Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
beizen
‚beizen,(in dieser
Jagd mit Vögeln treiben, conmordere‘
Bed. nur einmal im Ahd. als Glosse zu conmor-
sum (gruarium) in der Lex Ribuaria 40, 11: gi-
beizdan
‚gebeizten (Kranich)‘Gl. 2, 354, 11
(10./11. Jh.);
‚das Gebiß anlegen, aufzäumen,; (übertr.)
bespannen, infrenare‘
‚antreiben, an-〈Var.: p-; da die Glossen-Schreibung
spornen, agitare, exercere; erproben, bewähren,
spectare‘
mit -z- nicht zwischen Spirans und Affrikata
unterscheidet, so beweisen nur die Boethius-
Stellen bei Notker mit ihrer ausnahmelosen -z-
Schreibung für Spirans (nicht -zz-) die spiranti-
sche Aussprache (s. Braune, Ahd. Gr.13 § 160
Anm. 1): peizen Notker Boethius 318, 16 (<
*bait-j-), beizet 319, 9. 20 (< *bait-V-), beize
318, 5 (< *bait-V-), gebeizet 309, 17 (< *bait-
V-); auch in Notkers Psalmen mit ihrer weniger
verläßlichen Orthographie steht ih ... uuerde
gebeizet 118 C, 24〉. – Mhd. beizen (nach Paul,
Mhd. Gr.20 § 61 häufiger ohne Kons.gemination
und daher mit einfachem spirantischem z, wie
allerdings erst durch spätere Schreibungen mit
-s[s]- erwiesen wird)
‚vom Pferde steigen‘(um
es grasen, eigtl. beißen zu lassen);
‚Vögel mit(eigtl. beißen oder niederstoßen
Falken jagen‘
lassen) – mit -ss- 13.–15. Jh.;
‚(mit Hunden) ja-;
gen‘
‚(mit Beizmittel) behandeln, ätzen‘, auch
übertr.
‚mürbe machen‘. – Nhd., aber erst im
Laufe des 17. Jh.s, hat sich in der Hochsprache
S525beizen – beizistein 526
die Variante mit Affrikata durchgesetzt (s. u.),
und zwar in der zwiefachen Bedeutung
‚(mitund
Falken) auf die Vogeljagd gehen‘
‚mit ei-.
nem beizenden (ätzenden) Mittel behandeln‘