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Kind

as. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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31 in 25 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Kind Pl.

Bd. 4, Sp. 252
Wossidia Kind Pl. Kinner, in Anrede und Ausruf auch -ers, in ä. Spr. mouilliert Kijnd, Kijnner n. Kind; Dim.: 'dat ... Kyndeken' (1545) Ord. d. Misse P 1a; 'dat ... kyndelyn' P 1b; 'de kynderken' P 3b; in Wiegenliedern: Eisa pulleisa, Will Kindken nich swigen Wo. V. 3, 59; Ru ru rinneken, Slap in, min sötes Kinneken 51 a; Su su sinneken, Slap in, min leew lütt Kinneken b; Su su sinning, Slap in, min lütt Kinning ebda; zum sich reckenden Kleinkind: O, wo füling Is dat lütt Kinting 624; o, wo ward dat Kinting grot! 625; Kinning, wo mi tau Maud' wir WaWaren@MarihnMar; Kinnings 'Kinderchen' Mi 41a; Kinnings un Lüd! Camm. Bil. 49. Zur Bezeichnung 1. der leiblichen Abkunft: 'Dat mag ja schmarten wol een idder Mauder Kind' (Ro 1711) Kohf. Hg. 8, 2; de, de Kinjer harrn Babst 1, 8; van Fru un Kinjer wieken Naschr. 6; wän sin Kind is dat? HaHagenow@RedefinRed; sprw.: Dat Wäder kennst an 'n Wind, Den Vadder ant Kind Schw; wo dor en Kind is, dor möt ok en Vadder wäsen Bri. 4, 187; dat (die Pachtung der Kabinettsgüter) geiht von Kind tau Kind, bleibt also in der Familie WaWaren@PenzlinPenzl; dat ierst Kind hüürt 't ganze Dörp tau HaHagenow@BelschBelsch; Streitrede zweier Frauen: ick heff min Kinner ok nich stahlen! Glöwst du, dat min anfallen kamen sünd? ebda; ick heff sœben Kinner unner Brot bröcht aufgezogen RoRostock@DoberanDob; Seufzer eines Landmanns: so mütt 't kamen: Fru drei Kinner un dei Sœg' ein Farken Horn Selmsd. 1, 611; 'n lütt Kind is bäter as 'n Kalf, löppt ierst Johr nich int Kuurn Bri. Volkssp. 28; denn' (dem Junggesellen) sin Kinner weinen noch nich (1887) HaHagenow@RedefinRed; ein Kind Düwelskind Lu; ironisch von der angeblich arbeitsüberlasteten Ein-Kind-Mutter: Een Kind un 'n Hohn, Dor hett ne Fru mit to don StaStargard@BabkeBabke; een Kind keen Kind, twee Kinner half Kinner, dree Kinner ierst ganz Kinner Wulk; ein Kind kein Kind, twei Kinner Spelkinner, drei Kinner vel Kinner Reut. 2, 33; ein Kind Angstkind, ... H. Schröd. Buerh. 1, 140; ähnl. vielfach; vgl. Wo. V. 3, 665; 666; Twei Kinner upt Küssen Sünd bäter as ein upt Gewissen LuLudwigslust@GrabowGrab; vel Kinner vel Segen Stillfr. Köst. 2, 225; wo mihr Kinner, wo mihre Vaterunser Bri. 5, 105; ähnl. Wo. V. 3, 674; wenn väl Kinner kamen, ward dei Snäd' Brot ümmer dünner 675; Gifft Gott Kinner, Gifft he ok Rinner Firm. 3, 71b; von kinderreichen Häusern: dor sünd Kinner as Müll un Meß Wo. V. 3, 679; dei hebben ne Bul Kinner ebda; ... ne Mütz, ne Pudelmütz, 'n heilen Hoppensack; 'n ganzen Noors vull Kinner ebda; dor (im Pastor- oder Lehrerhause) sünd ok väl Bäuker un väl Kinner 686; scherzhafte Aufforderung: Jung', sast fix nah Hus kamen, din Mudder will ehr Kinner tellen Pa; sprw.: Alle Dag' 'n Brot, alle Johr 'n Kind, So lang', bet 't vieruntwintig sünd Wo. V. 3, 685; dat is kein arm Fru, dei väl Kinner uptauwisen hett Schw Pinn; dit (Subj.) maakt uns kein Kind 'das macht der Liebe kein Kind', bringt uns nicht in Verlegenheit, ist eine Kleinigkeit Wa Waren@Klein LuckowKLuck; dat Kind is in 'n verkihrten Schostein follen schade, daß dies reizende Kind nicht mir gehört Wa; 'klene Kynder klene sorge, grote Kinder grote sorge' Gry. Wed. C 7b; vgl. Wo. V. 3, 724; lütt Kinner drücken den Schot, dei groten dat Hart 725 a; wenn dei Ollen daun, as dei Kinner willen, denn sünd sei woll geläden 729; 'Wol synen Kindern gifft to grodt Dat he moth slven ghan na brodt Und lyden grote hungers nodt Den sla men mit der klen dodt' Gry. Wed. C 8b; 'ein Vader unde Moder konnen wol teyn Kinder vOeden, averst teyn Kinder nicht einen Vader edder eine Moder' ebda; Beteuerung: ick will dusendmal 'n Düwel sin Kind sin! SchöSchönberg@GressowGress; nu is 't anner Kind ok dot! Ausruf, wenn etwas Unangenehmes oder Unwillkommenes geschieht, auch beim Kartenspiel allgem.; vielfach nur von der männlichen Nachkommenschaft: se hebben 'n Kind un 'n Gör Wo. V. 3, 695; Jungens sünd Kinner, Dierns sünd Gören 769; in Vergleichen, vom wenig Beachteten: hei sitt inne Eck as 't Kind von dei ierst Fru GüGüstrow@SchwaanSchwaan; dei is as Kind in 'n Hus' WaWaren@EldenburgEld; dat is so lang as Lewerenzen sin Kind, dat hett 'n Äl lang mit dei Bein ut dat Küssen reckt SchwSchwerin@PampowPamp; ähnl. öft.; gekoppelt: sei (die Alleinstehenden, Vereinsamten) hebben nich Kind oder Künd SchwSchwerin@PinnowPinn; ähnl. öft.; ... Kind noch Küken Schö; Sei hewwen nich Kind un nich Kegel Reut. 3, 435; dei hett nich Kind oder Rind inne Welt GüGüstrow@GülzowGülz; Sta Stargard@FriedlandFriedl; Camm. Vadd. 49; de ganz Verwandtschaft ... mit Kind un Kruk Götze Klönkr. 1, 69; übertr. dei Hawern hett 'n Kind int Mul (wenn zwischen zwei Körnern noch ein drittes sitzt) E. KrüG. 18; von einer mißgestalteten Kartoffel, mit der mehrere kleinere verbunden zu sein scheinen: dei Tüffel hett Kinner krägen GüGüstrow@SchwaanSchwaan; Zss. zur Bezeichnung des Verwandtschaftsverhältnisses: Annerbäulken-, Bäulken-, Brauder-, Dochter-, Enkels-, Kinds-, Ohms-, Sœhns-, Swesterdochter-, Vullbäulken-, Steifkind; der ehelichen Geburt: Rechtmannskind; der vorehelichen: Vörhenkind; der unehelichen: Fastelabends-, Fierabends-, Huren-, Jumfern-, Kajacks-, Mätens-, Näben-, Schelmenkind; des Standes des Vaters: Bäcker-, Buers-, Daglöhner-, Haw'-, Kätelflicker-, Königs-, Köster-, Meister-, Preister-, Seemanns-, Soldatenkind; besondere Umstände: Arwel-, Waisenkind; mit übertr. Bedeutung: Allmanns-, Düwels-, Glücks-, Gotts-, Satans-, Sünnen-, Venuskind; Bicht-, Hartens-, Minschen-, Mudderseelen-, Schünnelkind; Aust-, Oornkind. 2. der örtlichen Herkunft: 'Andreas Martins, ein magister und ein Rostocker kind' (Ro 1561) Dietr. V. Lohe 11; 'n Grammowsch Kind aus RoRostock@GrammowGramm gebürtig MaMalchin@ViechelnViecheln; ähnl. oft; Zss.: Heimats-, Kaspel-, Lands-, Stadtkind. 3. der Altersstufe: puer 'ein Kindt edder Junge under verteyen Jaren' Chytr. 89; dat Wurd Kijnd un Kijnner wür blots för de Lüjtsten brukt, de annern heiten Görn ore Jungns un Dierns (SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd um 1850) Clas. 4a; seit der Kindheit, von klein auf: von lütt Kind an StaStargard@StarsowStars; von Kind af an SchöSchönberg@CarlowCarl; von Kind up her Wa Waren@PenzlinPenzl; vgl. kindlings; unschüllig as en nigeburnes Kind Reut. 6, 333; ... as dat Kind in dei Weig', hett nich Heu oder Stroh fräten HaHagenow@RedefinRed; dee (die leichte Zigarre) kann 'n Kind in de Weeg' roken Wa; dat Kind inne Weig' als Lösung des Rätsels wat liggt in 'n Holt un weint Wo. V. 1, 306; uppe Altstadt sünd all fif Kinner in de Weeg' verfroren, wenn 't noch duller ward, verfrieren noch weck in 'n Mudderliw (1887) WaWaren@RöbelRöb; s. Februor (Bd. 2, 842); 'Pfähle' (zum Aufstellen von Fischreusen), woll binah so dick as 'n lütt Kind in 'n Liw is Dolb. Küst. 102; dörch Fallen un Upstahn lihren lütt Kinner dat Gahn HaHagenow@LankLank; wenn dei Kinner still sitten, sünd sei krank SchwSchwerin@PinnowPinn; Kinner daun, as Kinner sünd Ro Rostock@RibnitzRibn; Kinner kiken einen ümmer glik nah dei Hand näml. ob man ihnen etwas mitbringt HaHagenow@BelschBelsch; een Kind ahn Kopp (ein dummes Kind) is 'n Krœpel tietsläbens Wo. Lüd' 36; s. klauk 1; zweifelhaftes Lob: Kinner as dei Biller, bloß nich so bunt SchwSchwerin@JarmstorfJarmst; zum und vom Gutmütigen: 'Du kanst jo keen kleen Kind verthören' (erzürnen; Ro 1732) Nd. Kbl. 24, 32; hei ... ded kein Kind wat Reut. 3, 282; ut Kinner warden Lüd Derb. 2, 64; dörch Kinner un oll Lüd' ward 'n klauk MaMalchin@RemplinRempl; auch von Erwachsenen, bes. in vertraulicher, gemütlicher Anrede: Glöwt nich Kinjer dat 'k ju brüde Babst 1, 69; Kinner, wat seggt ji nu? SchwSchwerin@WittenfördenWitt; Kinners, wat denk ji denn von mi? Boek; ebenso in Ausrufen der Verwunderung wie o Kinner! LuLudwigslust@GrebsGrebs; meist gekoppelt: Kinner un Lüd! allgem.; mit Zusatz: helpt bäden, uns' Vadder will dat Hus verköpen! Ro Rostock@RibnitzRibn; Kinners un Lüd' Stillfr. Sl. 5; 27 u. öft.; Kinner, Lüd'! Reut. 5, 114 u. öft.; Zand. Bill. 32; zu einem Wort zusammengezogen: Kinnerlüd' Camm. Tid. 51; Nig. Kuhv. 147; Zss.: Weigen-, Bünnel-, Böörkenkind; Buddel-, Dih-, Spikind; Bäd'-, Fibel-, Insägens-, Paster-, Preisterkind; Blitz-, Snurr-, Zuckerkind; Christkind. 4. Volksglaube und -brauch: die Kinder bringt, wie man im ganzen Lande den Kindern erzählt, der Storch, dei Adebor; er holt sie aus dem Wasser, meist aus dem Teich oder Sumpf, und wirft sie in den Schornstein; die Mutter beißt er ins Bein oder in den Fuß, so daß sie zu Bett liegen muß; nur an der Ostseeküste, so in RoRostock@BörgerendeBörg; Rethw und bes. auf dem Fischlande, gilt auch der Schwan als Bringer der Kinder, die er aus dem Meere holt; im Winter sind es Fischreiher, Eule und Krähe, vereinzelt Engel Atl. d. Volksk. 21; 71; Wo. V. 2, S. 405 f.; um des Kindersegens teilhaftig zu werden, krochen kinderlose Ehefrauen durch eine Krupeik Ro Rostock@VölkshagenVölksh oder umtanzten eine alte Eiche Wa Waren@MinzowMinz; in PaParchim@LübzLübz krochen kinderlose Eheleute zum gleichen Zweck im Heidensoll an der Elde ünner de Bülten durch; nach bösem alten Aberglauben stellen sich Diebe aus den Körpern ungeborener Kinder, die aus dem Mutterleibe herausgeschnitten sind, Lichter her, welche die Eigenschaft haben sollen, solange sie brennen, die Bewohner des Hauses, in dem gestohlen wird, in tiefem Schlaf zu erhalten; gelöscht werden können sie nur durch Eintauchen in süße Milch Bartsch 2, 332; 335; wer dreimal drei Lebern ungeborener Kinder ißt, kann sich unsichtbar machen 329; wer an einem Sonntag geboren ist, kann Geister sehen Arch. Landesk. 14, 541; wer seiner Mutter einziges Kind ist, den Teufel austreiben (GüGüstrow@Groß WokernGWok 1622) Wo. Sa.; ein Kind, das in der Geisterstunde zwischen 12 und 1 Uhr nachts geboren wird, hat bei allen Unternehmungen Unglück, deshalb beten alle Hausgenossen, wenn eine Geburt bevorsteht, Gott möge diese gefährliche Stunde erst vorübergehen lassen Arch. Landesk. 17, 445; war das neugeborene Kind eines verheirateten Knechts ein Junge, so mußte er eine Buddel Schnaps zum Besten geben, war es ein Mädchen, nur eine halbe HaHagenow@DreilützowDreil; ein neugeborenes Kind muß, wenn es ein Junge ist, zuerst vom Vater geküßt werden, ein Mädchen von der Mutter, sonst kriegt das Mädchen einen Bart und der Junge nicht; von einem Kinde, das noch nicht sprechen kann, darf es nicht geküßt werden, um nicht selbst schwer sprechen zu lernen; wer zu einer Wöchnerin ins Zimmer tritt, soll nicht diese zuerst anreden, sondern das Kind mit dem Wunsche Gott sägen em, ehr; verläßt eine Wöchnerin das Haus vor ihrem Kirchgang, so erhalten böse Frauen Gewalt über das Kind; begegnet ihr auf ihrem Kirchgang zuerst ein Mann, so wird ihr nächstes Kind ein Knabe, eine Frau, so ein Mädchen Arch. Landesk. 14, 541; lernt ein Kind zuerst den Namen der Mutter sprechen, so wird das nächstfolgende ein Mädchen, lernt es zuerst des Vaters Namen, ein Junge; kleinen Kindern dürfen die Fingernägel das erste Mal oder während des ersten Jahres nicht abgeschnitten werden, sondern die Mutter muß sie abbeißen, damit das Kind kein Dieb werde 542; legt man für ein Kind schon vor seiner Geburt Geld zurück, so wird es ein Geizhals oder Dieb; im ersten Lebensjahre darf man außer den Patengeschenken den Kindern nichts schenken, auch nicht zu Weihnachten, sonst gedeihen sie nicht 543; junge Hunde, Katzen und andere Haustiere dürfen nicht mit kleinen Kindern zusammen aufgezogen werden, denn nur ein Deil hett man Däg' Bartsch 2, 55; im ersten Lebensjahre dürfen Kinder keinen Kranz aufsetzen, sonst sterben sie; aus dem gleichen Grunde darf man ihre Wäsche nach Sonnenuntergang nicht im Freien hängen lassen Arch. Landesk. 14, 543; nach Verstorbenen soll man Kinder nicht benennen, sonst holen sie diese nach 542; Neugeborene mit einer blauen Ader zwischen den Augen quer über der Nase leben nicht lange; eine Schwangere soll nicht Gevatter stehen, sonst wird entweder ihr eigenes Kind vorzeitig sterben oder der Täufling 541; einem unruhigen Kinde soll man drei Schaufeln glühender Kohlen über die Wiege hinwegwerfen 17, 446; oder man legt es in die unterste Borte des Küchenschrankes und macht dessen Tür zu, dann hört es sofort mit Schreien auf; ins Kopfkissen legt man ihm eine Eulenfeder, dann schläft es wie die Eule gern und gut Bartsch 2, 53; eine neue leere Wiege darf man nicht schaukeln, auch kein anderes Kind hineinlegen als das, für das sie bestimmt ist, sonst findet dieses keine Ruhe oder stirbt gar Arch. Landesk. 14, 542; man darf das Kleinkind nicht Ding, Krœt oder Krabb, sein Weinen nicht Geschrei nennen und es nicht mit einem Besen oder Besenstiel berühren, sonst nimmt man ihm für neun Tage sein Gedeihen 543; Bartsch 2, 52; das Kleinkind darf von Fremden nicht zu sehr gelobt werden; geschieht dies, so soll die Mutter schnell an etwas anderes denken oder sagen: Gott Lob und Dank! oder: Stein un Bein tau klagen! oder, dreimal ausspuckend: Lick mi in 'n Noors, is unverraupen! ebda; Behexung des Kindes wird verhindert, indem man zwei neue Reisbesen kreuzweis unter die Wiegenkissen legt und die Wiege selbst und die Kleidung des Kindes mit dem Dampf von neunerlei Kräutern durchräuchert; dem Räucherwerk kann man je einen Span von allen Türschwellen des Hauses und von der untersten Treppenstufe beifügen; alles dies stillschweigends Bartsch 2, 51; eine neue Wiege oder ein neuer Kinderwagen muß vor der Benutzung besprochen werden; legt man dem Säugling einen Knuust Brot und einen Schilling hinein, so wird er niemals im Leben Not leiden; wischt man kleinen Jungen den Mund mit Spiritus ab, so werden sie niemals Säufer Pfitzn.-K. 100; wenn man ein Kind durch ein Fenster oder eine andere niedrige Öffnung reicht, muß man es ebenso wieder zurückreichen, sonst wächst es nicht Arch. Landesk. 14, 543; Regen bei Sonnenschein und bes. Mairegen auf den bloßen Kopf fördert das Wachstum Bartsch 2, 52; noch nicht einjährigen Kindern aber bringt Regen Sommersprossen 53; kleine Kinder dürfen nicht in einen Spiegel sehen, sonst lernen sie schwer sprechen Arch. Landesk. 14, 543; Bartsch 2, 53; Kinder, die schwer sprechen lernen, soll man von Bettelbrot essen lassen Raabe Allg. Volksb. 35; bis zu ihrer Konfirmation mußten die Kinder beim Essen stehen allgem.; Weiteres s. unter Brotschapp, Döp, Leddersprat, Pierd, sœben. — FN.: Kinddik; Kinnerbarg, -brauk, -busch, -kul, -pauhl, -see, -soll, -wisch. — Mnd. kint. — Br. Wb. 2, 772; Dä. 226a; Kü. 2, 110; Me. 3, 112; Schu. 66.
13860 Zeichen · 175 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    kindst. N. (a)

    Köbler As. Wörterbuch

    kind , st. N. (a) nhd. Kind, Jüngling ne. child (N.), youth (M.) ÜG.: lat. filius SPs, infans H, (nasci) H, parvulus H, …

  2. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    kindst. F. (i)

    Köbler An. Wörterbuch

    kind , st. F. (i) nhd. Geschlecht, Kind, Stamm Hw.: s. kenna (2), konr, kundr, kyn (1), kyndi E.: germ. *kendi-, *kendiz…

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kindst. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    kind st. n. , mhd. kint, nhd. kind; as. kind; mnd. mnl. kint; afries. kind; ae. cynd ( in anderer Bed. ); an. kind f. ; …

  4. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kind

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kind s. kinne.

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kind

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Kind , des -es, plur. die -er, Diminut. das Kindchen, und im Plural Kinderchen, Oberd. Kindlein oder Kindelein, ein …

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kind

    Goethe-Wörterbuch

    Kind Pl auch unflekt (zB 2,36 Vs 6 sowie in Paarformeln wie ‘Weib und K.’); Dat Pl ‘K-er’ 7,324,4 Var ; gelegentlich von…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kind

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Kind , Karl Theodor, geb. 1799 zu Leipzig, Justizrath, ein Philhellene, der die Kenntniß der Sprache, Literatur und Zust…

  8. modern
    Dialekt
    Kind

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Kind [Khent Ruf. Hlkr. Co. Dü. Str. Z. Han. Betschd. ; Khint südl. von Hf. ; Khént K. ; Khįt M. ; Khit Geisp. ; Kheit …

  9. Sprichwörter
    Kind

    Wander (Sprichwörter)

    Kind 1. Ach, dass ich meine armen Kinder so geschlagen, klagte der Bauer, und sie waren des Pfaffen. – Eiselein, 375. 2.…

  10. Spezial
    Kind, mit einer geistigen Einschränkungn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Kind , n mit einer geistigen Einschränkung ребёнок , м с умственным недостатком

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kind

1.896 Bildungen · 1.720 Erstglied · 165 Zweitglied · 11 Ableitungen

kind‑ als Erstglied (30 von 1.720)

kind 80 und häufiger

KöblerAfries

kind 80 und häufiger , st. N. (a) nhd. Kind ne. child ÜG.: lat. filius K 14, L 6, L 15, L 2, infans L 12, L 16, puer L 2, L 6 Vw.: s. hōr-, …

Kind(s)bett

SHW

Kind(s)-bett Band 3, Spalte 1309-1310

Kind(s)band

Idiotikon

Kind(s)band Band 4, Spalte 1330 Kind(s)band 4,1330

Kind(s)bindeⁿ

Idiotikon

Kind(s)bindeⁿ Band 4, Spalte 1343 Kind(s)bindeⁿ 4,1343

Kind(s)lērer

Idiotikon

Kind(s)lērer Band 3, Spalte 1369 Kind(s)lērer 3,1369

Kind(s)vertrinkeⁿ

Idiotikon

Kind(s)vertrinkeⁿ Band 14, Spalte 1178 Kind(s)vertrinkeⁿ 14,1178

kind* 9

KöblerAnfrk

kind* 9 , st. N. (a) nhd. Kind, Sohn ne. child, son ÜG.: lat. filius MNPs Hw.: vgl. as. kind, ahd. kind Q.: MNPs (9. Jh.) E.: germ. *kinda-,…

Kindbett

SHW

Kind-bett Band 3, Spalte 1297-1298

Kindfrau

SHW

Kind-frau Band 3, Spalte 1307-1308

Kindjahre

SHW

Kind-jahre Band 3, Spalte 1309-1310

Kindmagd

SHW

Kind-magd Band 3, Spalte 1309-1310

Kindschule

SHW

Kind-schule Band 3, Spalte 1309-1310

Kindtaufe

SHW

Kind-taufe Band 3, Spalte 1311-1312

Kindtaufer

SHW

Kind-taufer Band 3, Spalte 1311-1312

kindach

MWB

kind·ach

kindach stN. hier kindahe. Kollektivbildung zu kint (vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 52-55), ‘Gesamtheit der Kinder, Kinderschar; Nachkommen’ saget…

kindahe

Lexer

kind·ahe

kindahe stn. BMZ coll. zu kint, sämmtliche kinder Gen. Jos. 733. vgl. kindelach u. kindrach im Kwb. 158.

kindarmbrust

DWB

kind·armbrust

kindarmbrust , n. armbrust für ein kind, bei Keisersberg : doch mit den kindarmbrusten mochten sie wol schieszen. narrensch. 148 b . dazu ge…

kindartig

DWB

kind·artig

kindartig , adj. in der art eines kindes, bei Göthe : sie ( Lili ) hatte etwas kindartiges in ihrem betragen. 48, 23. vgl. kinderart und kin…

kindbar

DWB

kind·bar

kindbar , fähig zum kinden, kindergebären, eig. ' kind tragend ': der dritte ( fallende siechtag ) würdt aus der mutter verursacht und kompt…

kindbar

FWB

1. ›fruchtbar, gebärfähig‹; metonymisch auch: ›schwanger‹; 2. ›in der Art eines Kindes‹

Kindbedde

WWB

kind·bedde

Kind-bedde n. [verstr.] Wochenbett (früher neun Tage ( WmWb )). Im Kingelbedde liggen ( Wal Bh). Et es in’n Kindberre stuorben ( Min Ha). En…

kind als Zweitglied (30 von 165)

Einzelkind

RDWB1

Einzelkind n (Lakune) единственный ребёнок (в семье)

Flaschenkind

RDWB1

Flaschenkind n (kein Bezug zu "бутылка") искусственник

Geburtstagskind

RDWB1

Geburtstagskind n (Lakune) новорожденный шутл. , виновник торжества (человек, празднующий день рождения) идиом.

Hurenkind

RDWB1

Hurenkind n последняя строка абзаца, которая попадает уже на следующую страницу

Kindeskind

RDWB1

Kindeskind n внук (а не "ребёнок ребёнка")

Pflegekind

RDWB1

Pflegekind n ребёнок (обычно из неблагополучной или неполной семьи), над которым оформляется опёка

Schlüsselkind

RDWB1

Schlüsselkind n umg. (Lakune) ребёнок работающих родителей, после школы предоставленный самому себе (досл. "ребёнок с ключом на шее")

Sorgenkind

RDWB1

Sorgenkind n (Lakune) подопечный, подопечная, который или которая вызывает постоянное беспокойство и требует постоянной заботы; проблемный р…

Straßenkind

RDWB1

Straßenkind n беспризорник, беспризорный, босяк презр.

Adelkind

DRW

adel·kind

Adelkind eheliches Kind freier Eltern bdv.: Freikind man seget, dat nen kint siner muder keves kint ne si, des n'is doch nicht. ein wif mach…

afterkind

DWB

after·kind

afterkind , n. die schmeichelei, des glückes afterkind. Günther 778 .

Ahnkind

DRW

ahn·kind

Ahnkind I Enkel ana und enikind 14. Jh. SGallenOffn. II 420 Faksimile II Urenkel, Großenkel änichind oJ. SchweizId. III 343 Faksimile

Altohmkind

DRW

Altohmkind altoemkind Kind des Altoheims 1413 NijmegenStR. 38 Faksimile

Amtskind

DRW

amts·kind

Amtskind I Kind von Amtseingesessenen wan schon dieselbigen söhn erbohrne ambtskinder wären 1607 LuzernStR. 39 Faksimile II vom Almosenamt u…

Anderbuhlchenkind

DRW

Anderbuhlchenkind nd. annerbölkenkind Adoptivkind 18. Jh. SchleswHWB. I 136 Faksimile

auskind

DWB

aus·kind

auskind , n. extraneus, peregrinus: soll das rechtlich gut folgen den rechten erben und nechsten ganerben und nicht den auskindern. weisth. …

Bäckerkind

Wander

baecker·kind

Bäckerkind 1. Man mutt keen Bäckerkind Stuten geb'n. ( Rendsburg. ) – Hochdeutsch bei Simrock, 865. 2. Wer wul Bäckerkinnern Stût'n gäwn! ( …

Bädelkind

MeckWBN

Wossidia Bädelkind n. Bettlerkind, bettelndes Kind; im Kinderspiel: Beddelkind Wo. Sa.

beichtkind

DWB

beicht·kind

beichtkind , n. confitens: zu dem andern so sol auch die beicht verschwigen sein des beichtkindes halb, das da beicht. Keisersb. sünden des …

Beykind

Adelung

bey·kind

* Das Beykind , des -es, die -er, im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein uneheliches Kind; als ein glimpflicher Ausdruck für das härtere Hu…

Blage (Kind)

Wander

blage·kind

Blage (Kind) Blage (Kind). Hä, lät 1 sine Blagen läupen füär 2 Hasen un Fösse 3 . ( Grafschaft Mark. ) – Frommann, V, 164, 103. 1 ) Lässt. 2…

brautkind

DWB

braut·kind

brautkind , n. filius, filia ante justas nuptias procreatus, procreata, jungfernkind.

Bruderkind

Adelung

bruder·kind

Das Bruderkind , des -es, plur. die -er, Kinder des Bruders; im Plural auch wohl Brüderkinder, wenn Kinder zweyer Brüder ausgedruckt werden …

christkind

DWB

christ·kind

christkind , n. Christus infans: auf dem bild ist die jungfrau mit dem Christkind dargestellt; das Christkind bemerkt seine ( Josephs ) noth…

degankind

KöblerAhd

degan·kind

degankind , st. N. (a) nhd. Knabe, Sohn, Jüngling ne. boy, son, youth (M.) ÜG.: lat. (filius) O, mas Gl, (masculus) (M.) O, puer T Q.: Gl, O…

Enakskind

Wander

Enakskind Ein Enakskind. Für Riesenkind, riesig starker Mensch; aus 4 Mos. 13, 23, 29, 34 und andern Stellen des Alten Testaments.

fetirenkind

AWB

fetirenkind st. n. ; mnd. vedder(en)kind. uederen-kint: nom. sg. Gl 3,363,71 ( Jd, 13. Jh. ). Kind des Vatersbruders, Bruderkind väterlicher…

Ableitungen von kind (11 von 11)

bekinden

DWB

bekinden sich, prolem gignere, kinder zeugen: dasz sich mann und weib mit einander bekindet hätten. Brandenb. polizeiordn. von 1540 cap. 12.…

erkinde

BMZ

erkinde swv. werde zum kinde. daʒ dich diu minne iht mache blint; vil wîsiu herzen erkindet sint von ir gewalt MS. 2,259. a. Winsbekin 21,5.

erkinden

Lexer

er-kinden swv. BMZ zum kinde werden Ms. Winsbekin.

gekinde

Lexer

ge-kinde stn. coll. zu kint, kinder. dô der wolf daʒ gekint ( Romulus u. Remus ) truoc Enenk. Kchr. 3. 401,38.

kinde

BMZ

kinde swv. erzeuge, gebäre ein kind. ahd. chindôm Graff 4,459. Gr. 2,229. daʒ bêde man unde wîp sîn als ein lîp und âne sünde kinden kchr. 5…

unkind

DWB

unkind , n. : unkinder oder hurenkinder W. Bütner dialectica teutsch (1588) 84 b ; vgl. hübsch-, unflatskind , kind II 2 b, c, nichtkinder. …

unkindlich

DWB

unkindlich , adv. adj. , gth. v. kindlich 4 b. mhd. unkintlîche(n). adv.: das si sich unkintlich ... bewisen haben Freiburger stadtrechte (1…

urkind

DWB

urkind , n. mhd. urkint zwerg (ur- C 4 a) heldenb. 406 Keller; noch bei Campe als alt und brauchbar verzeichnet; Fr. L. Jahn 2, 766 E.; das …

urkindlich

DWB

urkindlich (kindlich 3 mit ur- C 4 a) R. Wagner 1, 213 . —

verkinde

BMZ

verkinde swv. höre auf kind zu sein. verkindet kint kind welches das kindliche wesen abgelegt hat Frl. 268,17.

verkinden

DWB

verkinden , verb. 1 1) intransitiv, zum kinde werden, repuerascere Stieler 2368 . Heinsius 4, 2, 1307 ; wan er ist gar verkindet. Aimon bog.…