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düster

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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20 in 14 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

düster

Bd. 1, Sp. 1594
düster Rhfrk bis zur st/št-L. uNahe -aišd-, –ęi-; n. davon -ęisd-, –ei- [-u- WHunsr. Birkf (u. -ęi-), Bernk; um Simm-Laub -i- (seltener -ęi-)]; Wend, Ottw, Saarbr, Saarl -ūšd-, –u-; NSaarl, NOttw, SMerz -ǫu-; Mayf -oyst-, auch an der Ahr südl. der Diphtongierungsl.; im übrigen -ȳ-; Klevld -y- [Dinsl-Aldenr -ȳ-, –y-, -ū-, –u-] Adj.: wie nhd. [die MA. braucht ‘dunkel’ nur von der Farbe, im Sinne von ‘nicht taghell’ meist nur in RA. (s. d.)] Verstärkt: kradden-, sau-, socken- (sacken-), stock-, stichend. (s. d. W.). Vergleiche: Su d. wie en ner Koh Rip, — en nem Kohbalg Rip, NBerg, — en er Kohfott Bergh-Hüchelhv, — en em Kohsack Sieg-Ittenb, — ene Sack (en em S.) Allg., — en em Abdrett Bo-Kessenich, — en em Keller, en Loch Allg., — dat mer ken Hand für de Oge sehn kann Rip, Allg., — mer ment, mer stäch em Sack ebd., — mer geseiht sein egen Hand nöt Saarbg, — dat me net sieht, wat mer sät (sagt) scherzh. Dür-Gürzenich. — Im bes. 1. ohne Tageshelle. Et fängk an d. ze werde Allg.; et es fröh d.; de d.ə Nacht Allg.; bos d. Nat bis ins Dunkele Prüm, Bitb; enem de hedere (lichten) (helle) Dag ze d. mache Rheinb, Eusk, Rip ; de leigt (lügt), dat et d. get Bitb. D.ə Märges gewen de klorste Dag Geld-Kevelaer. — Subst. der Düster die Dunkelheit; der D. krig dech überrascht dich; für D. vor der Dunkelheit Rip [Eup, Aach der D. u. et Düstert]; töschen Dag on D. in der Dämmerung Rip, NBerg; esöu zeschent Dag on D. Mosfrk; mat Dag on D. ebd.Em D.ə Rip, Mosfrk, Rhfrk; en et (en en, en den) D.ə Nfrk; en der D.ə u. e jen Düstert Aach. En et D.ə es gut flüstere, mar nit gut Flöh fange Meiderich, Mörs, Klev, — es got müstere Remschd, — schmüstere, mar nit gut Hase fange Mörs, — schmüstere MülhRuhr, — schmüspere Emmerich, — es gut schmuse Ess, — kniestere Aach; e jen Düstert es et got schwatze Köih fange Aach. Dat löch wie en schwatt Kalf in den D.n Mörs; he blenk es en schwatte Katten im D.n MülhRuhr. In den D.ə sind alle Kotten (Köh) grau (schwatt) Kemp, Allg. He knippt (nippt) de Katt in den D.ə tut alles heimlich Klev, Geld. He mät sich ne Geck em D.ə ist dummklug, dummstolz Köln. De iss ne Weck em D.ə macht sich mit Kleinigkeiten gross Köln ; de kann ne Stutt em D.ə eisse Dür-Gürzenich. He fuərzt em D.ə kann mehr als andere MülhRh-Overath. De es net bang, he geht em D.ə allen op et Abtrett Bergh-Hüchelhv. Der sieht ut wie en näcke Fott (Arsch) em D.ə Düss-Kaiserswerth. Dat geht blengelengs su got wie em D.ə Grevbr-Otzenr. O blende Welt, wat grabbelste in den D.n! Mörs-Neuk. De Nachsüle on alles, bat nit daug, hält sech geərn em D.ə op von einem, der gern im D. arbeitet oder die Dunkelheit liebt Neuw-Dattenbg. — 2. vom Wetter; et es d. Wedder trüb, Gewitter Allg.; et mäk sech d. bewölkt sich Nfrk, Allg ; de Newel as su d., ma kennt en on ne Sack dohn Wittl-Neuerbg. — 3. von andern Dingen. En d. Höttche, Eck, Zemmer, Bösch udgl. Allg. Et d.ə Loch Grab (euphemist.) Rip. Den d.ə Weg goəhn sterben Kref-Hüls. Du bis en schener Heiligen fir in en d. Kerch Rhfrk. De get (wird) durch den d.ə Wald gedriwen muss durch eine von den Mitspielern gebildete Gasse unter Püffen gehen Prüm-Ihren Weinsf. Bei dem as et d. am (im) Heis-chen er ist närrisch Wittl. Et wird d. in de Kammer wenn einer mit langem Bart hereinkommt Emmerich. Jo, hann am Orsch as et d.! abschläg. Antw. Bitb-Hütting. Ander Lüj Brief sin d. te lesen Klev. Et get mer d. fir de Aən ohnmächtig WEif. — 4. finster, grimmig dreinschauend Allg. En d. Gesicht mache; d. drensehn; ene d.ə Mensch (Kerl, Klos Trier, Detz Bitb-Dudeld, Mechel Merz, Trier). Hen kuckt su d. dron wie en Horeil Daun-Tettschd, — äs wenne Perdswirscht gefress hät ebd. He süht su d. wie et Renlouch (Regenloch) MülhRh. — Der D. Schreckgespenst Grevbr.
3786 Zeichen · 124 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    düsteradv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz)

    dinster adv. düster RhMl.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dü̑sterm.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +2 Parallelbelege

    dü̑ster , m. , = dü̑vel.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Düster

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Düster , -er, -ste, adj. et adv. welches nur in den gemeinen Mundarten, besonders Ober- und Niedersachsens, für dunkel, …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    düster

    Goethe-Wörterbuch

    düster rund 350 Belege, mehrf ‘das D-e’; mit 20 Belegen auffallend häufig in Faust II in versch Bed (kein Beleg in Faust…

  5. modern
    Dialekt
    düster

    Rheinisches Wb. · +3 Parallelbelege

    düster Rhfrk bis zur st/št- L. uNahe -aišd-, –ęi- ; n. davon -ęisd-, –ei- [ -u- WHunsr. Birkf (u. -ęi- ), Bernk ; um Sim…

  6. Sprichwörter
    Düster

    Wander (Sprichwörter)

    Düster 1. En et Düstern es gud schnüstern, mâr nît gud Hase fange. ( Meurs. ) – Firmenich, I, 403, 174. 2. Hier is 't dü…

  7. Spezial
    düster

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    düs|ter adj. 1 (dunkel) scür (-s, scöra) 2 ‹fig› (negativ, bedrückend) deprimënt (-nc, -a), pesoch (-oc, -cia) 3 (unheim…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duester

68 Bildungen · 63 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von duester 2 Komponenten

due+ster

duester setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

duester‑ als Erstglied (30 von 63)

düsterblau

DWB

duester·blau

düsterblau , adj. und adv. schwarzblau. siehe, da breitete Zeus ein düsterblaues gewölk aus über das räumige schiff; und es dunkelte drunter…

düsterblickend

DWB2

düsterblickend adj. : 1878 Heyse ges. w. [ 1924 ] I 5,301.

dǖsterdāge

WWB

dǖster-dāge Pl. [verstr.] De düstern Dage ( Tek La ) die Zeit zwischen Weihnachten und dem 6. Januar (Dreikönige).

Düsterdieck

Meyers

Düsterdieck , Friedrich , luth. Theolog, geb. 14. Juli 1822 in Hannover, wurde 1840 Repetent am theologischen Stift in Göttingen, 1848 Studi…

Dǖsterfos

WWB

duester·fos

Dǖster-fos m. [verstr.] dunkles (z.B. dunkelrotes oder schwarzes) Pferd.

düstergelb

DWB

duester·gelb

düstergelb , adj. schmutzig gelb. wach, gleichwie ihr blick das düstergelbe matte kerzenlicht, so wach vernahm jüngst ihr ohr den ruf Bürger…

düstergluticht

DWB

düstergluticht , adj. und adv. in dunkler glut brennend. selbst dem düsterglutigten tartarus sang seine ( Orpheus ) leier ergötzen ein Willa…

düsterheit

DWB

duester·heit

düsterheit , f. häufig düsternheit, wie schon Lohenstein Armin. 11, 984 schreibt. niederl. duisterheid. 1 1. dunkelheit, undurchsichtigkeit;…

düsterig

RhWB

duste·rig

düsterig -ūšd- Kreuzn-Langenlonsh ; -ūsd- Bernk-Rhaunen Adj.: dämmerig. — Dat es so ebbes Deischterisches ein Hindernis; mer bohrt (im Bergw…

Dǖsterkāmer

WWB

duester·kamer

Dǖster-kāmer f. kleiner, fensterloser Raum im Kammerfach hinter dem Herd ( Kos Ow = SCHEPERS 238).

DÜSTERKEIT

DWB2

duester·keit

DÜSTERKEIT f. abl. von düster adj. konkurrenzwörter sind dunkelheit f., finsternis f., düsterheit f., düsternheit f., düsternis f. 1 im bere…

Düsterklar

Campe

duester·klar

◎ Düsterklar , adj. u. adv. so viel als helldunkel, dunkelklar. C. S. dessen Verdeutschungswörterb. Clairobscur.

duester als Zweitglied (3 von 3)

stofdü̂ster

MNWB

stof·duester

° stofdü̂ster , adv. , s. wērden sich verfinstern (Nic. Gryse Laienbibel I J 3 r).

(swart)dü̂ster

MNWB

swart·duester

*° (swart)dü̂ster , schwart- , adj. : (bildl., von Stimmungen oder Gedanken:) sehr düster, finster, de melancholia des minschen dê dâr sîn u…

Ableitungen von duester (2 von 2)

düstere

DWB

düstere , f. beginnende oder schwindende finsternis, dämmerung, wie düster n., düsterheit. vergl. ahd. dinstrî, mhd. dinstre Ben. 1, 361 a .…

verdüsterung

DWB

verdüsterung , f. das dunkelwerden: verdüsterung des himmels durch wolken; übertragen: es kamen augenblicke, wo er, in dieser grämlichen ver…