Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
knien
knien
Knie n. Gelenk zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein, auch ‘Biegung, Krümmung’, ahd. kneo, knio (8. Jh.), mhd. knie, asächs. knio, mnd. knē, mnl. cnie, nl. knie, aengl. cnēo(w), engl. knee, anord. knē, schwed. knä, got. kniu (germ. *knewa-). Außergerm. vergleicht sich aind. jā́nu, griech. góny (γόνυ), lat. genū ‘Knie’, so daß der u-Stamm ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ erschließbar ist, s. auch Kinn. Über Versuche, die hier für Knie genannten ie. Ausgangsformen mit den Wurzeln ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ zu verbinden, s. Kind. – knien Vb. ‘mit einem Knie oder beiden Knien auf dem Boden ruhen’, (reflexiv) ‘sich auf ein Knie oder die Knie niederlassen’, ahd. gikniuwen (9. Jh.), kniuwen (11. Jh.), mhd. kniewen, knien; daneben mit ableitendem l schweiz. chnülen, mnd. knēlen, mnl. cnielen, nl. knielen, engl. to kneel. Kniebeuge f. ‘das Beugen der Knie’ (18. Jh.) als ehrerbietiger Gruß, auch als Turnübung (vgl. Kniebeugung 1795, Kniebeugen Jahn 1816), älter, heute unüblich, ‘Kniekehle’ (Anfang 17. Jh.); s. Beuge. Kniefall m. ‘das Niederlassen auf die Knie’ (als Zeichen der Ehrerbietung, Huldigung, des flehentlichen Bittens, der Unterwerfung), zum Verb mhd. knievallen ‘auf die Knie fallen’, wozu auch kniefällig Adj. (beide 18. Jh.). Kniescheibe f. scheibenartiger Knochen an der Vorderseite des Kniegelenks, ahd. knioskība (Hs. 12. Jh.), mhd. knieschībe.