DWB2
DANKEN vb. DWB2
ahd. dankôn,
mhd. danken.
as. thankon,
mnd. danken;
mnl. nnl. danken;
afrs. thaͦnkia;
ae. þancian,
me. þankien,
ne. thank;
an. þakka,
norw. dän. takke,
schwed. tacka.
abl. zu dank
m. schw. vb. der ôn-
klasse, ahd. vereinzelt auch als schw. vb. I: thes thanke (
3. sg. []konj. präs.) Otfrid
L 26 E. singulär refl. gebrauch: 1590 des danck ich mich dem Boas frumm Frischlin
dicht. 108 LV (zu 1). DWB2 DWB21
sich mit worten bedanken, dank aussprechen, gratias agere. seit dem ahd. die prägnant gebrauchte hauptanwendung des wortes, so daß es der gelegentlichen hinzufügung mit worten
von anfang an kaum bedarf. jmdm.,
vom 15. bis ins 18. jh. nicht ganz selten, vereinzelt auch mhd. jmdn. danken: u1170 danke in der minnen Lamprecht
Alexander S 2600 K. 1424 wir dich .. werden zu danken haben
dt. reichstagsakten 8,365. 1763 so dankte er den schließer
neueste fama 7,424. der anlaß des dankes anfangs im gen., über das späte 17. jh. hinaus nur noch in der umgangssprachlichen wendung der nachfrage danken: 1784
(wir) danken der nachfrage Schiller
5,8 nat. vgl. WDG 1,752a,
doch s. auch gott sei es gedankt
unter a α.
später mit präpositionalem anschluß, mit um
seit dem mhd. und bis ins 18. jh., mit von
vereinzelt frnhd., mit für
seit dem 16. jh. und so nur noch seit dem 19. jh. (
abweichungen von diesen rektionsweisen s. u. e.). DWB2a
gott, den göttern, dem himmel in worten (oder gedanken) dank sagen, eine der wesentlichsten äußerungen menschlicher frömmigkeit bezeichnend. anfangs der hauptgebrauch des wortes: 863/71 thaz sies gote thankon Otfrid
V 25,25 E. 1274/5 der genâden der dir geschehen ist, der solt du got von himel danken
deutschenspiegel 249 MGH. 1444 vnd dancket vast allen göttern daz er so saͤligklichen auß diser not kommen was Hartlieb
Allexander (1478)87a. 1525 wir sollen .. got danken vor die gnad, die er inen geben hat
akten u. br. Georg v. Sachsen 2,72 G. 1631 daß, wer die gaben hierzu bekommen, gott zu dancken habe Hörnigk
juden-artzt F 4a. 1786 da sie dem himmel auf ihren knien danken sollten Schröder
schaubühne 1,1,70. 1811 dabey aber hab’ ich .. ihm
(gott) im stillen für das neugeborne gedankt Fouqué
Undine (1816)17. 1948
(Stifter) kann gott dafür danken, daß er an einem manuskript noch rechtzeitig verbesserungen anbringen darf Muschg
literaturgesch. 400. jünger auch in leichterem ton: 1844 so dankte er dem himmel, als die ceremonie vorbei war Buchner
advokat 207. 1910 danken sie ihrem schöpfer, Viktor Hartmann, daß wir zwei großmütige siegerinnen gnade für recht ergehen lassen Lienhard
ges. w. (1924) I 2,76. DWB2α
in geläufigen verbindungen und formeln. (gott) danken und loben,
jünger mehr in umgekehrter wortfolge: M14.jh. dancken und loben got groͤslich darumb Tauler
99 DTM. 1523 ich bin frolich, lobe und dancke got
(bearbeitung) Luther
w. 12,557 W. 1947 mit diesem appell an unser loben und danken und an unsern gehorsam rundet sich der gedankenkreis Thielicke
glaube d. christenheit 1,254. gott sei (es) gedankt.
das es
dieser formel, in älterem gebrauch als gen. zu verstehen, später als nom. aufgefaßt: 14.jh. gedanket sig got eweklich schweizer Wernher
1255 DTM. 1452 zwischen herrn Girziken und dem herrn von Rosemberg haben wir uns gemuht und, got sej es gedankt, sie beteidigt
font. rer. austr. II 42,104. 1660 doch dem himmel sey gedankket der mihr solchen sinn gegeben Schwieger
Cynthie C 2b. 1882 gott sei’s gedankt, jetzt ist auch diese fessel gesprengt Eyth
mönch 101. DWB2β
speziell ein bestimmtes, ‘
das’ dankgebet sprechen: v1150 gote begunder
(Christus) danken:/ da nam er mit den handen/ daz brot, daz vor ime lach armer Hartmann
59,1 M. v1510 solt man an den fürstenhoͤffen .. gott dancken ob tisch, man meynt es wer ein grosse schand Geiler
postill (1522)3,59a. 1764 nahm er auch nach dem brode den kelch, sah gen himmel, und dankte dir, o heiliger vater Basedow
unterr. erkenntniß 141. DWB2b DWB2
einem menschen mit worten (für etwas) dank sagen, als zwischenmenschliche und gesellschaftliche funktion erst im und seit dem mhd. stärker entwickelt: 1150/60 do gincgin got knechte/ zo deme herren Dietheriche/ vnde danketin ime grozliche
könig Rother 2796 F./K. u1200/10 daz si im dancte umb sîn komen Wolfram
Parzival 7725,11 L./H. hs.15.jh. nam an syme wirdt urlop und danckt yme fruntlichen das er es yme die nacht so woil gebotten hatt
Lancelot 2,60 DTM. 1510/30 am morgen czogen die geste weg und danckten nit gar sehr Grunau
preuss. chr. 1,292 P. 1672 wer bist du, damit ich dir umb deine wolthaten dancken möge Grimmelshausen
vogelnest I 130 Sch. [] 1700 waß ich dabei gethan ist nicht danckens werht Elisabeth Ch. v. Orléans
br. 1,50 LV. 1720 dem magistrat der stadt so zu sagen auf den knien zu dancken, daß man mit ihm so gelinde verfahren Thomasius
händel 1,256. 1841
(er) reichte ihr das gefäß. sie nahm es, ohne zu danken Hebbel
I 1,49 W. 1921 für ihren freundlichen brief und ihre sendung danke ich ihnen bestens Rathenau
br. (1926)2,338. 1955 ‘kann ich sie mitnehmen? ich habe hinten ein krad mit beiwagen stehen.’ ‘dankend akzeptiert, Asch’ Kirst
null-acht (1954)3,247. DWB2–
älter in starker verneinung jmdm. nichts danken
sich zum dank durchaus nicht verpflichtet fühlen, auch soviel wie jmdm. etwas übel anrechnen: E15.jh. sie hetten jm aber so vil .. vordriss gethan, das er js jnn nicht gedancken kunth, vnnd danckte js jnn nichtes
script. rer. lusat., n. f. 2,228. 1532 lieben pfaffen, wir dancken euch gar nichts, das jr widder Christus befehl vom sacrament habt schendliche fegefewers messen gemacht Bugenhagen
kelch diebe A 4a.
ähnlich in älteren formeln wie jmdm. soll der teufel danken
(nicht man selber) (
anders s. u. 2d): 1467 da sprachen etlich zu ihme, er solt mins herrn gnaden danken. da sprach er, der tufel solte ime danken, er wolt siner daschen danken
bad. weist. I 1,35. 1669 das danck (sagte er) dem schelmen der teuffel
(ich brauche es nicht) Grimmelshausen
Simplicissimus 337 Sch. DWB2–
in vorlutherischer bibelübersetzung auch im sinne von beglückwünschen, für lat. congratulari: u1466 die .. weiber die danckten ir vnd sprachen Noemi der ist geboren ein sun
1. dt. bibel 4,437 LV. vgl. ebd. 6,80. für acclamare ‘
beifall spenden’ u1466
(dem Herodes) danckten die von Thiri vnd Sydon wann das volck rieff im die stymm gotz: vnd nit des menschen
1. dt. bibel 2,334 LV. DWB2c
elliptisch in der namentlich konventionellen formel danke (sehr, schön
u. ä.),
die sich vielleicht im briefstil (z. b. schon des jungen Goethe) vorbereitet und sich bald nach 1800 durchsetzt modern ungemein häufig: 1775 dancke für den brief, hoffe weiter Goethe
IV 2,264 W. 1826 danke, Crusoe! Platen
10,58 K./P. 1890 Karl: nun? wie geht es ihnen, mein liebes kind? Angele: danke sehr Hartleben
ausgew w. (1911)3,6. 1896 Hahn: prosit, herr Fiebig. (trinkt) danke schön, herr Werner. (reicht ihm die flasche zurück) Holz
5,41 F. 1910 wie gut sie sind, danke vielmals Hofmannsthal
lustsp. 1,164 S. 1946 ‘bitte’ sagte Pony, der nie recht wußte, wann er ‘danke’ und wann er ‘bitte’ sagen sollte Edschmid
recht 411. DWB2d
speziell in älterer rechts- und verwaltungssprache. DWB2α
sein einverständnis mit einem gerichtsurteil erklären, auf die weitere behandlung eines rechtsfalls verzichten; besonders in der formel (gnaden und) dem rechten danken
u. ä.: 1370/85 wolden si des bekennen, das dem also wer, si dankten gnaden und rechten; wolden si des nicht, so czugen si sich an den hofmaister
böhm. bergrecht 2,426 Z. 1569 welcken ordell beide parten gedancket Pufendorf
observationes (1744)4, appendix 68. als formel des sprechers bei einer gerichtsverhandlung: 1549 ich dank meinen herrn und ainem getreuen rechten
öst. weist. 11,261. DWB2β
abdanken, mit danksagung ein amt niederlegen. vor allem im nd. bereich, aber auch schweiz., vgl. noch dank
m. B 2a γ: 1492 van seven borgermesteren dar/ de to Brunßwick ghedancket hedden/ unde van rades stidde tredden
(Braunschw.) chr. dt. städte 16,220. 1565/6 in diesem jare danckte keiser Carl dem Ro: reich, legte kron und scepter nider
(Magdeb.) chr. dt. städte 27,81. ähnlich jmdm. danken
jmdn. mit dank entlassen: 1541
(jeder geselle) schall denne noch by enem mester hier binnen een jahr denen, so dat he
(der meister) em dancke, ehr he meister wirdt
hamb. zunftrollen 165 R. vergleichbar bei der aufkündigung eines vertrags: u1535 die püntniß und vereynung .. abkünth und inen darumb gedanckt Stumpf
schweizerchr. 1,78 G. DWB2e
mit abweichender rektionsweise. DWB2α
gelegentlich, aber kaum über das 15. jh. hinaus, mit dativischem sachobjekt, das dann gleichsam an die stelle eines persönlichen dankempfängers tritt: 863/71 joh thankon io gimalon then sinen
(gottes) ginadon Otfrid
IV 37,40 E. u1250 mit dankene sinen manigfalden gaben
hl. regel 13 DTM. u1460 fraw, ich danck euͤren genaden
volks- u. schwankb. 1,130 DLE. DWB2β
mit akkusativischem sachobjekt in jmdm. etwas danken
oder zu danken haben,
noch in der ursprünglichen, nicht in der für diese []rektionsart nhd. vorherrschenden bedeutung 3,
die freilich hier ihre wurzel hat. seit dem mhd., wenn auch nicht häufig, im 18. jh. oft, dann vom gebrauch 3
zurückgedrängt: 1255 swaz si gesprechen kan gein mir,/ daz sol ich allez danken ir Ulrich v. Lichtenstein
61 L. 1352 dise menschen danckent Cristo sin liden oͮch al zuͦ mole nv́t Merswin
v. d. 2 mannen 50 L. 1523 das aber Christus üch ist geben, das haben jr dem vatter zuͦ danckenn Jud
paraphrases 45d. 1756 wem wir sie
(die theologie) doch zu danken haben .. Paulus sagt: .. das haben wir dem vater zu danken Zinzendorf
pred. 1,258. 1786 grüse Fritzen ich dancke ihm seinen brief Goethe
IV 8,9 W. 1823 weg von mir, der einen blick dir würde danken, ziehest du? Platen
3,130 K./P. 1885 er ruft ‘Castula, wie dank’ ich dir.’ ‘habt mir nichts zu danken’ Dahn
nonnen 124. DWB2f
in verschiedener weise verbindet sich mit danken
die vorstellung der (höflichen) ablehnung und zurückweisung. ausdrücklich: 1444 graff von Trüelling hat begert unsers dinst und helfer wider dy von Wallenfels mit 4 pferden, dem ist gedanckt und der dinst ab geslagen
(Nürnb.) chr. dt. städte 2,83. in jüngerer formel: 1878
(die angebotene zigarre) dankend abzulehnen Ebhardt
ton (1882)39. aber danken auch prägnant im sinne einer (mit dankesworten verbundenen) ablehnung: z.j.1475 die gegenwertigen von innungen und gemeine liessen seiner gnaden dancken, sie wolten der dedinge nicht mehr warten Spittendorff
denkw. 66 O. v1597
(sie) that mich mit wasser laben;/ als ich zurecht kamb, danckht ich ihr der gaben,/ sprach, mein hitz will ein anders wasser haben Schallenberg
136 LV. 1843 das Kätherle mit zum tanze zu nehmen; dieses aber dankte, schützte arbeit vor Auerbach
(1857)1,51. 1958 natürlich müsse es nach meiner rückkehr mit der politik zu ende sein. ich erwiderte, .. politik sei nun einmal meine leidenschaft, und so müsse ich für das angebot danken Niekisch
leben 116. gern ironisch, und dann meist ohne daß an einen persönlichen empfänger der (‘
dankenden’)
ablehnung noch gedacht ist: 1768 nach hofe? nein, ich danke schön Weisze
opern 1,39. 1938
(die röntgenbestrahlung) annulliert fleisch und blut .. ich danke Penzoldt
bitternis (1951)26. auch in der kurzform von c: 1895 nein, da streik’ ich; da mach’ ich nicht mit .. danke verbindlichst Fulda
kameraden 132. 1950 ‘danke’, sagte Irene höflich. ‘ich möchte sie nicht berauben. außerdem habe ich selbst welche
(zigaretten) bei mir –’ Langgässer
argonautenfahrt 137. DWB2g
oft nicht nur von dankesworten, sondern auch von den sie begleitenden oder sie ersetzenden stummen dankesäußerungen in geste und gebärde; besonders in der erwiderung eines grußes, in der entgegnung auf einen wunsch, eine gefälligkeit und dgl., z. t. zwischen 1
und 2
stehend. häufig schon mhd., im rahmen des höfischen zeremoniells: 1212 noch müez ich geleben daz ich den gast ouch grüeze,/ sô daz er mir dem wirte danken müeze (
durch sprechen
oder nîgen) Walther
1131,28 K. 1235/40 sin danken was vil ungespart/ das mit gebaͤrde im wart getan Rudolf v. Ems
Willehalm 9996 DTM. u1490 do kam sie zwͦ im und grüst in, do wolt er ir nit dancken, er wolt sie auch nit ansehen Ebran
chr. 89 R. 1640 ist er
(der gruß) nicht danckens werth so .. gehe deiner wege Scherffer
Grobianer 46. 1743 auch solle ein jeder, weilen eine ehre die andere werth ist, denen das gewehr praesentirenden schildwachten mit abgenommenen huth dancken
chur-mayntz. kriegs-reglement 1, H 1a. 1883 der Kollinger Michel grüßte sie, und sie nickte dankend Anzengruber
11,22 C. 1922 mit einem kalten, dankenden lächeln S. Zweig
amok (1923)59. 1956 ich grüßte sie ordnungsgemäß. sie dankte mir in genau derselben art, wie sie einst dem gymnasiasten gedankt hatte Doderer
dämonen 114. DWB2h
in bestimmten zusammenhängen nähert sich danken,
ohne sich von 1
zu lösen, uneigentlicher anwendung im sinne von dankbar sein, dankbare gefühle hegen, gratiam habere, wobei an eine verlautbarung dieser gefühle nicht gedacht ist. mhd. geläufig in der wendung ich wil des (immer) danken: u1170/3 nu sult ir alle danken/ den herren die des gerne phlegen,/ daz sie sulhe ratgeben/ nemen zu irme rate
graf Rudolf δ
46 G. 1255 ich wil, vil liebiu vrowe mîn,/ von herzn iu immer dankent sîn/ des unde swaz ir mir getuot Ulrich v. Lichtenstein
351 L. hs.1493 Nicodeme,
[]der sin gefelt mir wol! darumb ich dir ummer dancken sol
frankf. passionssp. 3359 DNL. 1569 wie hoch man den Roͤmern zu dancken habe, welche den grewel abgethan, .. einen menschen toͤdten
theatrvm diabolorum 226b. u1825 ich werde
(d. i. würde) ihnen
(den lehrern) dereinst von herzen für jeden schlag danken Gaudy
12,8 M. 1940 und setzt ich ihn oft schwankend,/ und er entglitt beinah,/ erkenne ich doch dankend:/ der stab, der ist noch da Claudius
ges. w. 2,63 J. DWB22
sich mit einem tun bedanken, belohnen, vergelten, gratiam referre. ahd. mhd. noch verhältnismäßig häufig, wenn auch von anfang an hinter 1
zurückbleibend; nhd. rückläufig. gewöhnlich mit ausdrücklichem zusatz oder in verdeutlichendem kontext, prägnant nur in wenigen formeln oder spezialverwendungen. die syntaktischen rektionsweisen wie unter 1. DWB2a
in positivem sinne: 863/71 ‘fater’, quad, ‘thir thankon mit worton joh mit werkon’ Otfrid
III 24,91 E. v1022 tô danchôta sî ze êrest Athanasię mit iro rouche daz sî ûzer iro faze nam Notker
2,174 ATB. 1260/80 und kumt immer mir der tac/daz ich iu gelônen mac,/ ich dank iu iuwerr arbeit Pleier
Meleranz 1641 LV. 1483 wen den ich zuͦ üch kum, wyl ich üch frintlich dancken mit dem gotzwortt
privatbr. d. ma. 2,56 S. 1629 wie hast du mir und meinen wolthaten gedancket, und für meine belohnung gedienet Meyfarth
Sodoma (1671)2,58. 1788 ich dank’ euch das, und werde thätig danken Goethe
I 11,218 W. 1826 ach du liebe schwester, wie soll ich dir danken? .. bleibe, wie du bist, und du hast den lohn schon abgetragen Raimund
1,215 B./C. 1949 er müßte doch irgendwie seinem bruder danken, weil der ihm den stall als werkstatt ließ Seghers
d. toten (1950)106. DWB2b
nicht selten, und schon früh, wie bei dank
m. B 3 c β
in ironischer anwendung bzw. in der neutralen bedeutung ‘
vergelten’: v1022 nu habent sîe dir ubelo gedanchot, daz sîe .. dih neuuellen bechennen Notker
3,2,537 ATB. n1210 ich hân ir gedienet vil,/ der werlte, und wolte ir gerne dienen mê,/ wan dazs übel danken wil Walther
11117,17 K. 1421 dis vornam ouch der bischouf von Mentze der .. on zu eyme konige gemacht hatte unde erwelet. unde nu der konig Adolff om dormete danckte, das her .. hynderte on unde beschedigete on wo her mochte Rothe
düring. chr. 488 L. 1535dr.1539 wie sie
(die ketzerverfolger) .. unserm euangelio auch dancken und lohnen .. und darauff getrost toben und wuͤten wider die christen
(nachschr.) Luther
w. 41,106 W. 1672 solte dein mann darzu kommen seyn, so würde er dir nicht anderst gedanckt haben, als hättest du diese ihm ohne das verhaste nollbrüder zu etwas anders in seiner abwesenheit eingeladen, ob gleich sie noch du an nichts böses gedacht Grimmelshausen
vogelnest I 24 Sch. 1800 wie dankt ers
(die auszeichnung) ihm? mit aufruhr und verrat Schiller
8,328 nat. DWB2c gott dankt
belohnt, vergilt, bis ins ältere nhd., meist als wunsch, speziell als antwort auf einen gruß (
vgl. vergelts gott): E12.jh. daz der
(gott) dem vil wol danket unde lonet, swer so wol unde rehte gloubet
altdt. pred. 3,114 Sch. 2.h13.jh.hs.u1430 ‘wilkum mußent ir syn!’ ‘got danck uch, herre’
Lancelot 2,623 DTM. M15.jh. got .. sige üch dancken mit dem ewigen lon der früntschaft, so ir mir gethan hand
dt. volksb. 138 LV. 1512 des danck im gott, dem frummen man Murner
2,455 Sch. 1593 Conrad: gries dich gott, wie haistu? Clas: gott dancke uch, mech heist Clas Heinrich J. v. Braunschweig
schausp. 74 LV. DWB2d c
korrespondierend in der teufel, der henker danke
u. ä., vor allem als verwünschung: 1533 wenn du .. Christum und seine apostel und die schrifft nicht annemen wilt, so dancke dir der leidige teuffel, das du uns gleubest
(var.: dem lohne der leidige teufel ebd. 529) (nachschr.) Luther
w. 36,528 W. 1616 der teuffel danckt jhm der wolthat Henisch
t. spr. 1,640. 1791 es brannten mit dem Helikon/ die schönen Pierinnen,/ dank dirs der henker, Phaëton!/ sich zu zigeunerinnen Hübner
verwandlungen (1790)2/3,35. DWB23
in den verbindungen etwas danken
oder zu danken haben
soviel wie verdanken, zuzuschreiben haben, zur kennzeichnung einer urheberschaft, eines verdienstes, einer ursache eines ursprungs; mit persönlichem, oft aber auch mit sachlichem subjekt. das, was verdankt wird, steht im 16. jh. []vereinzelt noch im gen., bald aber ausschließlich im akk. bzw. akkusativischen objektsatz (s. o. 1 e β).
daß grund zum wortdank (
oder zur dankbarkeit)
besteht, ist noch oft fühlbar (so daß sich grenzfälle zu 1 e β ergeben),
tritt aber meist in den hintergrund oder verschwindet ganz, zumal bei sachlichem subjekt. nach deutlichen, aber lange singulär bleibenden mhd. ansätzen (
s. a)
seit dem 16. jh. und namentlich im 18. jh. geläufig, seither durch üblicheres verdanken
etwas zurückgedrängt. DWB2a
einer person, einer sache, einem umstand etwas danken.
in mhd. einzelzeugnissen antizipiert: u1194 si muosens einem walde/ danken und der vinstern naht,/ daz man niht mê mit in vaht Ulrich v. Zazikhoven
6561 H. 1261/9 Arabel wart enpfangen wol. der minne man des danken sol Ulrich v.
d. Türlin
212,2 S. 1652 dir danket es
(die deutsche sprache) allein o grosser Anhalt, dir,/ daß sie der barberei gerissen auß dem rachen Rist
Parnass 451. 1789 ein edler mensch kann einem engen kreise/ nicht seine bildung danken. vaterland/ und welt muß auf ihn wirken Goethe
Tasso 1,14 ak. 1805 ja, er bekenne gern, seiner sorgfalt allein danke er seine wiederherstellung Schiller
8,69 H. 1942
(meinem stolz) danke ich .. das gefühl der inneren freiheit S. Zweig
welt (1947)25. DWB2b
einer person, einer sache, einem umstand etwas zu danken haben,
in jüngerem gebrauch oft auch passivisches etwas ist zu danken: 1523 den bryß vnd vorteil
(hat) die liebe, deren wir den glouben vnd hoffnung zuͦ dancken haben Jud
paraphrases 66b. 1533 als hette er
(der papst) seiner gewalt nicht der christen gemein, nicht den bischoffen, sondern yhm selbs zu dancken Kymeus
ehestand J 3a. 1670 daß du den reichs-stab führ’st und über Salems thor/ recht und gerichte heg’st, wär’ jhr allein zu dancken Hallmann
Mariamne B 4a. 1727 den alten Römern hat die physic wenig zu dancken Walch
philos. (1730)225. 1786 so eben komme ich vom hofkaffeehause, wo mir der lieutenant .. unter die augen sagte, daß ich das avansement bloß meiner schwester zu danken hätte Kretschmann
s. w. (1784)3,1,155. 1841 daß Rußland diesem system einen hohen grad von prosperität zu danken hat List
oekon. 1,150. v1867 von meinen mitschülern ward ich sogleich in die schule genommen und will gern bekennen, daß ich ihnen das meiste von dem später im gypssaal erlernten zu danken hatte Kügelgen
jugenderinn. (1870)400. 1929 daß der deutsche kapitalismus sein dasein nicht zuletzt der vorzüglichen ausbildung und gestaltung dieser oberschicht seiner arbeiter zu danken hat
volk u. reich d. Deutschen 1,206 H. 1968 der inszenator Walter Oberer, dem diese erstaufführung zu danken ist
n. zürcher ztg. 107,37. DWB2c
in den verbindungen a
und b
seit je auch in der beziehung auf schädliches, unerwünschtes oder unerfreuliches, von dem für die wortgruppe dank
charakteristischen ironisierenden gebrauch ausgehend: 1520 wilchs
(böse) wir .. dem heyligen geystlichen unrecht zu dancken habenn Luther
w. 6,445 W. 1541 ist nu ein lermen hieraus komen, der jnen weh thut, des muͤssen sie jnen selbs dancken Luther
w. 51,544 W. 1665 daß .. die rache mit hundertfältigem wucher endlich den Spaniern zu hause gekommen: welches alles sie der blutigen strengigkeit deß von Alba zu dancken Francisci
traursaal 1,611. 1774 der offt unüberlegten hochachtung gegen alte gesetze, alte gebräuche und alte religion hat man alles uebel in der welt zu dancken Lichtenberg
aphorismen 2,154 DLD. 1895 nur ihm hätten sie die kürzlich aufgekommene steuer zu danken Schönherr
ges. w. [1927]1,132. DWB24
ein dank
m. A
bzw. danke
m. entsprechendes danken
in der bedeutung denken, sich vorstellen tritt gelegentlich im älternhd. auf, s. auch gedanken
1DWB: 1484 das
(unheil) wyr doch gedanckt wol mechtigk weren geweszenn czu undirsteende
acta statuum terrarum Prussiae 1,246 G./B. 1548 wie jn
(gott) jr eygen dancken malt/ so must er gwinnen ein gestalt Waldis
Esopus 231a.Th. Kochs