Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
AMBAHTE stn.
I. amt, dienst, den man verwaltet
1. überhaupt: do er daʒ ambahte gewan Gen. fdgr. 2,55,37. wider an din ambahte dich setzet das. 58,17. so er an daʒ ambahte gesaʒ das. 59,5. dâ was aller künste kraft, von allen ambeten meissterschaft Erec 2156. sîn ôren und diu ougen begundn ir ambtes lougen Erec 9214. sage mir waʒ dîn ambet sî Iw. 27. bî sînem ambet des er pflac als truhsæʒe Iw. 101. vische, würme, vogele, tier, diu hânt niht geistes alse wier; ir geist hât des tôdes amt, lîp unt geist sterbent samt Vrid. 10,15. er hieʒ die jagere ze herberge varn, ir ambet und ir dinc bewarn Trist. 3320. sîn niuweʒ ambet huober an Trist. 3562. der vier hande rîcheit iegelîch was in ir ambete rîch Trist. 4564. daʒ ambet heilic unde hêr gezæme wol in sîner hant, und wære schône an im bewant der stuol und al sîn werdekheit Silv. 556. diu mînen ampt die dienste bei mir. frauend. 235,11. owê dir spil! wie bœse ein amt MS. 2,148. b. diu mûs hât ein vil swacheʒ amt MS. 2,175. b. sellen wir nu nihtes nit zuo ampte hân uns mit nichts beschäftigen und die zeit vertreiben Berth. 65.
2. besonders
a) gottesdienstliches amt, namentlich die messe. zu ir ambahte si fiengen, den gotes lîchenamen si enphiengen pf. K. 121,4. want daʒ ambehte hiute (am Palmsonntage) lang ist. iedoch ne muge wir von unserm ambähte als pfaffe daʒ niht verlâʒen wir ne sagen iu fundgr. 1,108. ir tôten truogen si hin ze müster, dâ manʒ ambet tete mit vollem almuosen unt mit gebete Iw. 60. ich muoʒ daʒ ampt ê überlesen Marleg. 22,365. doch hân ich hiute diz ambet getân Ulr. 1424. dâ die pfaffenʒ ambet tuon Parz. 705,8. bischove und prêlâten die daʒ ambaht tâten unde segenten daʒ gerihte Trist. 15642. hie mit was si zem münster komen unde hete ir ambaht vernomen Trist. 15656. dô daʒ ambet wart getân die messe gesungen war Wigal. 4385. dô ich unz an ein ende vernam vernommen hatte daʒ gotes ambet hie g. Gerh. 1895. dô sprâchen si daʒ gotes amt, die vesper, gotlîche samt Barl. 383,19. (386,4 Pfeiffer). unz er gelas und gar gesanc die messe hie und gotes ambet gar begie Barl. 388,8.
b) schildes amt ritterdienst. ine wil niht langer sîn ein kneht, ich sol schildes ambet hân Parz. 154,23. dô ich schildes ampt gewan, des êrsten dô ich rîter wart H. Trist. 3894. beide arme und rîche die schildes ambet ane want Parz. 280,21. kan sîn lîp des niht verzagen ern welle dâ schildes ambet tragen da wohin er kampflîche geladen ist Parz. 321,24. du hâst bî dînen zîten schiltes ambet geurbort hurteclîchen W. Tit. 8,1. die dâ mit ir handen schildes ambet worhten als ritter kämpften Parz. 78,15. dô si mir gap die rîterschaft, dô muos ich nâch der ordens kraft, als mir des schildes ambet sagt, derbî belîben unverzagt Parz. 97,27. ûʒ schildes ambt in einen sac wolt ich mich ê ziehen Parz. 364,12. von schildes ambet man dich schiet, und sagte dich gar rehtlôs Parz. 524,24.
II. der bezirk, der einem amtmann untergeben ist. er birihte ein iegelich ambahte. in iegelicheme ambahte sine stadile er rihte Genes. fgr. 2,61. 28. 31. vgl. Gr. w. 1,1.