lang
Allg., u. zwar
laŋk, flekt.
laŋə (
-·ŋ.-) [WBitb, Prüm, uErft, uWupp
lāŋk, flekt.
lāŋə; sonst Bitb, Trier-Ld,
n. Mos
laŋk, flekt.
lāŋə; im sndfrk. Trübungsgeb.
lǫŋk, flekt.
lǫ·ŋ.ə, aber vielfach
auch -a-]; Steigerung Komparat.
lęŋər (
-·ŋ.-) [Rhfrk u. Rip auch
-a-; Rip auch
lęŋktər u. Sieg-Ägid
lęŋətər], Superl. absol. Rhfrk
dəlęŋgšt; Mosfrk
dərlę·ŋ.gst; sonst
ət lę·ŋ.ks(t) Adj.: 1. räuml. a. wie
nhd., im Gegens. zu
kurz; häufig in Wend. mit diesem Gegens. u. mit andern räuml. Bezeichnungen genannt;
dat es ze kurz on ze l. es passt nicht, ist nicht geeignet Neuw-Rodenb;
bester ze l. äs ze k Sieg;
wat dem ene kuərt, os dem angere l. was dem einen recht ist, ist dem anderen billig Schleid-Reifferschd;
ze l. für en Kar on ze k. für op de Wagen es passt gar nicht Verbr.;
k. gemotet un l. gedillest ist einer, der einen kurzen Oberkörper u. lange Beine hat Trier-Krettnich;
det Kürzte vam Längsten um
die Sache kurz zu erzählen Neuw-Rodenb;
no wesste et kott met et Langt Eup-Raeren;
et kott an et Langt van die Sach es kurz u. bündig Aach;
et Kürts bei et Längs MüEif;
en Gruss an (und)
e Langet weitläufige Beschreibung Bitb-Geichl;
l. on schmal, kurt on deck; l. on schlank; gruss on l.; l. on schwang (
s. die folg. RA. über das rechte Körpermass);
weil beschte so dick wie l. so klug wie zuvor Saarl;
he üs su dick es he l. üs vierschrötig MülhRuhr, Allg.;
l., schmal en gedöldeg Emmerich;
et es dem einen su l., äs et dem angern breit es beide sind gleichberechtigt Sol, Allg.;
et as mir su l. wie brät einerlei Bitb, Allg.;
er hot mer l. (gross) on brät vezihlt Birkf, Allg.;
e Langet (Langes) un e Bräret (Brädes) hot er deher gemacht weitläufig erzählt Rhfrk, Mos;
wat dem ene l. es, es dem angere moss (mass, passend) Düss. — Feste Verb. mit z. T. besonderer oder übertr. Bed.;
l. Strüh Richtstroh, Flegeldrusch Rip, Allg.;
der l.ə Gangk Hausflur Aach;
l. For l. Feld Mörs-Ginderich;
l.ə Remen (Riemen),
l. Repp dass. Rip;
de l. Dun langer, grader Weg Wittl-Sehlem;
de l.ə Weg, wat (sech) de l. W. legge der Länge nach hinlegen,
de l. W. hinschlagen, de l. W. durchschnegge (-schneiden) Rip, Allg.;
jet op de l. Bahn (Bank) schuve aufschieben Rip, Nfrk;
met an die l. Heck haue verheiratet sein Kemp;
de l.ə Rock (Jass) Festtagsrock, der R. des kath. Geistlichen (Überzieher Aach-Merkst) Allg.;
de l. Bocks anhäwwe zum erstenmal Gevatter stehen NBerg;
de l. Bocks (l. Hosen, Strömp) anhäbbe langsam gehen, arbeiten, zögern SNfrk, Klevld;
op l. Schluffe kumme arm sein (
l. Schl. Pantoffeln. geschenkt, nicht passend) Köln;
am l.ə Sel (Seil)
trecke verheiratet sein MGladb;
am l.ə Sal (Seil)
fahre in Freiheit leben Wend;
en l. Flönt (Flinte)
hon zu weit schiessen Trier;
de l. Kar Karre mit zwei Rädern u. ungebrochenen Bäumen, die nicht gekippt werden kann Rip, SNfrk;
de l.ə Plug Riesterpflug zum Stürzen der Kleefelder Saarbr, Ottw;
l.ə Schock (Schick) Diagonale beim Eggen Sieg-Fussh;
l. Ben machen tüchtig ausschreiten Allg.;
l. Fenger han (
m.) diebisch sein Allg.;
der l.ə Fenger (L.ər, l.ə Mann, l.ə Mattes, l.ə Hannes, l.ən Brink, l.ə Meter (Messer),
l.ə Lott, l.ə Raw (
s. d. W.) der Mittelfinger, im Fingermärchen,
z. B. Noə Bett, sät Dümmeleng; erst ete, sät Fengerleng; wor mok (muss ich)
dat hole, sät Langelang; in Gröttmuders Käske, sät Rengeleng; dat sak (soll ich)
öhr verklappe, sät klen Deng Klev-Zyfflich;
enem den Hals l. machen jmd. durch Versprechen hinhalten Allg.;
e l. Gesicht m. enttäuscht sein;
l. Gesichter Neckn. derer von Bo-Berzd;
en l. Lepp Hängelippe Allg.;
l. Zänn stumpfe Zähne Allg.;
met l. Tänt eten ohne rechten Appetit Geld, Mörs, Klevld;
enem l. T. maken den Appetit reizen
ebd.;
äm et Maul l. machen dass. Rhfrk, Mosfrk, Rip;
enen met l.ər Nas stohn losse enttäuscht;
enem en l. N. machen verhöhnen Allg.;
l., lappig Uhre (Ohren);
l. Rebbe (Rippen)
(en l. Lif, e l.ən Gang) han tüchtig essen Berg;
l.ə Seiden hon dass. Simm;
en l. Hand hon grosse Gewalt Bitb-Dudeld;
de l.ə Buk (Bauch) Fleischstück hinter dem Oberschenkel des geschlachteten Schweines Kemp;
l.ə Flass eine Flachssorte Heinsb;
l. Biren eine Birnensorte Wittl-SpangDahlem;
l. Schwerter eine Bohnensorte Ottw;
et Perd krit l. Haver Peitschenhiebe Allg.;
ene l.ə Stand Junggesellentum Ahrw;
en l. Res (Reise)
dohn eigentl. u. sterben Allg.;
l. Denger (
Gedengs, Männcher, Ömhöch, Brei udgl.;
s. d. W.)
(drömheröm) machen Umschweife, Zögerung Allg.:
äm den Danz l. m. ihn warten lassen Saarl, WBitb;
et l. Engk (Ende)
gepack han im Vorteil sein Sieg;
den hat dat l. E. bei dem ist gut bei ihm angeschrieben Prüm;
enem en de l. Farf spillen beim Kartensp. die Farbe, von der dieser viele Karten hat Gummb. — RA.:
Dat is so l. wie Klessert (Trier-Clüsserath) Mos, —
Deləf (Neuss-Delhv), —
Cref (Wittl-Cröv), —
Muschemart (Markt in Aden-Morswiesen), —
en Ell Dür, —
en Wiesbam (Wiesbaum) Simm, Bernk, Ahrw-Sinzig, —
en Dorm (Darm) Bitb-Rittersd, —
ene Ärm Monsch-Zweifall, —
et l. Dengk va Wüərschele (Geilk-Würselen);
dat es jet wie dat l. D. va W.; ene Rögge (
Stivvele usf.)
esu l. wie en ärm Minsch (Weib) LRip, —
en arm Dier Elbf (
s. auch die Vergleiche bei l. Mensch). —
Dat ös noch net emol su l. bie van he bös do sehr nahe Sieg-Ägid.
Wat es te l. e jen Kerk? Pastuər si Kled; he mott et opbänge (-binden) Heinsb.
L. van Stil sin mit vielen Worten wenig sagen Heinsb-Millen, Geld-Nieukerk. A.:
Wat säs (sagst)
de do? B.: (der seine Worte nicht wiederholen will):
O, et wor nich vill, et wor nich l., sös här et en Schwanz gehat! Gummb-Berghsn.
Geld wie Heu, mar (nur)
net su l. Rip, Allg.
De sall dech wahl sage (de wess), wie l. de Eəle! er wird dir schon den Kaufpreis sagen MGladb, LRip.
Et kost siwwe Gulde verzig, half runne, h. l.ə Antw. auf die neugierige Frage nach dem Preise Koch-Urschmitt.
Der Faddem ös ze l.! Antw.:
Schneck (schneide)
en durch, dann ös e half su l. Sieg.
Ene l.ə Fam (Droəht) mäck en ful Noəht SNfrk, Rip.
De hätt gern ene l.ə Still an der Schöpp er arbeitet nicht gerne MülhRh-Dünnwald.
Et geht necks für en kurt Gebet (Prädig) on en l. Brotwursch Rip, Nfrk, —
körte Kühl on l.ə Br. Kemp.
L. Heu ös flöck (schnell)
gelade Bergh-Blatzh.
Wenn dau en l. Sens host, dänn hon eich en l.ə Reche gesagt, wenn der Nachbar über die Grenze gemäht hat Zell-Sohren.
En Wittib hät e l. Röckelche, do deiht jeder gern drop tredde Köln-Stdt.
Sein Him (
Hemd)
es langer wie der Rok Bernk (
s. Hemd).
De Fraue hant l. Hoəren en kotte Verstangk Aach, Allg.
He hät gein Rauh, bes em de Fingern gliche l. sin bis er gestorben ist Köln.
Et es net on wiərd net, on wenn mer op de Fengere kick, da süht mer et die
F. sind u. werden auch nicht gleich l. Schleid-Wollenbg.
Lang Näl (Fingernägel),
faul Fangern Trier-Mehring (
s. Nagel).
De kann nich widder denken, as em de Nas lang es Ess (
s. Nase).
Wo aler den Esel, wo l.ər de Ohren Trier, Allg. (
s. Ohr).
De Get (Geiss,
Hipp)
well ok en l.ə Schwanz (Sterz) häwwe Rees, Allg.
Ech geng ens en der Bösch, do log do ene Fösch, der woər so l. (der andächtig Lauschende erhält mit den ausschlagenden Armen des Erzählenden einen Stoss),
on en Get (Ziege)
; dat es alles, wat ech wet Grevbr.
De Vesper os l.ər wie de Moss (Messe) der Unterrock ist länger als das Kleid Prü
m. — Mit zu ergänzendem Subst.;
Langen Pl. eine ausgestorbene Kartoffelsorte, die in Bündel zusammengebunden wurden Koch-Lutzerath;
L.ə Pl. Spitzwegerich, plantago lanceolata Geld-Schravelen; Malve Ottw-Neunk;
L.ə Pl. Sprengpatronen im Bergwerk Siegld, Altk;
die L. die lange Tabakpfeife Allg.;
et L.ən op en Lif Diarrhoe Ess;
de Kuərten on de L.ən trecken mit Halmen losen Malm-Bütgenb (
s. kurz);
jo, jo, ech hür et all (schon),
du häs der dickste, on wenn de nu och noch der längste hötts, kösche (könntest)
Burmester werde zum Schimpfenden MGladb-Rheind. — In Rätseln (z. T. mit unsittlichem Nebensinn).
L.ə, L.ə, lott dat Deng hange; kömmt der Wengk (Wind),
waggelt dat Dengk die Bohne an der Stange Erk-Üvekoven;
minge leve L.ə, du has jet do hange, bei Wer on Wengk (Wetter u. Wind)
bommelt dat Dengk Aach-Münsterbusch.
Ech soət op e Stöckske, kik dur e Löckske; ech dät (dachte)
en minem Senn, hätt ech de L.ə mar dren jmd., der einen Faden einfädelt SNfrk, Verbr. (
u. a. Var.).
Gej L.ə, Schmale, wor goht gej hen? Gej kahl Geschore, woröm frag gej mej dat? Wiese zum Bach Geld (
u. a. Var.). —
Längches mit dem dicksten Klicker Nachwerfen spielen Kreuzn-Bockenau;
längestər die Kl. in die Kaule stucken (
s. d.), wobei man nicht kurz an die Kaule herantritt, sondern in bestimmter Entfernung davon Mettm-Dornap. In einer Strasse Aachens wurden Därme feilgehalten; für 10 Pfg. erhielt man etwa 5 m; die Leute nannten dies:
je langer, je leiver oder
för ene Grosche von der Mat (Markt)
bes a jene Dom. — In Verb. mit Verben, wie
nhd.,
z. B. rond (kort) schmitt mer et op et Dak, l. kömmp et heronder der Garnknäuel Mörs, Allg.;
de Wört l. (hin)trecke (zehje) langsam sprechen Rip, Allg.;
enem de Botze (Hose)
l. trecken ihm Schläge geben Gummb-Berghsn;
et l. setze sich heimlich entfernen Aach-Stdt;
et l. goəh lotte dass. Heinsb-Lümb;
l. kike mit l. Gesicht traurig dreinsehen Kemp;
die speit l. erbricht sich häufig in der Schwangerschaft Bergh-Blatzh;
l. precke (werpe) ein Ballsp. Grevbr, MGladb; beim Ballschlagen hat der Spieler das Recht, nach dem aufgeworfenen Ball dreimal zu schlagen; trifft er den Ball nicht, so sagen die Mitspieler beim ersten Fehlschlag:
enge Mejss (Miss); beim zweiten:
zwei Mejsse, beim dritten:
de drejde Kiəhr l.! Aach-Stdt;
nu schlag doch l. hin! Ausruf der Verwunderung Allg.;
ich schloəhn de Lang! Aach-Stdt;
dat zieht sich l. hin Allg.
Wat häste't höck (heute)
noch es l.! du prahlst, gehst verschwenderisch mit deinen Mitteln um MüEif.
Wen het l. hät, de lött (lässt)
et ok l. hangen (bampeln) der Wohlhabende zeigt seinen Reichtum auch nach aussen; wer sich's leisten kann, darf wohlleben; wer viel Geld hat, gibt auch viel aus; auch Abweisung eines Prahlers Geld, Allg.; mit der Forts.
on wer et noch länger hat, de schleppt (schleift) et (löss et schl.) Allg., —
lött et l. hange, sat Ülespeigel, en stuək si Mudder en Latt e gen Fott (Gesäss), —
do hatt he senger Frau ene Wesbom angehangen Schleid-Reifferschd, —
sei de Düwel, du stok he sin Moder enen Hoppesteck in et Gat (Loch) Mörs-Xanten, —
du stoək he sich en Garelott (Gartenlatte)
en de Brok (Hose) Kemp-Grefr.
Wer sich länger streck, als sing Deck reck (reicht),
de krit kal Föss (kalte Füsse) Köln-Stdt. — Vom Menschen, l., hoch u. schmal gewachsen;
so l., als he gewassen (es), fel (fiel)
he op de Erd;
he stohn su l., wie e g. wor, en der Dür Rip, Allg.
De es su l. wie en ärm Minsch LRip, —
en Hecht Simm, Koch, Ahrw, —
en Hoppestang (
Bunnerom, –gert;
s. d. W.), —
en Schmeck (Peitsche) Dür-Weisw, —
de Zint Märjensrepp Köln-Stdt, —
der Gehannsdag Neuw, Altk, —
der l. Samschdag (der Juden) Birkf, —
et arm Johr (mit Misswachs) Gummb, May;
et as ebbes wie de l.ə Brochmund (Brachmonat) Bitb-NWeis;
su l. wie fett Prüm-Büdesh;
he meck (macht)
sech so l., as wenn hei en Berlin gedinnt hätt Mörs.
Er (et Mädchen) is vor e Wan (Wagen)
se korz un vor e Karre se l. er taugt nach keiner Seite etwas Rhfrk, Mosfrk, Rip.
He es su domm (
ful, frech, huffärdig, stolz, necksnotzig ugl.),
wie e l. es Allg.;
ech ben so alt, wie ech l. ben MülhRh;
der is so l., der kann jo de Leit zum Schornschte eningucke Kreuzn;
wenn de so l. wärsch, wie de domm bes, kennste aus em Sch. Kaffie drenke Neuw, —
de Mond am Arsch lecke Köln, Gummb, —
de M. kisse Kreuzn, —
der M. botze Goar-Boppard, —
der M. bei de Zehne (Zehen)
packe Neuss.
Do bäs de mer l. genog gut genug, haftbar Sieg-ODollend, Aden-Liers. — Man nennt verächtl. einen l., hagern Menschen:
enen l.ə(n) Bunnerom (-stak, –steck, –stickel, –gert), Därm, Element, Elend, End, Geläng, Gefrickel, Gerämster, Gerepp, Gert, Gokes, Hannes, Häring, Hecht, Hauhoke (Heuhaken),
Labang, Labander, Lakes, Lama, Laster, Latsch, Latt, Lenz, Levven, Lif (Leib),
Lorum (Lorm), Lulatsch, Pitter, Reck, Reckend, Register, Reiter, Repp, Rickes, Riemen, Ritzdramm, Samsdag, Schlagdubbel, Schlenders, Schlenker, Schlöres, Schliwwer, Schlickes, Schlickert, Schluri, Schlumes, Schlunks, Schmillendriter, Schmickses, Schnokert, Schuhriemen, Stang, Stak, Stahlen, Stickel, Stippel, Stitz, Störkel, Strang, Strinz. — RA.:
L. Lü (Leute),
l. Lörme (Faulenzer) Heinsb.
Sess (6)
Fot l., sess F. ful Geld-Leuth.
En l. Frau ös en Ledder (Leiter)
en't Hus Kemp, Allg.
L. on schlank enne fule Rank Kref, Mörs;
l. on schl. hat ke Gangk Saarbg-Soest;
gruss on l., dat hat ken Gangk; klen un deck hat ken Gescheck, Middelmoss hat gut Geloss (Gelasse) Wittl-Bruch;
l. on schwank es Schwanengangk; hort on deck es kein Gescheck; Meddelmot ziert de Strot Mettm, Elbf;
l. on schwall, dat sind se wall; kurt on deck es ke Gescheck uWupp;
kort on deck hät kei Gescheck; l. on schmal steiht allzik (allzeit)
wahl (es kein Gestalt, mächt kein Gefall, hat kene Stand, steht fatal, st. so kahl) Köln-Stdt, —
Meddelmoət ös Jongfernstoət Kemp, Geld, —
kurt gedronge gefällt de Jonge Sieg-Honnef (
s. bei kurz). —
Der L.ə Bezeichnung eines aufgeschossenen, grossen Menschen Allg.
N. N. L.ə koəm gegange, hat et Hem (Hemd)
de Bocks (Hose)
uthange! Spottruf Kemp-SHubert;
L.ə, loss de Kotte hange! Aach-Stdt. —
Der l.ə Jäger die Sagengestalt des Schimmelreiters Bitb-Kyllbg.
Lange Gerd (Gerhard) Fischreiher Rees-Crudenbg Wesel. —
Ek mak mi ewes en bettjen (biss-chen)
l. ich halte eben ein Mittagsschläfchen Dinsl-Walsum. — b. von Flüssigkeiten. α. vom Kaffee
u. a. Speisen;
l.ə Kaffe mit zuviel Wasser
gelängt, ohne rechten Bohnengehalt;
l. Zopp; en l. Bröh (Flöt, Tröt) Rip, Allg.;
de Kaffe eəs su l. be van hei dann beəs Betzing (Ort) May;
dat sind Erdäppel met er l.ən Bröh mit zu vielem Flüssigen uWupp;
de Melk ös l. von der Milch einer Kuh, die kurz vor dem Kalben steht Dinsl-Hiesf;
dat es ze l. opgesatzt die Speise ist zu reichlich mit Wasser aufs Feuer gebracht worden Aach. — β. vom Weine, der abgestanden ist, wie Öl aussehend, wie eine seimige Flüssigkeit schmeckend, beim Ausgiessen nicht klucksend, Fäden ziehend Allg. in den Weinbaugeb. — γ. die Schlacke
es l. zähflüssig Altk, Siegld. — 2. zeitl. a.
Adj.;
der l.ə Dag der Versöhnungstag der Juden (1. X., Anfang 6 Uhr bis 2. X.) Allg.;
der ganze leve l.ə Dag; op de l. Dur (Dauer) Rip, Allg.;
de l. Nacht Wintersonnenwende Saarbr;
he es de längs Zitt he gewes wird nicht mehr lange hier sein MüEif, Allg. RA.:
We fröhch opsteht, de hät ene l.ən Dag eigentl. u. wer jung heiratet, wird von den Beschwerden der Ehe seinen guten Teil mitbekommen Kref-Osterath, SNfrk
Öm Zent Vit weərde ver de l. D. quit SNfrk.
E l.ə Vormiddag micht e korze Nummedag Simm-Horn.
För l. Johre vor vielen Jahren Allg.
Wann mer sech bestad (verheiratet),
dann geht en l. J. an Altk-Wissen.
Wat fir en Dag es der längste en der Woch? der Donnerstag, er hat die meisten Laute Prüm-OÜttf.
Beəss en korte Peng (Pein)
as en l. Dür-Langerwehe.
En kotte Freud en e l. Leəd, en dat sall evvig dure von der Ehe Aach-Stdt.
Eəs der Dag l., eəs der Gang (die Arbeit)
l. Merz-Nunk.
He schwätz (sagt, redd, kallt) vill, wenn de D. l. sen (wenn der D. l. es) Rip, Allg.
De Däg sen awer do esu l., dat en Gäss (Ziege),
die morgens bei de Bock kemmt, owends schungs ka betscheln (lammen) Bitb-Seimerich.
En Uhr (Stunde)
kann ärg l. sin SNfrk. Gehe ich mit? Antw.:
Wenn et emol l. as Trier-Mertesd.
Enem den Dag (ze) l. machen Allg.
Wat l. werd, dat w. got Köln, Rip, May.
Dem wiərd de Zitt zo l. Rip, Allg.
Sett dech op de Bonk (Bank),
da fällt dech och der Tit net l.! Erk-Elmpt. —
Länger Zit l. Zeit hindurch OBerg;
op et l.ə leste zuletzt, endlich Eup, Selfk;
op et längste in Jahresfrist OBerg;
of de lang her mit der Zeit Birkf;
achtunverzig (das Jahr),
dat as bal et langst, dat ech wess (mech erennern) Daun-Strohn, Allg. —
De sett half Neite (Nächte)
l. en der Wiərtschaff; de es Dag(e) l. net te hem MGladb, Allg.;
(all) ze Levve l. Rip;
wart en Amen l. solange, wie man ‘Amen’ sagt Allg.;
dat durt marr (nur)
e Vatteronser l. Kemp, Allg.;
de hät alle Nas l. wat Elbf, Berg, Rip;
wart noch en Fuərz l. Mos, Kobl. — b.
Adv. auf
lange zurückgehend, deshalb
laŋ, la·ŋ. lange Zeit während. α.
dat duərt l.; dann kannste l. warde; ech han et dir alt (schon,
schungs)
l. gesät; de hät net l. mih er stirbt bald;
nu frog net iərsch l.; dat hät noch l. Zitt; du bes ze l. derhem gewes; su l., wie mer noch lef (lebt)
; je länger mer dat ansieht, je mih mer't net well; der hät et längs gelef Rip, Allg. RA.:
Doət es me l. das Totsein dauert l., das Leben nicht, also wollen wir uns des Lebens freuen Gummb.
Mer wellt geər l. levve, ävver net alt werde Bergh-Blatzh.
Wer l. left (schwätzt, kallt, flöt, host (hustet),
Zupp, (Grombern, Zwiwweln isst, hofft, guckt), wird alt (
s. alt) Allg.;
wenn de esu noch l. stehs (dehs), da leəfste och noch l. Rip;
wer l. den Odem hält, get alt Bitb-Dahlem.
Wer l. left, der würd alt, on wer em Wengkter l. puppt, dem würd de Fott (Gesäss)
kalt Grevbr-Otzenr.
Wer l. left, sitt (sieht)
völl Aach.
L. lef, wer got lef MülhRh (
s. weiter bei leben).
Wen l. hengk, werd et Bommeln gewennt (gewöhnt) Mörs, Nfrk.
Wen spiet (spät)
opsteht, dem sein Sach vergeht; wen l. leit (liegt),
haust noch es (einmal)
su weit Trier-Schleidw (
s. auch bei schlafen).
Wer lang frot (fragt),
geht l. err Saarbr.
Wenn se l. beiere (feierlich läuten),
dann wörd et och endlich Kermes MGladb, LRip, Sol.
L. gepasst es doch kei Brut gefasst Köln.
L. gewart es ken Brut gespart Monsch, Gummb.
Osen Herrgott wart l., ävver he strof strang Geilk-Beggend (
s. bei warten).
Dei schärf Richter richten nöt l. Saarbg-Faha (
s. Richter).
Zwang dort nit l. Köln-Stdt.
Wat l. duərt, wörd (
am Eng Ende)
got Sol, Allg.
Et sall net l. dure, dat der Beddeler jet hat Geilk. —
Wann et dir ze l. wird, schlag et dubbel, dann wird et half esu l.! Rip, —
nemm's doppelt un setz dich druf! Saarbr. —
So l., as Eik (Eiche)
on Erd steht Mörs-Xanten.
Su l. wie ich noch en gebott (geflickte)
Bocks um (am)
Orsch hun so l., wie ich kann Bitb. —
Der hät och net l. mih wird bald sterben, bei ernster Krankheit; er hat seine Lehrzeit, Dienstzeit bald erledigt, Gefängnisstrafe bald abgesessen Rip, Allg.;
de geht net l. mih met wird bald sterben Rip, Allg.;
en hot net mih l. Blach viel Zeit; es ist die höchste Zeit für ihn Prüm-Waxw. —
Dat es at (schon)
l. gelidde (geliə) vergangen Rip, SNfrk.
Bal (bald)
es döcks (oft)
noch l. net Grevbr-Otzenr. —
L. mache viel Zeit gebrauchen Siegld, Allg. —
Länger seit längerer Zeit;
he es l. net he gewest Siegld. —
Wenn et noch länger so drü (trocken)
bliwt, kriə vi dat Heu heren; et wor länger nat Weər Gummb, Allg.
Musik dör den Trechter, je l.ər, je schlechter von minderwertiger Musik Emmerich. —
Je (wo) länger. je (wo) lever (lieber) Gartenstiefmütterchen Verbr. (
s. die Entstellungen
Melangermelefche, lange Liverkes, Annemalefjere, Annemanifche, Anne-efche bei je, Langliebchen). —
Wer et längs lef, krit et all, de Isebahn un de Kölner Dom MülhRh, MGladb, Jül, —
on Budberg on Eversol on de Iserbahn met de Fläut (Flöte) Mörs, —
on de Iserbahn, nn dann kann he neit domöt fahre Kref, —
et Hüs on de Schür on de Iserbahn ock, on wenn e nij fahre kann, mott e noch te Fut lope Geld-Schravelen, —
de Schleder (Schleiden)
Auel (Wiese)
für e Ölligsfeld (Zwiebel-) Schleid-Reifferschd, —
de alt Pifen all Neuw, —
den Thomashoff met samt dem Kollekasten NBerg, —
Häukebänd (-wiese) Eup, —
Möuscheböndche Monsch-Witzerath, —
Kölle Sieg-Scheiderhöhe, —
de Krützberg met de Mönche Bo-Stdt, —
de Kr. on och de Kar on der Esel ebd. —
Stolberg, — Marschierpoərz för ene Stipp (Stütze)
e jen Röck, — de ganze Welt; he moss awer och aldewege (allenthalben)
lüre (läuten) Siegld, —
alles, ach et Beldemer (Belth)
Backes un därf die Äcker zwerch (quer)
ackere Simm-Horn;
we zolängs left, kann der Deissem (Sauerteig)
metbacke Neuw-Bruchhsn.
Krakende Wage gonnt et längste gebrechliche Menschen leben am l. Erk, Allg. (
s. Wagen, Karre).
Gebarschte Schottele (Pött) halden et längs Rip, SNfrk.
Ihrlech währt am langsten, well et am winnigste gebrocht get Prüm-Ihren. —
Der Längs(t)levvende (auch nach dem Nhd.
-lebende) Allg.;
se han all ehr Sach uf's L.lewend vermach Simm. — β. bei weitem, hinreichend;
dat es mech l. got; dat häste mech noch l. net got genog gedoəhn; ech sett hei l. wärm; dat es noch l. net der beste SNfrk, Allg. RA.:
De steht sek l. schmearig hat sein gutes Auskommen Elbf.
Da's noch l. niet, wat soll dat nicht als unbedeutend anzusehen, nicht so leicht, wie es scheint Klevld.
Den denkt, hen hätt des Monn (Mundes)
net esou l. genug wie des Arsch der Wortkarge Prüm-Ihren. — γ.
noch l., net l. unnötigerweise;
wat bruckt me do noch l. te schriwen, vie wellen et em sagen; wat frogt de noch l.? Gummb, Allg.;
mer welle net l. Hokuspokus mache on anfange Rip, Allg.;
et würd nich l. en Bängchen (Bändchen)
dröm gebongen (gebunden) es wird grade herausgesagt, ungeschminkt Gummb-Berghsn. — δ. mit Präpos., angehängtem Adv,;
en as net alt, awer et dinkt em vo l. WBitb;
üvver kurt odder (of) l. binnen einer gewissen Zeit, aber bestimmt Allg.;
üvver k. odder l. vergommer (vergehen wir)
met Gestank sterben wir Köln-Stdt;
vərlänger vor langer Zeit, einst Neuw (nicht kurköln.);
für langem dass. Rip;
langeh vor langem;
noch l.eh net! da fehlt noch sehr viel Saarbr, Wend. — ε.
längs(t). αα. schon lange Zeit;
de es l. fort; dat es l. gescheht SNfrk, Allg. nach dem Nhd.;
dat göf op et l. nicks schliesslich MGladb;
vərlängs vor kurzem Köln-Stdt;
förlangs vor langer Zeit Rip. — ββ. einst, neulich Kref-Hüls. — ζ.
längstens nach dem Nhd. Allg. αα. schon lange;
dat es l. gescheht. — ββ. spätestens, höchstens;
dat es l. en Weək (Woche)
her;
dat duərt l. drei Dag MGladb.