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Sandstein

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Sandstein

Bd. 17, Sp. 544
Sandstein, klastisches Gestein, das fast ausnahmslos aus der Verkittung von Sandkörnern von höchstens Erbsengröße, also aus Sand (s. d.), hervorgegangen ist. Durch Vergrößerung des Korns geht der S. in Konglomerate und Breccien, durch Verfeinerung in Schieferton und Tonschiefer über. Je nach der Größe des Korns unterscheidet man grobkörnigen und feinkörnigen S., und je nach der Verschiedenartigkeit des verkittenden Materials (Bindemittel, Zement) kieseligen, tonigen, kalkigen, dolomitischen, mergeligen, eisenschüssigen und bituminösen, von kohligen Bestandteilen oder Asphalt (Asphaltsandstein) durchdrungenen S. Am meisten verbreitet sind die kieseligen und die tonigen Quarzsandsteine. Die erstern bestehen aus Quarzkörnern, die durch ein quarziges oder kieseliges Bindemittel (Hornstein, Chalcedon, Opal etc.) zu festen, quarzitähnlichen Gesteinen (Kieselsandsteine, Glaswacken, Quarzite) verkittet sind und bei dem Zurücktreten des letztern oft als scharfkantige, mit Kristallfacetten versehene und in der Sonne stark glitzernde Kristalle erscheinen (Kristallsandsteine). Der tonige S. (Tonsandstein) enthält die Quarzkörner in einem oft sehr reichlich vorhandenen tonigen Bindemittel eingebettet und führt auf den Schichtflächen häufig parallel angeordnete weiße Glimmerblättchen (Muskovit). Sind diese sehr zahlreich, so wird der S. dünnschieferig (Sandsteinschiefer, Glimmersandstein). Auch Tongallen, scheibenförmige Einschlüsse von Ton, kommen häufig im tonigen S. vor. Ist das Zement ziemlich reiner Kaolin, und sind insbes. neben den Quarzkörnchen auch noch Feldspat- oder Kaolinkörner in größerer Menge im Gesteinsgewebe zu erkennen, so nennt man den S. Kaolinsandstein und Feldspatsandstein oder Arkose; mischt sich dem bindenden Ton noch Kalk bei, oder wird jener vollkommen von diesem ersetzt, so entstehen mergelige oder kalkige Sandsteine (Mergelsandstein, Kalksandstein etc.). Der eisenhaltige S. ist schon bei geringem Eisengehalt intensiv rot oder braun; bei größerm Eisengehalt wird er auch wohl als Eisenerz verwandt, so besonders der Raseneisenstein und der Ortstein. Seltener führt der S. Schwerspat, Cölestin, Gips oder Dolomit und kohlensaures Eisen und Mangan als Bindemittel. Da, wo letztere vorhanden sind, entstehen oft durch nachträgliche Zersetzung des Zements rundliche dunkle Flecke von Brauneisen und Braunstein (Tigersandstein). Ihm sind in gewisser Weise ähnlich die sogen. Knottensandsteine, die in einer Mächtigkeit bis zu 80 m erbsengroße Körner (Knotten) von Bleiglanz eingesprengt enthalten und bei Kommern und Mechernich (Rheinprovinz) gewonnen werden (Knottenerze, Knotenerze). Auch Weißbleierz, Kupferlasur und Malachit finden sich in den Sandsteinen von Kommern, Kupfererze zumal im Kupfersandstein des russischen Gouv. Perm. Die Glaukonitsandsteine oder Grünsandsteine enthalten neben den zuweilen sehr zurücktretenden Quarzkörnchen reichlich Glaukonit und sind durch ein kalkiges oder mergeliges Bindemittel oder durch feinverteilte Grünerde verkittet. Grauwackensandstein ist nur eine feinkörnige Abart der Grauwacke. Unter kristallisiertem S. versteht man teils S., der auf den Schichtungsflächen Pseudomorphosen noch Steinsalz zeigt, teils Kalkspatkristalle, die eine große Menge (bis zu 90 Proz.) Sandkörner umschließen (so bei Fontainebleau etc.; s. Pseudomorphosen). Der gefrittete oder verglaste S. (Buchit) ist ein im Kontakt mit Eruptivgesteinen (Basalt, s. d., S. 415, und Basaltjaspis) oder künstlich teilweise geschmolzener und in Glas umgewandelter und dabei säulenförmig abgesonderter S. Über den sogen. biegsamen S. s. Itakolumit. In der Regel ist der S. deutlich geschichtet; doch werden zuweilen einzelne Bänke sehr mächtig. Meistens findet sich neben der Schichtung noch eine senkrechte Absonderung (Zerklüftung), wodurch würfelförmige Felsmassen (Quadern) erzeugt und mauerförmige Krönungen verursacht werden, die vielen Sandsteinbergen eigentümlich sind. Auch die grotesken Felsbildungen, die der Sächsischen Schweiz, dem Adersbacher Felsenlabyrinth im Riesengebirge (s. Tafel »Erosion«, Fig. 7), dem Annweiler Tal und der Gegend von Dahn in der bayrischen Pfalz (s. Tafel »Bergformen II«, Fig. 3), den tief eingeschnittenen Tälern im westlichen Nordamerika (vgl. Tafel »Talbildungen I«, Fig. 1 u. 2) etc. ein eigenartiges Gepräge verleihen, sind hauptsächlich auf derartige Absonderungen zurückzuführen. Die Verwitterung der Sandsteine ist wegen der Verschiedenartigkeit des Materials und besonders des Bindemittels sehr ungleich. Toniger, kalkiger und mergeliger S. ist hinfälliger als kieseliger und eisenschüssiger; auch zerfällt S. mit wenig Bindemittel rascher zu Sand als bindemittelreicher. Besonders widerstandsfähig gegen die Verwitterung und deshalb als Baumaterial sehr geschätzt sind die sogen. Findlinge, Sandsteinblöcke, die an der Oberfläche der Sandsteinberge einzeln zerstreut liegen oder, in Massen aufgehäuft, Felsenmeere bilden; sie sind die bei Verwitterung des umgebenden Sandsteins zurückgebliebenen festern Quadern. Widerstandsfähiger als ihre Umgebung, weil reicher an Quarz, sind zuweilen auch gewisse durch eine konzentrisch-schalige Struktur ausgezeichnete Sandsteinmassen (Kugelsandsteine). S. findet sich in allen Formationen vom Silur bis herauf zu den noch heute sich vollziehenden Verkittungen des jüngsten Meeres- und Flußsandes. Eine Reihe von Namen, bald ursprünglich charakteristischen Eigentümlichkeiten des Materials entlehnt, bald nach Lokalitäten des Vorkommens gewählt, sind jetzt wesentlich Altersbegriffe und bezeichnen die Formation oder die Etage, wohin der betreffende S. gehört. So ist beispielsweise Potsdamsandstein (nach Potsdam im Staate New York) ein kambrischer, Spiriferensandstein (nach den in ihm enthaltenen Brachiopoden-Versteinerungen) ein devonischer, Millstone grit oder Mühlensandstein (nach zufälliger Verwendung an einzelnen Orten seines Vorkommens) ein der Steinkohlenformation angehöriger S., Buntsandstein eine durch rote und helle Farben ausgezeichnete, sehr mächtige Sandsteinbildung der Trias. Schilfsandstein (von den für Schilf gehaltenen Equisetenversteinerungen so genannt) und Stubensandstein (wegen der Verwendung des leicht in Sand zerfallenden Materials zur Ausstreuung der Stuben) sind Keupersandsteine, und gleicherweise spricht man von Liassandsteinen, Kreidesandsteinen, Braunkohlensandsteinen etc. Man benutzt die festen Sandsteine gern als Bausteine, die dünnschieferigen zu Platten, feinkörnige zu Bildhauerarbeiten, harte als Mühl- und Schleifsteine, manche tonige auch wohl zur innern Auskleidung der Hochöfen etc.
6611 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sandstein

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Sandstein , des -es, plur. die -e. 1) Eine Art glasartiger Steine, welche aus zusammen gebackenen Sandkörnern besteh…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sandstein

    Goethe-Wörterbuch

    Sandstein abgekürzt ‘Sandst.’ GWB LA II 8A,692 , ‘SSt.’ GWB T5,333 ; Getrenntschr GWB LA II 8A,68,49 M45 1 vorwiegend au…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sandstein

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sandstein , klastisches Gestein, das fast ausnahmslos aus der Verkittung von Sandkörnern von höchstens Erbsengröße, also…

  4. modern
    Dialekt
    Sandstein

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Sandstein m. wie hochd. allg.

  5. Sprichwörter
    Sandstein

    Wander (Sprichwörter)

    Sandstein 1. Sei mir der Sandstein, den man immer anwenden kann, sei es zu Mühlsteinen oder Stufen. 2. Wo Sandstein gut …

  6. Spezial
    Sandstein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sand|stein m. (-[e]s,-e) ‹geol› pera da saurun f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sandstein

51 Bildungen · 35 Erstglied · 14 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von sandstein 2 Analysen

sandsten + -e + -in

sandstein leitet sich vom Lemma sandsten ab mit Suffixen -e und -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: sandsten+-in

Zerlegung von sandstein 2 Komponenten

sand+stein

sandstein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sandstein‑ als Erstglied (30 von 35)

Sandsteinberg

GWB

sandstein·berg

Sandsteinberg einmal Getrenntschr a aus Sandstein bestehender Teil eines Gebirges; pl; mBez auf den Appenin bei Fiesole, in Auszug aus GTarg…

Sandsteinblock

GWB

sandstein·block

Sandsteinblock Sandsteinbrocken Nach Tische stiegen wir..bis zu den Riesensteinen [ bei Heidelberg ] , welches herabgestürtzte ungeheure San…

sandsteinchen

DWB

sandstein·chen

sandsteinchen , -steinlein , n. dasselbe wie sandkorn, mnd. sandsteneken Schiller-Lübben 4, 25 b , sandsteinlin, calculus, glarea Maaler 342…

Sandsteinexemplar

GWB

sandstein·exemplar

Sandsteinexemplar einmal Bindestrichschr Sandsteinmusterstück, als Beispiel für einen mit Chalzedon überzogenen Sandstein Es finden sich auc…

Sandsteinfelsen

GWB

sandstein·felsen

Sandsteinfelsen aus Sandstein bestehendes Gesteinsmassiv Über dem Wasser [ bei Heidelberg ] sieht man S-en in horizontalen Lagen GWB T2,91,2…

Sandsteinformation

GWB

sandstein·formation

Sandsteinformation einmal Getrenntschr aus Sandstein bestehende Gesteinslage [ betr JMacCullochs ‘A Description of the western Islands of Sc…

sandsteingebilde

DWB

sandstein·gebilde

sandsteingebilde , n. : als unterlage aller der verschiedenen kalk- thon- salz- und mergelbildungen der trias, tritt ein mächtiges sandstein…

Sandsteingebirge

GWB

sandstein·gebirge

Sandsteingebirge auch ‘-gebirg’, ‘-gebürge’, einmal Getrenntschr aus Sandstein bestehende Bergkette die freistehenden Klippen..Es sind übrig…

Sandsteingeschiebe

GWB

sandstein·geschiebe

Sandsteingeschiebe durch Wasser transportierter u erodierter Sandsteintrümmer bey Vermehrung meiner Sammlung erhielt ich aus Polen..abgerund…

Sandsteinhammer

PfWB

sandstein·hammer

Sandstein-hammer m. : 'Hammer zum Behauen des Sandsteins', Maurerspr., Sandstääⁿ - hammeʳ, -staaⁿ- [ Krebs 14]. SHW Südhess. V 64 . —

sandsteinhöhe

DWB

sandstein·hoehe

sandsteinhöhe , f. aus sandstein bestehende höhe, anhöhe: da der übergang aus einer fluszregion in die andere immer der hauptaugenmerk mein …

Sandsteinhöhen

GWB

sandstein·hoehen

Sandsteinhöhen pl für: (primär) aus Sandstein bestehende Hügelkette; wohl mBez auf den Flechtinger Höhenzug da der Übergang aus einer Flußre…

Sandsteinklippe

GWB

sandstein·klippe

Sandsteinklippe von freistehenden Sandsteinen gebildete Gesteinsformation; mBez auf den Klusfelsen bei Goslar Vor Goslar nach dem Lande zu s…

Sandsteinlage

GWB

sandstein·lage

Sandsteinlage geol: aus Sandstein bestehende Gesteinsschicht GWB LA II 7,197,44 M102 MinGeol Plp Syn GWB Sandschicht GWB Sandstein GWB Sands…

sandsteinmarmor

DWB

sandstein·marmor

sandsteinmarmor , m. durch imprägnieren von sandstein abwechselnd mit wasserglaslösung und schwefelsaurer thonerde hergestellte marmornachah…

Sandsteinpfeiler

GWB

sandstein·pfeiler

Sandsteinpfeiler aus Sandstein hergestellte Säule Neben dem Passagerohr steht..an einem tiefgegründeten S. eine Vulliamysche, acht Tage gehe…

sandsteinplatte

DWB

sandstein·platte

sandsteinplatte , f. flaches stück sandstein: die stadt Einbeck, deren hoch aufstrebende dächer mit sandsteinplatten gedeckt sind, machte ei…

sandstein als Zweitglied (14 von 14)

buntsandstein

DWB2

bunt·sandstein

buntsandstein m . : 1840 Hartmann lex. berg-, hütten- u. salzwerkskde. 1,628. 2004 n. zürch. ztg. (22.4.)52 c .

Flözsandstein

GWB

floezsand·stein

Flözsandstein -tz- F. mit Muscheln, mit Baryt, mit Thon, mit mineralisirter Holzkohle, Eisenocker das Sandsteingebirg als zusammenhängende B…

quadersandstein

DWB

quader·sandstein

quadersandstein , m. : in Norddeutschland ist die untere abtheilung des kreidegebirges durch eine sandsteinbildung repräsentirt, welche von …

stubensandstein

DWB

stuben·sandstein

stubensandstein , m. , ' bezeichnung für den feinen, weiszen, zum bestreuen der stuben verwendeten sandstein des hauptkeupers Frankens ... (…

thonsandstein

DWB

thon·sandstein

thonsandstein , m. sandstein, dessen quarzkörner durch ein thoniges bindemittel verkittet sind ( vgl. DWB thongalle ). Oken 1, 519 .

ursandstein

DWB

ursandstein (ur- C 4 c) Göthe II 10, 12 W. —

Ableitungen von sandstein (2 von 2)

Sandsteine

Herder

Sandsteine , Conglutinate (s. d.) aus Quarzkörnern, durch ein einfaches od. gemengtes Bindemittel zusammengekittet; sehr oft sind weiße Blät…

ursandstein

DWB

ursandstein (ur- C 4 c) Göthe II 10, 12 W. —