Band 2, Spalte 1503-1504

Grutz(en)blätter

PfWB

grutzen·blaetter

Grutz(en)-blätter Pl. : 'die abgeschnittenen Rübenblätter', Grutze-, Grotzebläddeʳ , -blärreʳ [vereinzelt, Wilde 143]; vgl. grutzen 2 a. —

Grutz(en)kopf

PfWB

grutzen·kopf

Grutz(en)-kopf m. : 'kleiner Kopf', Grutzekopp [Kaislt], Grutz- [ PS-Gersb Burgalb]; vgl. Grutz 4 a.

Ableitungen von grutzen (2 von 2)

vergrutzen

PfWB

ver-grutzen , ver-grützen schw. : 1. 'durch ungeschicktes Schneiden verunstalten', ve (r) grutze [KU-Dietschw verbr. VPf Don-Schowe Torscha …

zergrutzen

RhWB

zer-grutzen etwas z., zerstückeln, durch ungeschicktes Schneiden verunstalten Allg. (nicht Rhfrk).