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aas

nhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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17 in 17 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Aas

Bd. 1, Sp. 7
Aas Rhfrk, Saar-Trier s (:-), Pl. Ezər, (E:-), hier und da an der Nahe auch Estər, an der Saar wechselnd :zə, :zən, :zər, E:zər. — Trier, Wittl, Bernk, Zell u. die Hunsr.orte bis zur rhfrk-mosfrk. Grenze :ts, Pl. E:tsər (daneben E:tstər, E:stər). — Koch, Kobl, May :tst, Pl. E:tstər. — In der Eif kein klares Bild: Bitb, Daun, Prüm :s, ·ă.s, ō·ă.s neben seltenerem :ts. [Daun hat :s, aber den Pl. :tstər, :tsər, ō:stər; Prüm :s, Pl. :stər, :zər; Aden :ts] — Siegld :s, Pl. :zər. — Waldbr, NBerg :st, Pl. :stər [seltener daneben :s, ā:s, ā:st]. — Rip einheitlich :s, Pl. :stər [neben :s; Schleid-Ahrhütte :stər; Eusk-Antw, Bo-Volmersh, Dür-Mariaw :stərə]. — SNfrk ·ə.s, ·ă.s, Pl. ·ə.stər. — Klevld s, stər. — Neben - erscheint im ganzen Gebiet hier und da ā:s, ā:st, besonders für grobe Schelte; manche Orte, bes. im Mosfrk, überliefern ·zwei bis drei Formen. — n.: 1. Speise, Atzung. a. Äsung, Weide. Et as noch O. do fir en ganz Woch Bitb-Kyllb, aber schon 1840 veralt. — b. Fischköder, Köderfisch, in der Form tsən Saarl-Dilling, wo sonst s gilt. S. auch Sprockos Klev; Otsmehl. — c. Biertreber, als Viehfutter dienend Köln, Monsch-Höfen, Rheinb-Meckenh, Grevbr-Kapellen, MGladb-Kleinenbr, Düss-Hucking (:t). Treber, die beim Krautpressen übrig bleiben Grevbr-Wickrathh. — d. Kaffeesatz Rip, Nfrk. He hät at jet op et O. geschott heisses Wasser auf den alten Satz aufschütten ohne frische Bohnen. Wenn de bejiərlek weərde, da schödde se sech op et O. op Heinsb-Dremmen. — 2. verendetes Tier, Kadaver. In der heutigen MA. nur noch in Vergleichen. Du stenks wie en O. und daraus übertr. auf faule, träge Menschen: Du stenkeg, ful O. Dat fulle O. had ik liever in de Mest as in de Kost Klev. Dann kös do ful O. röheg lige blive on stenke MGladb. Hef gestern dem Schinner twei Penning gegewen, he sall meck de Öster vam Balg haulen (von lästigen Kindern) Barm. Dech vertrack O. söll der Schinner hollen Rip; ausserdem in Zs.: Schindaas, Aaskaule, Aasknochen, die aber auch nur in übertr. Bed. gebraucht werden. — Ein alltägliches Wort ist es als Schelte = Luder. Du ful, falsch, verlogen, versoffen, verfresse, verdammt, schneppig, fis, domm, dof, schlampereg O. (aber auch m.: Du dommen, dover O.), und so mit allen Fehlern [] möglich. — Auch auf Tiere angewandt, die den Aerger des Fuhrmanns erregen. Du kromm O. vam Perd. Dat es en muckig, stüppeg, verswacktes O. Ech wönsch, datstu alt O. mol frecks. — Vergleiche: Frech, ful wie en O. Dau michst e Gesicht bi e doll O. Neuw-Rheinbrohl. Beliebt die Form: Dat es en O. van em Kerl, van em Wecht. En Osblag, –jong, –weit Elbf. RA.: Ful os Pos (Kind) werd en O. MülhRuhr. Der Deiwel hot dich O. gemacht. Dat os (ist) moss sonem O. dem Bengel geschieht recht Schleid-Hellenth. Du bes en O. en der Blos Dür-Niddeggen. Du rut O. bes va Gott gezechent Eup-Raeren. Öster streckt (strickt) oder verreckt Malm-Weywertz. Selbst in gar nicht nahe liegenden Vergleichen. Et ös su kalt bi en O. Rip. Dat Veh schlach sech bi en O. on git en Zupp bi en Donnerkil (Ausspr. eines Metzgers) Sieg-Aegid, und so bei allen möglichen Gelegenheiten. — Doch bezeichnet das Wort auch oft widerwillige Anerkennung einer Schlauheit, Gerissenheit, Raffiniertheit eines Menschen. Dat es en onduneg O., dat brengt alles ferdeg Altk-Wissen. Süch ens dat O., dat hät e wider klok angefange; selbst ‘tüchtiger, famoser Kerl’ kann es bedeuten. Dat O. es dem Deuvel ze gau. Dat O. hät mech geköllt hintergangen. Ehr Öster! ihr Schalke, Schelme, ihr habt mich angeführt, darüber muss ich selber lachen Rip, Allg. O. Verwunderung Eup. — Bei Frauen jedoch meist in üblem Sinne. En O. van em Frauenmensch, besonders wenn sie es verstehen, die Jungen an sich zu locken. — Aber auch Kosewort für Geliebte (derb) u. Kind. Lecker Ösken, lef O. Komm an mein Herz, dat ech dech pasch, dat de frecks, du O. scherzhaft Rip. Herzen Ösche schelmisches Mädchen Dür. Zum Kinde: Du bes use Dierken em Papierken, use Ösken em Blösken Barm. — 3. Aasseite einer Tierhaut Verbr. — Zs.: Schind-, Sau-, Sauf-, Maulenaas. — Lautlich und in der Flexion ist mit A. zusammengefallen 4. ·ă.s, Pl. ·ə.s m.: Knoten im Holz, wo ein Ast gestanden NRip, SNfrk, und hier und da 5. :s, Pl. :s m.: Ass im Kartenspiel (s. Ass).
4313 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aas

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Aas , des Aases, plur. die Äser. 1. In die Fäulniß gegangenes Fleisch eines gefallenen Thieres; ohne Plural. Es stin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Aas

    Goethe-Wörterbuch

    Aas einem bösen Traum [ Campagne ] .. der mich zwischen Koth und Noth .. zwischen Trümmern, Leichen, Äsern und Scheishau…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aas

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Aas , die Leichname gestorbener oder getöteter Tiere, die schnell in Fäulnis übergehen und dadurch nicht nur lästig, son…

  4. modern
    Dialekt
    Aas

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Aas Band 1, Spalte 1,7f.

  5. Sprichwörter
    Aas

    Wander (Sprichwörter)

    Aas 1. Aas ist keine Speise für den Adler. 2. Aas lässt sich nicht vor Geiern (Raben, sagen die Wenden) verbergen. 3. Au…

  6. Spezial
    Aas

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Aas n. (-es, -e/Äser) 1 (Tierleiche) cadaver (de tier) m. 2 cern frada f. 3 ciamercia (-ces) f. 4 fotöra (-res) f. 5 ‹po…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aas

199 Bildungen · 114 Erstglied · 82 Zweitglied · 3 Ableitungen

aas‑ als Erstglied (30 von 114)

Aasaas

SHW

Aas-aas Band 1, Spalte 3-4

Aasbube

SHW

Aas-bube Band 1, Spalte 3-4

Aasding

SHW

Aas-ding Band 1, Spalte 3-4

Aasgaul

SHW

Aas-gaul Band 1, Spalte 3-4

Aasgeier

SHW

Aas-geier Band 1, Spalte 3-4

Aasjäger

SHW

Aas-jäger Band 1, Spalte 3-4

Aaskerl

SHW

Aas-kerl Band 1, Spalte 3-4

Aaskind

SHW

Aas-kind Band 1, Spalte 3-4

Aaskrappe

SHW

Aas-krappe Band 1, Spalte 3-4

Aaskäfer

SHW

Aas-käfer Band 1, Spalte 3-4

Aasmensch

SHW

Aas-mensch Band 1, Spalte 3-4

Aasmücke

SHW

Aas-mücke Band 1, Spalte 3-4

Aasstorch

SHW

Aas-storch Band 1, Spalte 3-4

Aasvieh

SHW

Aas-vieh Band 1, Spalte 3-4

Aaszeug

SHW

Aas-zeug Band 1, Spalte 3-4

Aasaal

MeckWB

aas·aal

Wossidia Aasaal m. Aalart von schwarzblanker Färbung, wird mittels eines Schafskopfes gefangen Ro Rostock@Rethwisch Rethw .

AASADEL

DWB2

aas·adel

DWB2 AASADEL m. : DWB2 DWB2 ⟨1510/30⟩ der aassadell und zaunadell (so nante man die edelleute auf den dorfern und schlossern) Grunau preuss.…

AASBANDE

DWB2

aas·bande

DWB2 AASBANDE f. DWB2 schimpfwort, zu aas B 3: DWB2 1919 diese verlauste aasbande Benn etappe 14. 1947 so eine verfluchte, verräterische aas…

Aasblatter

Adelung

aas·blatter

Die Aasblatter , plur. die -n, bösartige schwarze, stinkende Blattern; in Niedersachsen Aaspocken.

Aasbrummer

MeckWB

aas·brummer

Wossidia Aasbrummer m. Bezeichnung für die Aasfliege; in der Sage: der Freischütz kann mit Hilfe des Teufels, der als Aasfliege in seiner Fl…

Aasbüdel

MeckWB

aas·buedel

Wossidia Aasbüdel m. Aasbeutel, in der Jägersprache für die Jagdtasche.

Aaschaur

Herder

Aaschaur , Fest der Zehn Tage, schiitisches Hauptfest, zum Andenken an den Tod der Söhne Alis.

Aasding

MeckWB

aas·ding

Wossidia Aasding n. als zärtliche Anrede an die Geliebte: 'heb ick die Aasdinck doch so vacken (oft) ingesüßt' (in Schlaf gewiegt) Kohf. Hg.…

Aasdräger

MeckWB

Wossidia Aasdräger m. ein fettes Stück Vieh, z. B. ein dickes Pferd Ma Malchin@Gülzow Gülz .

aas als Zweitglied (30 von 82)

Barstaas

RhWB

barst·aas

Barst-aas baš:s  Sieg-Fussh , Dür-Nöwenich n.: verdammtes Aas, Schimpfw.

bockaas

DWB

bock·aas

bockaas , n. böckische lockspeise: sei mann in deiner jugend und rühre dem teufel seine bockäser bei leibe nicht an, fliehe seine leimruthe.…

donneraas

DWB

donner·aas

donneraas , n. scheltwort. katze, du donneraas, wilst du nicht hinaus? Ehe eines mannes 211. s. DWB aas . donnerhagelsaas.

donnerhagelsaas

DWB

donnerhagel·s·aas

donnerhagelsaas , n. scheltwort. meine besten ehrentitul, die er mir alsdenn beilegte, waren donnerhagelsaas, schlaraffen- und meerkatzenges…

Draas

Wander

Draas Bä Drâs 1 hirt det saksesch Vuoterâser af. – Schuster, 525. 1 ) Urkundlich Daraus, liegt am östlichen Ende der alten Sachsencolonie; d…

dudelhaas

DWB

dudelhaas , m. in Ditmarsen ein strickstrumpf Schütze Holst. idiot. 1, 265 .

Duwwelaas

MeckWB

Wossidia Duwwelaas n. FN. in der Gänsesprache: hüt sünd wi in de Leniest wääst, morgen gahn wi nah Duwwelaas Wo. V. 2, 565 a.

falkenaas

DWB2

falken·aas

falkenaas n. : 1399 marienb. tresslerb. 23 J. 1419 ausgabeb. marienb. hauskomtur 323 Z.

Faulichaas

RhWB

Faulich-aas -lks:s Düss n.: Faulpelz.

Flickaas

RhWB

flick·aas

Flick-aas -s Klev-Calcar , Rees m.: Schmeichelkatze.

galgenaas

DWB

galgen·aas

galgenaas , n. wie galgenvogel u. ä., nl. galghenaes furcifer Kil. : galgenasz, rabenfuter. Garg. 47 a ( Sch. 74).

Gewitteraas

PfWB

gewitter·aas

Gewitter-aas n. : 'bösartig klatschende Frau', Gewiddeʳoos [ LU-Opp ]; vgl. PfWB Gewittereva . SHW Südhess. II 1336 . —

Giftaas

RhWB

gift·aas

Gift-aas -:s Dür-Stdt n.: leicht zorniges, streitsüchtiges Weib.

Greinaas

RhWB

grein·aas

Grein-aas -eŋ:s Dür n.: lästiges, weinendes Kind.

Hannaas

RhWB

hann·aas

Hann-aas hanō:st  Remschd n.: Schimpfw.

Hüerbaas

MeckWB

hueer·baas

Wossidia Hüerbaas m. 'Heuerbaas', Stellenvermittler für Seeleute; wegen ihres 'einnehmenden' Wesens schalt man sie Seelenverköper oder Haifi…

hundeaas

DWB

hunde·aas

hundeaas , n. aas eines hundes, todter hund. auch schimpfwort für einen niedrigen menschen. schwäbisch hundaasen, einen so schimpfen. Schmid…

Klatschaas

RhWB

klatsch·aas

Klatsch-aas -s Mörs-Orsoy , Heinsb-Rathm n.: -base; kl.süchtiges Weib.

Kohlhaas

Herder

Kohlhaas , Michael, Roßhändler aus der Altmark, wurde 1521 von dem Junker von Tronka zweier Rosse beraubt, konnte weder bei dem Kurfürsten v…

Kreihaas

MeckWB

kreih·aas

Wossidia Kreihaas n. Bezeichnung der Krähe in Sta Stargard@Woldegk Wold .

Küperbaas

MeckWB

kueper·baas

Wossidia Küperbaas m. Küfer-, Kellermeister: (ick) hadd' ... in 'n Ratskeller mit den Küperbaas to väl Arrak ... pröwt Bri. 7, 218.

Ableitungen von aas (3 von 3)

beaasen

MeckWB

Wossidia beaasen beschmutzen: dat Schipp beaasen Ro Rostock@Wustrow Wustr ; de Drak hett alles beaast Wa Waren@Groß Flotow GFlot . — Me. 1, …

veraasen

DWB

veraasen , verb. zum aase, d. h. zu einer für menschen und die meisten hausthiere ungenieszbaren speise machen, beschmutzen; von aasen, weid…

veraaslich

MeckWB

Wossidia veraaslich unsorgfältig mit Sachen: ick bün nich so veraaslich Pa Parchim@Suckow Suck .