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beizen

ahd. bis sprichw. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
30 in 23 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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102
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69

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

beizen

beizen

beizen Vb. ‘mit Beize behandeln, scharf, ätzend einwirken, mit abgerichteten Raubvögeln jagen’. Das germ. Verb ahd. beizen ‘mit Beize behandeln, mit Vögeln jagen, aufzäumen’ (10. Jh.), mhd. beiʒen ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen, mürbe machen, peinigen’ und ‘vom Pferd steigen’ (eigentlich ‘das Pferd beißen, fressen lassen’), asächs. undbētian ‘absitzen’, mnd. bēten ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen’, aengl. bǣtan ‘beizen, jagen, aufzäumen, zügeln’, engl. to bait ‘ködern, mit Hunden hetzen, reizen, quälen, peinigen’, anord. beita ‘beißen lassen, zäumen, weiden, jagen, segeln’ ist Kausativum zu dem unter beißen (s. d.) behandelten Verb und bedeutet daher eigentlich ‘beißen machen, beißen lassen’. Das führt zu zwei verschiedenen Verwendungsweisen: ‘mit Raubvögeln’, früher auch ‘mit Hunden jagen’, eigentlich ‘Raubvögel, Hunde beißen lassen’, und ‘mit einem scharfen Mittel, mit Beize behandeln’. Im Part. Präs. werden beizend und beißend zuweilen ohne Unterschied gebraucht (beizender und beißender ‘stechender, ätzender’ Rauch, Qualm, Geruch). Hinsichtlich der inlautenden Konsonanz, und zwar Spirans beim starken (beißen) und Affrikata beim schwachen (beizen) Verb sowie den zugehörigen Bildungen (Biß, Beize), hat sich eine konsequente Scheidung erst in der nhd. Literatursprache durchgesetzt. Im Ahd. und Mhd. ist (besonders für die hier unter beizen genannten Wörter) mit Doppelformen zu rechnen, im Mhd. mit einem Überwiegen der Spirans (die sich noch heute in Mundarten findet). Die Affrikata entstammt den Flexionsformen, in denen (vor Eintritt der hd. Lautverschiebung) ein j der Folgesilbe Konsonantengemination bewirkte. Unterschiedliche Ausgleichsbewegungen haben zu Doppelformen (und ihrer Beseitigung) geführt. – 1Beize f. ‘Mittel zur Oberflächenbehandlung von Holz, Metall, Mittel zum Gerben, Jagd mit abgerichteten Raubvögeln’, ahd. beiza ‘Beize, Lauge’ (zum Aufweichen von Schmutz), ‘Alaun’ als Beize in Färbereien (Hs. 12. Jh.), dafür auch beiz(i)stein (10. Jh.), mhd. beiʒe ‘Falkenjagd, scharfe, beißende Flüssigkeit’.
2073 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    beizensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    beizen sw. v. , mhd. beizen, nhd. beizen, beißen; as. [und-]bêtian, mnd. bê i ten, mnl. beten; ae. bǽ- tan; an. beita. —…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    beiʒenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    beiʒen stn. das jagen mit falken. eins trâges sneggen slîchen, einr sneller swalwen fluc, dis birsen und jens beiʒen MS.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beizenv., trs., ntr.

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Beizen , v. I) trs. 1) Als Veröfterungswort von beißen, eigentlich beißen machen; von Thieren, für, mit Raubvögeln, die …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    beizen

    Goethe-Wörterbuch

    beizen selten -tz-; öfter PartPräs, auch (PartPräs)subst 1 als menschl Tätigkeit: auf etw mit Beize, beizender Flüssigke…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Beizen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Beizen ( Verbum frequentativum von beißen), das Einwirken gewisser scharfer, besonders saurer Flüssigkeiten auf die Ober…

  6. modern
    Dialekt
    beizen

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    beizen Band 2, Spalte 2,207–209

  7. Sprichwörter
    Beizen

    Wander (Sprichwörter)

    Beizen 1. Der müsste starke Beizen han, der weiss beizen wollte jedermann. – Murner, Nb., 11. 2. Willst du beizen oder j…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beizen

27 Bildungen · 4 Erstglied · 19 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von beizen 2 Komponenten

bei+zen

beizen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

beizen‑ als Erstglied (4 von 4)

Beizenfärbende Farbstoffe

Meyers

Beizenfärbende Farbstoffe , die auf der Pflanzen- oder Tierfaser mit Hilfe von metallischen Beizen befestigten Farbstoffe, deren wichtigster…

Beizengelb

Meyers

beizen·gelb

Beizengelb , Azofarbstoffe, die aus Diazonaphthalinsulfosäuren und Salizylsäure entstehen und in der Echtwollfärberei Verwendung finden.

beizen II

RhWB

beizen II = nähen s. büssen;

beizen III

RhWB

beizen III = faulenzen s. bächtzen;

beizen als Zweitglied (19 von 19)

intbeizen?

KöblerAhd

*intbeizen? , sw. V. (1a) Hw.: vgl. as. undbētian*

abbeizen

DWB

abbeizen , derodere, mit ätzender schärfe wegschaffen, bei gerbern, die haare, das fell abbeizen. abgebeizte wolle.

abeerbeizen

KöblerMhd

abe·erbeizen

abeerbeizen , sw. V. nhd. absitzen, vom Pferd absteigen Q.: Parz (1200-1210) E.: s. abe, erbeizen W.: nhd. DW2- L.: Lexer 355b (abeerbeizen)…

alumbebeizen

KöblerMhd

alumbe·beizen

alumbebeizen , sw. V. nhd. „ringsum beizen“ Q.: BDan (um 1331) (FB alumbe beizen) E.: s. alumbe, beizen W.: nhd. DW2- L.: FB 11b (*alumbe be…

anbeizen

DWB

anbei·zen

anbeizen , leviter macerare: die haut ist nur angebeizt.

ausbeizen

DWB

aus·beizen

ausbeizen , erodere: wildes fleisch in der wunde, die flecken in der wäsche ausbeizen; jemandes namen mit einem schandflecken beschmitzen, d…

durchbeizen

DWB

durch·beizen

durchbeizen , mit einem ätzmittel, einer scharfen flüssigkeit durchdringen. 1 1. untrennbar. bitterkalk durchbeizt das leder. ( die taufe is…

Einbeizen

Campe

ein·beizen

Einbeizen , v. I) trs. 1) Einbeißen lassen, in eine Beize legen und davon durchdringen lassen. Fleisch einbeizen, es in Essig  legen. 2) Du…

erbeizen

DWB

erbei·zen

erbeizen , macerari: nimm weinstein, zerstosz in zu kleinem pulver, bind in in ein grob leinin tuch, lege in darnach in einen guten starken …

gebeizen

KöblerMhd

gebeizen , sw. V. nhd. peinigen, mürbe machen, beizen, ätzen, mit einem Greifvogel jagen, anschirren, anspannen Q.: Vät (FB gebeizen), Frl, …

irbeizen

AWB

ir- beizen sw. v. , mhd. erbeizen. — Graff III, 230. ar-peiz-: 3. sg. prt. -ta Gl 1,404,27 ( M ); ir-: 306,15 ( ebda., 3 Hss. ). 404,27 ( M,…

nidererbeizen

KöblerMhd

nider·erbeizen

nidererbeizen , sw. V. nhd. „niederbeißen“ ? Q.: Gund (FB nider erbeizen), Nib (um 1200), Parz E.: s. nider, er, beizen W.: nhd. (ält.) nied…

rebeizen

KöblerMhd

rebeizen , sw. V. Vw.: s. erbeizen

verbeizen

DWB

ver·beizen

verbeizen , verb. seltenes wort, aus dem mhd. verbeiʒen entwickelt, wie beizen aus beiʒen ( s. theil 1, 1410), Grimmelshausen bringt noch da…

zerbeizen

DWB

zer·beizen

zerbeizen , alt auch -beiszen, verb., durch beizen auflösen, zerfressen lassen: hat im ... ein hitzige feuchtigkeit ... das fleisch inwendig…

ūzbeizen

KöblerMhd

ūzbeizen , sw. V. nhd. „ausbeizen“, mürbe machen Q.: Macc (vor 1332) (FB ūz beizen) E.: s. ūz (1), beizen (1) W.: nhd. (ält.) ausbeizen, sw.…

Ableitungen von beizen (4 von 4)

erbeizen

DWB

erbeizen , macerari: nimm weinstein, zerstosz in zu kleinem pulver, bind in in ein grob leinin tuch, lege in darnach in einen guten starken …

gebeizen

KöblerMhd

gebeizen , sw. V. nhd. peinigen, mürbe machen, beizen, ätzen, mit einem Greifvogel jagen, anschirren, anspannen Q.: Vät (FB gebeizen), Frl, …

verbeizen

DWB

verbeizen , verb. seltenes wort, aus dem mhd. verbeiʒen entwickelt, wie beizen aus beiʒen ( s. theil 1, 1410), Grimmelshausen bringt noch da…

zerbeizen

DWB

zerbeizen , alt auch -beiszen, verb., durch beizen auflösen, zerfressen lassen: hat im ... ein hitzige feuchtigkeit ... das fleisch inwendig…