Wossidia
as als, wie,
mnd. alse, als. 1. vergleichend und gleichsetzend:
as Mi 4
a; he späält sick as 'n Herr up Ro; dee hett Geld as Kaff (Heu) Wo. Lüd' 17; dee hett 'n Läben as Gott in Frankreich 18; dee is so lang as Lewerenzen sin Kind 3; dat Kätelseil un Emmerband Möt blank sin as de Schöttelrand Wo. Volksrim.
2 25; müßt hei sin Hart upslagen as en Bauk Reut. 2, 32; de is so fast as en Eekenbrett Bri. 1, 66; mör is s' as oll Dannenbork 74; mi is as een'n Deef 74; denn ward mi as sonn Vagel licht 152; taum Gauden as taum Slichten Reut. 6, 142; he smöökt süs nich as ümmer Wa; die Seemannssprache neigt bereits zum hd. wie: scharp wie 'n Messer Fischland; — 'dat geit ook, as it will' (Ro 1715) Kohf. Hg. 16, 3; lat 't gahn as 't geiht, de Welt besteiht Wo. Volksrim.
2 29; as 't kamen sall, kümmt 't doch Stillfr. Blanck 122; lat 't üm di rusen so vel as dat will Egg. Trems. 42; 'willtu so, as ik will?' (Ro 1715) Kohf. Hg. 16, 3; 'as he dat Urdeel sprickt, so schallt gespraken siin' ebda; so dun as einer wesen kann Erichs. Läusch. 14; sonn Jung von Grött as diss' is von einer Größe wie dieser (Junge) hier RoRostock@AltheideAHeide; — in der Doppelsetzung bewahrt das erste as die hinweisende Bedeutung, welche dem
mnd. alse ebensogut wie die rückbezügliche eigen war: 'ungefehr aß von den Jahren ... aß use Brudt' (1726) Kohf. Hg. 20, 2; as de Woor is, as das Geld is Reut. 2, 85; häufig bei Bri.: 'n Zopp achter 'n Kopp as lang un dick as 'n rökerten Spickaal 2, 21; süht ... ut as rug as een van de Schümpansi-Apen 75; as hoch as 'n Mastkorf 137; 'n Wittick ... as lang un blank as 'n solten Hiring 178; Geldbüdels as dick un swär as Tranfaten 178; 185; Oesels as lang un dick as Poggenstöhl 3, 15; as flink, as sin ollen Been em drägen künnen 26; 28; in Bork un Bast as drög as Schürr 1, 168; sonst: as du röppst, as ick antwurt Bey. Preuß. 21; aus dem Volksmunde: dat 's as lang as breed Wigg. Gramm. 89; dee kann as Voss as Has' kann sich stellen, wie er will (1887) MaMalchin@StavenhagenStav; se geiht wedder sitten as vör as nah (1890) Wa; as de Fridag to Bett geiht, as de Sünndag wedder upsteiht (1890) StaStargard@UserinUser; — nach Kompar., Verneinung u. ähnl.: bäter 'n drögen Knust as ne leddige Fust Wo. Volksrim.
2 25; bäter 'n Nahwer achter de Hand as 'n Fründ œwer Land 25; dat wir anners, as ick mi dacht hadd Ro; nicks as de Snut, de rut he reckt, Is vun em nu to sehn Bri. 1, 64; dor is nich dat acht Deil arm Lüd' as hier GüGüstrow@GülzowGülz; wo hürt denn ... en düchtigen Kirl hen as unner de Soldaten? Reut. 3, 431; — häufig die spezialisierende, erläuternde Bezugnahme auf eine Person, in der Regel die erste Person des pers.
Pron.,
vgl.: ick wir denn rik, dat heit as ick Reut. 7, 73; wi beid', din Vader un as ick 5, 195; wat räden Se? as ick — un slapen? Tarn. Mart. 54; as ick, seggt he, ick kaom van Ollen-Mochen Hey. Kam. 119; wenn ji meint, as ick Gü; gern in Frageform als Beginn einer Antwort: Wo, Jochen, wo kümmst du denn her? As ick? Ick was tau Stadt herin Reut. 1, 165; Wat dedst du, wenn du König wirst? As ick? Ick? Wat ick ded? 170; Wat? rep de Oll ..., ick? as ick? 6, 290; 3, 20; 5, 128; Wat meinen ji tau Heine Mollen? ... As Heine Moll? Tarn. Mart. 26; neckende Laune hat schon früh den Hundenamen As du als verblüffende Antwort auf die Frage: Wo heit de Hund? erfunden: 'nostri rustici canes saepe vocant ad illudendum interrogantes:
Aß du' Mantz. Ruh. 2, 47; en Kauhhirer in Grotenhof hadd 'n Hund Asdu, wenn de Lüd' em fragen deden, wo de Hund heiten ded', säd' he: As du SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; so bezeugt 1885 aus RoRostock@MüritzMür; 1905 aus MaMalchin@SeedorfSeed und RoRostock@RetschowRetsch; 1907 aus RoRostock@NeuendorfNeuend; 1910 aus WaWaren@MarihnMar; und sonst von früher her vielfach bekannt. Bezugnahme auf einen einzelnen Fall:
ick kem ok as von Sloen her WaWaren@TorgelowTorg; — die Vergleichung verfolgt den Zweck, eine Gelegenheit, eine scheinbare Gleichheit, eine Ähnlichkeit oder eine nahezu erreichte Gleichheit auszudrücken: dat is as so das ist in der Art von ... MiNachl.; nach Dietz 129 sagt man für alldochsoman, das aber Jeppe 7 mit der Bedeutung 'zum Schein, zum Scherz' anführt, in Mecklenburg as doch man so;
vgl.: wi kœnen jo, as doch man so, een hinner den annern gahn Bri. 2, 251; dat grippt sick dor as so mit RoRostock@GresenhorstGres; mit den Slätel was dat wol man blot, as man so dohn Quitz. 2, 236; andere Belege: dat is as nix Hey. Kam. 38; dat durt as nix 50; dee hadd as ne Oort Pierfaut GüGüstrow@SteinhagenSteinh; dat möten so as Gewitterflagen sin Wa; in den Katen ... Schint as Licht dat dörche Rut Bri. 1, 75;
dat wir as 'n bäten Maanschin MaMalchin@RemplinRempl; he was as wat niglich Lehm. Ith. 70; sei würd doch as iernst Karn. Mœhl. 248; dee wir as 'n bäten stif panzert RoRostock@DändorfDänd; ick wir as möd' WaWaren@WerderWerd;
em wir as unwoll WaWaren@JabelJab; de dick Melk würd warm maakt, dat se as kesig würd StaStargard@GalenbeckGal; dat smeckt as bitterig etwas bitter MaMalchin@DargunDarg; as ick so 'n beting as indrust wier Karn. Grap. 16; den Hawern hebben wi as stuukt SchwSchwerin@Groß WelzinGWelz; se hebben se as dröögt (ein wenig getrocknet) gegen de Sünn WiWismar@NeuklosterNKlost; mi will ganz as frieren hüt abend RoRostock@RibnitzRibn; dor würd mi doch so as schuddern LuLudwigslust@MalkMalk; dat hett mi as gruselt StaStargard@Groß NemerowGNem;
dat dat as sick mellt hett Sta Stargard@PrillwitzPrillw; wi müssten as half Hungerpoten sugen RoRostock@DändorfDänd; mi würd as halwwägs grugen SchwSchönw; in
N. hett as wat wankt ist sozusagen etwas umgegangen RoRostock@Neuhof bei ParkentinNeuhP; — die Bezugnahme will eine Begründung geben: denn wir he wedder as gesund dor StaStargard@Hohen ZieritzHZier, wo jedoch auch die im Abschnitt vorher gebotene Auffassung zulässig ist; in der Regel verknüpft sich dieser begründende Gebrauch mit einer Satzaussage: dat ward nich as gaut hollen für gut gehalten RoRostock@RibnitzRibn;
wat nu nennt ward as Lieps WaWaren@LapitzLap; de Hex hett sick as Pierd verwandelt Gü; in de Ierst, as ick as Kind wääst bün als ich Kind war PaParchim@GoldbergGoldb; dat kann ick mi as Jung noch bedenken daran kann ich mich aus der Knabenzeit noch erinnern Wa; de wiren as jung (in der Jugend)
tosam wääst RoRostock@RibnitzRibn. 2. als Konjunktion zur Einführung von Nebensätzen a. füllend hinter dem Fragewort: ick weit nich, woväl as dat wääst is MaMalchin@JördenstorfJörd; aftellt, woväl Stäwel as bruukt würden Ratz. Mitt. 12, 28; wat meinen Se woll, wo swer as ick wäsen ded'? wieviel ich wog HaHagenow@WittenburgWitt; wolang as ick lägen heww, weit ick nich ebda; wodörch as he dat (eine Krankheit)
hatt hett, weit ick ok nich WaWaren@ZiddorfZidd; he hadd nich seggt, wennihr as wi nah Hus kamen süllen Wi; weiten wull'n, wokein as de Spitzbauw wesen ded
N. Gött. 33; dat kümmt up an, wo olt as se sünd GüGüstrow@PlaazPlaaz; ebenso hinter Zeitkonjunktionen: mitdäm as se Kuurn hadden sobald als GüGüstrow@TarnowTarn; hier hat as als relative Partikel ihre alte Rolle inne; vördäm as wi wegreisen deden bevor WiWismar@PoelPoel; indem as Hawermann sinen ... Dank utspreken ded Reut. 2, 62; MaMalchin@GielowGiel; dat würd fiert, wonneihr as de Muskanten Tit hadden so oft, je nachdem als Schö. b. einleitend vor Bedingungssätzen mit und ohne Konjunktion: dat is, as ob de Häben lacht Bri. 1, 67; ick heww man hüürt, as wenn ... HaHagenow@RedefinRed, wie in der Schriftsprache für dat daß; so ihrbor stiggt se (die Sonne) dor nu rup, As wull s' to Kirch hento Bri. 1, 68; 67; in der alten Kanzleisprache auch vor einschränkenden Relativsätzen: 'wann ... Wolfsjagden anzustellen, so sollen sich auch zu solchen, als weit die Rostocker Heide gehet, die Rövershäger Bauern ... mit gebrauchen lassen' Vergleich zwisch. Herz. Friedrich Wilhelm und Ro vom 27. 3. 1702 S. 7; modern: nee, as ick nich wüsst soweit ich weiß, nein Heim. 7, 318; as ick taum wenigsten sehn heff Wa; selten as dat zur Einführung eines Kausalsatzes: he fragt ehr, ob se süs nich to läben hadden, as dat se up 'n Stillen Fridag fischten Pa@ Neuh; und ohne Konjunktion eines Bedingungssatzes: as (wenn) dat de Wohrheiten sünd HaHagenow@LübtheenLübth; Babst 2, 100; eines Tatsachensatzes: as ick di segg! (wenn ich dir doch sage!) Brückn. Pirdj. 188; eines Relativsatzes: Kädenhund, as hei is Bri. 5, 125; tummeln, as hei ded Wagtsm. Mart. 65. 3. zur Einführung von Zeitsätzen: as ick minen Deenst anbot, Würd min Lohn nich grot Wo. Volksrim.
2 25;
as de Weeg ... to sehn se kreg Bri. 1, 65; un küß dor, as se Garwen bünn', Hans Jochen ok de Dirn? 69; de iersten Johren, as ick noch weiten ded', gew 't (beim Stapellauf) Semmel un Zigarren in den ersten Jahren, deren ich mich erinnere Ro; in de iersten Johren, as wi wahnen StaStargard@Hohen ZieritzHZier. — Br. Wb. 1, 27; Da. 7
b; Dä. 17
a; Me. 1, 180; Ri. 6; Teu. 1, 60.