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Ohr

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Ohr

Bd. 6, Sp. 960
Ohr Gebrauchsschwerpkt in Bed A2b, in reicher Phraseologie A Teil des Kopfes, Hörorgan 1 Ohrmuschel als Teil der menschlichen Physiognomie, am weitesten in die Höhe ragender Teil des Tierkopfes a allg sowie hinsichtlich Form u Beschaffenheit; bes im ästhet Zshg u mBez auf Kunstwerke Unterricht eines Zeichenmeisters..Wir mußten Striche machen und sie zusammensetzen, woraus denn Augen und Nasen, Lippen und O-en, ja zuletzt ganze Gesichter und Köpfe entstehen sollten GWB26,182,27 DuW 4 Apoll von Belvedere..bei der Bemerkung, daß die O-en an diesem trefflichen Kopfe doch nicht sonderlich gearbeitet seien, kam die Rede..auf die Würde und Schönheit dieses Organs, die Schwierigkeit ein schönes in der Natur zu finden und es künstlerisch ebenmäßig nachzubilden. Da nun [der Maler Christian Georg] Schütz wegen seiner hübschen O-en bekannt war, ersuchte ich ihn, mir.. [Modell] zu sitzen GWB32,98,10u16 ItR [betr Bronzestatue des Erzbischofs Adalbert im Dom zu Magdeburg] Die Augäpfel vortretend..Die Nase wohlgebildet, der Mund nicht ohne Ausdruck. Die O-en ganz ohne organischen Begriff wie Muschelzierrathen GWB48,242,27 Bem zu Meinecke,MagdebKunstsachen 24,318,11 Wj II 5 als tierisches Attribut, bes von Faunen u Satyrn (‘lange O-en’); auch im kollektiven Sg ‘aufgerecktes, zugespitztes O.’ usw, einmal mit sexueller Konnotation; zweimal in Anspielung auf Ovids ‘Metamorphosen’ (XI,85-145) mBez auf die Eselsohren des phrygischen Königs Midas (‘verlängertes O.’); auch im Zshg mit Tierverwandlungen [Darstellung einer Faunenfamilie] der Vater..mit thierischem Huf und O. GWB491,318,6 TischbeinsIdyllen 7 [Psyche über Satyros:] Welch göttlich hohes Angesicht! [Arsinoe:] Siehst denn seine langen O-en nicht? GWB16,85 Satyros 149 Die Faunenschaar|Im lustigen Tanz,|Den Eichenkranz|Im krausen Haar,|Ein feines zugespitztes O.|Dringt an dem Lockenkopf hervor GWB151,52 Faust II 5823 Ich glaub', ich werde schon zum Thier,|es wächst mir schon das O. GWB53,477 Circe [1794] Vs 268 Var 2,181 Künstlers Morgenlied 72 1,261 Vs 467u472 RömEleg XX uö(selten) b in konkreten (alltäglichen) Situationen u Vollzügen sowie in usueller Gestik α bes in Personenbeschreibungen mBez auf Haartracht, Ohrschmuck u Tragen der Kopfbedeckung; auch ‘jdn beim O. fassen, nehmen, haben’ oä; einmal bildh ‘vom eigenen Daumen am O. gezupft werden’ als an sich selbst gerichtete Ermahnung; gelegentl spezieller für Ohrläppchen [Hofrat Beireis] trug..rollenartige Locken, länglich, mit Nadeln gesteckt, fest gepicht über beiden O-en GWB35,223,17 TuJ 1805 ich legte ihm [dem jungen Diego in Frauenkleidern] zwei Ringe, mit großen schönen Perlen, an die O-en; die Ringe waren offen und klemmten das Läppchen so, als wenn es durchstochen wäre; dann schmückte ich seinen Hals mit goldnen Ketten..nahm ihn dann freundlich beim O. und zog ihn vor meinen großen Spiegel GWB43,79,8u12 Cell I 5 die jetzigen Hüte..die auf dem linken O. sitzen GWBA(JbSKipp10,81) Regie Weim 8.1.07 [die hübsche junge Kellnerin findet Gefallen am späten Gast] Ich sehe, daß am O., um Hals und G'nicke|Der flüchtigen Röthe Liebesblüthe waltet GWB52,347 Das Tagebuch 61 Ich, der ich immer gehört hatte, auf die Ohrfeige eines Mädchens gehöre ein derber Kuß, faßte sie [die erboste Alerte] bei den O-en und küßte sie zu wiederholten Malen GWB26,95,1 DuW 2 N13,438,11 Plp 6,54 Div Versunken 9 14,142 Faust I 2891 45,64,28 RamNeffe 39,230 Urfaust 274 ‘sich aufs O. legen’: schlafen gehen GWB51,176 Ultimatum 16 ‘(sich) hinter den O-en krauen’ als körpersprachl Ausdruck der Besorgnis, Ratlosigkeit, Nachdenklichkeit, Unschlüssigkeit, Verlegenheit, Unzufriedenheit [der Widder Bellyn als Kaplan des Königs im Dilemma zwischen dem Auftrag, Reineke den Pilgersegen zu erteilen, u kirchenrechtlichen Vorgaben:] Herr König, ihr habet,|Glaub' ich, vernommen, daß Reineke noch vom Banne nicht los ist.|..Und der König versetzte..|Frag' ich den Teufel darnach!..Ängstlich kraute Bellyn sich hinter den O-en; er scheute|Seines Königes Zorn, und fing sogleich aus dem Buch an|Über den Pilger [den Segen] zu lesen GWB50,77 ReinF VI 114 4,234 Dieses Stammbuch 12 6,258 Vs 44 DivParadies Deine Liebe ‘jdm (um) die O-en krauen’ uä; meist mBez auf Tiere; auch übertr iSv sich bei jdm einschmeicheln Ich küss' ihre [Lilis] Schuhe..|So sittig als ein Bär nur mag;|Ganz sachte heb' ich mich, und schwinge mich verstohlen|Leis an ihr Knie - Am günst'gen Tag|Läßt sie's geschehn, und kraut mir um die O-en GWB2,90 Lilis Park 106 [Treufreund zu den Vögeln über die Menschen:] Sie glaubten uns zahm gemacht zu haben, weil wir..Mandelkerne und Nüsse aus den Händen schöner Damen annahmen und uns hinter den O-en krauen ließen GWB17,100,17 Vögel [die Furie Alekto:] Hat einer unter euch ein Liebe-Schätzchen,|Wir werden ihm so lang die O-en krauen,|Bis wir ihm sagen dürfen, Aug' in Auge:|Daß sie zugleich auch dem und jenem winke GWB151,34 Faust II 5360 β metonym für die an Eselsohren erinnernden Zipfel einer Narrenkappe; einmal ‘bunte O-en’; in der bzw in Anknüpfung an die Vbdg ‘jdm einen Klaps hinter die O-en geben’ [Franz, Adelheids Reaktion auf eine Ungeschicklichkeit des Narren erzählend:] Da gab ihm ihre leichte schöne Hand einen Klapps hinter die bunten O-en, daß die Schellen klingelten GWB132,282,3 Götz3 II 5 Plp [Franz, mit der Kappe, die er dem Narren weggenommen hat:] Hier hinter das rechte O. wars, daß sie den Klapps gab GWB132,293,13 Götz3 IV 10 Plp c als Bezugsgröße in Angaben der ungefähren räumlichen Erstreckung, Position, Richtung wie ‘von O. zu O.’, ‘bis an die O-en’, ‘(bis) über die O-en’, auch bildhaft-hyperbol iSv ganz tief, über u über, ganz u gar; im Brief einmal redensartl ‘jdm einen Floh hinters O. setzen’ iSv jdm eine Vorstellung, einen Plan suggerieren, die/der dem Betreffenden keine Ruhe mehr läßt [Famulus über Wagner:] Er sieht aus wie ein Kohlenbrenner,|Geschwärzt vom O-e bis zur Nasen GWB151,94 Faust II 6679 Polyphem..Über seinem einzigen Auge dehnt sich ein Brauenbogen von O. zu O. GWB491,105,15 Philostrat der Bär..steckte [auf der Suche nach Honig] den Kopf in die Spalte|Bis an die O-en hinein und auch die vordersten Füße GWB50,20 ReinF II 100 [Hauptmann, Rachepläne gegen Pater Brey schmiedend:] Wir wollen den Kerl gewaltig curiren|Und über die O-en in Dreck nein führen! GWB16,65 PaterBrey 157 Oft beneid ich Alberten, den ich über die O-en in Akten begraben sehe GWBAA62,7 Werth1 I 38,145,15 Claud1 50,161 ReinF XI 195 B38,307 Kanzl Müller [15.2.24] in scherzh Anspielung auf die Gallsche Schädellehre [betr bei Weimar gefundene Nomadengräber] Die Organe [des Schädels], nach Gallischen Bestimmungen gesprochen, bezeichnen ein Volk, mit den glücklichsten Sinnen für die Außenwelt begabt..Das Organ des Enthusiasmus fehlt ganz auf der Höhe des Scheitels, dagegen vermißt man sehr gern die garstigen egoistischen Auswüchse, die sich hinter den O-en eines ausgearteten Menschengeschlechts zu verbergen pflegen GWB492,154,13 Ausgrabgn im Bild des Schindens ‘jdm die Haut/das Fell über die O-en ziehen’ [Sievers zu Metzler:] Dürften wir nur..einmal an die Fürsten, die uns die Haut über die O-en ziehen GWB8,8,28 Götz2 I Böttiger hat die Canaillerie begangen der Propyläen zweymal auf dem..Umschlag des Merkurs zu gedenken, dafür es ihm denn wohl bekommen mag daß ihm die Gebrüder [Schlegel im ‘Athenäum’] die Haut über die O-en ziehen GWBB14,157,2 Schiller 17.8.99 Gespr(He1,869) Schelling 13.10.02 pars pro toto für: Kopf; auch für die ganze Person das Wasser triefte ihm [beim Gedanken an die Löscharbeiten während eines eventuell ausbrechenden Feuers] um die O-en GWB18,358,4 Hausball [G/Seidel] [Vansen zu den Bürgern:] Ihr fragt nicht nach dem Herkommen, nach der Historie, nach dem Recht eines Regenten; und über das Versäumniß haben euch die Spanier das Netz über die O-en gezogen GWB8,206,7 Egm II [Reineke über sein Vorhaben, den König zu täuschen:] Stark und zu mächtig ist er..doch kann es gelingen,|Daß ich ihn wieder bethöre, die bunte Kappe mit Schellen|Über die O-en ihm schiebe GWB50,82 ReinF VI 277 d als peripherer Teil, Anhängsel, unwesentliches Detail der physischen Erscheinung bei Mensch u Tier; wiederholt in der Formel ‘mit Kopf und O-en’ iSv so wie jd ist, als ganze Person Thiere..wenn man sieht, daß gar manches Überflüssige nach außen strebt, wie zum Beispiel die großen O-en und Schwänze..die Haare, Mähnen, Zotten: so sieht man wohl, daß die Natur vieles abzugeben und zu verschwenden hatte GWBN1,264,8 FlD 668 Wenn einen würdigen Biedermann,|..Die Wittib läßt in Kupfer stechen|..Da heißt's: Seht hier mit Kopf und O-en|Den Herrn, Ehrwürdig, Wohlgeboren! GWB2,265 Das garstige Gesicht 5 2,209 Zelebrität 7 als kleines, minderwertiges Fleischstück, Überbleibsel von einem Beutetier; einmal in der Drohung, jdn zu zerstückeln [Reineke:] Ich war mit Isegrim glücklich|Einst ein Schwein zu erjagen..er..|Schlang begierig hinein, und reichte mir außer den O-en|Nur die Nase noch hin und eine Hälfte der Lunge;|Alles andre behielt er für sich GWB50,147 ReinF X 365 [der Bischof von Salamanca versucht, Cellini zur Herausgabe eines von diesem gefertigten kostbaren Wasserkessels zu bewegen:] wenn ich ihm das Gefäß nicht geschwind brächte, so sollten meine O-en das größte Stück sein, das an mir bliebe GWB43,66,16 Cell I 4 e als besonders exponierter, Angriffen u Verstümmelung ausgesetzter, empfindlicher Körperteil, Ziel der Gewalt od Züchtigung; auch pars pro toto (wohl euphem) für den Kopf, gelegentl für die Nackenregion; auch in Vbdgn wie ‘jdn hinter die O-en schlagen’, ‘jdm über die O-en dürfen’; einmal ‘jdm den Degen um die O-en schlagen’ als Übs für ital: dare..sul capo [Ringkampf zwischen Amoretten] Der verdrehte Finger schmerzt..den Kämpfer so sehr, daß er den kleinen Widersacher in's O. zu beißen sucht GWB491,88,9 Philostrat [Isegrim nach dem Besuch bei den Meerkatzen] Übel zerbissen sah ich ihn kommen, zerkratzt..ein O. war gespalten und blutig die Nase GWB50,165 ReinF XI 298 [Auseinandersetzung im Wirtshaus] Erster Reiter schlägt ihn [Sievers] hinter die O-en GWB8,7,5 Götz2 I Regiebem [Götz zu zwei Bauern, die bezweifeln, daß ihre Beschwerde gegen einen betrügerischen Juristen Erfolg hat:] Wenn ich ihm über die O-en dürfte, wollt' ich's euch versprechen GWB8,79,9 Götz2 II Wenn ihr euch nicht sogleich hinwegpackt, so schlage ich euch diesen Degen um die O-en GWB43,93,18 Cell I 6 491,121,20 Philostrat 50,23 u 24 ReinF II 196u238 50,103 ReinF VIII 17 9,214 RomJul 774 hinsichtlich des Verlusts eines Ohrs od der Ohren als Einbuße der körperlichen Unversehrtheit, persönlichen Freiheit (u der Ehre); auch als schmähliche Strafe; einmal ‘jdm die O-en abreißen’ in hyperbol Drohung; zweimal in Anspielung auf Joh 18,10 [der Löwe über Reinekes Gerissenheit:] Wolf und Bär und Kater, Kaninchen und Krähe, sie sind ihm|Nicht behende genug, er bringt sie in Schaden und Schande.|Diesem behielt er ein O., dem andern das Auge, das Leben|Raubt' er dem dritten GWB50,131 ReinF IX 346 [Reineke fordert seine Ankläger zum Zweikampf:] Ist hier einer, der glaubt zu beweisen; so komm' er mit Zeugen,|..und setze gerichtlich zum Pfande|Sein Vermögen, sein O., sein Leben, wenn er verlöre,|Und ich setze das Gleiche dagegen GWB50,149 ReinF X 418 [Phorkyas zu Helena über Menelas:] Hast du vergessen, wie er deinen Deiphobus,|..unerhört|Verstümmelte..Nas' und O-en schnitt er ab|Und stümmelte mehr so; Greuel war es anzuschaun GWB151,202 Faust II 9057 [der Knabe Goethe wird von Mitschülern geplagt u setzt sich zur Wehr] ich erklärte..daß ich künftig, bei der geringsten Beleidigung, einem oder dem andern die Augen auskratzen, die O-en abreißen, wo nicht gar ihn erdrosseln würde GWB26,103,20 DuW 2 dass..durch deine Arbeit die rasche Gesinnung Petri worüber Malchus ein O. verlohr, durchgehet GWBB4,191,12 Lavater 6.3.80 37,165,15 BriefPastors in der Wdg ‘jdn bei den O-en nehmen’ iSv jdn zur Rechenschaft ziehen, bestrafen Man braucht nicht alle Gesetze auszusprechen, weil sie sich von selbst verstehen. Es existiert kein Gesetz, daß man nicht auf die Schloßtreppe - soll. Wer es sich aber einfallen ließe, den nähme man bei den O-en. Strafen wir nicht auch unsere Kinder, ohne daß ein Gesetz für jeden Fall da ist? GWBGespr(He2,472) Riemer 25.8.09 2 Organ des Gehörs; auch bildh u übertr sowie in Berührung mit Bed 3 a als Gegenstand der Naturforschung α in anatom u osteol Zshg; auch ‘äußeres O.’ u ‘inneres O.’; einmal für ein anatom Modell Nachmittags bey Sömmering, seine Arbeiten über das O. GWBT2,79,9 v 4.8.97 in denen zum anatomischen Museum eingerichteten Zimmern über der Reitbahn befinden sich..3. Zwey Nervenzeichnungen. 4. Neun Zeichnungen vom menschlichen O. GWBA(FfA I 27,605,22) Aktenvermerk 28.5.04 Dieser meatus audit. externus verbindet sich außen mit den knorpeligen und tendinösen Theilen des äußren O-es, nach innen mit der bulla, und da zeigt er jederzeit einen Rand..An diesen legt sich das Paukenfell an und schließt das innere O. GWBN8,211,11u14 KnochGehörwerkz Einzelne deutsche Männer haben uns [nach dem Vorbild der Florentiner plastischen Anatomie] in Braunschweig das Gehirn, in Dresden das O. geliefert GWB492,67,1 PlastAnatomie T12,334,8 v 21.11.30 β für die entspr Öffnung im Schädelknochen, Eintrittstelle der Ohrtrompete ins Felsenbein Das versteinte Menschenhaupt..von Sacy..Die Knochen, welche die Nase bezeichnen, sind..aufgeschwollen und ausgefüllt; die Augen..zeigen nur eine Vertiefung, und eine Knochenmasse nimmt die Stelle ein, so wie der O-en GWBN13,263,24 Morph Plp Übs γ als Organ der Rezeption von Tönen u Geräuschen; im Zshg mit Goethes Überlegungen zur Akustik Bey Zelter. Menschl. Stimme..Mit Zelter spazieren. Kehle und O. GWBT4,147,7 v 12.8.10 so können wir..sagen, daß, so wie unser Auge mit den sichtbaren Gegenständen, unsre O-en mit den schwingenden Bewegungen erschütterter Körper völlig harmonisch gebaut sind, daß auch unser Geist mit den tiefer liegenden einfachern Kräften der Natur in Harmonie steht GWBN52,330,10 Fl Plp Was ist denn eine Saite und alle mechanische Theilung derselben gegen das O. des Musikers? GWBB20,91,2 Zelter 22.6.08 [Beilage] Gespr(He2,547) Riemer 28.7.10 b als funktionales Organ sinnlicher Wahrnehmung, rationaler u emotionaler Aneignung, der Erinnerung, des Vorstellungsvermögens α allg u im Hinblick auf seine Funktionsweise, bes im Vergl mit u in Relation zu anderen Sinnesorganen u Fähigkeiten; auch mBez auf die Erregung von Emotionen durch Geräusche u Töne (auch in Berührung mit Bed ξ) Mit heiterm Sinn verlangt' ich zu verstehn,|Was mir das Auge, was das O. mir beut GWB16,339 Epimen 95 Das O. ist stumm, der Mund ist taub; aber das Auge vernimmt und spricht GWBN52,12,27 Fl Plp [betr das Phänomen des ‘Kanonenfiebers’] Bemerkenswerth bleibt..daß jenes gräßlich Bängliche nur durch die O-en zu uns gebracht wird; denn der Kanonendonner, das Heulen, Pfeifen, Schmettern der Kugeln durch die Luft ist doch eigentlich Ursache an diesen Empfindungen GWB33,74,7 Camp Harren seht ihr sie, die Schönen,|Was durch's O. das Herz ergreife?|Flöte wird für diese tönen,|Für die andern Pan's Gepfeife GWB3,123 WTischbeins Idyllen 45 [Mephisto über den Gesang der Sirenen:] Das Trallern ist bei mir verloren,|Es krabbelt wohl mir um die O-en|Allein zum Herzen dringt es nicht GWB151,118 Faust II 7176 46,193,17 Hackert B27,349,19 Zelter 23.2.17 422,130,9 MuR(188) 30,47,6 ItR ‘nicht mehr als ein Paar O-en an einen Stock genagelt’: in krit Äußerung über Komponisten des 18. Jhs GWB45,143,7 RamNeffe β im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit des Sinnesorgans u mBez auf Maßnahmen zur Steigerung od (häufiger) zur Dämpfung des Hörvermögens [die Muse zur Eröffnung des Berliner Theaters:] Denn das ist der Kunst Bestreben|Jeden aus sich selbst zu heben,|..Aufwärts fühlt er sich getragen!|Und in diesen höhern Sphären|Kann das O. viel feiner hören GWB131,123 ProlBln 1821 Vs 194 [Sophie über Verazio, der aus einiger Entfernung ihre abschätzige Bemerkung über ihn gehört hat:] Er hat O-en wie ein Zaubrer GWB12,46,27 Lila I Ich binn auf beyden O-en|Entweder würcklich taub. Sie ist doch noch nicht fort!|..ich höre nicht ein Wort GWB53,56 Mitsch1 156 [Gewitter beunruhigt Abendgesellschaft] Die Klügste setzte sich in eine Ekke, mit dem Rükken gegen das Fenster, und hielt die O-en zu GWBAA27,8 Werth1 I 45,122,8 RamNeffe uö(selten) γ hinsichtlich der Aufnahme eines akustischen Reizes od (vereinzelt) deren Verhinderung durch äußere Gegebenheiten; vereinzelt ‘das O. treffen’, ‘dem O. entwendet werden’ An einem Stab nach frommer Wandrer Weise|Kam Bruder Marcus, außer Steg und Bahn,|Verlangend nach geringem Trank und Speise,|In einem Thal am schönen Abend an,|..Ein Glockenklang erschallt in seine O-en GWB16,172 Geheimnisse 40 [der Geist seines ermordeten Vaters erscheint Hamlet] Die schreckliche Anklage wider seinen Oheim ertönt in seinen O-en, Aufforderung zur Rache GWB22,75,15 Lj IV 13 Dazu kommt noch, daß die ersten Worte [eines Prologs im Theater] oft durch Geräusch und sonst unterbrochen und dem O. entwendet werden GWBB43,244,20 Gf Brühl 17.1.28 N6,106,21 BotanStudien [1831] 32,346,26 ÜbItal δ mBez auf subjektive Eindrücke, bes Mißempfindungen, Ohrgeräusche aufgrund einer Beeinträchtigung des Befindens [Lindora u Brunoro, als furchtsame Augenzeugen einer magischen Handlung:] Klappern der Zähne,|Stocken der Brust,|Sausen im O.! GWB53,119 Circe [1794] 17 [der Unbekannte über Mignon:] Sie hat mir in's Gesicht geschlagen, daß mir noch die O-en sumsen und der Backen brennt GWB51,235,10 ThS III 8 uö(selten) ‘jdm klinge(l)n die O-en’: im Volksglauben als Zeichen positiver Nachrede, des Lobs in Abwesenheit Von Ihnen ist heute soviel Liebes und Gutes gesprochen worden, daß Ihnen wohl die O-en hätten klingen sollen GWBB32,231,18 Boisserée 10.4.20 die alte Fürstin [Christiane vWaldeck] hat mit solcher..Wärme von dir geredt..Sie sagte, wenn ihm heut die O-en nicht klingeln, so halt ich nicht viel auf seine Ahndungskrafft, an uns liegt die Schuld nicht GWBB2,277,19 Lavater 4.8.[75] ε mBez auf besondere Wahrnehmungsfähigkeit speziell begabter Personen (Dichter, Einsiedler) [Leonore über Tasso:] Sein Auge weilt auf dieser Erde kaum;|Sein O. vernimmt den Einklang der Natur;|..Das weit Zerstreute sammelt sein Gemüth,|Und sein Gefühl belebt das Unbelebte.|..In diesem eignen Zauberkreise wandelt|Der wunderbare Mann GWB10,111 Tasso 160 [Valerio über den Einsiedler:] Und trügt mich nicht was ich an ihm bemerkt,|So weiß er mehr, als andre Menschen wissen.|Sein ungetrübtes freies Auge schaut|Die Ferne klar, die uns im Nebel liegt.|Die Melodie des Schicksals..|Vernimmt sein O.; und wir erhaschen kaum|Nur abgebrochne Töne hier und da GWB11,300 ErwElm2 297 ζ als Organ der bewußten Wahrnehmung; je einmal ‘mit einem O. etw hören’ mBez auf unterschwellige Wahrnehmung im Halbschlaf u in vergl Zshg mBez auf die aufrüttelnde Wirkung eines Briefs [Herzog zur totgeglaubten, aus tiefer Ohnmacht erwachenden Eugenie:] Erkenne mich, laß meine Stimme dir|Zuerst das O. berühren, da du uns|Aus jener stummen Nacht zurückekehrst GWB10,258 NatT 225 [Serlo kritisiert Aurelies Schauspielerei als ‘übertrieben’:] sie wird noch eh'stens ganz nackt auf das Theater treten, und dann wird erst der Beifall recht vollkommen sein.|Undankbarer! rief sie aus, Unmenschlicher! Man wird mich bald nackt dahin tragen, wo kein Beifall mehr zu unsern O-en kommt! GWB22,252,21 Lj V 16 Statt eines sanften und ruhigen Schlafs hörst du [auf der Schlafstelle im Stall] mit einem O. das Wiehern und Stampfen der Pferde GWB45,26,23 RamNeffe Was Sie von Lili sagen ist ganz wahr..Ihr Brief hat mir wieder in die O-en geklungen wie die Trompete dem eingeschlafnen Krieger GWBB2,289,8 Gfin Stolberg 14.9.75 Jungfer! ruf ich das Mädchen, ist, Jungfer, der Herr nicht zu Hause?|Aber sie hört nicht, der Ruf schlägt ihr am O-e nicht an GWB53,13 Vs 104 VenEpigrNachtr 29 39,182,20 Götz1 V 9,260 RomJul 1713 uö(selten) redensartl ‘zu einem O. hinein..’ [Wirt zu seinem Schwiegersohn, der von Vorwürfen ungerührt Wein trinkt:] Zu einem O. hinein, zum andern flugs heraus!|Er hört mich nicht einmal GWB9,43 Mitsch3 29 η im Ausdruck gezielten Hinhörens, gesteigerter Aufmerksamkeit; auch in Vbdgn wie ‘die O-en spitzen (einmal: stutzen)’, ‘die O-en auftun/aufsperren’ (auch als Aufforderung) uä; einmal ‘etw nicht aus Augen und O. verlieren dürfen’ iSv sorgfältig beachten müssen mancher Reim, und mancher Schmetterling|Entging|Der ausgestreckten Hand, die mitten|In ihrem Haschen stille stand,|Wenn aus dem Wald, von Stimmen oder Tritten|Den Schall, mein lauschend O. empfand GWBB1,175,23 FOeser 6.11.68 [Tasso zur Prinzessin:] werf' ich einen Blick auf dich, vernimmt|Mein horchend O. ein Wort von deiner Lippe,|So wird ein neuer Tag um mich herum GWB10,136 Tasso 757 laß uns schwätzen, laß uns sitzen,|Erzählen und die O-en spitzen GWB4,219 Das Gänslein 28 der Mensch..Wie er Augen und O-en aufthut, kann er Gegenstand, Beyspiel, Überlieferung nicht vermeiden GWBB49,249,8 Zelter 23.2.32 [Schnaps, geheimnisvolle Mitteilungen verheißend:] So hört!..Sperrt die O-en auf! GWB17,265,20 Bürggeneral 6 B42,29,2 Streckfuß 23.1.27 K 14,307 Faust I Plp Vs 55 44,98,22 Cell III 8 in tadelnder rhetor Frage Ei, Ihr Diener!..|Wo steckt ihr denn, ihr Schlingel?|He! habt ihr keine O-en?|Ich schrei' mich fast noch heisch GWB12,255 VereitelteRänke 8 [G/Vulpius?] im Ausdruck (un)geteilter od (un)geminderter Aufmerksamkeit; wiederholt ‘ich bin ganz O.’; auch ‘etw mit Einem O. vernehmen’ Lassen Sie nicht ab, treulich zu wircken. Ich bin ganz O. und guter Wille.|G. GWBB41,182,4 Boisserée 29.9.26 Du meldest mir daß du den vierten Band meines Romans [‘Wilhelm Meisters Lehrjahre’] mit Einem O-e und nicht ganz zu deiner Zufriedenheit vernommen hast. Gebe der Himmel daß er eine bessere Aufnahme erfahre wenn du gelegentlich ihn vor beyden O-en, oder vielleicht vor beyden Augen auftreten lässest GWBB11,294,1u4 Jacobi 26.12.96 17,197,20 GrCoph III 9 uö(selten) θ im Ausdruck der Hinwendung zu einem Gesprächspartner, Bittsteller usw: ‘(jdm/einer Äußerung/einem Ansinnen) sein O. verleihen’, ‘jdm/einem Anliegen ein offenes/gnädiges O. reichen’, ‘ein O. für jds Worte haben’ iSv jdm Gehör, Beachtung schenken, jds Worte günstig aufnehmen usw; auch ‘jds O. besitzen/haben’: von jdm bereitwillig, vertrauensvoll angehört werden u Einfluß auf ihn haben [Sphinxe über die Sirenen u ihren verführerischen Gesang:] Sie verbergen in den Zweigen|Ihre garstigen Habichtskrallen,|Euch verderblich anzufallen,|Wenn ihr euer O. verleiht GWB151,117 Faust II 7165 Der Herzog und die Herzogin werden heute den Thee bey mir nehmen und der Vorlesung des Mahomets ein, wie ich hoffe, günstiges O. leihen GWBB14,235,3 Schiller 17.12.99 was kann Hochdieselben abhalten meinen Bitten, ein gnädiges O. zu reichen GWBDjG33,368,8 RAnw [7.5.73] wer wendet dem Flehen sein O.?|Dem bittenden Auge den Blick? GWB39,189,3 MahometFragm Nur der erfahrne Mann besitzt sein [Papst Gregors XIII] O.,|Der thätige sein Zutraun, seine Gunst GWB10,131 Tasso 628 39,384,5 Iph1 IV 4 B1,45,21 JJRiese 28.4.66 B18,73,18 Prz August [Sommer 96] K 43,128,24 Cell I 9 ι als Organ der Beobachtung, des (zudringlichen) Belauschens; je einmal ‘jdn mit Augen und O-en verfolgen’ u sprichwörtl, wohl als Warnung vor heimlichen Lauschern; einmal bildl im Oxymoron in Berührung mit Bed λ [nach der Trennung von Lili steht Goethe abends heimlich vor ihrem Elternhaus] Bald hörte ich sie zum Claviere singen..ich hatte das O. so nahe angedrückt wie nur das..Gitter erlaubte GWB29,184,15 DuW 20 [Gottfried zu Georg:] Geh auf den Weg nach Crailsheim, und leg dich mit dem O. auf die Erde ob du nicht Pferde kommen hörst GWB39,11,2 Götz1 I [betr Fehde zwischen Fama u Amor] Wer sie am höchsten verehrt, den weiß er am besten zu fassen,|..sie, die Göttin, verfolgt ihn mit Augen und O-en;|Sieht sie ihn einmal bei dir, gleich ist sie feindlich gesinnt GWB1,260 Vs 451 RömEleg XIX Augen hat die Welt. O-en das Feld GWB32,453,1 ItR Plp [betr JFReichardts u JBCramers Berichterstattung über die Revolutionsereignisse] Augen leiht dir der Blinde zu dem, was in Frankreich geschiehet,|O-en der Taube, du bist, Deutschland, vortrefflich bedient GWB51,239 Xen 236(809) 39,152,8u13 Götz1 V κ in Prozessen der Kenntnisnahme; mehrf ‘jdm zu/in die O-en kommen’ oä; von Sachverhalten, Informationen usw iSv davon erfahren, eine Sache zugetragen, übermittelt bekommen; auch ‘sein O. vor etw verschließen’ Ich weiß nicht, ob dir schon zu O-en gekommen ist, daß seine [Wielands] letzten Worte waren: To be or not to be, that is the question GWBB23,313,9 Knebel 14.4.13 Auch diese Worte [Zusage Cellinis, bei Bezahlung im voraus Aufträge zu übernehmen] kamen zu den O-en des Papstes, der herzlich darüber lachte GWB43,67,26 Cell I 4 Warnungen die hie und da an meinen O-en vorübergingen [vorübergänglich an mein O. kamen Var]: man solle doch [angesichts milit Bedrohung] die besten Sachen..zu verbergen suchen GWB35,272,28 TuJ 1806 mein lieber Bruder im Geiste des Forschens nach Wahrheit und Schönheit, verschließ dein O. vor allem Wortgeprahle über bildende Kunst, komm, genieße und schaue GWB37,148,1 Von dtBaukunst 1773 [Mörder zu Adelheid, die um Hilfe schreit:] Rufe nicht!..Rache Geister halten der Hülfe die O-en zu GWB39,183,5 Götz1 V 29,30,7 DuW 16 B20,121,2 CarlAug [31.7.08] B27,420,11 Leonhard 7.11.16 K 50,280 Achilleis 254 λ in Charakterisierung eines (mit Schwierigkeiten verbundenen) Verstehens- od Erkenntnisprozesses bzw in der Feststellung seines Unterbleibens; je einmal ‘jdm geht das O. auf’ mBez auf Goethes soeben erwachtes Gefühl für Prosodie u im Koran-Zitat (2. Sure) ‘Gott hat ihre Herzen und O-en versiegelt’ Ich..arbeite die Iphigenie durch..das stockende Sylbenmaas wird in fortgehende Harmonie verwandelt. Herder hat mir dazu mit wunderbarer Geduld die O-en geräumt GWBB8,25,17 CarlAug [18.9.86] An der Iphigenie wird gearbeitet..Nachdem mir das lang muthwillig verschloßne O. endlich aufgegangen, so verjagt nun eine Harmonische Stelle die nächste unharmonische GWBB8,24,17 JG u CHerder [18.9.86] [betr das Pfingstwunder] Parther, Meder und Elamiter..jeder glaubt seine Sprache zu hören..Es waren aber nicht allen die O-en geöffnet zu hören, nur fühlbare Seelen nahmen an dieser Glückseligkeit theil GWB37,187,14 Zwo biblFragen Wäre dein O. nicht für die Wahrheit taub, diese Steine würden sie dir gepredigt haben GWB37,143,19 Von dtBaukunst 1773 7,33,19 DivNot ‘(keine) O-en haben’ oä; auch in Anspielung auf Matth 13,9, je einmal sprichwörtl u mit krit Bezug auf die Apperzeptionsverweigerung von Newtons Farbenlehre ‘keine Augen und O-en mehr haben’ Was helfen den Jungfern alle Gaben!|Weder Augen noch O-en sollten sie haben GWB51,100 ZXenNachl VII 224 [betr pädagog Grundsätze des Gehülfen aus Ottilies Pensionat] Mit wie wenig Worten, rief er aus, ließe sich das ganze Erziehungsgeschäft aussprechen, wenn jemand O-en hätte zu hören GWB20,282,25 Wv II 7 Wer O-en hat, soll hören;|Wer Geld hat, soll's verzehren GWB2,229 Sprichw 127 Newton theilte seine Überzeugung, so wie seine Hartnäckigkeit, seinen Schülern mit, und wer den Parteigeist kennt, wird sich nicht verwundern, daß diese keine Augen und O-en mehr haben, sondern das alte Credo immerfort wiederholen, wie es ihnen der Meister eingelernt GWBN4,27,11 FlH VI im Hinblick auf Wahrheitsgehalt, Glaubwürdigkeit einer Information; auch ‘etw mit eigenen O-en hören’, ‘seinen eigenen O-en kaum trauen’ [Bernardo zu Erwin, der nicht glauben kann, daß Elmire ihn liebt:] Sie kommt!..Geschwind in die Hütte. Du sollst mit eignen O-en hören, mit eignen Augen sehen, Ungläubiger! GWB38,98,18 ErwElm1 Schelver..arbeitet, im botanischen Fach, so schön aus was ich fürs Rechte halte, daß ich meinen eignen O-en und Augen kaum traue GWBB16,356,4 Schiller 27.11.03 [Genien zu Epimenides:] Komm mit! den O-en ist's ein Traum;|Den Augen selbst wirst du nicht glauben GWB16,372 Epimen 771 uö(selten) μ in Prozessen des Beherzigens, der Verinnerlichung von Ratschlägen, Ermahnungen; auch hinsichtlich der Unfähigkeit od des Unwillens, auf Zureden, Bitten einzugehen; auch ‘einer Lehre sein O. öffnen’, ‘etw (vor) tauben O-en predigen’, ‘etw rauscht an jds O. vorbei’; einmal (in ‘Rameaus Neffe’) ‘seine O-en schütteln’ wohl iSv sich um Kritik nicht kümmern, jds Worte in den Wind schlagen Fünf Dinge bringen fünfe nicht hervor,|Du, dieser Lehre öffne du dein O. GWB6,68 Div Fünf Dinge 2 Verse sind wirksam,|Spricht man in Prosa zu euch, stopft ihr die O-en euch zu GWB51,230 Xen 176(182) Hat Rath bei Menschen je gegolten?|Ein kluges Wort erstarrt im harten O. GWB151,159 Faust II 8107 Haben Sie die Güte, einem so schönen Talente [Maler Preller] mit einsichtigem Rath beyzustehen, welchen zu beherzigen..unsre Jugend selten ein O. hat GWBB48,56,22 GAChKestner 27.12.30 N8,122,2 ZwKnoch B2,164,14 Sophie La Roche [etwa 10./13.5.74 Korr GJb90,264] 45,100,27 RamNeffe ν im Ausdruck der Akzeptanz od der Ablehnung einer Vorstellung, eines Ansinnens oä; einmal ‘jdm gut zu O-en gehen’ iSv gern gehört, bereitwillig aufgenommen werden [betr lat Übs von Newtons ‘Opticks’] Phrasen, die den Herren, welche sich nichts weiter dabei denken wollten, am besten zu O-e gingen GWBN4,107,13 FlH VI [Auslosung von Paaren im Rahmen geselliger Unterhaltung junger Leute] Durch..geistreiche Scherze ward unser wunderliches Mariage-Spiel..zum Familien-Mährchen, das den Müttern unserer Schönen gar nicht unangenehm in die O-en klang GWB28,349,7 DuW 15 Wir haben nun den guten Rath gesprochen,|..Mißtönt er etwa in des Menschen O. -|Nun, Botenpflicht ist sprechen. Damit gut GWB7,259 Vs 3 DivNot Schlußspr [Saadi,Übs Kosegarten] ξ als Einfallstor für (vertrauliche) Mitteilungen, Ansatzpunkt für gezielte Einflußnahme uä; auch in Vbdgn wie ‘jdm etw zu/vor die O-en bringen’ (einmal sprachrefl), ‘jdm etw ins O. sagen/raunen/flüstern/rufen’ (auch bildh); gelegentl von einem Geist, Dämon, Genius iSv jdm einen Gedanken od Verdacht eingeben Critick über deinen Brief.|..Zu O-en bringen wenn der Ausdruck auch gebraüchlich wäre; so wär der Gedancke doch nicht richtig GWBB1,22,24 Cornelia [7.12.65] Die Baroneß sah Wilhelmen an und sprach der Gräfin in die O-en GWB52,124,1 ThS V 4 Darf ich..Ew. Durchl. etwas in's O. sagen, so finde ich in diesen Gestalten die Unschuld der Sitten unsres Künstlers. Hätte er [Tischbein] die Reize des weiblichen Körpers mit Leib und Seele genossen..er würde keinen räthselhaften Zwitter produciren GWBB6,265,13 Ernst II 19.4.84 hat man einem jeden Menschen seinen Dämon zugeschrieben, der ihm gelegentlich in's O. raunt was denn eigentlich zu thun sei GWB411,218,8 Üb:Urworte [Wanderung durchs Wallis im Nov 1779] ich befürchtete..daß..wir..in einer Nacht eingeschneit sein könnten. So flüsterte die Sorge, die sich meistentheils des einen O-s bemeistert. Auf der andern Seite sprach der gute Muth..verwies mir meinen Unglauben GWB19,276,19 BrSchweiz II 40,134,9 FrzHaupttheat 4,337 Altschottisch 14 B8,27,16 Voigt [18.9.86] iron von Lobesworten: ‘um jds O. säuseln’ [betr suggestive Kraft von Schmeicheleien] du wärst Abends überzeugt, daß du ein großer Mann bist, und der große Mann..schliefe bei dem sanften Geräusch des Lobes ein, das um sein O. säuselte GWB45,22,26 RamNeffe (abschätzig) mBez auf bedrängendes Insistieren, Störung, Belästigung usw; auch ‘jdm in den O-en liegen’, ‘jdm die O-en voll lärmen/schwätzen’ uä, gelegentl bildh; einmal iron Nun brachten sie..dem König ihre..Argumente vor, bald lag ihm Madame, bald Bologna in den O-en GWB44,81,21 Cell III 7 [Gottfried zu Weislingen:] wie war's mit dem Landfrieden?..euer Bischoff lärmte dem Kayser die O-en voll, und riss das Maul so weit auf als kein andrer, und ietzt wirfft er selbst mir einen Buben nieder, ohne dass ich in Vehd wider ihn begriffen binn GWB39,31,5 Götz1 I [Gottfried zu den Bauernführern:] eure Freyheiten eure Gerechtigkeiten wieder zu erlangen, begeht ihr Tahten, die der Gerechtigkeit so laut in die O-en brüllen, dass sie vor euerm Flehen taub werden muss GWB39,161,21 Götz1 V B1,117,11 Cornelia 14.10.67 ο im Hinblick auf (unwillkürliches, unabweisbares) Aufsteigen von Erinnerungen an zuvor Gehörtes, dessen lebhaftes Nachwirken; auch mBez auf das Phänomen des inneren Hörens u hinsichtlich einer (willentlichen) Leistung des akustischen Gedächtnisses; auch ‘etw klingt noch in jds O-en/bleibt jdm im O.’, ‘etw in O. und Sinn behalten’ [Iphigenie:] Vor meinen O-en tönt das alte Lied -|Vergessen hatt' ich's und vergaß es gern -|Das Lied der Parzen GWB10,74 Iph2 1718 [betr Erinnerung an Geburtstagsständchen beim Aufenthalt in der Gerbermühle 1815] so kam der 28. heran, bey dessen frühstem Tagesgruß mir die liebliche Musik vom Mayn her wieder in die O-en schallte und die sämmtlichen Freuden dem Gefühl und der Einbildungskraft wieder vorführte GWBB33,190,22 JJ u MWillemer 2.9.20 Die letzten Worte Jarno's [abfällige Äußerungen über den Harfner u Mignon] klangen noch in seinen [Wilhelms] O-en. Ihm war unerträglich, das Paar menschlicher Wesen, das ihm unschuldigerweise seine Neigung abgewonnen hatte..so tief heruntergesetzt zu sehen GWB21,313,12 Lj III 11 [Sprachbegabung des Knaben Goethe] So hatte ich denn das Lateinische gelernt, wie das Deutsche, das Französische, das Englische, nur aus dem Gebrauch, ohne Regel..mir schien alles natürlich zuzugehen, ich behielt die Worte, ihre Bildungen und Umbildungen in O. und Sinn, und bediente mich der Sprache mit Leichtigkeit GWB27,40,15 DuW 6 1,21 Die Bekehrte 13 40,328,22 Üb:Geburtstag 9,342 Mahomet 1447 1,60 An die Entfernte 3 T1,284,20 v 8.10.86 π ‘geistiges O.’: mBez auf musikalisches Vorstellungsvermögen [betr Vertonung von ‘Jery u Bätely’] wenn Sie an einem Orte..die Bewegung mässigen wollen, so hängt es von Ihnen ab solches durchs Tempo, allenfalls durch Paussen zu bewürken, doch bleibts Ihnen ganz frei wie sichs Ihnen im geistigen O-e vorstellt GWBB4,169,5 Kayser 20.1.80 ρ als Organ ästhet Genusses u Urteilsvermögens; auch ‘dem O. schmeicheln’ uä; einmal im vergl Zshg; auch bildh Im Zimmer wie im hohen Saal|Hört keiner je sich [an den Darbietungen der Sängerin Catalani] satt:|Denn man erfährt zum ersten Mal,|Warum man O-en hat GWB4,252 Im Zimmer wie 4 [betr Vertonung von ‘Scherz, List u Rache’] manchmal..kommen gereimte Stellen..vor..wo der Dialog..zur Arie übergeht, da denn der Reimanklang dem O-e schmeichelt GWBB7,48,4 Kayser 25.4.85 Selbst der Anblick der Imhof hat mir [bei schmerzlich entbehrter Gegenwart der Adressatin] weh gethan, da sie dir so ähnlich ist und doch nicht du. Sie ist wie eine Septime die das O. nach dem Akkorde verlangen macht GWBB7,107,20 ChStein 10.[10.]85 Da die päpstliche Capelle zum Hochamt sang, gingen wir hin, die O-en auf morgen recht auszuwaschen GWB32,291,14 ItR [nachdem der Major durch seine Schwester erfahren hat, daß Hilarie ihn liebt] Abends nach Tisch setzte sich Hilarie wieder an's Clavier; der Major hörte mit andern O-en als heute früh GWB24,265,2 Wj II 3 B2,124,5 Fahlmer 23.11.73 B37,248,13 Knebel 29.10.23 45,115,4 RamNeffe mBez auf synästhetische Phänomene in der Kunst Bei den Worten „Blitz und Schlag” würde sich das Theater verdunkeln; und einen solchen düstern Sinn würde der Componist der Musik zu geben wissen, welche diesmal dem O. das Gefühl von Finsterniß einzuprägen hat GWB52,253 Zelters 70.Geburtstag Bem [betr des Adressaten Vertonung von ‘Johanna Sebus’] daß Sie auf eine sehr bedeutende Weise von demjenigen Gebrauch gemacht, wofür ich keinen Namen habe, das man aber Nachahmung, Malerey..nennt..Es ist eine Art Symbolik fürs O. GWBB21,204,9 Zelter 6.3.10 ‘das innere O.’: bildh (u iUz ‘äußeren O.’) mBez auf das Sensorium für Stimmigkeit einer künstlerischen Darbietung od eines literar Werks Warum ist der Capellmeister seines Orchesters gewisser, als der Director seines Schauspiels? Weil dort jeder sich seines Mißgriffs, der das äußere Ohr beleidigt, schämen muß; aber wie selten hab' ich einen Schauspieler verzeihliche und unverzeihliche Mißgriffe, durch die das innere O. so schnöde beleidigt wird, anerkennen und sich ihrer schämen sehen GWB22,22,22 Lj IV 2 [betr kritische Stimmen zur ‘Ital Reise’] Man könnte 300 Jahre l[eben] und imm[er] find[en] daß die Esel lange äuss[ere] O[h]r[en] und schlecht[te] inn[ere] Ohr[en] bes[itzen] GWBB27,424 Zelter 14.11.16 K von od mBez auf unangenehme(n), laute(n), disharmonische(n) od unheimliche(n), bedrohliche(n) Klänge(n); mehrf ‘die O-en belästigen/beleidigen/betäuben/quälen/verletzen’, ‘jdm die O-en zerreißen/sprengen’, ‘jdm gellen die O-en (von etw)’, ‘etw umsaust jds O.’ Eduard [auf der Flöte dilettierend]..dachte nicht, wie schrecklich es für einen Dritten sei, sich die O-en durch ein unzulängliches Talent verletzen zu lassen GWB20,146,13 Wv I 13 Rauher Schall|Grellt in's O.|.. ..Schmerzen fühlt das O.;|Aus den keuschen|Heil'gen Schatten|Dringt verhaßter Ton hervor GWB2,27u29 DtParnaß 116u178 [Siebel:] Holla! Ho!| [Altmayer:] Weh mir, ich bin verloren!|Baumwolle her! der Kerl sprengt mir die O-en GWB14,99 Faust I 2084 [Hüttenbetrieb im Saarland] das fürchterliche Sausen und Pfeifen des Windstroms, der, in das geschmolzene Erz wüthend, die O-en betäubt und die Sinne verwirrt GWB27,335,24 DuW 10 32,349,9 ÜbItal 24,355,19 Wj II 7 9,343u345 Mahomet 1461u1482 251,161,2u7 Wj III 6 1,68 Willk u Abschied 12 3 ausschließlich Sg; Gehörsinn, Hörvermögen, Fähigkeit zu hören; auch neben od iUz anderen sinnlichen od geistig-seelischen Vermögen; öfter mit Adj wie ‘zart, fein, scharf, glücklich, wohlgebildet’ indem wir [in der Pädagog Provinz] die Kinder üben, Töne, welche sie hervorbringen, mit Zeichen auf die Tafel schreiben zu lernen und nach Anlaß dieser Zeichen sodann in ihrer Kehle wieder zu finden, ferner den Text darunter zu fügen, so üben sie zugleich Hand, O. und Auge GWB24,235,28 Wj II 1 die fremden Worte..wodurch jene Ramler'schen Gedichte mit einem majestätischen Pompe auftreten, der..auf O., Gemüth und Einbildungskraft eine sehr gute Wirkung thut GWB27,139,24 DuW 7 Es ist merkwürdig..daß das O., und..das Vermögen des Verstehens dem des Sprechens voraufeilt GWBGespr(FfA II 12,133,8) Eckermann 10.1.25 [St Christophs lautes nächtliches Schnarchen beunruhigt als rätselhaftes Geräusch die anderen Gäste des Wirtshauses] das Haus zitterte manchmal und die Balken dröhnten, wenn der Ton zu seiner größten Kraft stieg. Wilhelm, der sonst ein zartes O. hatte alle Töne zu unterscheiden, konnte doch sich für nichts bestimmen GWB251,69,28 Wj III 1 habe ich vielleicht immer mit guten Musikern und schlechten Menschen gelebt und mein O. ist dadurch fein, mein Herz aber taub geworden GWB45,127,9 RamNeffe 7,125,20 u 129,3 DivNot Gespr(He1,887) Voß dÄ 16.5.03 36,79,26 TuJ 1813 in Fügungen u Vbdgn wie ‘für das O.’, ‘so weit das O. reicht’; einmal ‘das O. aufrecht erhalten’ hyperbol iSv das Gehör nicht verkümmern lassen ein heiterer Gesang hielt noch einige Zeit die Gesellschaft für das O. zusammen, die dem Blick bereits aus einander gegangen war GWB251,69,12 Wj III 1 Im Namen dessen der Sich selbst erschuf!|..So weit das O., so weit das Auge reicht|Du findest nur Bekanntes das Ihm gleicht GWB3,73 Proœmion 7 [Beschäftigung mit Meteorologie u Farbenlehre in der Abgeschiedenheit des Jenaer Aufenthalts] Da das..alles, außer Windesbraut und Wasserrauschen, vollkommen tonlos abläuft, so bedarf es wirklich einiger innern Harmonie um das O. aufrecht zu erhalten, welches blos möglich ist im Glauben an dich und was du thust GWBB29,55,25 Zelter 16.2.18 4 metonym für: Person als (potentieller) Hörer; auch in Charakterisierung mündlicher Überlieferung ‘von O. zu O., von Mund zu Mund (getragen werden)’, ‘von Mund zu O.’ Da ich ein Kind war,|..Kehrt' ich mein verirrtes Auge|Zur Sonne, als wenn drüber wär'|Ein O., zu hören meine Klage GWB2,77 Prometh 25 Doch weil am überfüllten Orte|Nicht jedem O. [jedermann Var] vernehmlich alle Worte,|Versuch' ich klug..|Mich pantomimisch deutlich auszudrücken GWB151,50 Faust II 5776 [Sorge:] Würde mich kein O. vernehmen,|Müßt' es doch im Herzen dröhnen GWB151,308 Faust II 11424 [Herold:] Was aber hör' ich wird uns kund|Von O. zu O., von Mund zu Mund! GWB151,56 Faust II 5945 131,180 EpilEssex 115 40,338,6f Üb: Wunderhorn 341,28,22f Rochusf 6,109 Vs 1 DivUnmut uö(selten) mit Attr wie ‘französisch, deutsch, weimarisch, göttlich, gebildet, keusch, zart’ od GenAttr; auch in Berührung mit Bed 3; einmal ‘vor den O-en der Welt’ iSv öffentlich Auftreten der Madame Genast..daß sie ihre Rolle wohl durchdacht..dagegen aber allzu hoch gesprochen und sich Weimarischen O-en unerfreulich gemacht habe GWBT12,14,19 v 29.1.29 [betr Übs des ‘Mega Dhuta’ von Kalidasa durch HHWilson] seine Übersetzung..schmeichelt durch den fünffüßigen Jambus dem nordöstlichen O. und Sinn GWB7,239,13 DivNot wenn euch [bildende Künstler] ein tadelnd Wort trifft, so laßts ja hingehn; aber reizt nur einander, diese Armseligkeiten immer lauter und lauter vor den O-en der Welt auszulachen GWB48,252,21 MuR(1355) Plp 40,419 FrzHaupttheat Plp 151,300 Faust II 11261 B47,149,11 Zelter 18.7.30 14,166 Faust I 3295 [Zit s v keusch a] ‘ziegenfüßige O-en’: für (beim Musizieren dargestellte) Faune Was die Väter sungen,|Das zwitschern muntere Jungen.|O, möchten sie zum Schönen|Sich früh und früh gewöhnen,|Und wären sie geboren|Den ziegenfüßigen O-en GWB3,124 WTischbeins Idyllen 67 B ‘O. des Dionysius’: Grotte bei Syracus, die aufgrund ihrer ausgezeichneten Akustik im Altertum zum Abhören von Gesprächen unter Kriegsgefangenen benutzt worden sein soll Was man das O. des Dionysius heißt, ist eine Höhle, ungefähr 60 Fuß hoch und etwa 50 Fuß weit..Daß diese..von Dionysius angelegt sei, um die Geheimnisse der Gefangenen zu erfahren, ist wahrscheinlich eine neuere Erfindung..Indessen scheint sie doch vorsätzlich zum Echo angelegt GWB46,200,5 Hackert Gespr(He32,329) Luise Löw 2.8.28 C (annähernd) die Form eines Ohrs aufweisender Gegenstand 1 Eselsohr, umgeknickte Ecke eines Schriftstücks zur Kennzeichnung einer bestimmten Textstelle; zweimal im Bild des Zinkens von Spielkarten im Zshg mit Tendenzen der modernen Optik [bei Übersendung der ‘Iphigenie’] bitt ich dich hier und da dem Wohlklange nachzuhelfen. Auf den Blättern die mit resp. O-en bezeichnet sind, finden sich Verse mit Bleystift angestrichen die mir nicht gefallen GWBB8,133,22 Herder 13.1.87 Man kann..Newton einem falschen Spieler vergleichen, der..ein O. nach dem andern in die Karte knickt und ihren Werth immer steigert GWBN2,241,22 FlP 543 B45,314,25 Schultz 29.6.29 2 ‘O. eines Schlüssels’: als Griff dienendes, mit einem Loch zum Aufhängen versehenes Endstück eines Schlüssels, Reide [betr Wärmeregulierung im Kohlebecken] glühende Kohlen, gar glatt mit Asche bedeckt..Mit dem O. eines Schlüssels zieht man von Zeit zu Zeit die oberflächliche Asche behutsam weg, so daß von den Kohlen wieder etwas an die freie Luft gelange GWB31,16,24 ItR 3 term techn der Waffenkunde: als Fingerschutz dienender Bügel einer Blankwaffe; in der Aufforderung, sich zu ergeben, im iron Kontrast zu Bed A1a [Mercutio zu Tybalt:] Wollt ihr bald euren Degen bei den O-en aus der Scheide ziehn? Macht zu, sonst habt ihr meinen um die Ohren, eh' er heraus ist GWB9,214 RomJul 772 GWBBären- GWBEsels- GWBFaunen- GWBGeistes- GWBGroß- GWBMeer- GWBSchief- GWBHasenöhrlein Syn zu A2a Gehörorgan Gehörwerkzeug zu A3 Gehör Gehörsinn zu A4 Gehör Martina EicheldingerM.E.
43045 Zeichen · 496 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ohrN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ohr , N. Vw.: s. ōre (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ohr

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Ohr , des -es, plur. die -en, Diminut. das Öhrchen, Oberd. Öhrlein. 1. In der engsten und gewöhnlichsten Bedeutung, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ohr

    Goethe-Wörterbuch

    Ohr Gebrauchsschwerpkt in Bed A2b, in reicher Phraseologie A Teil des Kopfes, Hörorgan 1 Ohrmuschel als Teil der menschl…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ohr

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ohr (auris) , das Organ des Gehörsinns, vergl. Gehör; man unterscheidet das äußere, mittlere u. innere O. Zum äußern O. …

  5. modern
    Dialekt
    Ohr

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    O h r [Ôr Liebsd. bis Co. Str. Bf. , Ûr Dü. K. Ingenh. ; Yor M. ; Ùwr Sulzern ; Ór Su. bis Hf. ; Óər Wh. ; Pl. — ə] n. O…

  6. Sprichwörter
    Ohr

    Wander (Sprichwörter)

    Ohr 1. An den Ohren erkennt man den Esel. 2. An den Ohren erkennt man die halben, am Schreien die Stocknarren. Lat. : Ex…

  7. Spezial
    Ohrn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Ohr , n ухо , ср

Verweisungsnetz

151 Knoten, 150 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 3 Kompositum 128 Sackgasse 14

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ohr

841 Bildungen · 769 Erstglied · 69 Zweitglied · 3 Ableitungen

ohr‑ als Erstglied (30 von 769)

Ohr(en)litz

SHW

Ohr(en)-litz Band 4, Spalte 1081-1082

Ohr(en)loch

SHW

Ohr(en)-loch Band 4, Spalte 1081-1082

Ohrbampel

SHW

Ohr-bampel Band 4, Spalte 1079-1080

Ohrfeige

SHW

Ohr-feige Band 4, Spalte 1083-1084

Ohrklingen

SHW

Ohr-klingen Band 4, Spalte 1083-1084

Ohrknorpel

SHW

Ohr-knorpel Band 4, Spalte 1083-1084

Ohrkricksel

SHW

Ohr-kricksel Band 4, Spalte 1083-1084

Ohrlappen

SHW

Ohr-lappen Band 4, Spalte 1085-1086

Ohrlatsche

SHW

Ohr-latsche Band 4, Spalte 1085-1086

Ohrlaufer

SHW

Ohr-laufer Band 4, Spalte 1085-1086

Ohrlaus

SHW

Ohr-laus Band 4, Spalte 1085-1086

Ohrlicks

SHW

Ohr-licks Band 4, Spalte 1085-1086

Ohrlicksel

SHW

Ohr-licksel Band 4, Spalte 1085-1086

ohr als Zweitglied (30 von 69)

Äselsjohr

MeckWBN

Wossidia Äselsjohr n. Eseljahr; Pl.: in de Äselsjohren, denn säält (s. sœlen 2 2 schwer arbeiten) hei (der Mensch) Ro Rostock@Klockenhagen K…

Eselsohr

RDWB1

Eselsohr n (Lakune) загнутая страница книги или тетради

Schlitzohr

RDWB1

Schlitzohr n хитрец, хитрюга, проныра, пройдоха, мазурик, жук перен.

bärenohr

DWB

baeren·ohr

bärenohr , n. auris ursi, das kleine, gestutzte ohr des bären. Linnaeus gab ausländischen pflanzen den namen arctotis.

blaserohr

DWB

blase·rohr

blaserohr , n. ein langes rohr, wodurch man kugeln auf vögel bläst: ferner muste ich auch i. gn. geschosz, das ist das blaserohr nebst küchl…

Bleyrohr

Adelung

bley·rohr

Das Bleyrohr , des -es, plur. die -e, ein messingenes Rohr, einen Bleystift darin bey sich zu tragen.

Blumenrohr

Adelung

blumen·rohr

Das Blumenrohr , des -es, plur. inus. eine ausländische dem Rohre ähnliche Pflanze, welche in Asia, Afrika und Amerika wächset, und eine sch…

Büchsenrohr

Adelung

buechsen·rohr

Das Büchsenrohr , des -es, plur. die -e, das Rohr oder der Lauf zu einer Feuerbüchse; der Büchsenlauf.

Bürschrohr

Adelung

buersch·rohr

Das Bürschrohr , des -es, plur. die -röhre, bey den Jägern, ein gezogenes Rohr mit einem Deutschen Schlosse, zur Jagd; eine Bürschbüchse, zu…

Dammbohr

Wander

damm·bohr

Dammbohr Hei heft ver Dammbâres gelêge. ( Alt-Pillau. ) – Frischbier, II, 487. Von jemand, der mit seinen Thaten prahlt. Es ist der Dammkrug…

Deinstjohr

MeckWBN

Wossidia Deinstjohr n. Dienstjahr: in min Deinstjohren Wa.

Dickohr

Campe

dick·ohr

Х Das Dickohr , des — es, Mz. die — en, im gemeinen Leben, besonders O. S. ein Mensch, der dicke Ohren hat d. h. der sich nichts sagen läßt,…

Drag'bohr

MeckWBN

drag·bohr

Wossidia Drag'bohr f. wie Dracht 2 a Lu Ludwigslust@Glaisin Glais .

Eisenmohr

Adelung

eisen·mohr

Der Eisenmohr , des-es, plur. inus. in der Chymie, ein durch bloßes Wasser in sehr feine Theile verwandeltes Eisen, wegen seiner schwarzen F…

eselsohr

DWB

esel·s·ohr

eselsohr , 1 1) n. auris asinina, oft ein zeichen des hohns und spottes: ër wolte ouch löuwen sprünge pflëgen, dô erkôs an im sîn meister es…

fallenohr

DWB

fallen·ohr

fallenohr , n. das was den riegel im schlosse bewegt, gleichsam ohr der falle.

faustrohr

DWB

faust·rohr

faustrohr , n. was fäustling 2: habe mich mit diesem einfeltigen schreiben als mit einem faustrohr ... wider den erbfeind beweisen wöllen. R…

Fêderrohr

Adelung

feder·rohr

Das Fêderrohr , des -es, plur. die -röhre, S. Adelung Federbüchse .

fernrohr

DWB

fern·rohr

fernrohr , n. telescopium: der vorwitz legt sein fernrohr aus der hand, besorgnis späht nicht nach der zukunft wüsten. Salis 147 ; die schön…

feuerrohr

DWB

feuer·rohr

feuerrohr , n. fistula pyria, flinte. Kirchhof wendunm. 476 a ; er geberdet sich mit dem stock als mit einem feuerrohr. Gryphius 1, 327 ; im…

fischohr

DWB

fisch·ohr

fischohr , n. kieme, eine der vier öfnungen, branchiae, τὰ βράγχια , wodurch die fische athmen.

förwohr

MeckWBN

Wossidia förwohr fürwahr, wahrlich: 'vorwar Gades' Schlue 71; 72; verwohr nich (fürwahr nicht) WO. V. 2, 325 a; entstellt: verwahre mich 323…

Frag'johr

MeckWBN

Wossidia Frag'johr n. Fragejahr; Rda. von einer älteren Unverheirateten: sei is ok all ut dei Frag'johren rut es fragt sie niemand mehr nach…

fyddelsnohr

KöblerMnd

fyddelsnohr , F. Vw.: s. vēdelensnōr

handrohr

DWB

hand·rohr

handrohr , n. , was handbüchse ( sp. 366), kleine feuerwaffe: wie man jetzt die kürisz vergüldet und silber in die eisenen handrohr schlegt …

hasenohr

DWB

hasen·ohr

hasenohr , n. 1 1) ohr des hasen, oder doch von gleicher form: ein brustbild eines jungen narrn in kälbernem habit mit einem paar hasenohren…

herzohr

DWB

herz·ohr

herzohr , n. 1 1) plur. herzohren, auriculae cordis, die vorkammern des herzens, muskulöse säcke an der basis desselben. Nemnich 1, 544 . s.…

Hochmohr

Adelung

hoch·mohr

Das Hochmohr , des -es, plur. die -e, ein hoch gelegenes Mohr, in einigen Niedersächsischen Gegenden; im Gegensatze des Grünlandes oder Wies…

hörrohr

DWB

hoer·rohr

hörrohr , n. werkzeug in form einer röhre oder eines gewundenen horns, um schwachem gehöre aufzuhelfen. Jacobsson 2, 289 a ; der zorn mit se…

Ableitungen von ohr (3 von 3)

beohren

RhWB

be-ohren: einen b. 1. durch Zuflüsterungen günstig stimmen, bearbeiten Saargeb. 1830. — 2. einen betrügen; s. be-horrampeln Kreuzn .

erohren

DWB

erohren , partum aure edere, durchs ohr gebären: allda macht es ( das kind ) nicht lang mist, sonder nam seinen weg durch die königliche wei…

Ohre

Adelung

Die Ohre , oder