Ohr
das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk
ōr, ōă [in einigen Enklaven an der uNahe u. in Wend-Ausw Freisen Oberk
ūr, ūă]; Mosfrk
ō·ə.r, ū·ə.r; Siegld
ōăr, ūər, Pl.
-rn; Berg
ō:r, ōr, ō·ă.r; Rip
ū:r, ū·ə.r; SNfrk
ū·ə.r; Klevld
ōr; Pl.
-rə(n); Demin.
ērχə(n), ē:, –ī:-, ȳ·(ə).-, -. –kə n.: 1. wie
nhd. a. das O. als Teil des Körpers (verächtl.
Leffeln, Laustern, Horchlappen, Eselsuhren, Schälleder);
Schnüss-che on Ührcher vom Schwein, Beilage zur Erbsensuppe;
et lenke on et rechte U., bedse U.ə; et ennewennig u.
et usew. U.; grusse, lang, lappege, klen U.ə han; et U. löf em us er leidet an O.fluss Rip, Allg. RA.:
Fex, wat O.ən! Mörs.
Dau best die U.ə am Kopp nit weərt! Birkf. Bist du es wirklich? Antw.:
Jo, eich sen et met Schniss un U.ən! Saarbg-Hamm.
De Kopp töschen (zwischen)
den O.ən höbben von Schwindsüchtigen mit hohen Schultern; übertr. eigensinnig sein Mörs, Kref.
Met Kopp un O.ə eninspringe übereilt handeln Wend-Pfeffelb.
En os seunes Kopps wie en Esel seuner U.ən Daun-Strohn, Bernk-Wehlen.
We me en Esel wegscheckt, krit me twei U.ən wiər Remschd.
Dat Fleiss (Fleisch)
moj (musst du)
met de O.ə ete, dann köj (kannst)
et senge lehre! Emmerich.
Er sieht aus (grinst) wie e Sau mer eim O. Ottw, Saarbr, Birkf.
En Arsch mit O.ə einfältiger Mensch Simm-Laub.
Dau host noch gressere O.ə as de Isel Simm, Allg. (
dem sen se noch en de Horen, un dir sen se at draus gewasse Ahrw-Ramersb) (
s. weiter bei Esel).
De hät e Poor U.ə su gruss bie en Sau Neuw-Dierd, —
enen fahlen Hongk Dür-Weisw, —
en Wann (Getreideschwinge) SNfrk, Bergh, —
Schankdüren, — Schnetzeln Altk-Birken, —
Bartschosseln WBitb, —
Scheərschottele MGladb, —
Kappesblar (-blätter) Dür-Weisw.
Jo, U.ə wie e Kalf, de Nas mar half, ken Täng (Zähne)
en der Mule on de Leppe am fule, ne feine Kerl! MGladb-Rheind.
De hät e Paar O.ə am Kopp (su gruss), do kammer de Flege met jage Dür, Köln-Stdt;
de kann met seine U.ə Mecke fänke Kobl.
Lange U.ə, kleiner Verstand Neuw-Dierd, Gummb.
Wenn hat lang U.ə das ‘Wenn’ tritt erst nach langer Zeit ein Aach.
In Suhre (Zell-Sohren),
do ho de Leit so grosse O.ə! Neckspr.;
die met de lange O.ə sein en Lückebach (Linkenb)
gebore! Neuw-Dierd; die von Eusk-Gymnich
kennt mer an de l. U.ə. Jo, so kann me ok Eəsel bəsiəhn, die längere O.ən hant as du! dem gesagt, der eine allzu neugierige Frage stellt Gummb-Berghsn.
Wer so klen O.ən hät, es gitzig (geizig) Gummb. Der Pate
hät en dick O. er schenkt nicht gern NBerg.
Wa mer Ferkel keft, muss mer kucken, dat se kuərz Ben un lapig U.ən hon Bitb.
De hät O.ə wie e Tut (Düte) gross u. abstehend Simm, —
U.ə (so dünn, mager)
we e Karteblättche Bergh-Blatzh;
dem kommer durch die O.ə lese Saarbr, —
de Zeidong dorch de U.ə l. Dür-Gürzenich, —
dorch de U.ən seihn Merz-Losh;
dem sein U.ən lüchten en half Stunn weit Daun-Katzwinkel.
Dau hos esu'n rutt (rotes)
U., mer ment, de gängs legen (wie die jungen Hühner, die bald Eier legen) Bitb-Dudeld.
Ech kann met stracken (grad aufgerichteten)
O.ən för em opstohn habe ihm gegenüber ein gutes Gewissen Gummb.
Gebötzte U.ən gekrauste O. Düss, Mettm.
Dem stohn de U.ə (
weck ‘weit’)
(vom Kopp) af (als wenn e morgen en't Graf köm) Rip, Allg. —
Üəhrche klitschen ein Klickersp.; der Spieler nimmt zwei Klicker, einen von sich, einen vom Partner; diese hält er mit Daumen zu Zeigefinger senkrecht übereinander u. lässt sie dann gleichzeitig vom O. aus fallen, so dass sie am Boden aufeinanderklitschen u. dann auseinanderschnellen; wenn er jetzt einen Kl. mit dem andern durch Schnellen trifft, so hat er gewonnen Sieg-Mülld Scheiderhöhe. — O. u.
Mund; ene Mongk (Mul) bös hönger de U.ə, — van enem U. bes an et angere; seng M. mach bei de U.ə Besuch Rip, Allg.;
he kann sing M. zweimol öm de U.ə krämpe MülhRh-Orth;
wenn de Püfferken (Reibekuchen)
ett, mät he sech de U.ə fettig Kref (
s. weiter bei Maul, Mund). — O. u.
Kopf; de friss mer noch de U.ə vam Kopp Rip, Allg. —
Schmutz am O.,
Fremdkörper im O.
Düht mar es (doch einmal)
den Dreck achter de O.ən üt, dann köj (kannst du)
metprote (-reden)
! Geld-Wetten.
In dem sei O.ə kammer Riwe (Riwesome) säe Rhfrk, Mosfrk, —
Murresome s. Rip, —
Schlat (Salat)
s. Eup-Herbesth, —
Knolle setze Kobl-Güls, —
Buəhne poəte (pflanzen) SNfrk;
dem seng U.ə könnt mer möm Schohnmetz (Schuhmesser)
uskratze Sieg-Ägid;
aus dem seinen O.ə kennt mer och Möst fohren Trier-Casel;
welch Hohn hät dir en de U.ə gedrösse? Sieg-Rhö
nd. De es noch net drüg (trocken)
henger (achter) de U.ə noch ein Grünschnabel Rip, Allg. (
nat Kemp-UWeiden;
grön Monsch-Vossenack);
den hat den Drek noch hanner den O.ən Trier-Mehring.
Der hät et (deck, dubbelfus(te)-, dumme-, knustendeck, met Knö ‘Knoten’
) henger de U.ə (setze) (
lige Aach) wenn er sich auch einfältig stellt, so ist er doch nicht so dumm, er ist ein listiger Schelm, ein Heimtücker, dem man nicht trauen kann Rip, Allg.;
der hat et stell h. de U.ə Düss-Benr;
de hat et h. de U.ə wie eng (eine)
Get (Ziege)
et Fett Aach-Merkst;
hen hät Neten (Nisse)
achter de O.ə Geld;
dem setzt's hinner de O.ə wie der Dreck em We (Wege) Goar-Braunshorn;
ech han Honger bös hönger de U.ə Rip, Allg.
Achter de O.ə, dor sin se gebore (die Läuse) Mörs-Xanten.
Er hät enen (Gehirigen, Klänen) am U. er ist angeheitert, bezecht Neuw, Altk, Siegld, OBerg, Lennep, dazu Kobl-Cobern Kärlich, Eusk-Schwerfen, Dür-Geich, Grevbr-Hemmerden, Jül-Kirchbg (
an en U.), —
of (op) em (om) U. Mos, Eif, Grevbr-Jackerath, —
em O. Rhfrk, Saar, Rip, —
hanner m O. Saarbg-Castel, Trier-Clüsserath Kenn, Wittl-Gransd Meerf, Bitb-Badem Dockend, Koch-Eller Moselkern, Kobl, Goar-Trechtinghsn, Daun-OEhe, Ahrw-Fronr, Bergh-Heppend, —
iwer'm U. Prüm-Wallersh.
De hät Dreck (Bonne, Stöpp ‘Staub’,
Stoppen, Wasser, Watt) en de U.ə er hört nicht gut, stellt sich taub Allg.;
Steckebur (Monsch-Steckenborn)
hat Dreck em U.! Neckspr.;
dor hämme de Schwalwe drin genest Mörs-Veen. Der Schwermütige, Teilnahmlose (auch der sich taub Stellende)
steht doröm wie ene, de Wasser en de U.ə hät Rip, Allg.;
der hilt de Kopp so schepp (schief),
mer mänt, er hätt W. im O. Simm-Horn;
der kickt wie e Ferke, dät de U.ə voll W. hät Heinsb;
der dreht (trägt)
de K. su huh, wie wann er Erwesen en de U.ən hätt Koch-Clotten.
Watt stoppe se en de U.ə! geantwortet, wenn einer ‘
wat’ fragte Kemp-SHubert, Verbr.
He hät en Lus em U. er ärgert sich;
ech sall öm ens en L. en't U. sette Nfrk, Rip.
Wenn et en Onglöck sin sall, kann me den Dumm in't O. afbreken Rees-Wesel.
Et sich an (in)
de Uəhren rene (regen)
lossen alles laufen lassen, wie es läuft Bitb-Speicher.
He geht, wie wann et em en de U.ə gerent (geregnet)
hätt trübsinnig, traurig, auch schwerhörig Rip, Nfrk.
Do hät der en Engel en et U. gepess beim Kartensp. gesagt, du hast Glück gehabt Rheinb-Meckenh.
Eich säche (seiche)
der in de O.ə, dass der's Gehern roscht (rostet)
! Meis-Altheckmühl.
Wa mer er Gäss (Ziege)
dat (schlechte Getränk)
an (in)
en U. schött, läft (läuft)
se bei der Deiwel Bitb-Mettend, Trier Saarbg, —
da lief se bis no Metz Saarbg-Soest, —
dann freckt se (geht se kapot) Rip, Allg.;
de Bröht (Brühe)
es noch ze schlech, dat mer se enem Esel en et U. schütt Rip, Allg.
Hättscht dau mech nure am O. hänken! du fällst mir lästig Saarl-Niedaltorf.
De Mötsch (Mütze)
op et lenke U. ha Zeichen schlechter Laune Aach, Rip. —
Dat könnt mich no (an) Nas en U.ən erus ich bin dessen überdrüssig Aach, Allg.
Hen setzt (stecht) bas iwer de U.ən am (im)
Drek (an der Orbicht, an de Schold) in Schwierigkeiten Bitb, Allg.;
he sett dren bös üvver de U.ə MGladb, Allg.;
hej es bes ower de O.ən in de Botter gefalle hat gut geheiratet Rees;
de es verlieb bis üvver beidse O.ə Köln-Stdt. —
Empfindsamkeit des O.;
et O. pinkt mer beim Klingen im O. Mos;
de U.ə sen mer su kalt (et es su k.), dat se (de U.ə) mech beisse Mosfrk, —
dat mer de U.ə peife Kobl, —
sengele Kobl-Bend, —
fimsche (fimpe) Rip;
dem sen de U.ə befroəre wörtl. u. er hört absichtl. schlecht Allg. —
Bewegung der O. (mit den O.);
ech haue dech op der Däz (Kopf),
dat de U.ə waggele! MGladb.
Doə schött deə gen U. noə (wie ein Hund) danach fragt der nichts, lässt sich das nicht angehen, will nichts merken SNfrk, Mörs, Aach, Bergh;
du wiərsch noch de U.ə schüdde! dich wundern Sieg-Ägid.
De U.ə hange losse mutlos sein Allg.;
er lässt de U.ə hänke bie en geschorene Pudel May-Hatzenport;
et (das Mädchen)
hat en U. no (op) höm hange mag ihn gut leiden Eup.
He häult (hält)
de U.ən stif wird nicht mutlos, bleibt gleichmütig, lässt sich nicht beirren, bleibt gesund, tut so, als ob er nichts hörte NBerg, Allg.
E gäht mat ofgerekten O.ən dorch de Welt munter drauf los, mit gutem Gewissen, lässt sich nicht wankelmütig machen;
mat o. U.ən laustern mit gespitzten O. horchen Trier, Wittl, Bernk, Zell, Koch, Prüm;
he lit (lügt)
mat o. U.ən Prüm-Mürlenb;
he löf met opgestreckte U.ə Erk-Körrenz.
Met de U.ə waggele sie bewegen, Allg.;
luər ens, de Buəre, wat se lure, wat se w. met de U.ə! um Geld zu verdienen Prüm-Burb.
Feg mat den U.ən, dann göt et kihl (kühl)
! zum Kinde, dem das Essen zu heiss ist Trier-Schleidw. —
Behandlung der O.;
de U.ə wäsche (
fege, botze, uskratze usf.),
wärme Rip, Allg.
Wenn sech de Katze henner de U.ə wäsche, git et schen Weder May, Allg.
Dem han ech es de U.ə gewäsche! ihm die Wahrheit gesagt, ihn geohrfeigt Rip, Allg.
Feg de U.ə, dann fimpe (klingen)
se net! Nfrk.
Bengt (bindet)
de Bängele, dann falle se net; feəgt de U.ə, dann klenke se net! Grevbr, MGladb.
Wenn de Möcken em Januar schwärmen, dann dunn mer em März (us) de U.ə wärmen MülhRh-BGladb, Rip, SNfrk.
Wen den Pannekuck ett, mäck hej sech de O.ə fettig er hat einen sehr grossen Mund Mörs.
Bei Gott es alles mügelich, nor dat nit, dem Kerl de Mul gröter ze machen, ohne de O.ə ze versetze Köln-Stdt. —
Wie de Isel jung war, is er an de O.ə anggebunn wor deshalb seine langen O. Simm-Laub.
He het den Hot op en O. gesatt ist angeheitert Elbf, Allg.;
huck dich emol of e O.! zu unruhigem Jungen Saarbr;
ech well mech e bess-che op en U. lege ein wenig ruhen, bes. zum Mittagsschläfchen Rip, Allg.;
leg dech op en U. nidder! sei ruhig u. sage nichts weiter Malm-Aldring, Saarl-Bous;
leg dech op en U. (nidder) on deck dech met dem anneren zo! zu einem Quälgeiste Malm-Atzerath, Verbr. Mosfrk, Rip, Nfrk;
sech op et lenke U. l. on sech met dem rechte decke Eusk-Billig.
Ech ha höm genauer henger jen U.ə gesieh kenne seine Schliche u. Tücken Aach;
sech h. den U.ə kratze (kraue) verlegen, ratlos sein Allg.
Dat kas de der h. en U. lege! wohl merkenAach-Berensbg;
dat weren eich mer h. de O.ə schreiwen es mir wohl merken nicht vergessen;
dat kan hen sich h. de O.ə schr.! Trier, Allg.
Loss dich märr net en et U. föhle! nicht in die Karten sehen, nicht übers O. hauen Aach-Merkst Warden, Geilk-Frelenbg, MGladb;
mach der en Kerf (Kerbe) (
Kräppke Klevld)
en't O.! dass du es nicht vergisst Gummb-Nümbrecht, Verbr.
De hat sich och jet övver de U.ə getrocke! sich sonderbar gemustert Aach-Burtschd;
enem et Hemb üvver de U.ə trecke (ziehen) ihn ausbeuten Rip, Allg.;
änem et Fell (de Haut) iwer de U.ən ziehn (trecken) ihn beim Geschäfte betrügen, übel mitspielen, beim Spiel überlisten Mosfrk, Allg.;
alles hät enen Üəwərgangk, seit de Fuəss, doə trocke se öm et F. üəver de U.ə Nfrk, Rip.
Sech de Wend öm de U.ə blose losse Rip, Allg. — Bei Zahnschmerzen steckt man auf die entgegengesetzte Seite des schmerzenden Zahnes die Wurzel des Spitzwegerichs (Sellerie, Watte mit Terpentinöl, mit weicher Seife, mit Rüböl) ins Ohr. — Das O. als
Ziel des Angriffs; enem de U.ə besehn ihn ohrfeigen, Allg., —
böərde Rheinb-Flamersh, Sieg-OPleis, Wermelsk (
jo, wan ich de Uəhren noch geböərd hätt! dann wäre ich mit der Arbeit fertig Malm-Bütgenb), —
färve Bergh-Hüchelhv, —
fibbeln Sol, —
friwen Mörs, —
strecken Trier, —
sümen (säumen) Mörs (
he sümt dem Kind de Öhrcher wohnt einer Schwangern bei Köln, uWupp, Sol;
en hot de O.ən noch nöt gesamt ist ein unreifer Mensch Trier-Stdt, Daun-Tetschd), —
zwewwele Kreuzn;
enem de U.ə vam Kopp trecke wörtl. u. ihn ausbeuten Sieg;
dau kreischt och bal de U.ən ausgezu (-zogen) du stirbst bald Merz-Saarhölzb;
ich haue der de U.ə vom Kopp weg! Drohung Birkf, Allg.;
wart, ech schnegge (schneide)
dir en U. (de U.ə) af! Rip, Allg. (
Mein U., mei Messer! Schreckruf für Kinder Merz-Saarhölzb);
schwipp, schwapp, Kellertrapp, schneid der Katz die O.ə ab, loss er noch en Stimpche stehn, dat se kann spazeere gehn! Simm, Verbr.;
wat alt es, dat ritt (reisst),
sät de Düvel, do ritt he sin Grossmoder et U. af MGladb-Viersen;
wenn et sech drop anküt, häut he dem Deuvel et reiter U. af MGladb-Schelsen;
ech han ene Honger, dat ech eine de U.ə afbite kös (könnte)
! Eup, —
dir de O.ə vom Kopp esse könnt! Gummb, Allg.;
se eisse mech noch Nas en U.ən af Aach, Allg.;
de schwätzt äm (dem Deiwel) noch en U. vom Kopp af Mosfrk, Allg.;
schwätz mer kä Loch in't O.! Wend-Heimb. —
Enen an de U.ə trecken (ziehn), zuppen, zibbeln, zauselen usf.;
enen am (beim) U. krigen, packen; enen an (op, für, henner, öm, üvver) et U. (de U.ə) schlohn (hauen); du kris en paar an (usf.)
et U.; e krit se öm de U.ə eröm; ech kunn der an de U.ə (bate gen U.ə Eup);
enen möt de U.ə krige; wie op en U. gehaue wie vor den Kopf gestossen;
wart, ech setzen (steche Simm
) dir der Kopp töschen zwei U.ə (zu Kindern)
! Rip, Allg.
Glick krigs de wat an de O.ə, dat gei de Kopp bei de Kont (Gesäss)
steckt! Mörs-Wallach.
Eich schlihn der an (einen)
hinnert't U., dot de't of der anner Seit greife kanns! Westerw.
Wer opsteht, dem seng Plaz vergeht; wer widderküt, mer an en U. schleht Eusk-Billig.
Dat liesst sech heren, sot den Dowen (Taube),
du hot en en ferm (gehörige Ohrfeige)
hanner en U. kret Bitb-Dahlem.
Enen met de Prüm (Kautabak)
no de O.ən schmiten ihn verächtlich behandeln Rees-Haldern.
Bessige Hung (Hunde)
han zerbesse U.ə Sieg, Sol, Prü
m. — Übertr.
He es am U. geflapp närrisch Barm, Elbf, uWupp.
Enen op en U. sezen einen trinken Bitb-Ehlenz.
Den han se op (henner, öm, üvver) en U. gehaue übervorteilt, betrogen;
den häut kener op (usf.)
e U. den Schlauen;
de Ärbet es üvver et U. gehaue verpfuscht Rip, Allg.;
de hät in op en O. gedrüg (getrocknet) ihn übervorteilt Köln, Bo, Eusk, Dür. — b. das O. als
Organ des Gehörsinns; der hät (en Paar) god U.ə, — fein U.ə, — schärpe U.ə Rip, Allg., —
spetze U.ə Altk-OWamb, Aach-Merkst, Erk-Beeck, —
dicke U.ən er will nicht hören Mettm, Ruhr, —
dof (taube)
U.ə Rip, Allg., —
sen U.ə e jen Täisch Aach, —
Stremp iwer der U.ə Wend-Freisen, —
Dreck (
Stöpp, Watt udgl.)
en de U.ə Allg.;
hen hat U.ə wie en Has hört gut Prüm, Allg., —
wie en Backuə (-ofen) will nicht hören Simm;
mer mänt, dau hättscht kän U.ən (meih)! zu dem, der nicht gehört hat Saarbg, Allg.;
ech machen der jetz es U.ə (wannste net hüre kanns); bei dem Zureden vieler
möt mer hondert U.ə han Rip, Allg.
De gruss Hären hon lang U.ən sie erfahren alles Bitb-Badem.
De O.ən spetzen lauschen;
he spetz(t) de U.ə wie e Höngke (Hund) Geilk, —
en Peisfuss (Pfingstfuchs) Mettm, —
en Sau, die en de Bach sächt (seicht) Merz;
spetz mär (nur)
recht dein U.ə, dat de alles hiərscht, sost kreiste't ofgeschriwwe! zu einem Horcher Neuw-Dierd.
Dohn (mach, knöpp) de U.ə op (los Mörs
);
Mond (Mul) on U.ə oprisse; stopp de U.ə (zo), dann hüərschte nüs; sech de U.ə zohale Rip, Allg.;
jedem der O. hinhale auf jeden hören Siegld.
Wen hört alles on kann doch necks wijer (weiter)
vertälle? Rees-Wesel.
Jung Lüt sollen bei Aulen (Alten)
de U.ən gebruken, net det Mul Lennep-Lüttringhsn.
Wer sin O. op et Lustere stellt, hört selde jet, wat im gefällt Köln-Stdt, Dür.
Enem de U.ə voll schwätze (
tüte, dudele usf.);
dem han se de U.ə (dervan, van em) voll gehange übermässig über etwas klagen, jmd. anschwärzen.
Dat es dauve O.ə geprädig Köln, Sol;
he beiert dof U.ə Dür.
Ech ha mengen U.ən net gedrächt (getraut),
wie ich dat huərt Bitb, Allg.
Dat schlohn ek an en O. schlage ich nicht viel an, davon mache ich nicht viel Aufhebens Gummb-Berghsn.
He hät mer jet en et U. gesät (gesagt)
(gefispelt, gefläut, gepispert usf.
) geflüstert; wer einen übergrossen Mund hat,
de kann sech selver jet en't U. sage (fispele Mörs, Kref, Düss
) Rip, Allg.;
flustern in't O. es nümmes nich wohr Gummb-Berghsn;
enem jet en't U. fispele ihm etwas anvertrauen u. ihm drohen, ihn zurechtweisen Mörs, Kref, Düss;
enge jet en jen U.ə tüte laut hineinschreien, ohne Rücksicht ihm Vorhaltungen machen;
mer moss dir en de U.ə t. wie em Esel Aach, Rip;
enem en de U.ə lige (met dem Gekäll) stets Bitten vorbringen Rip, Nfrk;
loss der von dem neist an't O. setzen! dich nicht von dem durch Mitteilungen in Unruhe versetzen Wittl-Hetzerath;
enem en Fluh (Lus, Möck, Fleg) en et U. s. Allg. (
potten Klevld;
hucke Saarbr);
häste Stöpp (Staub,
Dreck, Watt udgl.)
en de U.ə? bist du taub? Allg.;
et mott öm wäll in de O ə geregent häbbe so schlecht hört er Klev, Allg.
De Melodie kann ek nich ut den O.ən krieən, die lit mi noch luter in den O.ən Gummb, Allg.
De es dof (taub)
op en U. er will die Bitten (der Armen) nicht hören MGladb, Allg (
s. weiter bei taub).
De hät sech och jet hönger de U.ə blose losse hat sich beschwätzen lassen zu seinem Nachteil Dür-Golzh;
dat kannste dir h. de U.ə schrive! lass dir das gesagt sein Rip, Allg.
Numme (nur)
mat äm (halwen) U. hiren auf dem andern O. taub sein, nicht alles hören, nicht gut hinhören, schlecht darauf achten Bitb, Allg.;
wann ech dat net möt mengem ege U. gehurt hätt, däht ech et net glöve Rip, Allg.;
met Schnütt on O.ə lüstere Geld, Klevld;
er hirt met dem rechte U. net links will nicht hören May-Hatzenport, —
met dem lenke U. of de rechte Seit net got Neuw-Dierd.
Der hät et Fell te donn (nahe, fest)
üəwer den O.ən will nicht hören Gummb.
Dat geht zo (an, durch, no) enem U. eren, zom (an, durch, no) angern herus er beachtet das Gehörte nicht, befolgt die empfangenen Belehrungen, Ermahnungen nicht Allg.
Dat es mi tu O.ən kummen habe ich gehört Gummb, —
Et klenkt (duscht, fimmt, fimpt, fläut, peift, pinkt, schellt, schennert, singt, sust summt, tüt;
s. d. W.
) mer em O. Allg.;
de O.ə hewwe migelüt (geläutet) MülhRuhr; dann spricht man von mir:
Lenk U., klenk U., reət U., schleət U. klingts im linken O., so redet man Gutes von mir, im rechten, dann Schlechtes;
rechts, jet Schlechts, links jet Gots Allg.;
se hant mech tösche (zwischen),
de reiten, de schleite; de lenke, de Fenke MGladb-Neuwerk Bettr. —
De Mauərn (de Wänn) hon U.ən man lauscht hinter ihnen Mosfrk, Allg.
Klen Kessele (Döppe, Pött) han (oft) grusse U.ə (im Wortsp. zu O. 1 u. 2) kleine Kinder verstehen oft mehr von den Gesprächen der Erwachsenen, als man denkt Rip, Allg.;
klen Kenger on gruəte Keətele han gr. U.ə Heinsb (
kl. K. hant gr. U.ə Heinsb-Karken;
kl. Meis hon och U.ən Bitb-Dudeld). — 2. übertr. a. sachl. α. Kieme des Fisches Mos. — β. Ohrenförmiges an Geräten. αα. runde Handhabe, Griff, Henkel am Rande eines Geschirrs (Korb, Topf, Sieb, Tasse usf.),
en O. an de Pott Geld, Allg. (des Pfluges Neuw-Dierd);
et Ühreke es mech va gen Tass gegange Eup, Allg. RA.:
Do han se et Döppchen am richtigen U. gepackt den Bock zum Gärtner gemacht Altk-Bachenbg. Rätsel:
Et hot veiər U.ən on kann net heren? die Backmulde.
Et gäht de Trap rof on hot sechs O.ə (wenn et neihjer ‘näher’
kemmt, horret der zwä)? dass. mit dem Manne, der sie trägt Bernk. — ββ. der Zugstrick am Stiefel Rip. — γγ. Öse am Kleide, in die sich der
Hok einfügt;
Hok(ə) (Krampen) on U. Trier-Mehring, Bernk-Cues, Aden-Hausten Spessart, MGladb. — δδ. der Ring am Vorderpflug, durch den die Pflugleine geht Aden, Ahrw, Bergh, Erk. — εε. Ring, der auf der Platte die Klinge der Sense festhält Bernk-Gonzerath; Eisenbeschlag an der Rute des Dreschflegels, durch den der Flegelriemen mehrfach durchgezogen wird Bitb-Hütting, Koch-Ediger, Ottw-Stennw, Kref. — ζζ. Schlinge am Peitschenstock, in der der P.riemen befestigt ist Wittl, Zell, Ahrw, Bo. — ηη. Eisenring, in dem die Karrenrungen stecken Bo-Waldrf, Geilk, Heinsb, Kemp, Kref, Klev. — θθ. Pl. die Schneiden des Drehbohrers;
em Hirz de O.ə feile scharf feilen, in der Bergmspr. Saargeb. — ιι. Pl. die Kanten an der Spannsäge,
U.ən afstüppen abschneiden bei der Fabrikation Remschd. — κκ. Schuhflicken Meis-Jeckenb. — λλ. Pl. umgebogene Ecken an einem Schuh, die mit einem Riemen zusammengebunden wurden uWupp 1870. — μμ. umgebogene Ecke eines Buchblattes, auch
Eselsohr Allg. — νν. Sackzipfel Verbr. Ottw, Prüm, Daun, May, Neuw, Köln, Dür, Jül, Aach, Geilk. — jj. kleine Ausbuchtung am Kopfe eines Schwertes Sol. — γ.
et lenke (rechte) U. die linke (rechte) Seite der aufgestellten Kegel;
et l. U. mosste werfe Sieg-Ägid. — δ.
et nate blau U. dertösche han Menstruation MGladb-Rheind. — ε.
Rock met U.ə Kleid mit Hängeärmeln Rheinb-Flamersh;
Hunnsköttele (-küttele)
mät U.ə ka mer drohn bie en Man (Mande)
! zu dem, der für eine einfache Arbeit ein sonderbares Verfahren vorschlägt Neuw-Asb. — ζ.
Öhrchen Traube mit 2—3 Beeren Zell, Bernk. — η.
Öəhrkes Pl. die Rillenseite des Fangsteinknöchels Lennep-Ronsd;
Ührchen Wippf-Hahnenbg;
Uhr Wippf-Egen. — θ.
U.ən schlage einen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Ottw-Landsw. — b. persönl. verächtl.
en dof U. Tauber, einer, der nicht hören kann oder will Allg.;
dat es en ful U. ein Faulpelz Aach, Geilk, Heinsb, —
en nat (nasses)
O. eigensinniger, tückischer Mensch Geld-Nieukerk.