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abdecker

nhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Abdecker

Bd. 1, Sp. 20
Abdecker (Freiknecht, Fall-, Wasen- oder Feldmeister, Kafiller, Schinder), eine Person, die in einem bestimmten Bezirk das gefallene Vieh wegzuschaffen, abzuhäuten und einzuscharren hat. Bis 1817 litt der A. an »Anrüchigkeit«, war unfähig zum Eintritt in die Zünfte, in das Militär und in Ehrenstellen, aber nicht ehrlos. Die A. besaßen vielfach für bestimmte Bezirke Privilegien, wonach ihnen gegen kostenfreie Abholung nicht bloß die verendeten, sondern auch die »abständigen« (s. Abgestanden) Tiere unentgeltlich überlassen werden mußten. Dieses Bannrecht besteht auf Grund der Verordnung vom 29. April 1772 in den östlichen Provinzen Preußens gegenwärtig noch und belästigt die Landwirtschaft nicht unerheblich. Durch Gesetz vom 17. März 1866 wurde den einzelnen Gemeinden das Recht der Provokation auf Ablösung der Abdeckerprivilegien gewährt, wovon jedoch wegen der Kosten wenig Gebrauch gemacht wurde. Nach der Reichsgewerbeordnung ist die Anlage einer Abdeckerei freigegeben, aber an die polizeiliche Genehmigung gebunden. In vielen Landesteilen bestehen besondere landespolizeiliche Verordnungen. Das Rinderpestgesetz, das Reichsviehseuchengesetz und die Instruktion zu letzterm enthalten Bestimmungen über den Transport der Tierkadaver und der zu tötenden Tiere sowie über die Ausnutzung derselben. Auf Tiere, die an Seuchen gefallen sind und nach den gesetzlichen Bestimmungen auf besondere Art unschädlich beseitigt werden müssen, hat der A. keinen Anspruch. Dagegen muß im Bereich eines Abdeckereiprivilegiums alles Vieh, bez. Fleisch, was vom menschlichen Genuß ausgeschlossen wird, dem A. überliefert werden, sofern nicht eine Entschädigung vereinbart ist. Dies hat Nachteile und Gefahren (betrügerisches Inverkehrbringen). Zur Ausnutzung der Kadaver ist die Abdeckerei gegenwärtig häufig verbunden mit Gerberei, Leimsiederei, Bonesize-, Knochenmehl-, Maschinenöl-, Poudrettefabrikation etc. Vgl. Wehmer, Abdeckereiwesen (in Weyls »Handbuch der Hygiene«, Bd. 2, Jena 1893); Haefcke, Die technische Verwendung von tierischen Kadavern etc. (Wien 1899).
2072 Zeichen · 24 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Abdècker

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Abdècker , des -s, plur. ut nom. singul. eine etwas anständigere Benennung dessen, was der Pöbel einen Schinder nenn…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Abdecker

    Goethe-Wörterbuch

    Abdecker zu abdecken 2 das Pferd .. welches der A. bekommen DjG 3 3,362,31 RAnw [21.10.72] DjG 3 3,363,22 RAnw [28.12.72…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Abdecker

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Abdecker ( Freiknecht, Fall -, Wasen - oder Feldmeister, Kafiller, Schinder ), eine Person, die in einem bestimmten Bezi…

  4. modern
    Dialekt
    Abdecker

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Abdecker Band 3, Spalte 3,1432

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit abdecker

8 Bildungen · 7 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von abdecker

abdeck + -er

abdecker leitet sich vom Lemma abdeck ab mit Suffix -er.

abdecker‑ als Erstglied (7 von 7)

Abdèckerey

Adelung

abdeck·e·rey

Die Abdèckerey , plur. die -en; 1) das Amt eines Abdeckers, und 2) dessen Wohnung.

Abdêckerlêder

Adelung

abdecker·leder

Das Abdêckerlêder , des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. dasjenige Leder, welches von dem Abdecker dem gefallenen Viehe a…

Abdeckerlehen

DRW

abdecker·lehen

Abdeckerlehen so gehöret doch zur landesfürstlichen hohen gerechtsame, ein hencker-, abdecker- oder caviller-lehn daraus zu machen 1753 Klin…

abdecker als Zweitglied (1 von 1)

Dachabdecker

GWB

dach·abdecker

Dachabdecker in lit Anspielung auf die Hauptfigur in Lesages ‘Le Diable boiteux’ GWB 41 2 ,364,8 Rez:Livre des Cent-et-un Dorothea Weiss-Sch…