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Sand

as. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
29 in 23 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Sand n.

Bd. 5, Sp. 1172
Wossidia Sand n. Sand; as. sand m., n., mnd. sant, flekt. sand- n. 1. Stoff a. Arten des Sandes: 'so beholden unse hern van der Hemmelporthen thu erer molen holte und gras und weide und erde und sant und torve thu stekende' (1381) UB. 20, 2; 'alse dat sandt am Meere' Gry. Both. Ez. B 7b; dee hett so väl Glück un Sägen as Sand am Meer Wa; an Arten des Sandbodens beschreibt Eng. Landw. 3, 184 ff. den kalten, den heißen, den süßen ('welchen der Bauer mit dem Namen süßer Sand beehrt' 186); drei Sorten Sand führten die Sandbööter: groffscharp Sand für Steige in Gärten (s. bankwis', Bd. 1, 614), witt Sand für Stuben, wittscharp Sand als Muersand für Mörtel (1932) Angabe eines Böötersohns aus Wi; mahlen Sand ist durch den Wagenverkehr zerriebener Sand HaHagenow@RedefinRed. b. Verwendung, s. das Vor.; eine besondere Rolle spielte der Streusand im Haushalt; zu Festtagen war das Bestreuen der Fußböden in Fluren und Stuben mit weißem Sand unerläßlich; Fundstellen im Acker wurden von weither aufgesucht; in Städten wurde Sand zum Streuen straßenweise ausgerufen; noch im 3. Jahrzehnt dieses Jahrh.s war in Ro der Ruf Sand! Sand! zu hören, wie schon Babst 3, 85 berichtet: Weck Fruens (aus RoWarn) de verkepen (Warn. Mda.) Sant So aß de See dat geewen; wie bei Pfitzn.-K. 46 zu lesen, wurde feiner weißer Sand in Strelitz einst in jedem Haushalt gebraucht, um die Dielen zu bestreuen; die roten Ziegelsteine des Flurs und der Küche wurden mit rotem Sand oder Ziegelmehl (von roten Ziegeln abgeschliffen) gescheuert, wodurch sie eine leuchtend rote Farbe bekamen; feiner weißer Sand diente auch zum Putzen von Kupferund Zinngeschirr; freitags saßen die Juden oder ihre Dienstmädchen am Bach und scheuerten ihre zahlreichen Kupfer- und Zinngeräte; verkauft wurde der Sand nach Scheffel und Liter; die Matt (drei Liter) kam drei Pfennig; der verzichtende Zuspruch des Sandfahrers an sein Pferd ist sprw. geworden: komm, Mathilde, Swanz up 'n Rücken, Madamm köfft keenen Sand (1932) MaMalchin@DevenDev; das Bestreuen der Fußböden, sowohl der Stein- wie der Bretterdielen des Bauernhauses, mit weißem Sand nennt Schildt 20 allgemeinen Brauch; de Stuw würd' utsann't, am dichtsten unner 't Bett — dat Sand mœgen de Flöh nich, denn bleben de Höhner rein Wo. Sa.; witt Sand in de Stuw un 'n Stück Fleesch in 'n Pott, dat hüürt dor mit to Ro. c. abergläubischer Brauch: eine Hexe soll 1558 in Steinbeck einem Manne Sand in die Schuhe gegossen haben, wonach er geschwollen und gestorben sei Bey. Hs.; beim Sandstreuen soll man nicht einem Anwesenden dat Glück von de Been oder die Braut afsmiten (1892) Ma Malchin@Groß HelleGHelle; durch Sandwerfen wird ein Brautpaar auseinander gebracht (1929) LuLudwigslust@GrabowGrab; dree Hänn' vull Sand möt 'n achter de Lik streuen, denn kümmt de Dod' nich wedder Wa; wenn man der Brutgans Eier unterlegt, muß man sich Sand über den Kopf werfen LuLudwigslust@LaupinLaup; in de Twölften möt 'n nich in 'n Sand kleien, süs starwt ein Kar. d. Sand im und am Körper; Kinder, denen das Butterbrot in den Sand gefallen ist, werden beruhigt: Sand schüert de Darm RoRostock@RibnitzRibn; derber: ät Sand, denn kriggst keen Lüs' in 'n Magen PaParchim@SuckowSuck; schreienden Kindern hat man gar nicht selten eine Messerspitze voll Sand in den Mund gegeben, denn: Sand schüert den Magen rein, so berichtet Fromm Meckl. 98; überhaupt gilt: de Minsch hett ierst wat dörchmaakt, wenn he 'n Schäpel Sand in 'n Liw hett LuLudwigslust@DömitzDöm; vom lange Verstorbenen heißt es: dee hett all lang' Sand äten (1887) HaHagenow@RedefinRed; Sand in den (die) Augen: hüt gifft 't noch Sand in de Ogen Schelte vom Herrn Wa; dee kratzt noch männigen Jungen Sand in de Ogen ein rüstiger alter Mann MaMalchin@GielowGiel; di racken de Höhner Sand in de Ogen sagt man zum schlafmüden Kind StaStargard@WesenbergWes; Sand in den Schuhen, in die Schuhe: du kriggst woll Sand in de Schoh zum Mäher, der müde wird WaWaren@Groß FlotowGFlot. 2. Sandfläche wie am Strande, in Sandbänken, sandiges Ackerland: Weck legen an dat Water, wur lütt Bülgen Ganz sacht an 't Ööver lepen up dat Sant Egg. Trems. 7; Wenn dat Kuurn gedeiht up 'n Sann', Ward düer Tit in 'n Lann' bedeutet aufs ganze Land bezogen einen geringen Ertrag, denn der für den Sandboden nützliche reichliche Regen beschert dem schweren Boden zuviel Nässe; Wenn de Buer innen Sand litt Not, Denn hebben all' de Lüd' Brot: Latend. Agr. 226; sandiger Weg: ein tüchtiges Pferd is 'n Aas in 'n Sand, bloß uppe Chaussee is he nich to bruken, weil seine Hufe zu weich sind Wa; mit Bezug aufs Kegelspiel, bei dem die vom Brett springende Kugel Sandhas' genannt wird, ähnlich beim Kartenspiel: ick will eens 'n Ding in 'n Sand setten es riskieren, das Spiel zu verlieren WaWaren@JabelJab; dat geiht in 'n Sand das Kartenspiel geht verloren. 3. Zwillingsformeln: 'aver See und Sandt' Gry. Both. Ez. E 6a; ick ward' jo rüchtig dörch Sand un Land berüchtigt Glob. 13, 244a; vgl. sandrüchtig; köp di Sand un Land Wo. V. 3, 355; im Segen: 'es gingen drei Brüder über Sand und Land' LuLudwigslust@WanzlitzWanzl. 4. Gramm. a. Zss. (mit ergänzenden Angaben): Birs- HaHagenow@BesitzBes (vgl. Birs1, Bd. 1, 889); Dälen- Streusand für die Diele, Doden- schlechter Sand: wat dormit muert ward, is 'n dotgeburen Kind StaStargard@Alt StrelitzAStrel; Driw-, Flogg-, Gnitt-, Grœt- (vgl. Grœt, Bd. 3, 302), Juden-, Krissel-, Melm-, Möller-, Muer-, Quick-, Reff-, Rot-, Schriw-, Schüer-, Sogg-, Stoff-, Stöw-, Sucht-, Weih-, Wellsand. b. FN.: Up 'n Langen Sand, up 'n Sand, Sandacker, -barg, -brauk, -breid', -feld, -grauw, -hawer, -hören, -kamp, -koppel, -kraug, -kul, -schull, -see, -stücken, -wisch. — Br. Wb. 4, 588; Dä. 396b; Kü. 3, 21; Me. 4, 260.
5466 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    sandst. M. (a?) (i?)

    Köbler As. Wörterbuch

    sand , st. M. (a?) (i?) nhd. Sand ne. sand (N.) ÜG.: lat. arena H Hw.: s. sendīn; vgl. ahd. sant (1) (st. M. a?, i?, st.…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    sandst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sand st. m. ( zur Herkunft vgl. Braune, Lb. 17 S. 232, Heidermanns , Primäradj. S. 469 f. ); an. sannr; vgl. as. sōth m.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sand

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Sand , des -es, plur. car. ein Collectivum, eine glasartige Erde zu bezeichnen, welche aus sehr kleinen Körnern ohne…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sand

    Goethe-Wörterbuch

    Sand 1 Masse kleiner Steinkörner, große Menge von feinkörnigem (Quarz-)Gestein; mehrf im geol Zshg; auch neben ‘Kies, Gr…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sand

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +6 Parallelbelege

    Sand , Gemenge von verschiedenen kleinen Mineralkörnern, wobei jedoch die Quarzkörner vorherrschen, das Erzeugniß der Gr…

  6. modern
    Dialekt
    Sand

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    Sand [Sà Roppenzw. Pfetterhsn. Henfli. ; Sànt Hi. Felleri. Obbruck O. Bf. Dunzenh. Str. Z. Han. ; Snt Geisp. K. Pfulgr…

  7. Sprichwörter
    Sand

    Wander (Sprichwörter)

    Sand 1. Aus Sand dreht (kann) man keinen Strick (drehen). – Winckler, XII, 47; Simrock, 8698. 2. Dat is 'n raren Sand, s…

  8. Spezial
    Sandm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Sand , m песок , м , формовочный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sand

989 Bildungen · 914 Erstglied · 68 Zweitglied · 7 Ableitungen

sand‑ als Erstglied (30 von 914)

sand(e)lin

Idiotikon

sand(e)lin Band 7, Spalte 1116 sand(e)lin 7,1116

Sandacker

SHW

Sand-acker Band 5, Spalte 59-60

Sandader

SHW

Sand-ader Band 5, Spalte 59-60

Sandbach

SHW

Sand-bach Band 5, Spalte 59-60

Sandbank

SHW

Sand-bank Band 5, Spalte 59-60

Sandbelle

SHW

Sand-belle Band 5, Spalte 61-62

Sandberg

SHW

Sand-berg Band 5, Spalte 61-62

Sandblatt

SHW

Sand-blatt Band 5, Spalte 61-62

Sandbodem

SHW

Sand-bodem Band 5, Spalte 61-62

Sandboden

SHW

Sand-boden Band 5, Spalte 61-62

Sandbruch

SHW

Sand-bruch Band 5, Spalte 61-62

Sandbühl

SHW

Sand-bühl Band 5, Spalte 61-62

Sandfaß

SHW

Sand-faß Band 5, Spalte 61-62

Sandfeld

SHW

Sand-feld Band 5, Spalte 61-62

Sandgabe

SHW

Sand-gabe Band 5, Spalte 61-62

Sandgang

SHW

Sand-gang Band 5, Spalte 61-62

Sandgasse

SHW

Sand-gasse Band 5, Spalte 61-62

Sandgrube

SHW

Sand-grube Band 5, Spalte 61-62

Sandhalde

SHW

Sand-halde Band 5, Spalte 61-62

Sandhase

SHW

Sand-hase Band 5, Spalte 61-62

sand als Zweitglied (30 von 68)

Treibsand

RDWB1

Treibsand m (kein Bezug zu "гнать") зыбучий песок

Aufsand

DRW

auf·sand

Aufsand I (Urkunde über) Besitzübertragung kheüfflich umb ain summa gellts ... volgen lassen, vermug jrer schrifftlichen ubergab unnd aufsan…

Báchsand

Adelung

bach·sand

Der Báchsand , des -es, plur. car. feiner Sand aus Bächen, zum Unterschiede von dem gröbern Fluß- oder Kiessande.

bausand

DWB

baus·and

bausand , m. sabulum aedificando aptum, grober sand: so hets auch kalkstein und bausand. Ayrer 121 a .

Bleysand

Adelung

bley·sand

Der Bleysand , des -es, plur. inus. Bley in Gestalt eines Sandes, welches zu Venedig gemacht, und in die Uhrgläser gethan wird, weil es die …

Chlëbsand

Idiotikon

Chlëbsand Band 7, Spalte 1113 Chlëbsand 7,1113

cwėcesand

KöblerAe

cwėcesand , st. M. (a) nhd. „Quicksand“ Hw.: s. cwėccan E.: s. germ. *kwikwa-, *kwikwaz, Adj., lebendig, quick; vgl. idg. *gᵘ̯i̯ōu-, Adj., S…

Êrdsand

Adelung

erd·sand

Der Êrdsand , des -es, plur. inus. der auf und unter der Erdfläche befindliche Sand; zum Unterschiede von dem Fluß- und Meersande.

Flogsand

Adelung

flog·sand

Der Flogsand , des -es, plur. inus. S. Adelung Flugsand .

flugsand

DWB

flug·sand

flugsand , m. arena volatica, glarea sterilis, altn. foksandr, dän. flyvesand, sand, den der wind auf die felder treibt: diese zukünftige ze…

Flußsand

Adelung

fluss·sand

Der Flußsand , des -es, plur. inus. Sand, welcher am Ufer oder im Grunde der Bäche und Flüsse gefunden wird; zum Unterschiede von dem Erdsan…

formsand

DWB

form·sand

formsand , m. glarea fusoria, zarter, weiszlicher sand, aus dem mit kienrusz vermengt die metallarbeiter ihre formen bilden.

Fëgsand

Idiotikon

Fëgsand Band 7, Spalte 1113 Fëgsand 7,1113

Fōsand

Idiotikon

Fōsand Band 7, Spalte 1113 Fōsand 7,1113

Gießsand

Adelung

giess·sand

Der Gießsand , des -es, plur. car. bey verschiedenen Metallarbeitern, derjenige Sand, in dessen Figuren das geschmolzene Metall gegossen wir…

glühsand

DWB

glueh·sand

glühsand , m. , ' strengflüssiger sandstein, gut zum ofenbau ' Mothes baulexikon (1882) 2, 481 , seit Adelung 2 (1775) 731 in den wörterbüch…

goldsand

DWB

gold·sand

goldsand , m. , seit dem 16. jh. reich bezeugtes compositum. 1 1) goldhaltiger sand, vor allem fluszsand: das wasser Edera hat goldsand Seb.…

granat(en)sand

DWB

granaten·sand

granat(en)sand , m. , ' sind kleine granatenkörngen ' Minerophilus bergwerckslex. (1730) 309 ; ' der granatensand ganz kleine granaten in ge…

Grinowersand

Idiotikon

Grinowersand Band 7, Spalte 1113 Grinowersand 7,1113

kiessand

DWB

kies·sand

kiessand , m. sehr grober sand, kieselsand, kies, grand, gries. Adelung. vgl. unter kiesicht 1, a aus Stieler.

lastsand

DWB

last·sand

lastsand , m. sand, als ballast eines schiffes: das ruder ( am lebensschiffe des junggesellen ) ist verstand, der anker witz der jugend, der…

Ableitungen von sand (7 von 7)

besanden

DWB

besanden , arena conspergere, nnl. bezanden: die schmiede besanden das eisen.

ersanden

DWB

ersanden , exarenare, vom sand seuberen, das sand darvon thun. Maaler 116 b . vgl. versanden.

gesande

MNWB

gesande (gesante) , m. , Abgesandter, bevollmächtigter Vertreter.

sande

Lexer

sande s. sant;

versand

DWB

versand , m. kaufmännischer ausdruck für versendung: zum sofortigen versand; sind weiter zum versand genommen ( aufgekauft ).

versanden

DWB

versanden , verb. durch sandansammlung unbrauchbar werden, mit sand angefüllet, überschwemmet werden, arena obruere. Frisch 2, 148 ; etymol.…

versandung

DWB

versandung , f. handlung des versandens und zustand des versandetseins: seitdem haben hier starke versandungen stattgefunden. Spielhagen stu…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „sand". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sand/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „sand". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sand/meckwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sand". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sand/meckwb.
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