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Bank

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Bank

Bd. 1, Sp. 715
Die Bank, plur. die Bänke, und in zwey Bedeutungen Banken, Diminutivum das Bänkchen, im Oberdeutschen das Bänklein, überhaupt eine jede Erhöhung. Besonders, 1. Eine Erhöhung des Erdbodens. In der Schifffahrt werden seichte Örter, Untiefen, wo nicht Wasser genug ist, ein Schiff zu tragen, Bänke genannt. Daher die Sandbank, wenn die Untiefe durch einen Haufen Sandes verursachet wird; die Austerbank,[] wenn sie den Austern zum Aufenthalte dienet, Perlenbank, u. s. f. In dem Festungsbaue heißt eine kleine Erhöhung des Bodens, unten an der Brustwehre, worauf sie Soldaten treten, die Bank, Franz. Banquette. auch dicke Schichten oder Lagen in den Steingebirgen werden häufig Bänke genannt. Der Granit liegt in starken Bänken. So auch die Kohlenbank, Sandbank, Schieferbank u. s. f. Oft wird auch der Treppen ähnliche Absatz eines Ufers, ingleichen eine Terrasse in den Gärten mit diesem Nahmen belegt, welche Bedeutung im Niedersächsischen am gewöhnlichsten ist. S. auch Hängebank und Eisbank. Ingleichen die oberste Fläche der Brustwehre eines Walles, Franz. Barbette; doch nur in der R. A. über Bank schießen, wenn keine Schießschatten in die Brustwehre eingeschnitten sind. 2. Ein langer hölzerner Sitz, auf welchem mehrere zugleich sitzen können. 1) In eigentlicher Bedeutung, zu welcher folgende sprichwörtliche R. A. gehören, welche aber insgesammt nur von sehr niedrigem Gebrauche sind. Unter der Bank liegen, im Verborgenen, in Verachtung leben. Etwas unter der Bank hervor ziehen, es aus dem Verborgenen an das Licht bringen. Etwas unter die Bank stecken, es als etwas Verächtliches verbergen. Jemanden unter die Bank stecken, ihn überwältigen und zum Gespötte haben. Durch die Bank, ohne allen Unterschied, ein Ausdruck, dessen Ursprung noch dunkel ist. Etwas durch die Bank verkaufen, in Bausch und Bogen, das Gute mit dem Schlechten. Mit einer Person von der Bank fallen, ein uneheliches Kind mit ihr erzeugen. Seinen Kindern auf der Bank sitzen, von ihnen ernähret werden. Etwas auf die lange Bank schieben, es aufschieben; eine aus den Gerichten entlehnte Redensart, in welchen man statt der Acten-Schränke ehedem eine lange Bank hatte, die Acten und Klagen auf derselben zu verwahren; oder, wie Frisch will, eine Sache so lange verschieben, bis ihrer mehrere zu Gerichte sitzen. Die Schweden haben diese R. A. auch; allein Herr Ihre hätte nicht nöthig gehabt, wegen des Wortes lang, auf das Niedersächsische lunger, und Griech. λαγγεω zu fallen, und die lange Bank durch Faulbank zu erklären. S. auch Aufschieben. 2) Um einiger Ähnlichkeit willen wird in der Wapenkunst diejenige Figur, welche gemeiniglich ein Thurnierkragen heißt, von einigen auch eine Bank genannt. 3) Bey den Reichs- und Kreisversammlungen werden seit 1474 nicht nur die Sitze der Reichsstände, sondern auch die Ordnung, in welcher sie sitzen, und die Stände und ihre Deputirten selbst, unter diesem Ausdrucke verstanden. Die weltliche Bank, die weltlichen Glieder des Fürstenstandes. So auch die geistliche Bank, die Grafenbank, die Rheinische Bank, die Schwäbische Bank u. s. f. 3. Ein Tisch, welche Bedeutung ehedem häufiger war, aber jetzt nur noch in folgenden Fällen vorkommt. 1) Von gewissen niedrigen und festen Tischen verschiedener Handwerker und Verkäufer. Daher eine Drehbank, oder Drechselbank, Hobelbank u. s. f. Ingleichen die Brotbank, die Fleischbank, Tische vor welchen die Bäcker und Fleischer feil haben, und der Ort, oder das Gebäude, wo sich dieselben befinden, welches oft nur schlechthin die Bänke genannt wird. Daher auch die im gemeinen Leben übliche R. A. einen zur Bank hauen, alle einzelne Handlungen eines Menschen verleumden. Daß diese niedrige R. A. von den Fleischern entlehnet ist, erhellet aus dem ehrlichen Hans Sachs, der an einem Orte noch sagt: Also Kan ich beyde man und frawen Hinterrück zu der steischbank hauen. S. auch Einhauen.[]2) Der Tisch eines Wechslers und das darauf befindliche Geld, Ital. Banco, Franz. la Banque. In dieser Bedeutung ist das Wort noch in verschiedenen Hasard-Spielen üblich, wo es das Geld desjenigen bedeutet, gegen welchen die übrigen Spieler spielen. Daher, Bank halten, eine Bank machen, dieses Geld hergeben. Einen aus der Bank heben, oder die Bank sprengen, ihm dieses Geld abgewinnen. 3) Daher in weiterer Bedeutung eine öffentliche gemeine Casse, bey welcher man zu dem sichern Besitze einer Geldsumme gelangen kann, und welche nach der Verschiedenheit ihrer Einrichtung auch verschiedene Nahmen bekommt; S. Girobank, Leihbank, Wechselbank, Zettelbank. Ingleichen das Gebäude, in welchem sich eine solche Casse befindet. Da diese Anstalt eine Italiänische Erfindung ist, so ist im gemeinen Leben auch der Italiänische Ausdruck Banco üblicher, als der Deutsche. In diesen beyden letzten, eigentlich ausländischen Bedeutungen, lautet der Plural nicht Bänke, sondern Banken. 4. Ein Strickholz, S. Bängel, in der Anmerkung. Bey den Papiermachern und einigen andern Künstlern wird auch das Laufbret in einer großen Presse die Bank genannt. Anm. Das Angels. Benc und Baence, das Engl. Bench und Bank, das Ital. Banca, Banco und Panca, das Franz. Banque, das Dänische Bänk, das Schwed. Baenk, und das Latein. Banca, Bancha und Banchus, bey dem du Fresne, sind in allen obigen Bedeutungen üblich. Das n vor dem k ist kein Stammbuchstab, sondern hat seinen Grund bloß in der Aussprache durch die Nase, welches das Isländische beweiset, wo eine Bank Beck heißet. Bank gehöret also zu dem Geschlechte des Wortes Bake, und bedeutet eigentlich einen jeden erhöheten Ort. Das Angels. Banc wurde auch von einem jeden Hügel gebraucht. Diese Ableitung hat mehrere Wahrscheinlichkeit, als wenn man dieses Wort von dem Latein. Abacus herleitet. Ehedem wurde Bank auch häufig für ein Gericht gebraucht, welche Bedeutung noch im Englischen Statt findet. Im Oberdeutschen ist es männlichen Geschlechtes, daher man auch im Schwabenspiegel der Bank findet.
5931 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    bankst. F. (i)

    Köbler As. Wörterbuch

    bank , st. F. (i) nhd. Bank (F.) (1), Sitz ne. bench (N.), seat (N.) Hw.: s. *bėnkio?; vgl. ahd. bank* (st. M. (a?) (i?)…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    bankst. M. (a?, i?), st. F. (i)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    bank , st. M. (a?, i?), st. F. (i) nhd. Bank (F.) (1), Sitzbank ne. bench ÜG.: lat. fulcrum Gl, scamnum Gl, sedes Gl, su…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bankF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    bank , F. nhd. Bank, Gerichtsbank, Gerichtsstätte, Verkaufstisch, Wechselbank, Sandbank Vw.: s. brā-, bēr-, brak-, brōt-…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bank

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Bank , plur. die Bänke, und in zwey Bedeutungen Banken, Diminutivum das Bänkchen, im Oberdeutschen das Bänklein, übe…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bank

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Bank 1 Geldinstitut, nur iZshg mit Berichten aus Ital Philipp Hackert verlangte jährlich 50.000 Ducaten [ für den Umba…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bank

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Bank , Erhöhung des Meeresgrundes, Untiefe; im Bergbau eine durch Zwischenschichten isolirte Abtheilung des Flötzes; im …

  7. modern
    Dialekt
    Bank

    Bayerisches Wörterbuch · +11 Parallelbelege

    Bank Band 1, Spalte 1,1156f.

  8. Sprichwörter
    Bank

    Wander (Sprichwörter)

    Bank 1. Auf der Bank liegt man sanfter, als auf einem Purpurbett. Engl. : Lowly sit richly warm. 2. Auf einer ungekehrte…

  9. Spezial
    Bank2

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Bank 2 f. (-, Bänke) 1 (abgekürzt «ban’ » ) banch (banc) m. 2 ‹alp› (Felsenbank) banch (banc) m. 3 (Hobelbank, Werkbank)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bank

978 Bildungen · 468 Erstglied · 507 Zweitglied · 3 Ableitungen

bank‑ als Erstglied (30 von 468)

Bank(h)art

Idiotikon

Bank(h)art Band 2, Spalte 1645 Bank(h)art 2,1645

bank* 7

KöblerAfries

bank* 7 , F. nhd. Bank (F.) (1) ne. bench (N.) Vw.: s. biār-, breid-, -pele Hw.: vgl. an. bekkr (1), ae. bėnc, as. bank*, ahd. bank*, dän. b…

Bankbein

SHW

Bank-bein Band 1, Spalte 565-566

Bankbett

SHW

Bank-bett Band 1, Spalte 565-566

Bankeisen

SHW

Bank-eisen Band 1, Spalte 565-566

Bankert

SHW

Bank-ert Band 1, Spalte 567-568

Bankhammer

SHW

Bank-hammer Band 1, Spalte 567-568

Bankkasten

SHW

Bank-kasten Band 1, Spalte 567-568

Bankkiste

SHW

Bank-kiste Band 1, Spalte 567-568

Banksidel

SHW

Bank-sidel Band 1, Spalte 567-568

Bank-Actie

Adelung

bank·actie

Die Bank-Actie , plur. die -n, Scheine, welche die Eigenthümer der Bank über ihr eingelegtes Capital erhalten, und welche alle Mahl auf eine…

Bankakzept

DERW

bank·akzept

Bankakzept, N., ›Annahme eines Wechsels durch eine Bank‹, 19. Jh.?, s. Bank, Akzept

Bankalinspektor

GWB

Bankalinspektor [ aus Marienbad ] Fissel, Bankal-Inspector von Klattau Tgb 5.8.23 = B37,156,13 August 5.8.23 Caroline Vollmann C. V.

Bankantheilsschein

Campe

bank·antheilsschein

○ Der Bankantheilsschein , des — es, Mz. die — e, Scheine, welche die Eigenthümer der Bank über ihr eingelegtes Geld erhalten, und welche im…

Bankanweisungen

Meyers

Bankanweisungen , Zahlungsanweisungen, die die Hauptbank auf ihre Zweiganstalten und umgekehrt, sowie die Zweiganstalten untereinander auf G…

bankarbeit

DWB

bank·arbeit

bankarbeit , f. arbeit, welche die handwerker auf ihrer bank, an ihrer werkstatt, nicht auszerhalb hauses, machen.

bank als Zweitglied (30 von 507)

vrībank

KöblerMnd

*vrībank , F. nhd. „freie Bank“, Freigericht Hw.: s. vrībankgōt E.: s. vrī (1), bank W.: s. nhd. Freibank, F., Freibank, DW 4, 101, DW2 9, 9…

Folterbank

RDWB1

Folterbank f j-n auf die Folterbank spannen idiom. - см. RDWB1 Folter

Sandbank

RDWB1

Sandbank f (kein Bezug zu "скамейка") песчаная отмель

Werkbank

RDWB1

Werkbank f die verlängerte ~ idiom. , der verlängerte Arm idiom. придаток перен. , исполнитель чужой воли, приспешник, подпевала, соглашател…

Abspüelbank

Idiotikon

Abspüelbank Band 4, Spalte 1388 Abspüelbank 4,1388

affenbank

DWB

affen·bank

affenbank , f. was sonst spötterbank, wo die spötter, die narren sitzen. ps. 1, 1 : der alle verkerte menschenkinder auf den affenbank setzt…

Afterbank

DRW

after·bank

Afterbank verborgene (Fleisch-)Bank 1492 KahlaUB. 116 Faksimile

Armenbank

DRW

armen·bank

Armenbank Stiftungsvermögen für Kirchenarme 1717 Koeniger,SendQ. 83

austerbank

DWB

auster·bank

austerbank , f. ostrearum vivarium, nnl. oesterbank, dän. östersbänk: inzwischen wate ich mit gröszter lust zur austerbank hinab. J. Paul He…

bierbank

DWB

bier·bank

bierbank , f. es wird auf allen bierbänken davon gesprochen; er liegt auf der bierbank.

brâbank

MNWB

bra·bank

brâbank , (brawe- , brage-) brâchbank , f. , Uferstelle, an der Schiffsarbeit, Kalfatern verrichtet wird (Werft, Lastadie), s. brâgen.

bragebank

KöblerMnd

bragebank , F. nhd. Uferstelle an der Schiffsarbeit und Kalfatern verrichtet werden, Werft E.: s. brā, bank Hw.: s. brakbank, brāgen L.: Mnd…

brakbank

KöblerMnd

brak·bank

brakbank , F.? nhd. zum Kalfatern eines Schiffes bestimmter Platz am Ufer Hw.: s. bragebank, brāwinge E.: s. brak, bank L.: Lü 65a (brakbank…

brechbank

DWB

brech·bank

brechbank , f. tabula in qua pistores massam pilo frangunt et denuo pinsunt. Frisch 1, 131 c , zumal beim bretzelbacken, wo der teig zweimal…

Ableitungen von bank (3 von 3)

banke

KöblerMnd

banke , F. Vw.: s. bank

gebank

KöblerMnd

gebank , N. nhd. Verkaufsbank E.: s. ge, bank R.: gebenke (Pl.): nhd. Verkaufsbänke L.: MndHwb 1/2, 29 (gebenke)

Urbank

RhWB

Ur-bank Dinsl-Hiesf f.: steinige Masse in Feld od. Wiese.