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Danken

mhd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
32 in 25 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Danken

Bd. 1, Sp. 1386
Danken, verb. reg. welches, wenn man die veralteten Bedeutungen mit in Rechnung bringt, in einer doppelten Gattung vorkommt. I. * Als ein Neutrum, in welcher Gattung es ehedem gefallen bedeutete. Nistes uuight in thanke, ihm gefällt nichts, sagt noch Ottfried. Aus diesser längst veralteten Bedeutung erhellet, daß dieses Verbum zunächst von dem alten nordischen taeck, teg. thaegr, angenehm, schön, abstammet, welches noch im Schwedischen, Wallisischen und Isländischen üblich ist. S. Dank, Anm. Das Nieders. tanger, munter, frisch, lebhaft, gehöret vermuthlich auch hierher. II. Als ein Activum, in welcher Gestalt es nur noch allein üblich ist, bedeutet es: 1. * Sein Gefallen über etwas an den Tag legen, loben, rühmen. Githanktu ermo harto theroselbon uuorto, er lobte ihn sehr wegen dieser Worte, Ottfr. Thaz thu unsih muazis thankon, daß du uns müssest loben, ebend. In der Deutschen Bibel bedeutet Gott danken oft nur ihn preisen, seinen Ruhm verkündigen; außer dem aber ist es in dieser Bedeutung veraltet.[] 2. * Sein Gefallen über eine gute Handlung thätig erweisen, belohnen, vergelten. Thaz thir es Gott githanko, Ottfr. daß Gott es dir vergelte. In der Sprache des niedrigen Umganges höret man noch jetzt zuweilen, dank dirs Gott, für, Gott vergelte es dir. 3. Wohlgefallen über und Gegenliebe für eine empfangene Wohlthat an den Tag legen. 1) Eigentlich, durch Worte, Dank sagen; mit dem Dative der Person. Einem danken. Einem für etwas danken. Gott sey gedankt! im gemeinen Leben. Er dankte mir mit der rührendsten Empfindung. Ich weiß nicht Worte zu finden, ihnen dafür gehörig zu danken. 2) Einem etwas zu danken haben, ihm dafür Dank schuldig seyn, und in weiterer Bedeutung, es von ihm empfangen haben, ihn als den Urheber davon erkennen. Dieses habe ich dir allein zu danken. Er hat es sich selbst zu danken, daß er unglücklich ist, er ist selbst Schuld daran. Die Liebe war mir sonst angenehm, weil ich sie ihrem Werthe zu danken hatte, Gell. Wofür man zuweilen mit Auslassung des haben, auch nur saget, einem etwas danken. Ich danke es dem Herren Richard und seiner Arzeney, daß ich wieder gesund bin, Gell. Sie weiß, was sie dir dankt, was ich dir schuldig bin, Weiße, was sie dir zu danken hat. Wem dank ich dieß Leben, Dieß bessere Leben? Wem dank ich den Sohn? Raml. 3) Für einen Gruß danken, wieder grüßen, da es denn auch von dem bloßen Danken durch Geberden gebraucht wird. Ich grüßte ihn, aber er dankte mir nicht. 4) Im täglichen Umgange wird dieses Wort auch zuweilen gebraucht, wenn man etwas auf eine höfliche oder auch auf eine spöttliche Art abschlagen will. Ich danke dafür, d. i. nehme es nicht an. Man trug ihm das Amt auf, allein er dankte dafür. Ich danke für deine Geschenke. 5) Absolute gebraucht man es im Kirchenstyle von der Danksagung auf der Kanzel. Der Geistliche dankt für eine Wöchnerinn, wenn er ihre glückliche Entbindung zur Danksagung gegen Gott meldet. Anm. Danken, bey dem Ottfried thankan, bey dem Willeram dankan, Angels. thencian, Engl. to thank, lautet im Schwed. tacka. S. Dank. Gemeiniglich leitet man es von denken her. Es kann seyn, daß beyde Wörter nur Ein gemeinschaftliches Stammwort haben; allein danken scheinet nicht zunächst von denken herzukommen, vielmehr ist der Begriff des Angenehmen, des Wohlgefallens, allem Ansehen nach, der erste und herrschende in demselben, und da ist es mit dem Schwed. tigga, dem Engl. to take, dem Griech. δεκομαι, nehmen, genau verwandt. S. Danknehmig; denn daß das n hier nicht mit in Rechnung kommen könne, ist schon bey dem Worte Dank angemerket worden. Die Wortfügung mit der zweyten Endung, ich danke dir deß, ist Oberdeutsch, und im Hochdeutschen veraltet. Obgleich dieses Wort in seiner heutigen Bedeutung ein wirkliches Activum ist, so ist es doch im Passivo nicht gebräuchlich, außer etwa impersonaliter, mir wurde gedankt, es wurde auf der Kanzel für eine Wöchnerinn gedankt; in welchem Falle aber auch die meisten Neutra unpersönlich gebraucht werden können.
3991 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dankenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    danken stn. des wirtes danken wart niht verswigen Parz. 551,18.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dankenN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    danken , N. nhd. Danken, Dank Hw.: vgl. mhd. danken (2) E.: s. danken (1) W.: nhd. Danken, N., Danken, DW 2, 736, DW2-? …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Danken

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Danken , verb. reg. welches, wenn man die veralteten Bedeutungen mit in Rechnung bringt, in einer doppelten Gattung vork…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    danken

    Goethe-Wörterbuch

    danken 1 Dank äußern, bezeigen für empfangene Gaben, Wohltaten, Aufmerksamkeiten a Dank sagen; neben häufigem Gebrauch i…

  5. modern
    Dialekt
    danken

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    danken Band 3, Spalte 3,1175f.

  6. Sprichwörter
    Danken

    Wander (Sprichwörter)

    Danken 1. Danck nicht ehe für das Schwein, du habest's dann im sacke. – Henisch, 644. Dän. : Tak ei fortilig, førend du …

  7. Spezial
    danken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    dan|ken vb.intr. 1 (sich bedanken) rengrazié (-iëia), dí dilan 2 (lohnen) paié (fora) 3 (vergelten) rete (ret, retü) . ▬…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit danken

41 Bildungen · 10 Erstglied · 25 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von danken 2 Komponenten

dan+ken

danken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

danken‑ als Erstglied (10 von 10)

dankenswǟrd

WWB

dankens-wǟrd Adj. [verstr. bes. nördl.] dankenswert. — Ra.: Wat nemmenswert is, is ok dankenswert Antwort auf die Bemerkung Dat was doch nic…

dankenswert

DWB

danken·swert

dankenswert , adj. des dankes würdig. sprichwörter bei Henisch 642. 644 . geld umb dienst ( l. dienst umb geld) ist nicht dankenswert opera …

Dankenswerth

Campe

danken·s·werth

Dankenswerth , — er, — este, adj. u. adv. werth, daß dafür gedankt wird, Dank verdienend. Ein dankenswerthes Anerbieten. Du lieber Heiliger!…

dankenswiert

MeckWB

danken·s·wiert

dankenswiert dankenswert: dat is dankenswiert das ist sehr freundlich Gü Gülz ; Ro Klock . Kü. 1, 299.

DANKENSWÜRDIG

DWB2

danken·s·wuerdig

DANKENSWÜRDIG adj. abl. zu danken mit dem als suffix fungierenden -würdig. neben dankenswert kaum geläufig, in dessen anwendung 1 a: 1704 di…

dankenāmich

KöblerMnd

dankenāmich , Adj. nhd. dankbar, Dank verdienend, dankenswert Hw.: s. danknāmich E.: s. danknāmen?, ich (2) L.: MndHwb 1, 395 (danknāmich/da…

dankenāmichhēt

KöblerMnd

dankenāmichhēt , F. nhd. Dankbarkeit, Dank Hw.: s. dankenāmichhēt E.: s. dankenāmich, hēt (1) L.: MndHwb 1, 395 (danknâmichê[i]t/dankenâmich…

dankenāmichēt

KöblerMnd

dankenāmichēt , F. Vw.: s. dankenāmichhēt*

danken als Zweitglied (25 von 25)

wedderdanken

KöblerMnd

*wedderdanken , sw. V. nhd. nicht wollen (V.), nicht zu tun gedenken Hw.: s. wedderdankinge E.: s. wedder (2), danken (1)

abdanken

DWB

abdanken , wie schon danken bedeutet höflich ablehnen, ausschlagen, unter danksagung, für etwas danken es nicht wollen, drückt abdanken aus …

afdanken

MNWB

afdanken , swv. , abdanken. 1. intr. ein Amt niederlegen. c. D. etwas (eine Zugehörigkeit) aufgeben. 2. trans. jem. seines Amtes entlassen.

bedanken

DWB

bed·anken

bedanken , kommt ahd. mhd. nicht vor, so nahe bedenken, goth. biþagkjan, ahd. pidenchan, mhd. bedenken liegt, worüber mehr unter dank und da…

gedanken

DWB

gedan·ken

gedanken , seltne nebenform zu gedenken, denken, ist nach folgendem wol nicht zu bezweifeln: wie mac ich gedanken, das ich minre sie dan der…

Heirathsgedanken

Wander

heirath·s·gedanken

Heirathsgedanken Er hat Heirathsgedanken. Holl. : Hij zet zijne zinnen op het minnen. ( Harrebomée, II, 503 b . )

kedanken

KöblerMhd

kedanken , sw. V. Vw.: s. gedanken

misdanken

MNWB

mis·danken

misdanken , swv. , c. D. p. jem.m schlechten Dank wissen, undankbar sein, (nur mit nicht, meist die Hoffnung auf Dank durch schȫlen ausgedrü…

missedanken

KöblerMnd

misse·danken

missedanken , sw. V. nhd. „missdanken“, schlechten Dank wissen, undankbar sein (V.), unzufrieden sein (V.) E.: s. misse (1), danken (1) L.: …

nîtdanken

MNWB

nit·danken

° nîtdanken , pl. , Eifersuchtsgedanken (SL 3, 185 b und 189 b : Ecclesiasticus).

Ochsengedanken

Wander

ochsen·gedanken

Ochsengedanken Er hat Ochsengedanken. ( Friedland. ) – Frischbier 2 , 2831. Er verräth weniger dumme Gedanken, als ungewöhnliche, muthwillig…

undanken

DWB

undan·ken

undanken , veraltetes verb., undankbar sein. ahd. undanchôn punire, ubelên Graff 5, 172 : der undanckt, den wird got nicht ungestrafft lasse…

urdanken

KöblerAhd

urdanken , sw. V. (1a) nhd. Unwahres ersinnen ne. invent ÜG.: lat. comminisci Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.: lat. beeinflusst? E.: s. ur, denken, d…

verdanken

DWB

ver·danken

verdanken , verb. dank wissen, mhd. verdanken, verstärktes danken ( vgl. theil 3, 736, 6). 1 1) in älterer zeit, dem gefühle der dankbarkeit…

voldanken

Lexer

vol·danken

vol-danken swv. BMZ Myst. Hätzl. ich mac noch kan voldanken Reinfr. B. 1324.

zedanken

KöblerMhd

zedanken , sw. V. Vw.: s. zuodanken*

zuodanken

KöblerMhd

zuo·danken

zuodanken , sw. V. nhd. „zudanken“ Q.: ErzIII (1233-1267), JTit E.: s. zuo, danken (1) W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (zedanken)

Ableitungen von danken (6 von 6)

bedanken

DWB

bedanken , kommt ahd. mhd. nicht vor, so nahe bedenken, goth. biþagkjan, ahd. pidenchan, mhd. bedenken liegt, worüber mehr unter dank und da…

gedanken

DWB

gedanken , seltne nebenform zu gedenken, denken, ist nach folgendem wol nicht zu bezweifeln: wie mac ich gedanken, das ich minre sie dan der…

Mißdanken

Campe

○ Mißdanken , v. intrs . u. trs . Mittelw. d. verg. Z. mißgedankt , schlecht danken, zum Dank schlecht belohnen, »Doch wird meine Bemühung m…

undanken

DWB

undanken , veraltetes verb., undankbar sein. ahd. undanchôn punire, ubelên Graff 5, 172 : der undanckt, den wird got nicht ungestrafft lasse…

urdanken

KöblerAhd

urdanken , sw. V. (1a) nhd. Unwahres ersinnen ne. invent ÜG.: lat. comminisci Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.: lat. beeinflusst? E.: s. ur, denken, d…

verdanken

DWB

verdanken , verb. dank wissen, mhd. verdanken, verstärktes danken ( vgl. theil 3, 736, 6). 1 1) in älterer zeit, dem gefühle der dankbarkeit…