Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Aas n.
Aas n.
Aas n. ‘Fleisch eines toten Körpers, Köder’. Mhd. (11. Jh.), mnd. ās, mnl. aes, nl. aas, aengl. ǣs (ie. *ēdsom oder *ēdtom) ist wie lat. ēsca ‘Speise, Futter, Köder’ (ie. *ēdskā) Weiterbildung eines dehnstufigen es-Stammes der im Verb essen (s. d.) enthaltenen Wurzel ie. *ed- ‘essen’. Dazu gehört als weiteres Verbalnomen ahd. (8. Jh.), mhd. āʒ, asächs. mnd. āt, mnl. aet, aengl. ǣt, anord. āt ‘Speise, Nahrung, Viehfutter’ (s. äsen), das die gleiche Stammbildung (ie. *ēdo-) aufweist wie das Grundwort in aslaw. obědъ ‘Mahlzeit, Frühstück’, russ. obéd (обед) ‘Mittagessen’. In frühnhd. as ‘Tiernahrung, Kadaver’ fallen beide Bildungen in eine zusammen. Als Schimpfwort begegnet Aas bereits im 12. Jh. – aasen Vb. ‘Felle abschaben’ zum Gerben (18. Jh.), ‘in der Nahrung sudeln’ (von Aasfressern), bildlich ‘leichtfertig vergeuden’ (19. Jh.).