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Sand

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Sand

Bd. 17, Sp. 535
Sand, loses klastisches Gestein, dessen Einzelbestandteile die Größe einer Erbse in der Regel nicht übersteigen. Je nach der Größe des Kornes unterscheidet man Grand oder Grus, Perlsand, groben, seinen S. (Triebsand, Quellsand), Mehl-, Staub-o der Flugsand (s. d.). Die Körner sind bald abgerundet, bald eckig, selten mehr oder weniger vollkommene Kristalle. Die verschiedensten Mineralien und Gesteine, selbst Korallen und Muschelschalen, können durch Zerkleinerung S. liefern. Je nach der Natur dieser Substanzen widerstehen die Sande den Angriffen der Atmosphärilien oder ändern unter deren Einfluß allmählich ihre Beschaffenheit. Die unveränderlichen Sande (z. B. reiner Quarzsand) ebensowohl wie die veränderlichen, die nur aus auslaugbaren Bestandteilen bestehen (z. B. Kalksand), sind unfähig, eine Erdkrume zu bilden, während Sandsorten, die zersetzbare und stabile Mineralsubstanzen zugleich enthalten, die für die Erhaltung des pflanzlichen Lebens notwendigen Bedingungen erfüllen können. Man unterscheidet: 1) Quarzsand, selten aus Quarz allein bestehend, gewöhnlich mit 2 bis 20 Proz. sonstiger Mineraltrümmer (Feldspat, Glimmer, Kalk) gemengt. Ost wird der Quarzsand eisenschüssig, indem sich die Körner mit einer Rinde von Brauneisenstein umziehen. Durch diese hermetische Einhüllung auch der dem Quarzsand beigemengten zersetzbaren Bestandteile wird der S. höchst unfruchtbar, besonders wenn sich das Material zu Sandsteinen verfestigt. Gelegentliche Beimengungen von Edelsteinen (Diamant, Spinell, Granat, Hyazinth) oder von Metallen (Gold, Platin, Zinnerz) führen an vielen Orten zu einer Gewinnung dieser Bestandteile (vgl. Seifengebirge). 2) Kalksand, ein aus losen Kalksteinkörnchen bestehender S., tritt häufig als Flugsand auf und ist nicht selten aus Korallenkalk durch die Brandung gebildet (Korallensand, vgl. Koralleninseln). Ost ist er reich an Einschlüssen zertrümmerter Tierreste (Muschelsand, Knochensand) und enthält neben den Kalksteinkörnchen auch noch Quarz (Quarzkalksand). 3) Dolomitsand, fast nur aus dolomitischen Körnern gebildet, entsteht häufig durch Zerfallen dolomitischer Gesteine, soz. B. in dem Zechstein Thüringens und Hessens sowie an einzelnen Stellen der Schwäbischen Alb. 4) Glaukonitsand (Grünsand) ist ein Gemenge von Quarz und Glaukonit (s. Grünerde). 5) Magneteisensand, aus vorwaltendem Magneteisen mit Augit, Granat, Zirkon, Spinell, Quarz, wohl auch Platin und Gold führend, ist meist ein Ausschlämmungsprodukt zerfallener magneteisenreicher Gesteine, das in Bach- und Flußbetten kristallinischer und zumal vulkanischer Gebiete (Neapel, Kaiserstuhlgebirge, Eifel) dünne Absätze bildet. 6) Vulkanischer S. (Lavasand) findet sich oft in mächtigen Ablagerungen in der Nähe von Vulkanen (s. d.) und besteht aus Lavabröckchen, oft auch überwiegend aus Kristallen und Kristallfragmenten der in den Laven auskristallisierten Mineralien (Augit, Leucit, Sanidin, Granat etc.). Gröbern vulkanischen S., dem Grus entsprechend, bilden die Lapilli (Rapilli), während das feinste staubähnliche Zertrümmerungsmaterial die vulkanische Asche ist. – Die Sande sind wesentlich Produkte der mechanischen Zertrümmerung von Gesteinen; besonders häufig entstehen Sande durch Zerfallen von Sandsteinen. Beim Transport durch natürliche Wasserläufe werden die Bestandteile der Sande dem spezifischen Gewicht entsprechend sortiert, und die Atmosphärilien verändern durch Wegführen der löslichen Bestandteile allmählich die Natur der Sande. So bildet sich besonders da, wo nicht durch sorgfältige Erhaltung des Waldbestandes und der fallenden Streu oder durch Düngen landwirtschaftlich benutzter Flächen wenigstens einigermaßen der Auswaschung entgegengewirkt wird, ein von fast allen Mineralstoffen (mit Ausnahme der Kieselsäure) befreiter, schwach humoser, unfruchtbarer, weißer oder grauer S., der sogen. Bleisand, der in den Heidegebieten, zumal Norddeutschlands, in der Regel 10 bis 30 cm mächtig, direkt unter der Vegetationsschicht oder unterhalb der aus dieser hervorgegangenen humosen Sandschicht lagert. Die Sande sind meist an die jüngern Formationen (Alluvium, Diluvium und Tertiär) gebunden. Aber auch in ältern treten sie mitunter in mächtigen Ablagerungen auf, so in der Kreideformation, ja selbst im Silur (Rußland). Über die für die heutige Konfiguration der Erde so wichtigen Dünen- und Wüstensande s. Dünen und Wüste. Manche Sande, wie der Strandsand bei Kolberg in Pommern und an der ostpreußischen Küste, die jurassischen Quarzsande auf Bornholm etc., geben unter dem Tritt des Wanderers eigentümliche, schrille Töne von sich (klingender S.), besonders dann, wenn bei nachlassendem Wind oder zurücktretender See der Strand frisch entblößt und im Sonnenschein und Wind rasch getrocknet ist. Klingende Sande finden sich auch häufig in der Wüste, z. B. am sogen. Tönenden Berge (Dschebel Negus) am Roten Meer, am Sinai etc.; es sind reine, nicht mit Staub oder tonigen Bestandteilen gemischte, kieselige oder kalkige Sande, die im trockenen Zustande, sobald sie durch den Wind oder künstlich, mit Hand oder Fuß bewegt werden, bei dem Abgleiten an den Böschungen einen tiefen Ton, ein oft mehrere Minuten anhaltendes Brummen, dem einer Dynamomaschine vergleichbar, von sich geben, meist ganz verschieden von dem des Küsten sandes. – Über die Bedeutung des Sandes als Bodengemengteil s. Boden, S. 118, und Flugsand. Reine, namentlich eisenfreie Quarzsande dienen zur Glasfabrikation, glaukonitische Sande (und Sandsteine) wegen ihres Gehalts an dem kalireichen Glaukonit und gelegentlich auch an Phosphat als mineralische Dünger (New Jersey), sonstige Varietäten als Schleifmaterial (vgl. Sandstrahlapparat), als Zusatz bei der Bereitung des Mörtels, als Formsand, als Scheuer- (Stuben-, Reib-) und Streusand. Über Triebsand s. d., auch Flugsand und Schwimmendes Gebirge. Vgl. E. Birnbaum, Der Sandboden, seine Kultur und Bewirtschaftung (Bresl. 1887).
5923 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    sandst. M. (a?) (i?)

    Köbler As. Wörterbuch

    sand , st. M. (a?) (i?) nhd. Sand ne. sand (N.) ÜG.: lat. arena H Hw.: s. sendīn; vgl. ahd. sant (1) (st. M. a?, i?, st.…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    sandst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sand st. m. ( zur Herkunft vgl. Braune, Lb. 17 S. 232, Heidermanns , Primäradj. S. 469 f. ); an. sannr; vgl. as. sōth m.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sand

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Sand , des -es, plur. car. ein Collectivum, eine glasartige Erde zu bezeichnen, welche aus sehr kleinen Körnern ohne…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sand

    Goethe-Wörterbuch

    Sand 1 Masse kleiner Steinkörner, große Menge von feinkörnigem (Quarz-)Gestein; mehrf im geol Zshg; auch neben ‘Kies, Gr…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sand

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +6 Parallelbelege

    Sand , Gemenge von verschiedenen kleinen Mineralkörnern, wobei jedoch die Quarzkörner vorherrschen, das Erzeugniß der Gr…

  6. modern
    Dialekt
    Sand

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    Sand [Sà Roppenzw. Pfetterhsn. Henfli. ; Sànt Hi. Felleri. Obbruck O. Bf. Dunzenh. Str. Z. Han. ; Snt Geisp. K. Pfulgr…

  7. Sprichwörter
    Sand

    Wander (Sprichwörter)

    Sand 1. Aus Sand dreht (kann) man keinen Strick (drehen). – Winckler, XII, 47; Simrock, 8698. 2. Dat is 'n raren Sand, s…

  8. Spezial
    Sandm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Sand , m песок , м , формовочный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sand

989 Bildungen · 914 Erstglied · 68 Zweitglied · 7 Ableitungen

sand‑ als Erstglied (30 von 914)

sand(e)lin

Idiotikon

sand(e)lin Band 7, Spalte 1116 sand(e)lin 7,1116

Sandacker

SHW

Sand-acker Band 5, Spalte 59-60

Sandader

SHW

Sand-ader Band 5, Spalte 59-60

Sandbach

SHW

Sand-bach Band 5, Spalte 59-60

Sandbank

SHW

Sand-bank Band 5, Spalte 59-60

Sandbelle

SHW

Sand-belle Band 5, Spalte 61-62

Sandberg

SHW

Sand-berg Band 5, Spalte 61-62

Sandblatt

SHW

Sand-blatt Band 5, Spalte 61-62

Sandbodem

SHW

Sand-bodem Band 5, Spalte 61-62

Sandboden

SHW

Sand-boden Band 5, Spalte 61-62

Sandbruch

SHW

Sand-bruch Band 5, Spalte 61-62

Sandbühl

SHW

Sand-bühl Band 5, Spalte 61-62

Sandfaß

SHW

Sand-faß Band 5, Spalte 61-62

Sandfeld

SHW

Sand-feld Band 5, Spalte 61-62

Sandgabe

SHW

Sand-gabe Band 5, Spalte 61-62

Sandgang

SHW

Sand-gang Band 5, Spalte 61-62

Sandgasse

SHW

Sand-gasse Band 5, Spalte 61-62

Sandgrube

SHW

Sand-grube Band 5, Spalte 61-62

Sandhalde

SHW

Sand-halde Band 5, Spalte 61-62

Sandhase

SHW

Sand-hase Band 5, Spalte 61-62

sand als Zweitglied (30 von 68)

Treibsand

RDWB1

Treibsand m (kein Bezug zu "гнать") зыбучий песок

Aufsand

DRW

auf·sand

Aufsand I (Urkunde über) Besitzübertragung kheüfflich umb ain summa gellts ... volgen lassen, vermug jrer schrifftlichen ubergab unnd aufsan…

Báchsand

Adelung

bach·sand

Der Báchsand , des -es, plur. car. feiner Sand aus Bächen, zum Unterschiede von dem gröbern Fluß- oder Kiessande.

bausand

DWB

baus·and

bausand , m. sabulum aedificando aptum, grober sand: so hets auch kalkstein und bausand. Ayrer 121 a .

Bleysand

Adelung

bley·sand

Der Bleysand , des -es, plur. inus. Bley in Gestalt eines Sandes, welches zu Venedig gemacht, und in die Uhrgläser gethan wird, weil es die …

Chlëbsand

Idiotikon

Chlëbsand Band 7, Spalte 1113 Chlëbsand 7,1113

cwėcesand

KöblerAe

cwėcesand , st. M. (a) nhd. „Quicksand“ Hw.: s. cwėccan E.: s. germ. *kwikwa-, *kwikwaz, Adj., lebendig, quick; vgl. idg. *gᵘ̯i̯ōu-, Adj., S…

Êrdsand

Adelung

erd·sand

Der Êrdsand , des -es, plur. inus. der auf und unter der Erdfläche befindliche Sand; zum Unterschiede von dem Fluß- und Meersande.

Flogsand

Adelung

flog·sand

Der Flogsand , des -es, plur. inus. S. Adelung Flugsand .

flugsand

DWB

flug·sand

flugsand , m. arena volatica, glarea sterilis, altn. foksandr, dän. flyvesand, sand, den der wind auf die felder treibt: diese zukünftige ze…

Flußsand

Adelung

fluss·sand

Der Flußsand , des -es, plur. inus. Sand, welcher am Ufer oder im Grunde der Bäche und Flüsse gefunden wird; zum Unterschiede von dem Erdsan…

formsand

DWB

form·sand

formsand , m. glarea fusoria, zarter, weiszlicher sand, aus dem mit kienrusz vermengt die metallarbeiter ihre formen bilden.

Fëgsand

Idiotikon

Fëgsand Band 7, Spalte 1113 Fëgsand 7,1113

Fōsand

Idiotikon

Fōsand Band 7, Spalte 1113 Fōsand 7,1113

Gießsand

Adelung

giess·sand

Der Gießsand , des -es, plur. car. bey verschiedenen Metallarbeitern, derjenige Sand, in dessen Figuren das geschmolzene Metall gegossen wir…

glühsand

DWB

glueh·sand

glühsand , m. , ' strengflüssiger sandstein, gut zum ofenbau ' Mothes baulexikon (1882) 2, 481 , seit Adelung 2 (1775) 731 in den wörterbüch…

goldsand

DWB

gold·sand

goldsand , m. , seit dem 16. jh. reich bezeugtes compositum. 1 1) goldhaltiger sand, vor allem fluszsand: das wasser Edera hat goldsand Seb.…

granat(en)sand

DWB

granaten·sand

granat(en)sand , m. , ' sind kleine granatenkörngen ' Minerophilus bergwerckslex. (1730) 309 ; ' der granatensand ganz kleine granaten in ge…

Grinowersand

Idiotikon

Grinowersand Band 7, Spalte 1113 Grinowersand 7,1113

kiessand

DWB

kies·sand

kiessand , m. sehr grober sand, kieselsand, kies, grand, gries. Adelung. vgl. unter kiesicht 1, a aus Stieler.

lastsand

DWB

last·sand

lastsand , m. sand, als ballast eines schiffes: das ruder ( am lebensschiffe des junggesellen ) ist verstand, der anker witz der jugend, der…

Ableitungen von sand (7 von 7)

besanden

DWB

besanden , arena conspergere, nnl. bezanden: die schmiede besanden das eisen.

ersanden

DWB

ersanden , exarenare, vom sand seuberen, das sand darvon thun. Maaler 116 b . vgl. versanden.

gesande

MNWB

gesande (gesante) , m. , Abgesandter, bevollmächtigter Vertreter.

sande

Lexer

sande s. sant;

versand

DWB

versand , m. kaufmännischer ausdruck für versendung: zum sofortigen versand; sind weiter zum versand genommen ( aufgekauft ).

versanden

DWB

versanden , verb. durch sandansammlung unbrauchbar werden, mit sand angefüllet, überschwemmet werden, arena obruere. Frisch 2, 148 ; etymol.…

versandung

DWB

versandung , f. handlung des versandens und zustand des versandetseins: seitdem haben hier starke versandungen stattgefunden. Spielhagen stu…

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APA
Cotta, M. (2026). „sand". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sand/meyers
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Cotta, Marcel. „sand". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sand/meyers. Abgerufen 8. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sand". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sand/meyers.
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