DWB2
AMT n. DWB2 (1)
herkunft u. form. ahd. ambahti, ambaht,
mhd. ambaht(e), ambehte, ammecht, ammet, ambet, ambt, ampt, amt,
as. ambaht, ammaht,
mnd. ambacht, ambecht, ammecht, ammet, ambet, ampt, amt,
mnl. ambacht, ambocht, ambt,
nl. ambacht ‘
handwerk’, ambt ‘
dienststellung’,
afrs. ombecht, ombet, ambet, amt,
ae. ambiht,
an. embætti,
dän. embed(e),
schwed. ämbete,
norw. embete,
got. (angeglichen an zusammensetzungen mit and-
) andbahti.
das als a-
stamm, älter (vgl. ahd. wb. 1,319 f.) auch als ja-
stamm belegte st. neutrum tritt im germ. neben die maskuline personenbezeichnung ahd. ambaht,
vereinzelt ambahti ‘
knecht, diener, beamter’,
mnd. ambachte, amte,
mnl. ambacht,
ae. ambiht,
got. andbahts
(vgl. ferner as. ambahteo
m. ‘dienstmann’ ,
an. ambátt, ambótt
f. ‘magd, kebsweib’); letzte spuren des maskulinums noch frnhd. (vgl. ⟨1583⟩ mit partierung der ampten, koler vnd fuhrleut Hake
bergchr. 97 D., s. auch frnhd. wb. 1,944) und in nd. mda. (ns. wb. 1,318). das vorauszusetzende germ. *ambaht(j)a- ist entlehnung eines in lat. texten (Caesar, Festus) überlieferten gall. ambactus ‘dienstmann, höriger’, das auf kelt. *amb(i)aktos zurückführt; dessen glieder entsprechen lat. amb(i)– ‘ringsum, auf beiden seiten’ (idg. *ambhi-, *m̥bhi-, s. Pokorny
idg. et. wb. 1,34) und lat. āctus (part. perf. von lat. agere ‘in bewegung setzen, treiben, handeln’), dem to-partizip der wurzel idg. *ag̑- (Pokorny
a. a. o. 1,4). die zuss. hat wohl nicht passiven (‘herumgesandter’), sondern medialen sinn (‘der sich um seinen herrn herumbewegt, um ihn ist’), ebenso wie die vergleichbaren bildungen grch. ἀμφίπολοσ ‘umgebend, um jmdn. seiend’, subst. fem. ‘dienerin zofe’, mask. ‘diener’ (zu grch. ἀμφιπέλομαι ‘bin um jmdn. herum’, πέλομαι ‘bewege mich’), und ai. paricará-, (lexikal.) abhicará- ‘diener’ (zu ai. cárati ‘bewegt sich’). s. hierzu et. wb. d. dt. 1,46a ak.; Lloyd/S.
et. wb. ahd. 1,195 f.; Seebold
etymologie (1981)103. –
an stelle der ahd. vollform begegnen vereinzelt in jüngeren hss. (seit dem 10. jh.) schon kürzungen, z. t. vielleicht nur als ungenaue schriftliche fixierung ( 10.jh. ampht
ahd. gl. 2,298,30 S./S.; 11.jh. ambath
ebd. 2,68,18; 12.jh. ambet
ebd. 3,224,46; auch hs.13.jh. ammet Williram,
s. unten C 2). im mhd. und mnd. wandelt sich die lautgestalt dann allgemein bis hin zur einsilbigkeit: ausfall des gutturalen reibelauts vor t in unbetonter silbe ergibt ambet (nd. u. verbreitet im hd.), das durch schwund des unbetonten e (zunächst in flektierten formen) zu ambt, amt (auch ampt mit stimmlosem gleitlaut) wird. ferner führen durch assimilation von -mb- zu -mm- entstandene formen wie as. ammaht, mnd. und mhd. (md.) ammecht, ammet durch e-ausfall schließlich ebenfalls zu amt. daneben setzt sich die unverkürzte ausgangsform ambacht landschaftl., vor allem alem. (Elsaß, Oberrhein) u. wmd., noch bis ins frnhd. fort und ist im mnd. bis ins 16. jh. gebräuchlich. im 18. jh. werden die schreibungen ambt, ampt
allgemein durch amt
verdrängt. –
die pluralbildung folgt zunächst der a-
bzw. ja-
deklination, so daß nom. u. akk. pl. im mhd. endungslos sind (ambet, amt
) oder auf -e
ausgehen (ampte, am- te
). wie bei anderen neutra wird im mhd. außerdem -er-
plural möglich, der in der regel, doch nicht durchgängig umlaut des a-
nach sich zieht (ampter, empter, ämter
). während das frnhd. noch beide pluralvarianten kennt, setzt sich im nhd. allein ämter
durch. –
diminutiva seit dem 16. jh., meist spöttisch (bes. zu B 1
): 1508 aͤmptlin Geiler
pred. T 6b. 1541 aͤmptle Franck
sprichw. 1,77b. 1612 embtel Albertinus
tummel-platz 350. ⟨u1650⟩ ämptchen Dach
ged. 1,306 Z. 1729 amtchen Abel
sat. ged. 1,60. ⟨1883⟩ amtel Rosegger
ges. w. 8 (1914)240. (2)
bedeutung u. gebrauch. in seinen frühen verwendungen steht amt,
soweit lat. entsprechungen verglichen werden können, für ministerium,
für officium
oder für mūnus.
wie diese lat. wörter sich partiell in ihrem gebrauch überschneiden, so zeigt amt
vor allem in älteren texten gelegentlich semantische unschärfe, doch treten die hauptsächlichen bedeutungsstränge deutlich hervor. die ausgangsbedeutung ‘
dienst’,
als ‘dienende tätigkeit, dienstleistung’ nur schwach bezeugt (A 1
), lebt seit frühester zeit in der spezialisierung ‘
dienst für gott (als kultische handlung)’
(A 2
). stark entfaltet haben sich die komplexe ‘dienststellung, stand, rang’
(B
) und ‘aufgabe, auftrag, verpflichtung’ (C
), zu denen sich viele geläufige wortverbindungen und wendungen stellen; unter B
bezeichnet amt
eine innerhalb einer bestimmten ordnungsstruktur auszufüllende position, die je nach verantwortungsbereich und bedeutsamkeit der übertragenen aufgabe sehr verschiedenartig sein kann, unter C
steht es für die vom inhaber einer position wahrzunehmenden obliegenheiten vom konkreten arbeitsauftrag bis zur ethischen verpflichtung. ein enger semantischer zusammenhang besteht zwischen ‘
aufgabe, aufgetragene []verrichtung’ (C 1
) und ‘beruf, geschäft, handwerk’ (D
). ferner geht amt
von B
her auf den ‘bezirk’,
der einem mit verwaltungsaufgaben beauftragten unterstellt ist (E
), und auf die ‘behörde’ als institution mit entsprechendem aufgabenbereich (F
) über. die verwendung ‘
handwerkerverband innung’
(G
) steht hinsichtlich der gebrauchssphäre nahe bei D,
erklärt sich aber wohl aus der auffassung, daß die vom stadtherrn, später vom rat verliehene gewerbegenehmigung eine art dienststellung (vgl. B 1
) des zunfthandwerks begründet. (3)
lit.: zur bedeutung ‘gottesdienst’ im ahd. vgl. Wesche
in: PBB 61(1937)31 ff. –
über die benennung für den handwerkerverband s. u. a. K. Obst
d. wandel in den bezeichnungen f. gewerbl. zusammenschlüsse des ma. (1983)22 f. u. 197–205; Ebel
in: studien zum mal. lehenswesen (1960)21–24; Wehrmann
in: lüb. zunftrollen (1864)23 ff. – begriffsgeschichtl. überblick: HRG 1,150–154. DWB2 DWB2A
dienst, dienendes tätigsein (in jmds. auftrag, zu jmds. gunsten). DWB21
dienstleistung, verrichtung niederer arbeiten bei sozialer abhängigkeit oder aufgrund freiwilliger unterordnung; auch in bildl. verwendungen, insgesamt selten: 8.jh.
functione ministerio theonost ampaht
ahd. gl. 1,149,35 S./S. ⟨790/802⟩
(ut nullus excusetur a coquinae) officio ambahte
benediktinerregel 35 S. ⟨u1300⟩ manige swere burde / von snoden amten wart geleit / uf in mit voller arbeit, / der man in dem klostere pflac
passional 307a K. ⟨14.jh.⟩ zuͦ underworfener dienstberkeit in snoͤden unwertlichen ambahten, also schüßeln weschen, hefene schúren und küchin vegen
schürebrand 49 S. E14.jh. tho deme ghemene
n arbeyde. vn
de to anderen otmodighen a
mmeten. salt du wesen berede
nonnenspiegel 216 A. 1535
clientela .. das ampt vnd dienst des clientis gegen seinen oberen oder patronen Dasypodius
dict. h 2c. 1624 weil er
(körper) .. / der seelen sein ampt vnd sein dienst / itzund erzeigt Meiszner
Stoltzius, lustgärtlein 76b faks. –dienende hingabe im religiösen bereich: u830 thaz iogiuuelih ther iuuuih erslehit uuanit sih ambaht bringan gote
Tatian 2171,3 S. ⟨u1300⟩
(einsiedler,) die mit ein ander gotes ampt / lieblichen ubeten
väterb. 17450 DTM. ⟨1510/30⟩ etliche vormeinten, wen sie nur ein pfaffen, munch oder nonne aus ihrer profession brechten, so hetten sie gott ein bohegliches amptt und opfer gethan Grunau
preuss. chr. 2,735 P. 1522
(biblisch:) wir aber wollen anhallten .. am ampt des wortt gottis
(nos vero .. ministerio verbi instantes erimus, apostelgesch. 6,4) Luther
bibel 6,438 W. (änderung 1540: am ampt des worts
ebd. 4,305). 1718 was die verachtung des evangelii und dessen ampts nach sich ziehe Neumeister
seegen 1284. DWB22
auf der vorstellung des dienstes (als einer bestimmten, einmaligen dienstleistung) beruht der ausgeprägte gebrauch von amt
für die feierliche kultische handlung, den gottesdienst (vgl. dienst A 2 a α
2DWB). DWB2a
christlicher gottesdienst, namentlich die eucharistiefeier (entsprechend mlat. officium, divinum ministerium
). DWB2α DWB2
katholischer gottesdienst, messe; oft durch genitivattribut ausdrücklich als meßgottesdienst gekennzeichnet: 8.jh.
officium obsequium ministerium opfar ampaht
ahd. gl. 1,218,31 S./S. E9.jh. heilac ambaht
lorscher beichte 27 S. ⟨11.jh.⟩ in uita sancti Galli .. dâr diu officia
(gl.: ambaht
) gesezzet uuerdent
(d. täglichen gebetsgottesdienste) Notker
3,1,149 (gl.) ATB. ⟨u1250⟩ dâ man der messe amt tuot Lamprecht v. Regensburg
tochter 3128 W. 1284 sol der bischof vzer banne lan alle .. vnd sol gotez dienist vnd gotlich ambet allermanlich wider irloben
corp. altdt. originalurk. 2,95 W. ⟨u1370⟩ die messen und alle ander ampt des selben tages Johann v. Neumarkt
2,503 K. M15.jh. zuͦ den selben gottlichen ziten, so die göttlichen empter wurden volbracht Kiburger
stretlinger chr. 85 B. 1463 am palme sundage na dem ambachte der hilligen myssen
lüb. urkb. I 10,325. 1584 welche in hayligen sonn- und feyrtägen die hayligen gottesdienst, ämbter, meßen und predigen .. nit besuechen
württ. ländl. rechtsqu. 1,629 W. ⟨1672⟩ die leiche alsobalden christlich bestatten und deren seelen die gewöhnliche aembter nachhalten zu lassen Grimmelshausen
Simplicissimus 3(1713)457. 1787 in der sixtinischen capelle war amt wo die kerzen geweyht werden Goethe
IV 8,158 W. 1878 da ist, wie schon das amt beginnt, / kein ministrant zur stell’ Keller
2,1,174 F. ⟨1987⟩ gestärkt durch das heilige amt G. Mann
Lavalette (1989)27. DWB2–
insbes. hochamt, feierliche gesungene messe, nhd. öfter verdeutlichend hohes amt ⟨u1200/10⟩ Gâwâne ein bischof messe sanc. / .. der künec
[]Artûs selbe stuont, / dâ die phaffen daz ammet tuont Wolfram
Parzival 705,8. ⟨1314⟩ die cristen horten singen / got ain lobliches amt Johann v. Würzburg
14205 DTM. 1525 folgend auf das hohe ambt, abermals zweierlei messen
in: Luther
brw. 3,488 W. 1715 das jährlichen darfür gehalten werden 2 musicälische ambter und 4 mössen
chr. Sonnenb 1,108 H. ⟨1835⟩ manchmal höre ich am sonntag da auch das hohe amt oder die vesper mit großem orchester B. v. Arnim
3,321 Oe. 1905 ich war heute zum erstenmal in Notre-Dame; sie sangen ein kleines amt Rilke
br. 1,257 S.-R./S. 1983
Duden, universalwb. 66c. DWB2β
vereinzelt vom protestantischen abendmahl(sgottesdienst): 1547 das ampt .. des heiligen abentmals .. wirdt also gehalten Honterus
ausgew schr. 115 N. hs.1704 der pfarrer zu Panckow soll .. alle viertel jahr das volle amt halten
entscheid. cölln. konsistorium 76 B. 1809 als ich am sonntag das amt austheilte Schleiermacher
brw. mit seiner braut 2364 M. 1861 das amt halten,
das abendmahl austheilen W. Hoffmann
wb. 1,131b. DWB2b
in erweitertem gebrauch für gottesdienstliche handlungen des alttestamentlichen judentums und anderer religionen auch für nichtkirchliche kulthandlungen: ⟨A12.jh.⟩ den ewartin, .. / di dir dagis undi nahtis plagin gotis ammihtis
lob Salomons 12,4 M. ⟨u1300⟩ diz amt .., / daz wir
(Römer) zu rechte in
(den göttern) schuldec sin
passional 671b K. ⟨M14.jh.⟩ diser meister
(Zacharias) gieng in das heilig der heiligen allein, .. und er solte das grosse priesterliche ampt tuͦn Tauler
164 DTM. 1582
(in der fastenzeit) seind sie
(Türken) gar andaͤchtig vnnd geflissen, sich bey den gebetten vnnd aͤmptern zuͦfinden Rauwolf
raiß (Lauingen) 368. 1753 man weiß nicht, zu was vor einer glaubens-art sie
(religiöse schwärmer) sich bekennen; jedoch .. daß sie, nach gemachten convulsionen, das ammt halten
in: Buchner
rel. (1925)257. 1762 daß die hohenpriester diese kleidung blos, um das amt zu pflegen, in dem tempel tragen durften Hagedorn
mahlerey 1,230. DWB2B
jmdm. übertragene position mit festem aufgabenbereich innerhalb einer bestimmten ordnung, stellung, stand, rang. DWB21
dienststellung, stelle, posten, beruflich wahrgenommene funktion. DWB2a
stellung im umfassendsten sinne, nach aufgabe und wirkungsfeld stark differenziert; bis in die gegenwart bezeichnet amt
vor allem eine position mit weitreichenden vollmachten, verbunden mit einfluß und ansehen, bes. im kirchlichen (vgl. priesterliches amt,
jünger geistliches amt
), im staatlichen und kommunalen bereich (vgl. gemeines amt, öffentliches amt
u. ä.); daneben kann es in älterer zeit auch für eine stelle mit engem pflichtenkreis stehen. anfangs liegt meist ein persönliches dienstverhältnis zugrunde (daher formelhaft amt und dienst, amt und beruf, amt und befehl,
doch vgl. C 1 b
), im lehnswesen als funktion bei hofe bzw. als sachwalterschaft für den grundherrn: ⟨790/802⟩
(in omnibus) officiis ambahtim
(monasterii) benediktinerregel 53 S. u830 tho quad ther sculdheizo ..: uuaz tuon ih, uuanta min herro arfirrit fon mir min ambaht?
(Luc. 16,3) Tatian 2108,2 S. 10.jh.
episcopatum ampahti
(apostelgesch. 1,20) ahd. gl. 1,741,49 S./S. ⟨u1120/30⟩ daz ambit lech er dem schenchen
milst. genesis 82,3 D. ⟨u1250/72⟩
(von den fürsten am kaiserhof) muoz der
(der eine) marschalc sîn, der
(ein anderer) dáz ambet üeben, der dáz Berthold v. Regensburg
2,99 P./S. 1331 di sich der gemeinen ament / vur di ander czucken an Tilo v. Kulm
3754 DTM. 2.h14.jh. so welcken ratman de ratmanne kesit to eneme ammete
norddt. stadtrechte 1,117 LGF. ⟨1414⟩ in dem ammechte der vogedie was he strenge
(Lüneb ) chr. dt. städte 36,54. 1418 sin priesterlich ampt .. mit gotz dienste besorgen vnd bewarn
d. geschichtsfreund 2(1845) 194. 1526 ob er
(ehemaliger mönch) mocht ettwa zum dienst vnd ampt komen
(als gärtner) Luther
brw. 4,176 W. 1532 ich hab .. die Augspurger und Schwaben
(im heer) mit ämptern vnnd beuelh
(gehobenen dienstgraden) wolbedacht Schertlin
br. 11 H. 1643 thut nicht als ob ewer geistlich ambt vber gottes gebott seye Moscherosch
cura 38 HND. 1643 eines jeden beruff vnd ampt, vnd was demselben anhanget
ebd. 35. 1759 an grossen höfen wird das amt
(des marschalls) mit mehreren personen bestellet, und dem obermarschall ein hof-marschall .. zugeordnet
Chomel, lex. 6,572. 1829 das amt eines ordentlichen professors der philosophie W. Grimm
in: beziehungen z. Hessen 1,404 S. 1876 nie-
[]mand hat einen anspruch darauf, im staatsdienst angestellt zu werden und ein öffentliches amt zu erhalten Laband
staatsrecht 1,156. 1936 beim kuraten, der neben seinem geistlichen amt eine kleine pension betrieb Mumelter
skibazillus 85. 1990 nach den wahlen für das höchste amt der exekutive
berl. ztg. (10./11.11.)3f.
in der paarformel amt und würde(n), ämter und würden,
häufig seit dem 19. jh., vielfach ironisch: ⟨v1022⟩ uuaz unêrôn ambaht unde uuirde gebên dien ubelên?
(quantum dedecus malis adiciant dignitates) Notker
1,157 ATB. 1296 ze chainem manne, swaz amptes oder swaz wirde er habe
corp. altdt. originalurk. 3,456 W. ⟨v1543⟩ ob jhr wider parthey in grossen würdenn vnnd aͤmptern gewest Perneder
process (1544)97a. 1786 manchem erwachsenen, in amt und würden stehenden knaben J. G. Müller
Emmerich 1/2,349. 1899 er .. ist dann in seiner vaterstadt Hamburg zu amt und würden gelangt
lit. echo 1,1213. 1905 die noch nicht über ämter und würden verfügten Stilgebauer
Krafft (1904)4,99. 1974 im briefmarkenklub, wo Karl Blum als kassier in amt und würden war Kauer
schachteltraum 45. 1990 die politisch-moralische verantwortung .. haben die damals in amt und würde stehenden .. zu tragen
berl. ztg. (17.7.)7d. –
amt und brot stellung als quelle von einkünften: 1712 solche liberti
(als günstlinge römischer kaiser) .. mochten manchen vom amte und brodte geholffen haben Marperger
natur-lex. 737. 1821 die verdammte sucht zu reisen hat mich um amt und brot gebracht E.T.A. Hoffmann
13,82 G. 1914 die .. nichts anderes wollen als auf kürzestem wege amt und brot und bequemes leben erjagen
grundschr. jugendbewegung 130 K. 1991 wer ist befugt, jemand anderen .. aus amt und brot zu vertreiben?
d. zeit 6,9d. DWB2b
von a
her mit erweiterter gebrauchssphäre. DWB2α
übertragen auf die stellung, rolle fürstlicher personen, die als von gott beauftragte gelten: 10./11.jh.
(quando eorum [der könige]) felicitas rihtuom ambaht
(perpetuo perdurat) ahd. gl. 2,77,47 S./ S. hs.15.jh. verwyeß din furstlichs ampt / so das dich nit verdampt / die urteyl sinr
(gottes) gericht
mhd. minnereden I 10,1011 DTM. 1541 warumb haben die fuͤrsten vorzeiten etliche keiser abgesetzt, so doch das keiserliche ampt von gott ist Luther
w. 51,555 W. ⟨v1624⟩ ob du gleich ein könig wärest, so ist doch dasjenige unter dir nur deinem amte, und nicht dein eigen Böhme
theosophia (1730)17,184. ⟨1783⟩ das amt, wozu er
(fürst) bestimmt ist Herder
31,550 S. 1962 ich weiß, wohin dies reich und mein amt mich
(zar) entführen Marg
Demetrius 2,140. DWB2β
eine mit bestimmten aufgaben verbundene stellung, rolle (in nichtdienstlichem, privatem bereich) charakterisierend: 1472
(gott) hat gepraucht des amptes eins rechten, guͦtigen vaters Eyb
dt. schr. 1,41 H. 1537 das du dich .. hast .. gebraucht eins ampts eines rechten waren fründs Hug
rhetorica 30a. 1643 wie ein grosses vnd schweres ambt ist es, vatter und mutter sein Moscherosch
cura 84 HND. ⟨1822⟩ so rauh übst du
(könig Aietes) des wirtes gastlich amt? Grillparzer
55,23 S. 1957 Stanislaus wurde in das amt eines wundertäters hinaufgerissen Strittmatter
wundertäter 1,64. DWB2c
in geläufigen verbindungen. DWB2α
von den zahlreichen verbalen fügungen mit amt ‘
stellung, posten’
treten einige aufgrund ihrer gebrauchshäufigkeit als usuelle, relativ feste verbindungen hervor: seines amts pflegen: ⟨1060/5⟩ daz er
(mundschenk) sines ambahtes phlage
wiener genesis 3965 ATB. hs.A14.jh.
(priester,) der sines amptes rechte phlit
kl. mhd. erz. III 82,136 DTM. 1642
(die beamten) sollen .. jhres ampts nach der sachen gelegenheit dabey pflegen Reyher
ber. H 1b. –
eines amts entsetzen, entheben: u1250 de bischop van Hildensim unde de van Palborne worden untsat eres ambechtes
sächs. weltchr. 183 MGH. 1561
(kaiser Valens) ir
(der christen) vil straffet, martert und plagt, / der ämpter entsetzt, deß lands verjagt Sachs
11,343 LV. 1858 einen seines amtes entheben Wurm
wb. 1,233b. ⟨1948⟩ er
(Pilatus) war seines amtes entsetzt worden Lernet-H.
graf v. St.-Germain (1963)51. 1989 der .. präsident hat .. den vorsitzenden ..
(der regierungspartei) seines amtes enthoben
berl. ztg. (30./31.12.)5f. –
ein amt verrichten, versehen (s. auch C 1 a
), verwalten, bekleiden: ⟨u1300⟩ swelhe wol verrihtent ir ambet ûf erden Hugo v.Trimberg
795 LV. 1517/50 sie verwalten kain besonder ampt
(Nürnb.) chr. dt. städte 11,796. ⟨1541⟩ tagloͤner vnnd arbeyter, denen nitt gezimbt einich magistrat noch ampt zuuersehen Boner
Plutarch (1555)1,51a. 1616 es ist gar hart .. sein ampt also zuuerrichten, das man im geringsten nicht fehle Henisch
t. spr.1,67. 1741 nachdem er zuvor andre sehr wichtige aemter bekleidet Gottsched
Bayle, wb. 1,409. ⟨1883⟩ der .. das amt eines vogts oder schultheißen verwaltete
[]Fontane
ges.-ausg. [1925] I 3,532. 1969 für die dauer kannst du das amt hier nicht nebenbei versehen Kühn
stadtpfeifer 164. 1988
(er) bekleidete dieses verantwortungsvolle amt Genschorek
Munthe 61. –
des, seines amtes walten, historisierend im 19.jh. wieder aufgegriffen: ⟨u1330/40⟩ des lîz er ûf daz eine amt, / des er in Prûzinlande wîlt Nicolaus v. Jeroschin
kronike 17088 S. ⟨1839⟩ o schenk! frisch walte des amtes Geibel
1,99 S. 1988 nun kann der henker seines amtes walten Pieske
traumfrau 74. – eines amts warten (vgl. 1DWB 13,2142 f.), älter seinem amt auswarten: 1376 ein ampman schol seinem ampt auszwarten
in: DRW 1,547. 1522 hat yemand eyn ampt, so wartte er des ampts
(Röm. 12,7) Luther
bibel 7,66 W. 1584 das ich .. allain meinem beuolhnen ambt vnd der haußwiertschafft außgewart Ferdinand II. v. Tirol
speculum 8 HND. 1668 warte des ampts, das dir auffgetragen worden Reyher
thes. 2,5046. ⟨1878⟩ da der theuere und getreue mann nicht lang mehr selber seines amtes werde warten können Storm
5,117 K. – einem amt vorstehen (vgl. 1DWB 12,2,1665 f.): 1557
(d. bergmeister) bestimpt .. allen denen, die einem ampt vorstendt, gwüsse bsoldung Bech
bergkwerck 70. 1741 er stund seinem amte .. mit der größten wachsamkeit vor Gottsched
Bayle, wb. 1,558. 1861 er steht seinem amt gut vor W. Hoffmann
wb. 1,131a. DWB2β
im amt (älter am amt, bei dem amt
), meist prädikativ in verbindung mit sein, stehen, bleiben ‘
eine funktion (weiter) innehaben’,
überhaupt ‘
amtieren’: ⟨1235⟩ das vnse hof habe einen houerichter .. der sal bi dem ammechte bliben zcum mynsten ein iar
corp. altdt. originalurk 1,17 W. 1391/9 di .. schepen bi und in deme ambachte vorder nicht wen dri jare scolen beherden ofte bliven
berl. stadtb. (1883) 85. 1466 alldewile sie an solichen ampten sint
strassb. zunft-verordn. 275 B. 1517/50 das .. ein ieder
(bürgermeister) acht und zwaintzig tag im ampt und regiment gewesen ist
(Nürnb.) chr. dt. städte 11,790. 1723 männer die in aemtern stehen Löber
studente 90. ⟨1877⟩ da er doch .. noch nicht gar lang im amte stehen könne Storm
4,314 K. 1911 dieser beamte bleibt im amt Bahr
austriaca 85. 1990
(der) minister .. ist jetzt seit drei monaten im amt
berl. ztg. (23.1.)2b. –
so auch von kollektiva (vgl. F 1
): 1540 von der kirchen werden sie streitten, kirch heiß auch den gottlosen hauffen, der im ampt ist Melanchthon
in: Luther
brw. 9,23 W. 1898 so lange dieses ministerium im amte sei Bismarck
gedanken (1920)1,348 va. 1990 der alte landtag wird noch bis anfang april im amt bleiben
berl. ztg. (12.12.)2d. –
attributiv im amt ‘
in ausübung einer bestimmten funktion’ 1517/50
(drei personen,) unter welchen der eltist im ampt den namen eins kriegsherrn fürt
(Nürnb.) chr. dt. städte 11,797. 1774 er war mein vorfahr im amte Goethe
Werther 1,34 ak. 1889 seinen nachfolgern im amte
b. d. erfindungen 87,565. 1924 meine vorgänger im amt Federer
wander-gesch. 226. auch: 1990 er steht jetzt unter dem verdacht der strafvereitelung im amt
berl.ztg. 73,4f. DWB2d
in sprichwörtlichen redensarten reich bezeugt, vgl. auch Henisch
t. spr. (1616)1,68 f., Lehmann
florilegium (1662)1/2, 17 ff., Wander
sprichw.-lex. 1(1867)69 ff. u. 5(1880)752 ff., Lipperheide
spruchwb. 18: 1514 alle ammet smittet Tunnicius
21 H. 1531 kein ampt so klein, es ist hengens werdt Luther
tischreden 1,12 W. 1605 empter geben kappen, das ist, man geneust jhrer wol Petri
weissheit Z 3b. ⟨1746⟩ das amt macht wohl satt; aber nicht allemal klug Gellert
(1769)3,269. 1808 wem gott ein amt giebt, dem giebt er auch verstand Schleiermacher
brw. mit seiner braut 2127 M. 1992 wenn das wort „wem gott gibt ein amt, dem gibt er auch verstand“ seine richtigkeit hat
berl. ztg. (4./5.7.)4e. DWB22
stand, rang innerhalb einer gegebenen, von gott eingerichteten ordnung, auch status: 9.jh.
(ille sanctitatis) habitus ampacti
in: PBB 52,163. ⟨u1200/10⟩ von schildes ambet
(ritterstand) man dich schiet / und sagte dich gar rehtlôs Wolfram
Parzival 7524,24 L./H. ⟨M13.jh.⟩ diu mûs hât ein vil swachez amt, / si ehert
(sammelt ähren) in ein fremdez loch Marner
123 S. 1378 welchen man man zeichet vncleich an gebuͤrt oder an amte
stadtrechtsb. Sillein 70b P. 1528 yede jherarchey ist ferrer geordent in drey englische ambt
(rangstufen) Berthold v. Chiemsee
theol. 157 R. ⟨1531⟩ dz die hencker, büttel, schergen, landtsknecht eyn seligen guͦten standt oder ampt haben, so sie sich recht darinn halten Franck
zeitb. (1536)2,173b. ⟨1644⟩ der keyser .. soll auff beyde ampt sehen ..: daß die im wehr-ampt rüstig .. seyn: vnd die im nehr-ampt redlich handlen Moscherosch
gesichte (1646)4,98. DWB23 DWB2
amtsgewalt, mit einer dienststellung verbundene befugnisse und rechte: ⟨u1290⟩ sît er
(d. alte im schachspiel) von ampt
[]und von gewalt / unzuht und kriege rihten sol Heinrich v. Beringen
10249 LV. v1475 so mag der sone anruͤffen das ampt des richters Eyb
dt. schr. 1,XLVII H. 1520 den ordinarien yhr recht und ampt widderstatten, solch lehen zuvorordenen Luther
w. 6,428 W. 1799 freylich kann in solchen fällen der reichsfiscal seines amtes sich bedienen Berg
hdb. policeyrecht 1,104. ⟨1901⟩ so machte der richter vom amte gebrauch und ließ den burschen festnehmen Rosegger
ges. w. 6(1914)107. DWB2–
biblisch (im anschluß an Matth. 16,19) amt der schlüssel
kirchliche befugnis, zu lösen und zu binden, ermächtigung zum vergeben der sünden (vgl. schlüssel 3
1DWB): 1530 einen .. text, da Christus selbs der schluͤssel ampt also fasset, das du nicht feilen kanst, wo du dem folgest Luther
w. 30,2,501 W. 1642 vor dem fünfften stück des catechismi, nemlichen der absolution oder ampt der schlüssel Reyher
ber. B 2a. v1811 da man doch von der idee des priesterthums und des amts der schlüssel zurück kömmt
F. Nicolai
nachlaß 112 G. DWB2a
als teil adverbialer fügungen, bes. der rechts- u. verwaltungssprache entsprechend lat. ex officio;
nachdrücklicher auch tragendes amt
mit passivisch gebrauchtem part. präs. von tragen
(s. 1DWB 11,1,1,1118); vgl. noch aus tragendem amt
DRW 1,548. DWB2α
von amts wegen aufgrund einer bestimmten dienststellung und der an sie geknüpften befugnisse, rechte und pflichten (vgl. wegen
präp. 2 f
1DWB); anfangs (14.–16.jh.) öfter mit poss.pron. (vereinzelt auch dat. plur. ⟨1324/30⟩ von iren amten wegen
statuten dt. orden 147 P.); die (grammatisch unberechtigte) schreibvariante von amtswegen
(meist mit großschreibung des a
) ist vom 15. bis ins 19.jh. und gelegentlich noch im 20. jh. üblich; daneben (vor allem im 17./18.jh.) verkürztes amts wegen, amtswegen: ⟨14.jh.⟩ deme
(kaiser) ist gesazt von sines ammechtis wegen, daʒ er den stul zu Rome beschermen sal
sächs. weichbildrecht 1,219 D./G. ⟨1435⟩ ein dechant, dem das von amptswegen zugebuͤret
chr. Bamb. 1,188 Ch. u1530 welich alt brüch, harkomen und gerechtikaiten er als ein pfleger .. ze rechtfertigen sich von amptz wegen underston wurde Watt
2,172 G. 1559 nun ich mich aber .. von meines ampts wegen pflichtig .. erkenne Mathesius
ausgew. w. 21,16 L. 1643 als ob solcher zorn .. auß .. christlichem eyffer, vnd ampts wegen geschehe Moscherosch
cura 32 HND. 1695 so giebt es ihnen
(den geistlichen) gelegenheit, dem fürsten amtswegen zu zureden, sein land von ketzern rein zu halten Stieler
zeitungs lust 240. 1742 ich verwahre den schlüssel dieser .. gruft, von amts wegen Bodmer
Milton, paradies 94 faks. 1847 der richter untersucht und straft in der regel von amtswegen Zimmermann
diebe 311 faks. 1926
(er) durchstrich in seinem tagebuch diejenigen stellen, welche er von amtswegen erfahren .. hatte Grogger
Grimmingtor 85. 1989 die möglichkeit .., nach herzenslust und dazu noch von amts wegen im leben anderer „herumschnüffeln“ zu können Berger
verjährt 11. – von offizieller seite, amtlicherseits, überhaupt von amtlichen maßnahmen unabhängig davon, ob sie von einer einzelperson oder von einer behörde (s. F 1
) als rechtsinstanz verfügt wurden: 1502 das man hin für niemant gen Bamberg
(vor die geistlichen gerichte) von amptz wegen .. laden solt
(Nürnb.) chr. dt. städte 10,285. 1633 als werden die schmachwort zufordrist beederseits von ambtswegen ufgehoben
strassb. tucherzunft 266 Sch. 1870 hatte der decan .. dem disputirenden zwei opponenten von amtswegen bestellt Haym
schule 676. 1991 da .. über kindesunterhalt ohne antrag von amts wegen entschieden wurde
berl. ztg. (20.6.)37e. DWB2β
seines amts, tragenden amts halben, halber, auch tragendes amts halber
aufgrund seiner dienstbefugnisse: 1487 das einem rat .. seins ambts halben gebüre, fursten, graven und herren herberg ze geben
(Nürnb.) chr. dt. städte 11,529. 1573 so wissen wir auch tragenden ambts halben .. ernste straffe fuͤr zu wenden
hochzeit-ordn. Bresl. C 4a. 1660 wann einer tragendes ampts halber dem gemeinen besten zu schutz und gutem, etwas anzubringen Schupp
streitschr. 2,123 HND. 1787 ich
(kaiserl. notar) .. wolle tragenden und beschwornen amts halber ..
westphäl. magazin 3,600 W. daneben zusammenrückung und als solche fortlebend, s. amtshalb, amtshalben, amtshalber. DWB2γ (
aus, in) kraft seines (tragenden) amtes (s. kraft II 15 c, d
und e
1DWB): 1499/1500 was der bergkmeister .. auß krafft seines ampts tzu thun hat
qu. wirtschaftsgesch. Mitteldtld. (1952)4,113. 1520 als auch ietz der babst an statt sant Peters in krafft seins ampts zu begeren .. hatt vnd vß zuͦ teilen Murner
6,104 Sch. 1673 als er nun krafft seines tragenden ampts .. zu dem gubernator .. einer nahe gelegenen guarnison geschickt wurde Grimmelshausen
simpliciana 209 Sch. 1742 die kayser und könige .. krafft ihres höhesten gewalts und obrigkeitlichen hohen amts und rechtens Bürckhle
process 1,301. 1925 die örtlichen preisprüfungsstellen, wenn sie sich nicht „kraft des amtes“
[]in fremde dinge einmischen wollen
gemeinde 2,6 F. 1993 sollte nicht gerade sie
(parlamentspräsidentin) kraft ihres amtes die einhaltung der demokratischen spielregeln .. fördern?
berl. ztg. (3.2.)26d. DWB2b
in den wendungen jmdm. ins amt greifen, fallen in jmds. kompetenzen eingreifen, sich befugnisse anmaßen, die einem andern zukommen: 1512 so ir nun das vil besser kindt / vnd gryfft mir in myn ampt hin yn, / so wil ich nym zunfftmeister syn! Murner
3,142 Sch. 1532 da mit felt er dem richter jnns ampt, welchem geburt zustraffen
(nachschr.) Luther
w. 32,391 W. ⟨1668⟩ wird auch also der obrigkeit in ihr ampt gegriffen Praetorius
Blockes-berg 111 faks. 1827 nimmermehr / fällt er
(Hephästos) Heben ins amt, / und schenkt geschäftig in der versammlung / den lieblichen nektar Heine
1,188 E. ohne dat.: 1989 uns dienern der kirche kommt es nicht zu, in ein uns fremdes amt zu greifen Zimmermann
weinberg 41. DWB2C
aufgabe, auftrag, verpflichtung. DWB21 DWB2
jmdm. übertragene oder zukommende aufgabe, pflicht, obliegenheit: ⟨790/802⟩ des unseres theonostes ambaht
(nostrae servitutis officia) benediktinerregel 16 S. ⟨1200/20⟩ ich hân mîn ambet
(aufgabe der bekehrung) güebet wol / an dir, als ich von rehte sol Otto II. v. Freising
Barlaam 6851 LV. ⟨u1375⟩ daz ampt den durftigen genuk zü tun vnd fur sie zü piten ist ir bevolhen Johann v. Neumarkt
3,318 K. 1549
(musikliebhaber, der) solchs auch selbs .. mit setzen oder componiren .. neben fuͤrstlichen geschefften vnnd ambten .. beweyset Forster
liedlein 113 HND. ⟨1626⟩ ich wil der furien ampt an mich nehmen Opitz
Argenis (1644) 1,440. 1729 viel hunde sind erhitzt, daß sie ihr amt
(bei der jagd) vergessen, / und das gefangene aus mord-begierde fressen Henrici
ged. (1727)2,98. 1912 die heutigen kirchen erfüllen ihr amt nicht Bahr
inventur 79. 1936 in einer zeit, in der Deutschland keine dichter hatte, übernahm das amt der dichtung an der nation ein historiker Klepper
schatten (1967) 212. DWB2–
einmalige aufgabe, auftrag: 11.jh.
(praefectus istis imminens) negotiis ambachtin
(befehle zur vernichtung der christen) ahd. gl. 2,481,41 S./S. (vgl. ahd. wb. 1,320). ⟨u1300⟩ ein richer burger sich do bot / zu dem selben amte
(Ambrosius zu fangen) passional 244a K. ⟨v1605⟩ ein böß ambt thet ich jetzt krigen, / daß ich auff die frau sehen sol Ayrer
d. ä.
5,2911 LV. 1800 sie
(Questenberg) seh’n nun selbst, welch ein gefährlich amt / es ist, das sie vom hof mir
(Octavio Piccolomini) überbrachten Schiller
12,78 G. ⟨1928⟩ da ich .. ohne einsatz nicht spielen will, bekomme ich das amt, die uhr zu handhaben Weisz
Boëthius (1969)100. – aufgetragene verrichtung, tätigkeit, auch ‘tun, handeln’ überhaupt (unabhängig von einer arbeitsaufgabe): hs.A11.jh. unmanic uuerhman, der sin ambahte so irfulle, so iz gote liche
ahd. sprachdenkm. 168 S. ⟨u1250/72⟩ sullen wir nû nihtes niht ze amte hân
(am feiertag) weder niendert varn noch ander dinc tuon ..? Berthold v. Regensburg
1,268 P./ S. 1504 solche amachte
(werke) der myldikeyt vnnd barmhertzykeyth
legenda Hedwigis G 4d. ⟨u1640⟩ da ist dann .. sein tägliches ampt nichts anders als trincken vnd truncken machen Moscherosch
gesichte (1646)1,241. 1720 ich hatte kein vergnügen an dem orte
(London) noch einiges amt darinne, und also nichts zu thun Vischer
Robinson Crusoe (Leipz.)2,13. 1872 wenn die kritik ein ernstes amt
(eine ernstzunehmende tätigkeit) sein soll Anzengruber
ergbd. 31,162 B. DWB2a
in verbalen fügungen. etwas ist jmds. amt ‘
etwas obliegt jmdm., ist seine sache, aufgabe’,
vor allem von handlungen in der form jmds. amt ist (es), etwas zu tun: ⟨u1200⟩ nû sage mir waz dîn ambet sî Hartmann
Iwein 6489 B./L. hs.15.jh. ich
(frau Aventiure) kan uͤch nit mer gesagen, / min ampt daß ist: ich sol es clagen
mhd. minnereden I 1,1046 DTM. 1517/50 des statrichters ampt ist, die ergangnen urthail zu volziehen
(Nürnb.) chr. dt. städte 11,801. 1649 es ist sonderlich eines poeten ambt, seine kunst bey den gemählen anzubringen Harsdörffer
gesprächsp. (1614)8,94. ⟨1872⟩ nicht kämpfen ist mein amt Anzengrubger
39,230 B. 1984 ob das
(blumenpflege) denn nicht Anjas amt sei Krausz
vergnügen 37. –
etwas ist (nicht) seines amtes ‘
etwas obliegt ihm (nicht), ist (nicht) seine aufgabe’,
auch (bes. bei verneinung) mit deutlichem bezug auf die an eine pflicht geknüpften rechte (vgl. B 3
) ‘etwas kommt ihm (nicht) zu’ u1466 ditz ist nit deins ampts. das du brennst das wairauch dem herren
(non est tui officii, 2. chr. 26,18) 1. dt. bibel 6,209 LV. 1533 was deines ampts nicht ist, da las deinen furwitz
(Sir. 3,24) Luther
bibel 12,158 W. 1626 es were eweres amptes .., daß jhr dieses dem könige enthieltet Opitz
Argenis (1644)1,151. 1732 dabey
[]vergäß ich bald, was meines amtes wär Henrici
ged. (1727)3,329. 1869 es ist nicht meines amtes, meine contrasignatur unter privatverträge des königs .. zu setzen Bismarck
reden 4,135 K. 1991 die administration muß .. tun, was ihres amtes ist – sinnvoll organisieren und notfalls eingreifen
berl. ztg. (8.4.)2. –
sein amt, ein amt verrichten, versehen ‘
eine aufgabe erfüllen’ (zum älteren gebrauch ‘
eine position ausfüllen’ vgl. B 1 c α
): ⟨1611⟩ dass eur hausshaltung glücklich sei, / .. dass jedes sein ampt recht verricht Spangenberg
anbindbr. 46 LV. 1742 laß uns den tod suchen, oder .. sein amt mit eigener hand an uns selber verrichten Bodmer
Milton, paradies 490 faks. 1851 mit denen, die darin
(in den blättern) das amt der kritik versehen Hebbel
III 4,263 W. 1931 die im geiste wirken, wollen .. zuerst dem geiste dienen, wenn anders sie ihr amt wahr und echt versehen Breysig
seele 278. DWB2b
in paarformeln. amt und werk (auch bei personifizierung, vgl. unten 3
): ⟨M14.jh.⟩ ein ieklich teil der lider die hant ir sunderlich amt und werk Tauler
177 DTM. 1491 das die maister .. emsiklichen volendint ir empter und werck Oesterreicher
Columella 1,48 LV. 1691 solches
(lautlehre) aber der prosodie amt und werk ist Stieler
lehrschr. 3. 1740 diese
(kunstlehrer) haben als ihr ammt und werck auf sich genommen, die regeln .. zu prüffen Bodmer
in: Breitinger
dichtkunst, vorr. ) (5b. – in den wortpaaren amt und befehl, amt und beruf, im unterschied zum gebrauch unter B 1 a stärker den erteilten auftrag, die berufung zu einer aufgabe betonend (namentlich vom wirken des geistlichen): 1523 das sy
(priester) andere im wort zu weysen vnd leren ein ampt vnd befelch haben Bucer
I 1,327 S. 1575 in einem .. büchlein, .. da ich von der obrigkeit amt und beruf handle Truber
br. 520 LV. 1870 das ist Johannis amt und beruf, dem herrn den weg zu bereiten Uhlhorn
pred. sonntage 1,36. DWB22 DWB2
durch höheren ratschluß auferlegte pflicht, aufgabe, ethische verpflichtung, (natürliche) bestimmung: ⟨v1022⟩ nû ŝvochent .. die gûoten summum bonum .. mit temo ambahte dero tugedo
(summum bonum .. boni .. petunt naturali officio virtutum, durch die natürliche verpflichtung zur tugend) Notker
1,256 ATB. hs.E14.jh. zuͦ was ambahtes er
(mensch) von gotte geruͤffet si
in: Tauler
176 DTM. ⟨1517⟩ ain buͦch von den aͤmpteren der gebuͤrlichenn wergk .. zuͦ latein officia genaͤnt
in: Schwarzenberg
Cicero (1535) 15b. ⟨v1624⟩ daß er
(mensch) sich selbst recht lerne erkennen, .. was er sey? .. was sein amt sey? Böhme
theosophia (1730) 2,1 faks. ⟨v1769⟩ das allgemeine amt des menschen besteht also darinne, diese pflichten .. aufrichtig zu erforschen Gellert
(1769)6,265. 1919 da er
(Nietzsche) einem amt und einer aufgabe zu leben habe, das leben eines .. einsiedlers führen müsse R. Huch
sinn 204. ⟨1952⟩ hatte er
(Rousseau) da nicht das amt, noch einen letzten stein zum bau
(seines lebenswerks) zu tragen? Feuchtwanger
[1959] 8,127. DWB2–
eigenschaft, natürliche anlage (auch von sachen, vgl. unten 3
): hs.13.jh. (daz du mennesco vverdes. vnde allu du offitia der menneslichun natura)
gl.: ammet hvmane nͤ. (.. an dir habest) Williram
in: zfda. 28,237. ⟨u1210⟩
(allegorisch ) ir cleider waren uf geleit / mit vierhande richeit / und was der vierer iegelich / in ir ambete
(eigenart) rich Gottfried
4566 R. ⟨1537/8⟩ wie der wein ein art und ampt in im hat wie ein tugent Paracelsus
I 12,235 S. 1572 sol der fuchs gaͤnßhuͤter sein, / so macht ers, daß sein ampt erschein / vnd daß man jm kein danck drumb weiß Fischart
2,286 DNL. DWB23 DWB2
auf unpersönliches bezogen, teilweise wohl personifizierung voraussetzend; aufgabe, zweckbestimmung von sachen (auch gliedmaßen, sinnesorganen u. ä.), erscheinungen, abstrakten größen: ⟨v1022⟩ kot habet alle zîte
(jahreszeiten) gezeichenet. unde gefûoget ze iro ambahten Notker
1,50 ATB. ⟨u1120/30⟩ der minist uingir hat dehein ambit andir, / wan .. daz er in daz ore grubilot
milst. genesis 6,2 D. ⟨1276⟩ seht irst wes die ougen pflegen, / merket ir ampt und ir art Brun v. Schonebeck
2431 LV. 2.h14.jh. des gebettis ambaht ist sv́nderliche, das ez den menschen erlúhte ze gottis erkantnisse
franziskan. schrifttum 1,231 R. 1472 desselben mundes sein zwey ampt; die speys .. damit zuempfahen vnd zureden Eyb
dt. schr. 1,43 H. ⟨1531⟩ sie werden essen, vn̄ nit sat werden. das ist, die speiß wirt jr ampt nit verbringen Franck
zeitb.(1536)1,286a. ⟨1647⟩ daß der buchstaben ambt ist, den ton vn̄ den klang der wörter zu bilden Harsdörffer
trichter 1(1650)40. 1754 von je her war der weisheit amt, die schoenheit / mit geist zu schmyken Wieland
I 2,205 ak. 1840 bald haben wein und
[]schlaf ihr amt vollbracht Grillparzer
58,55 S. ⟨1882⟩ dein
(der alten brücke) bogen .. / steht manch jahrhundert außer amt C.
F. Meyer
1,122 Z./Z. DWB2–
der zweckbestimmung entsprechendes funktionieren: ⟨u1185⟩ sîniu ôren und diu ougen / begunden ir ambetes lougen Hartmann
Erec 9215 ATB. ⟨E13.jh.⟩ daz
(durch den tod) die vunf sinnen vorliesen ir amecht
altdt. pred. 1,30 Sch. 1343/9 daz der sterne diz amacht tete
(die drei könige leitete) und doch bestunde an dem firmamente
dt. mystiker 1,48 P. 1504
(ein mädchen) vyerdehalb iar das amecht der czungenn .. gentzlich hatte vorlorenn
legenda Hedwigis AA 6c. 1669 ein solch grausen .., daß ich deß ampts meiner sinne beraubt wurde Grimmelshausen
Simplicissimus 22 Sch. DWB2D
beruf, gewerbe, handwerk. DWB21
an C 1
anschließend; bestimmte verrichtungen und fertigkeiten voraussetzender aufgabenbereich, beruf, geschäft: 10.jh.
negotium ampaht
(quod ante conversionem sine peccato exstitit [Petrus als fischer]) ahd. gl. 2,298,29 S./S. (vgl. ahd. wb. 1,316). ⟨u1185⟩ dâ was aller künste kraft, / von allen ambeten meisterschaft Hartmann
Erec 2157 ATB. ⟨1279/98⟩ dhe
(kriegsleute im frieden) mosten zo dhem pluge widher / und ir ampht uben sidher
braunschw. reimchr. 6491 MGH. ⟨A15.jh.⟩ so saget mi, /wat juwer beider ammecht si, / darto juwe kunst
(pseudo-)Gerhard v. Minden
fab. 100,38 S. 1599 daß er .. vergisset aller muͤhe vnd arbeit, die er in seiner handthierung oder ampt bekommen hat Ph. Nicolai
freudenspiegel 39 faks. 1699 ihr
(der gastwirte) ambt erfordert doch viel, und zwar sollen sie die gäst freundl. empfangen, dieselbe .. wohl halten Abraham a
s. Clara
etwas 1,618. 1784 mein clima ist das theater, .. und meine leidenschaft ist glüklicherweise auch mein amt Schiller
23,130 nat. 1892 doch sind .. mit dem amt des unternehmers eine reihe weiterer funktionen verbunden J. Wolf
sozialpolitik 1,434. DWB22
speziell handwerk: 1270 were einich knappe under den schorren
(tuchscherern) de syns amtz niet en kunde
in: Dirke
rechtsverhältnisse d. handwerks-lehrlinge (1914)42. u1305 welch man des hantwerkis unde des amechtes sich herin halden wil .., der muz alrest di innunge gewinnen
freib. stadtrecht 245 E. ⟨1488⟩ nemanth schall in desser stadt oven der gerwer edder schumaker ambacht
brand. schöppenstuhlsakten 1,24 S. 1515 vff ein zeit wonte ein kürßner zuͦ Berlin, der .. wz seins amptes seer kunstreich
Eulenspiegel 85 HND. 1607 he hebbe denn .. sin ambtt also gelehrett, dat er einem jeden borger sin arbeitt unnstrafflich maken kann
hamb. zunftrollen 273 R. 1755 niemand soll .. in klöstern, dörfern, oder bauerschaften, ein ampt treiben, haben und halten, es sey mit brauen, backen oder wasserley es sonsten seyn mag
samml. dorf- u. bauren-recht (1749)4,813. DWB2E
verwaltungs-, gerichtsbezirk, auch (vgl. Gutzeit
Livland, nachtr. [1886]34a) guts-, schloßgebiet; als besonderes territorium zunächst der von einem amtmann, vogt und seiner behörde (s. F 1
) verwaltete teil des landesherrlichen besitzes, dann auch territoriale einheit anderer art, landgut, gemeindeverband, ländlicher bezirk: 10.jh. that
(holz) ne geldet thero ambahto neuuethar
as. sprachdenkm. 21,10 W. ⟨u1120/30⟩ in iegelichem ambæhte sine stadele er
(Joseph) rihte
milst. genesis 87,11 D. ⟨E13.jh.⟩ dú recht, dú dc gotzhus von Engelberg het in dem ampte vnd in dien höven in Zürichgoewe
weist. 1,1 G. 1334 fuͤmfzich pfunt geltes die vns ire lewte gebent von der vogtay in dem ampt ze Frideberch
brixner urk. 2,1,604 S. ⟨1472⟩ in vnnsern steten, slossen, merckten oder ampten Albrecht Achilles
merck. buech 57 B. u1515 aichhorn fahen und alle klaine wild mag ieder vorster in seinem ambt hinlassen
öst. weist. 7,707. 1639 das land Wolgast hat das ampt vnd stadt Wolgast, sambt andren dazu belegenen gütern Micraelius
Pommer-land 1/3,211. 1722 in policeywesen ist ein amt ein gewisser bezirck zusammen geschlagener dörffer, auch wohl kleiner städtgen, so keine gerichtbarkeit haben Beier
handlungs-lex. 16a S. 1868 ein fähnlein .. fiel plündernd in die freien aemter ein Ranke
(1867) 3,259. 1925 die westfälischen landgemeinden und aemter
gemeinde 2,7 F. 1992 mindestens fünf gemeinden sollen sich
(in Brandenburg) .. zu einem amt mit mindestens 5000 einwohnern zusammenfinden
berl. ztg. (24.1.)21c. DWB2F
behörde, dienststelle. DWB21
verwaltungs-, rechtsbehörde, in älterer zeit vor allem die []unter einem vom landesherrn eingesetzten amtmann, vogt u. ä. tätige lokale behörde, die seine hoheitsrechte an ort und stelle wahrnimmt: ⟨u1285⟩ di gut, vnnd di vrbar, di zu meines herrn des herzogen von Bayrn ambt gehorend
samml. baier. bergrecht (1764)3b. 1396 also daz er demselben ampte gehorsam sie
d. geschichtsfreund 3(1846)259. 1463 das dieselbigen stedte vor alders zusammengeordent under einem amechte und vogte sind
qu. wirtschaftsgesch. Mitteldtld. 2,42 H. 1544 des rats geschworen ampt
(baukommission) wölichs seine sondre conditiones .. hat, die verfortailigung in den burgerlichen gepeuen zu verhieten
(Augsb.) chr. dt. städte 34,116. 1653 die höfe der fürsten, ihre kantzeleien, rathstuben, aemter, vögteien Rist
d. friedejauchtzende Teutschland 246. 1788 von dem rechnungswesen .., .. was zu dieser und jener art, besonders bey cammern und ämtern nötig ist Goethe
IV 8,345 W. 1854 ich erhielt vor amt und später noch privatim abbitte von seiten meines gegners Treitschke
br. 21,264 C. 1989 das verhältnis zwischen ämtern und bürgern muß entspannt werden
berl. ztg. (30./31.12.)11a. –
jünger in bezeichnungen von staatlichen, kommunalen dienststellen u. ä., auch als verkürzung zusammengesetzter benennungen: 1836 die schriftliche bestätigung des zollamtes hat auszudrücken: .. d) den zustand, in welchem die sendung von dem amte entlassen wird Ostrow
lex. öst. finanzgesetze 774. 1854 dem auswärtigen amt .. vorschläge zu machen Freytag
an hirzel 8 D. 1938 statistische ämter Muckermann
sinn 169. 1960 das amt für verfassungsschutz Böttcher
strandhafer 45. 1976 vom amt für jugendhilfe und heimerziehung Schneider
glück 68. 1990 die weitere planung für das neue bundespresseamt
(sei) ausgesetzt worden, .. dies sei der agentur .. in der spitze des amtes bestätigt worden
berl. ztg. (8.2.)5c. DWB22
sitz der behörde, amtsgebäude, büro; der in den frühen belegen anklingende lokale bezug tritt später deutlich hervor: ⟨1287⟩ vor welchi wir ime .. zwantzig mark silbers gülten
(entgelt) iärlichen uff dem ampt zu Katzwiler
(geben), acta imperii selecta (1870)357. 1464
(sie) sullen uns .. alle jare dreyssig guter reinischer gulden .. zu zinse geben und in unser ampt zu Coburg reichen
qu. wirtschaftsgesch. Mitteldtld (1952)5,59. ⟨1523⟩
(wer feueralarm gibt, dem soll) ain phunt pfening aus dem ambt geraicht und gegeben werden
öst. weist. 10,4. ⟨v1616⟩ weil aber die kälte so groß, .. sind die parteien ins amt beschieden worden Schweinichen
denkw. 537 Oe. 1795 der vater .. sei in’s amt gelaufen, um die flüchtigen verfolgen zu lassen Goethe
I 21,67 W. ⟨1895⟩ er
(landrat) ist drüben auf dem amt und kann jeden augenblick zurück sein Fontane
(1919)I 4,188 jub. 1986 die junge genossin auf dem amt Brüning
altweibersp. 38. DWB23
zentrale einrichtung zur vermittlung von telefongesprächen fernsprechamt; die ganze dienststelle mit gebäude, technischen anlagen und personal bezeichnend: 1895/8 infolgedessen wird ein geordneter betrieb bei aemtern mit 500 teilnehmern schwierig Lueger
lex. d. technik 7,627. ⟨1959⟩ eine schläfrige stimme: „ja, bitte, hier amt Denklingen“ – „hören sie mich, fräulein? hören sie mich?“ Böll
billard (1961)277. 1984 die gehenden und kommenden verbindungen mit dem öffentlichen netz (dem „amt“)
transpress lex. fernmeldewesen 17b. – das fräulein vom amt
telefonistin der vermittlungsstelle: 1934 es knackst .. im apparat, das fräulein vom amt war offenbar der meinung, nun sei es genug Geiszler
fräulein 215. ⟨1949⟩ „sprechen sie noch?“ erkundigt sich das fräulein vom amt Kästner
Lottchen [1968]134. 1992 früher .., als noch das fräulein vom amt ihre gespräche vermittelte
berl. ztg. (3.12.)27b.
hierzu wohl auch scherzhaftes irrtum vom amt! ‘
das stimmt nicht, das ist eine falsche annahme’,
vgl. 1956 Küpper
umgangsspr. 21,170b: 1961 du bist doch versetzt; irrtum vom amt Kuby
sieg 361. 1991 windmühlen können nur Holländer bauen –ein irrtum vom amt
berl. ztg. (21.8.)14a. –
direktverbindung zum fernsprechamt, amtsleitung: ⟨1959⟩ bitte würden sie mir das telefon auf amt stellen Böll
billard (1961)274. 1981 der logiker wählte; das amt war frei; der ruf ging ab; niemand meldete sich Fühmann
saiäns-fiktschen 32. DWB2G
verband von handwerkern oder gewerbetreibenden; in älterer zeit die übliche nd. und wmd. bezeichnung, sonst md. und obd. nur vereinzelt nachweisbar. DWB21
städtische organisationsform der zugelassenen meister eines []handwerks oder ausübenden eines gewerbezweiges, innung, zunft: ⟨1283⟩ ire gerechtikeite, dy sy bey irem ampte ader innunge der kremerey von alders haben
qu. wirtschaftsgesch. Mitteldtld. 2,12 H. 1397 vort so en sall sich gein meister zo anderen ampten of gaffelen verbinden
kölner zunfturk. 1,203 L. 1458 deme ampte der kremere
hamb. zunftrollen 50 R. 1542 dat in unser stadt Riga vordan nicht mehr dan twölff goldtschmedt in einem beschlaten
(geschlossenen, auf eine feste zahl von meistern beschränkten) ampte sein sollen
schragen Riga 299 S./M. 1616 ambacht .. ein zunfft,
collegium artificum Henisch
t. spr. 1,63. ⟨1767⟩ von dem nutzen einer geschichte der aemter und gilden Möser
1,145 A. 1833 je nachdem sie
(lehrlinge u. gesellen) bey dem einen oder dem andern amte gearbeitet hatten
in: Fatthauer
metallgewerbe (1936)12. 1954 nun wurde keineswegs das gesamte gewerbliche leben der stadt durch die ämter und zünfte bestimmt Haussherr
wirtschaftsgesch. 15. DWB22
recht zur zünftigen ausübung eines handwerks oder gewerbes zunftberechtigung: 1303/8 so we se dhat
(verbot) breke, .. the scal gheven dher stad vif marc, unde scal tharto sines ammechtes umberen en iar
mal. rechtsqu. Bremen 58 E. u1444 ein man, de dat ambacht winnen wil, de scal dat ambacht eschen dre verdendel jars to voren
zunftrollen Greifsw. 23 K. 1526 dar ein mester vorstorve .. unde de vrow dat ambt fortan bevryen unde bruken wolde Rüdiger
handwerksgesellendoc 34. 1573 da er nun .. ampt und gilde besitzen wolte
urteilb. holst. vierstädtegericht 515 G. 1702 ehe er des amts und gerechtigkeit kann und mag teilhaftig werden
bürgerb. Hadersleben 1,13 A. 1822 der handwerksgeselle .. hat das amt zu begehren und um das meisterrecht nachzusuchen
in: Gutzeit
Livland, nachtr. (1886)33a. DWB23 DWB2
metonymisch; gesamtheit der zunftmitglieder: 1375 van eneme kinde, dat vorstorven is uthe deme ammete
hamb. zunftrollen 32 R. 1452 de .. schal ene koste doen deme gantzem ampte enen dach uth
zunftrollen Greifsw. 30 K. v1606 bei seinen tzeiden quamen die ampter wedder zusammen midt ihren gildemeisteren
geschichtsqu. bistum Münster 3,3. ⟨1718⟩ solches
(verordnung) auch bey jeglicher zusammenkunfft des amts öffentlich verlesen
hzgter. Bremen u. Verden policey-ordn. (1732)952. 1853 das a(mt) besteht aus sämmtlichen in dasselbe aufgenommenen meistern
in: Gutzeit
Livland, nachtr. (1886)33b. 1957 dәd ǫ(mt) kǭm tsәzumәn Krausz
wb. nordsiebenb. handwerksspr 26. DWB2–
versammlung der zunftmeister als oberste instanz in zunftangelegenheiten, auch ein die zunft vertretendes geschäftsführendes gremium: 1412 dat boek plecht me to lezenne vor den ambachten
in: DRW 1,553. 1541 ock en schall de eine den andern nicht befronen, eher he de sake vor dem ampte verklaget hefft
schragen Riga 287 S./M. 1619 soll er
(geselle) fürm amte erscheinen und .. seinen lehrbrieff auflegen
ebd. 433. 1938 martinimaandag hadden de dokmakers ehr amt
meckl. wb. 1,281.Petermann